So wie um Kharkiv? Oder umgekehrt: Ohne den russischen Durchbruch bei Popasna würde die Ukraine sich jetzt vermutlich (noch) nicht aus aus den letzten Städten des Luhansker Gebietes zurückziehen müssen.
Ein Durchbruch kann um Kherson oder Richtung Isjum (von Kharkiv aus) die russischen Frontlinien dort in arge Bedrängnis bringen. Und dann kann es wie im engeren Umfeld von Kharkiv ganz schnell gehen.
In den vergangenen zwei Monaten hat die ukrainsche Armee im Gebiet Kherson mühsam und in kleinen Schritten die russischen Truppen zurückgedrängt. Ein Druchbruch dort könnte ggf. die russischen Truppen zur Aufgabe von Kherson und den gesamten Gebieten westlich des Dnejpr dort bringen. Alles eine Frage in welchem Zustand die Truppen jeweils tatsächlich sind- die einen Analysten meinen so, die anderen fast das Gegenteil...
Jetzt ist, wie man den Medien entnehmen kann, der Durchbruch bei Kharkiv Richtung Isjum erfolgt und als Folge muss man wohl feststellen, dass die ausgedünnten russischen Truppen dort regelrecht implodiert sind. Russland hat bestätigt, dass sich die Truppen aus fast der gesamten Oblast Kharkiv (inklusive Isjum, Kupiansk und nordlich von Kharkiv bis zur russischen Grenze) 'zurückgezogen' haben. Einzig das Gebiet östlich des Flusses Oskil (und zugehörigem Stausee) soll gehalten werden. Die Frage ist, ob es den russischen Truppen wirklich gelingen wird die ukrainischen Truppen vom Ostufer des Oskil fern zu halten. Vom Oskil sind es dann auch nur noch wenige Kilometer zur Grenze zwischen den Oblasten Kharkiv und Luhansk.
"Fiasko an der Front und Feuerwerk in Moskau" https://www.faz.net/aktuell/po…k-in-moskau-18308306.html
Auch ist die Frage wie ungeordnet der Rückzug der russischen Truppen abgelaufen ist. Es deutet sich an, dass größere Mengen an Fahrzeugen und Munition von den russischen Truppen intakt zurückgelassen wurden.
Ebenso haben die ukrainischen Truppen mit einem Vorstoß Richtung Lyman zumindest einen Brückenkopf auf dem östlichen Ufer des Donez (der Oskil fließt in den Donez südöstlich von Isjum).
Wie katastophal der russische Rückzug ausgefallen ist und wo neue russische Verteidigungsstellungen sich stabilisieren, wird sich wohl erst in den kommenden Tagen zeigen.