Zitat
Original geschrieben von Marko
Dass keiner derzeit 5 CT in alle Netze bieten kann, sollte jedem Dödel einleuchten. Aber intern gibt es keine ICs...
Klar, nur denke ich dass es dabei 2 Problempunkte gibt:
1.) ICs fallen zwar nicht an, aber Bandbreite ist auch nicht kostenlos. Um möglichst profitabel zu arbeiten, ist es zwar empfehlenswert, die Netze an den Auslastungsgrenzen zu fahren (maximierte Einnahmen, bei gegen null strebenden Verbrauchskosten bei Fixen Infrastrukturkosten).
Aber das geht auch nur so lange gut, wie der Markt sich nicht ändert. Das tut er aber leider. Daher muss ein NB auch immer für die Zukunft planen und somit z.B. in neue Infrastruktur, neue BTSen, höhere Uplinkbandbreiten investieren. Das kostet dann aber wieder Geld, so dass sich die Profitkurve verschiebt.
Das Spiel lässt sich aber nicht beliebig weiterspielen, da a) der Markt dem Grenzen setzt, b) die Technik dem Grenzen setzt und c) natürlich mit verschiedenen Gütern gehandelt wird, so dass es z.B. nicht positiv wäre, wenn der gesamte Privatkunden-Vertragssektor wegbricht und auf Prepaid-Alternativen wechselt. Dann dann gibt es einen sog. "ripple effect" - irgendwann ist dann in diesem Gedanken-Modell jeder bei D1 und es fallen deutlich höhere Kosten für den Unterhalt an (negativ) und gleichzeitig brechen alle anderen IC-Einkünfte ein, da alle Kunden ja netzintern telefonieren (ebenfalls negativ).
Das ganze lässt sich also aus betriebswirtschaftlicher Sicht nur bedingt realisieren.
2.) Du gehst bei der Überlegung vom homo oeconomicus aus. Den gibt's - man schaue sich nur Big Brother an - aber in der Realität eher selten. 
Es spielen also auch eine Vielzahl rationaler und irrationaler Variablen eine Rolle, die du in dem Modell so nicht zuverlässig abbilden kannst.
Ein Beispiel für rationale Faktoren: wenn ich nur mit drei Menschen telefoniere die alle bei o2 sind, sind mir die D1 Intern Tarif völlig egal.
Das ist z.B. bei mir im Festnetz-Bereich so - alle Menschen mit denen ich länger telefoniere sind bei Arcor und damit kostenlos zu erreichen. Die restlichen Kosten liegen unter dem Flatrate-Preis (was sich durch das GMX Angebot allerdings geändert hat). Wenn die Telekom nun kostenlos netzinterne Gespräche anbieten würde, wäre mir das ganz egal, da der wirtschaftlich Nutzen für mich mindestens 0, wenn nicht sogar negativ, wäre. Das ändert sich natürlich, wenn alle Leute mit denen ich telefoniere wieder zur T-Com wechseln würden. Da greift dann aber wieder ein exogener Faktor - nämlich die MVL, die ja im Mobilfunk noch verbreiteter ist.
Irrationale Faktoren gibt's ebenso zu Hauf. Wichtigster dürfte Desinteresse sein. Ob Otto Normalverbraucher 5 cent oder 11 cent irgendwo hin zahlt ist im meist ganz egal, weil er es gar nicht weiss.