Zitat
Original geschrieben von Marko
Ich bin nicht gegen Subs, so sollte das nicht rüberkommen! Wenn sie angemessen sind (bei der derzeitigen Höhe der Sub von 200 EUR etwa 10 EUR) und KEINE Auswirkungen auf die eigentlichen Dienste und Preise haben, sind sie in Ordnung. Nur ist es leider nicht so bei Preisen bis 69 CT. Meine Hoffnung liegt auf den Discountern, wenn sie den Kunden klar machen, dass das Handy gegen einen bestimmten fixen Aufschlag zu bekommen ist, und sich an den Tarifen nix ändert (und auch intern nicht quersubventioniert wird).
Ich greife mir einfach mal diesen Teil deines sehr guten Postings heraus.
Was sehr oft bei der Diskussion um den Sinn, Zweck und die Zukunft der Subventionen vergessen wird, ist die psychologische Komponente. Ich behaupte einfach mal, dass der Großteil der "Normalbevölkerung" gar nicht mal so ein Riesenproblem damit hätte (ich klammere das Problem des "gefühlten Bedarfs" hier mal bewußt aus), alle 24 Monate Summen von 250-300 € für ein neues Endgerät auf den Tisch zu legen.
Denn diese Summe ist objektiv nicht unangemessen für die Anschaffung von technischem Gerät (im Vergleich mit Unterhaltungselektronik - und in diese Richtung geht die Entwicklung ja, hin zur absoluten "commodity") und zudem kalkulierbar, denn der Vergleich mit anderen Gütern, die ich in relativ absehbaren Intervallen ersetzen oder erneuern muss (nehmen wir mal Winterreifen, bei denen ein kompletter Satz auch ganz schön "reinhaut"), ist ja so abwegig nicht. Insofern plane ich das bei den Kosten für mein Auto genauso in die Fixkosten-Kalkulation ein wie die Beiträge für die Versicherung, die KfZ-Steuer, die Abschreibung und die Kosten für Reparaturen.
Der entscheidende Unterschied ist aber, dass die Leute nicht nur einfach in Richtung "Handy = 1 €, alle 2 Jahre" konditioniert worden sind (was sicherlich wahr ist), sondern auch, dass es sich einfach besser "anfühlt" ein neues Spielzeug "geschenkt" zu bekommen, als die gleiche Ersparnis (oder sogar noch deutlich mehr) über einen Zeitraum von mehreren Jahren über die günstigeren Gesprächspreise wieder hereinzuholen. Ich würde mir das nicht mal so leicht machen, dass alles auf "instant gratification"/Bedürfnisbefriedigung zu schieben: es liegt einfach näher etwas Handfestes haben zu wollen, als nur eine theoretische, abstrakte Möglichkeit.
Deshalb laufen auch die ganzen Diskussionen über das Ende der aktuellen Subventionspolitik an der Realität vorbei: klar es geht in anderen Ländern (= andere Märkte) und wir haben das ja schon vor einem halben Jahrzehnt im Usenet endlos durchgekaut (die Argumente sind ja keineswegs neu). Man kann sich darüber auch wunderbar in die Haare bekommen, nur ändern wird sich m.E. nichts.
Die Leute wollen einfach in regelmäßigen Abständen ein neues Handy und werden sich langfristig nicht etwas verkaufen lassen, dass sie nicht wollen. Wer das probiert, wird merken, dass die Kundschaft abwandert.
Zudem hat das jetzigen System noch den Vorteil, dass es die informierten Kunden bevorzugt: wer einen Wissensvorsprung hat, schneidet am Ende auch besser ab. Jeder kann sein neues Handy bei eBay verkaufen und sich so selbst die GG drücken (plus den Zinsvorteil mitnehmen). Jedem steht es frei einen Anbieter mit Auszahlung zu wählen. Wer einfach in den nächsten Partnershop rennt und sich irgendetwas aus der Vitrine geben lässt, der hat vielleicht unter'm Strich (rein rechnerische) Einbußen (sprich: einen nicht optimalen Gegenwert), aber wird damit in aller Regel glücklich sein. Wer sich dagegen vorher informiert, bekommt vielleicht sogar beides hin: das Wunschgerät zu einem optimalen Preis und einen günstigen Tarif. Insofern wird der zahlenmäßig sicherlich nicht allzusehr ins Gewicht fallende, mündige Kunde belohnt - und damit habe ich dann wiederum gar kein Problem. 
[small]Aber anscheinend damit mich kurz zu fassen... :D[/small]