Beiträge von kues

    Btw: Bisher gehen die rückläufigen Inzidenzen hauptsächlich auf die stark sinkenden Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen zurück. Da ist nach 3-4 Monaten an den Schulen anscheinend das Durchseuchungsziel (fast) erreicht -z.B. 6-11 Jahre in Bayern mit über 40% bestätigte Infektion in den letzten Monaten, bundesweit etwa 30% mit 5-14 Jahren.

    Wenn jetzt die Durchseuchung in die Altersgruppen 35-59 und 60+ gebracht wird, könnte es nochmal interessant werden. Die 35-59 Inzidenzen liegen ja ungefähr meist nur im Schnitt der Bundesländer bzw des gesamten Landes. Und die Inzidenzen der 60+ weit drunter -um 500 bundesweit und z.B. 700 in Bayern, 0-99 bei um 1200 im Bund und um 1700 in Bayern.

    Die Hospitalisierungsquote in SH liegt (letzte 12 Wochen) für 20-49 immer noch bei etwa 0,66%, 50-59 1,1%, 60-69 2,7%, 70-79 7,8% 80-89 13,1% und 90+ bei 10,4%.

    Und das im Bundesland mit der besten Boosterquote und zweitbesten Grundimmunisierungsquote für 60+…

    Die Frage ist, ob kleinere Länder überhaupt Vertretungen in der Ukraine haben, um sich darum kümmern zu können. Ohne diese wird häufig nicht klar sein, ob und wie viele ihrer Landsleute überhaupt betroffen sind. Wie zu lesen war, ist bspw. China gerade dabei ihre 6000 Studenten die Heimreise zu ermöglichen. Reichlich spät.

    Man könnte auch bitterböse sagen, dass die USA ihrerzeit beim Irak immerhin offen zugegeben haben, dass sie ihn zusammenschießen werden. Darauf konnten sich Alle einstellen. Russland hat ja bis zuletzt behauptet, dass niemand vorhätte beim Nachbarn im Land herumzuschiessen.

    Und z.B. Indien soll sogar eine Diplomatengruppe in Belgorod (auf russischer Seite ‚gegenüber’ von Charkow) haben, um indische Studenten aus Charkow nach Hause zu holen. Erfolgreich waren die offensichtlich bisher nicht besonders, stattdessen ist ein Inder bereits durch die Folgen einer Explosion in Charkow verstorben.

    https://www.aljazeera.com/news…criticism-over-evacuation

    Nach dem Bericht gab es um 76 Tausend ausländische Studenten in der Ukraine, ungefähr 1/4 davon Inder. 16 Tsd indische Studenten konnten wohl noch nicht außer Landes kommen.

    Kann man sogar verstehen.


    Die afrikanischen Studenten, welche in der Ukraine studieren, können ja zurück im ihre Heimat. Soweit verständlich. Ob das richtig oder falsch ist, darüber kann man trefflich streiten, aber eine gewisse Logik entbehrt dieses Vorgehen keinesfalls. (Warum sollte man Menschen aus 3. Ländern Asyl gewähren?)

    Ähm, da soll ja auch niemand einen Flüchtingsstatus/Asyl bekommen, sondern eben durchgelassen bzw. nach Hause gelassen werden. Aus der Ukraine kann man momentan keinen Linienflug nach Hause nehmen. 🙄

    Mal kurz mit den wichtigsten Heimatländern und der EU und UN sprechen und eine Lösung finden, wie die Leute zurück nach Hause gebracht werden können. Die paar Euro, um das schlimmstenfalls selbst zu zahlen, sollte die EU noch aufbringen können…

    Die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit lag von Ende Dezember bis Mitte Januar bei um 60/Mio. Und ist bis 9.Februar auf 110/Mio gestiegen. Bis 23.2 liegt sie mit bisherigen Nachmeldungen weiter über 90, das RKI schätzt aber durchgängig 110+ bis zum 26.02.

