Egal, Zahlen kann man schon mal verwechseln, aber das selbst der Bericht der EU von 2009 hier nicht bekannt ist, verwundert mich schon.
Quelle: http://www.ag-friedensforschun…/Georgien/eu-bericht.html
Die Interpretation, dass Georgien den Krieg begonnen hat, ist von der AG Friedensforschung. Sie ist nicht in dem Bericht zu finden. Selbstverständlich sagt der Bericht, dass der Georgische Angriff ein Bruch der Waffenstillstandsverträge und in seiner Form auf Zchinwali nicht gerechtfertigt werden kann. Im Übrigen gab es keinen Bruch der Waffenstillstandvereinbarung durch Georgien gegenüber Abchasien. Dieser ging von Abchasien aus.
Aber im Bericht liest sich eben auch die Parallele zum Konflikt im Donbass
Zitat
However, there are a number of reports and publications, including of Russian origin, indicating the provision by the Russian side of training and military equipment to South Ossetian and Abkhaz forces prior to the August 2008 conflict. Additionally there seems to have been an influx of volunteers or mercenaries from the territory of the Russian Federation to South Ossetia through the Roki tunnel and over the Caucasus range in early August, as well as the presence of some Russian forces in South Ossetia, other than the Russian JPKF battalion, prior to 14.30 hours on 8 August 2008. Also it seems that the Russian air force started its operations against Georgian targets, including those outside South Ossetian administrative boundaries, already in the morning of 8 August, i.e. prior to the time given in the Russian official information.
Das russische Narrativ bezüglich Donbass ist jetzt anscheinend auch schon, dass die Ukraine die Donbass Separatisten Gebiete momentan angreifen würde. Da liegt die Parallele zu Georgien, nur dass Russland hier den Konflikt im Donbass (und auf der Krim) selbst in 2014 mit eigenen Kräften erst gestartet und am Laufen gehalten hat.
Demnächst wird bei Gelegenheit also auch der Rest des Donbass mit russischer Hilfe von ‚ukrainischen Okkupatoren‘ (sprich der Ukrainische Armee) befreit werden und die russische Bevölkerung „geschüzt“ werden. Darunter nicht zu vergessen Mariupol mit mehr Einwohnern als Luhansk (vor 2014).
Eine Eroberung der Restukraine (was auch immer davon Russland über lassen wird) dürfte kaum im Interesse Russlands sein. Wobei, wenn die Ukraine sich nicht freiwillig aus den noch von ihr kontrollierten Gebieten des Donbass zurückzieht, Russland mit Sicherheit -wie auch in Georgien- militärische Ziele überall in der Ukraine angreifen wird. Aber es lässt Russland doch viel mehr Optionen, wenn man eine kaputte und geschlagene Restukraine als Pufferstaat über lässt. Der könnte unter Umständen ja sogar (in einigen Jahren) wieder eine Russland gesinnte Regierung bekommen.
Eins ist sicher wie man an der Krim gesehen hat: Russland greift mit militärischer Gewalt zu, wenn es opportun erscheint und lässt sich ggf. auch viel Zeit und wartet auf eine passende Gelegenheit. Transnistrien, Abchasien und Südossetien sind ja auch noch teiloffene Konflikte bzw. Probleme.
An der Stelle sei z.B. auch nochmal an die jahrelange schleichende Grenzverschiebung in Georgisches Gebiet von Südossetien durch Russland aus erinnert: https://www.mdr.de/nachrichten…ze-streit-hirten-100.html