Aktuell gehts vielen Menschen in Norddeutschland und Teilen Süddeutschlands so, Inzidenzen im grünen Bereich und trotzdem voller Lockdown.
Gerade auch vor dem Hintergrund der britischen Mutation wäre es wichtig sofort auf Regionalebene zu reagieren wenns einen Ausbruch gibt und nicht entweder bis zum Flächenbrand zu warten oder gleich das ganze Bundesland niederzuknüppeln.
Die Menschen müssen das Geschehen mit ihrem Handeln beeinflussen können und eben auch direkt die Konsequenzen ihres Handelns merken, das funktioniert bei zu großen Einheiten nicht mehr, da sind dann immer nur die Anderen schuld.
Das scheint mir ähnlich. Nicht nur die Infektionen, sondern auch die Folgen -insbesondere Sterbefälle- sind extrem unterschiedlich.
Mein Heimbeispiel Nürnberg:
Inzwischen hatten insgesamt 4,5% aller Einwohner eine nachgewiesene Infektion. Todesfälle 741 auf 519Tsd Einwohner also 0,142% aller Einwohner verstorben, was z.B. im Dezember eine Übersterblichkeit von fast 100% ausmachte. Vergl https://www.nordbayern.de/regi…vor-einem-jahr-1.10770029
Dagegen Landeshauptstadt Kiel in Schleswig-Holstein:
1,33% insgesamt bestätigte Infizierte und nur 79 Sterbefälle bei knapp 247Tsd Einwohner. Also 0,032% aller Einwohner an C19 verrstorben, im Vergleich nicht mal ein Viertel wie in Nürnberg.
Aber es geht natürlich auch noch extremer:
SK Rostock 0,7% Infizierte, 0,0124% verstorben
LK Tirschenreuth 5,8% Infizierte, 0,297% verstorben
LK Görlitz 5,8% Infizierte, 0,359% verstorben
Dementsprechend sieht/sah wohl auch die Auslastung bzw. Nicht-Auslastung der Krankenhäuser mit C19 Patienten sehr unterschiedlich aus.
Insofern sehe ich auch wenig Alternativen dazu, dass zukünftig viel regionaler Lockerungen und ggf. auch wieder Verschärfungen erfolgen müssten. Hoffentlich läuft es in Flensburg mit den örtlichen Maßnahmen halbwegs glimpflich, sonst traut sich vielleicht kein Bundesland mehr entsprechend zu handeln…