    Würde dann mehr als eine extreme Grippewelle (in der Regel um 14-16 Wochen) in nur 7 Wochen geben. In Bayern, Sachsen und Schleswig-Holstein steigt die Zahl der aktuell Hospitalisierten C19 Patienten pro Mio Einwohner seit Mitte Februar weiter und liegt aktuell bei 315, 240 und 130 (14.02 269, 169 und 114). Bei Intensivpatienten sind es 31, 42 und 15,5 (14.02 28,7, 37,7 und 15,2). Interessant auch, daß außer der Zahl der Normalstationpatienten in Bayern alle Zahlen entsprechend den Impfquoten (der 60+) folgen. Auch die erhöhte Quote an Vorinfektionen (um 20% der Bevölkerung inzwischen) hilft Sachsen anscheinend noch nicht.

    Auch interessant, dass anscheinend die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus in D bei (weit) über einer Woche liegt, während sie in Dänemark unter einer Woche liegt. In Dänemark werden pro Woche mehr Menschen hospitalisiert als jeweils insgesamt im Krankenhaus wegen C19 sind, in Deutschland ist es umgekehrt- insbesondere in Bayern und Sachsen deutlich mehr.

    In KW03 (17-23 Januar) etwas über 3,6 Mio Impfdosen verimpft. Über 2,7 Mio Auffrischimpfungen und etwas über 300 Tsd Erst- und 500 Tsd Zweitimpfungen.

    Verimpft wurden etwa 2,3 Mio BioNTech und 1,3 Mio Moderna sowie ein paar Tsd AZ und J&J.

    Neu ausgeliefert hat der Bund 3 Mio BioNTech, 1 Mio Moderna und 100 Tsd J&J Impfdosen. Da Moderna überwiegend bei Auffrischimpfungen eingesetzt wird (>1,1 Mio), wo nur die halbe reguläre Impfdosis genutzt wird, wurde jetzt wieder von alle Impfstoffen weniger verimpft als neu ausgeliefert.

    Offene Zweitimpfungen gibt es etwa 1,7 bis 2 Mio. 2 Mio Erstimpfungen gab es etwa in den letzten 6 Wochen. 1,7 Mio wäre ungefähr die rechnerische Differenz zwischen gezählten Erst- und Zweitimpfungen ausgenommen die J&J Einmalgeimpften. Wobei ja letztere ggf. eigentlich eine Zweitimpfung benötigen, um ihren grundimmunisiert Status zu erhalten bzw. wieder zu bekommen.

    41,9 Mio haben schon eine Boosterimpfung, etwa 15,5 Mio weniger als es vollständig Geimpfte gibt. Unter Beachtung des 3 Monatsabstandes könnten etwa 10 Mio noch sofort eine Boosterimpfung bekommen- wobei auch hier außer Betracht gelassen ist, dass natürlich ein Teil wegen zwischenzeitlicher Infektion aktuell nicht geimpft werden sollte.

    Weil nicht mehr viel passiert die Zusammenfassung für 5 Wochen.

    KW 4 bis 8 (24.01.- 27.02) etwas über 7,7 Mio Impfdosen verimpft mit kontinuierlich abnehmender Tendenz. Davon fast 5,4 Mio Auffrischimpfungen und 600 Tsd Erst- sowie 1,4 Mio Zweitimpfungen. Verimpft wurden über 5,9 Mio BioNTech, über 1,7 Mio Moderna und jeweils ein paar Tausend AstraZeneca und J&J. Novavax sind noch nicht enthalten/gemeldet, obwohl am vergangenen Wochenende eigentlich schon in mindestens einem Bundesland verimpft worden sein soll.

    Die Zahl der offenen Zweitimpfungen liegt vermutlich zwischen 0,6 (Erstimpfungen der letzten 5 Wochen) und 1 Mio, wobei zwischenzeitlich infizierte Erstgeimpfte ja eigentlich direkt in ein paar Monaten mit der defakto zweiten Impfdosis schon ihre Auffrisch-/Boosterimpfung (Impfung 3/3 nach Impfzertifikat) nach PEI Regeln erhalten können/würden.

