Zitat
Original geschrieben von Tipsy
Insofern gehe ich davon aus, dass auch die nicht korrekte Eintragung des Girokontos hier den Score beeinflusst und diese Score-Veränderung durch die kurzfristige Löschung des Eintrages nicht umgekehrt wird.
Die Einschätzung teile ich. Das Kerngeschäft der Schufa ist nun mal Kosten, die im Rahmen des Einräumens von notwendigen Kreditlinien im normalen Wirtschafts- und Warenverkehr entstehen, für die jeweiligen Vertragspartner möglichst gut kalkulierbar zu machen und dadurch die Gesamtkosten, die u.a. (aber nicht nur) durch Zahlungsausfälle und Inkasso entstehen, letztendlich zu reduzieren. Damit ist erst einmal jede Abweichung vom "Standard" schlecht, denn der Standard mit dem man umgehen möchte, ist eben das eine Geschäftsbeziehung weitgehend reibungslos und unauffällig verläuft.
Dabei gibt es natürlich nicht nur einen Standard oder eine handvoll statistische Modelle, aber letztendlich ist es so, dass der normale, unauffällige, zahlungsfähige und -willige Kunde keine 14 Handyverträge, 9 Girokonten, 16 Kreditkarten und allmonatliche Wohnungswechsel zu verzeichnen hat. Damit wäre jede Abweichung von der Norm erst einmal erklärungsbedürftig - das kostet aber Geld, ist schwer in einem objektiviertem Modell zu fassen und damit ist - ganz barsch gesagt - auffällig erst einmal schlecht, da die gemittelte Erfahrung nun mal zeigt, dass derjenige, der mehr auffällt eben auch öfter als Schuldner ausfällt.
Irgendeine regenerative Funktion wird in die Algorithmen der Schufa schon eingebaut sein - soviel ist klar. Ein einfaches "zurückdrehen der Uhr" wird es aber ebenso wenig geben, denn es sind ja nun mal für Vertragspartner möglicherweise Relevantes vorgefallen (eine große und zumal untypische Anzahl von Anträgen in kurzer Zeit ist z.B. ein Indiz für einen Identitätsdiebstahl bzw. im KK-Bereich für bestimme Betrugsmaschen, so dass die Information der Anfrage durchaus sehr relevant für die eigentliche Aufgabe der Schufa ist, die sie ja für ihre Vertragspartner und nur mittelbar und in zweiter Linie zum Wohle von Otto Normalbürger erbringt).
Mal ganz allgemein gesprochen ist aber speziell das, was wir hier bei TT zum Thema Schufa-Score betreiben, oft auch Jammern auf hohem Niveau. Die paar Prozentpunkte zwischen 95% und 98% finden in der Realität keine absolute Abbildung, denn das Risikomanagement ist im wahrsten Sinne eine Wissenschaft für sich. Die Werte von Auskunftein sind ein Teil davon, aber in der Praxis ist es eher so, dass die Schufa wirklich erst bei Leuten mit einer unterirdischen Zahlungsmoral, einer Insolvenz oder eben dann wenn man in ein Fraud Prevention-Profil passt zum alleinigen Ablehnungsgrund wird.
Zum Schluss bleibt in meinen Augen zweierlei: im Bezug auf die Schufa gilt nach wie vor immer der alte Spruch "nix genaues weiß man nicht" und die betreffende Volksbank würde gut daran tun, wenn man bei zukünftigen Unternehmungen in die weite, "neue" Welt des Onlinevertriebs gesteigert und peinlichst genau auf Professionalität achtet. Es gibt durchaus einen Grund warum sich andere Institute externe, nicht gerade billige Hilfe für solche Vorhaben geholt haben und sowas nicht "mal eben" nebenbei machen. Systematische Schufa-Anfragen ohne Einwilligung sind z.B. keine Ereignisse, die unter "passiert eben" fallen.