    47,3 Mio haben jetzt eine Boosterimpfung, immer noch 11,7 Mio weniger als es Grundimmunisierte gibt. Mit 3 Monatsabstand sind es nur noch 6,1 Mio die sofort geboostert werden könnten, davon ab gehen zusätzlich noch zwischenzeitlich Infizierte, die ja wieder mindestens 3 Monate warten sollten.

    Allerdings ist die Boosterquote der 60+ immer noch erschreckend niedrig, nur 77,3% bundesweit (in Dänemark ab ich zuletzt die Angabe von 95% für 60+ gesehen!). Am niedrigsten in (wie soll es anders sein) Sachsen mit 68% und am höchsten in Schleswig-Holstein mit 87,6%.

    Auch Angaben/Zahlen zur 4. Impfung finden sich noch nicht, obwohl es eigentlich schon welche gegeben haben dürfte gemäß Stiko Empfehlung insbesondere für 70+ und im medizinischen/pflegerischen Bereich Tätige. Es wäre bedauerlich, wenn das RKI da nicht rechtzeitig eine Rubrik für die Meldung geschaffen hätte…

    Die deprimierende Frage wird sein, ob die Ukraine den vermutlich bald erfolgenden verstärkten Angriff auf Kiew überstehen wird (und/oder eine Umfassung der Stadt verhindern kann). So wie anscheinend im Moment in Charkow die anfängliche Zurückhaltung beim Artillerie- und Luftwaffeneinsatz Russlands aufgegeben wird, ist das auch in Kiew zu erwarten.

    Anscheinend ist es Russland gelungen mit den massiven Invasionskräften aus Weißrussland, die Ukraine auf dem falschen Fuß zu erwischen, was die Verteilung der ukrainischen Streitkräfte angeht. Die ukrainischen Streitkräfte waren anscheinend primär auf einen Angriff nur von russischem Gebiet aufgestellt.


    Falls die Ukraine die zweite verstärkte Angriffswelle überstehen sollte, könnte sich ein Fenster für eine Verhandlungslösung öffnen. Ich hätte nicht gedacht, dass die Ukraine so lange durchhalten könnte, insofern wer weiß.

    Wobei ich auch da wenig Spielraum sehe. Klar dürfte sein, dass die Ukraine die Zugehörigkeit der Krim zu Russland anerkennen müsste. Russland wird die Krim nicht aufgeben. Umgekehrt ist die Frage, ob Russland die Separatistengebiete im Donbass aufgeben würde. Ohne das Zugeständnis sehe ich nicht, dass die Ukraine die Krim aufgeben könnte/würde. Und es bräuchte sowohl eine UN Peacekeeping Mission, wie auch im Donbass eine UN Polizeimission. Wobei dann gleich die Frage wäre, ob Russland sowas akzeptieren würde. Und aus welchen Ländern Truppen/Polizei für Russland und die Ukraine akzeptabel wäre- China? Indien? Brasilien? Ägypten?

    Ansonsten dürfte wohl Russland einen Großteil der Ukraine auf absehbare Zeit besetzt halten (und ggf. einen Teil an Russland anschließen).

    Das russische Ziel dürfte im Moment aber immer noch sein die ukrainische Regierung zu beseitigen und eine Marionettenregierung einzusetzen.

    Wenn Russland mit einer Kriegserklärung offiziell anerkannt hätte, dass sie einen Krieg führen, hätte das viele rechtliche Folgen.

    Die Türkei hätte z.B. nicht überlegen brauchen, was nach dem Vertrag von Montreux gilt.

    Ohne die genaue rechtliche Situation in Russland zu kennen, dürfte auch Präsident Putin nicht (dauerhaft) ohne Bestätigung der Duma etc einen Krieg erklären dürfen.

    Ebenso müsste niemand mehr argumentieren, von welcher Art die Kampfhandlungen in der Ukraine sind.

    Wenn man sich die Reden und Erklärungen Russland ansieht, dann ist die offizielle Ansicht anscheinend, dass es sich nur um eine „Spezial-Operation“ in der Art einer Antiterror- oder Polizeioperation handelt.

    Angesicht des andauernden Umfangs der Kampfhandlungen abwegig, aber so ist offensichtlich die offizielle Linie Russlands.