Beiträge von kues

    Wo nimmst Du eigentlich diesen Schmarren her? Wir haben und hatten seit Beginn 2020 genug freie ITS Kapazitäten und Klinikbetten. Hört auf diese medial transportierten Schwachsinnigkeiten nachzuplappern und damit hausieren zu gehen. Die Realität sah und sieht anders aus. Kliniken schliessen mal so eben nebenbei, andere sind kurz vor dem OFF finanziell. Politisches Versagen ist das was uns aufregen sollte.


    WER ist krank, WER benötigt Klinikbehandlung? Das sind verdammt wenige in Kausalität zu 83 Mio Bundesbürgern. Es grassiert nicht die Pest....auch wenn Dir NTV und BLÖD das seit März suggerieren.

    Aus naheliegendem Grund betrachte ich mal Nürnberg. Insgesamt 18055 positiv Getestete seit Jan/Feb 2020, bei zur Zeit stagnierend um 1500 Neupositive pro Woche (ca. 300er Inzidenz). Zur Zeit in den Kliniken der Stadt Covid19 Patienten: 210 auf Normalstation und 59 auf Intensivstation.

    Wenn man dann Infektionen in vierfacher Höhe annimmt für ein paar Wochen dürften eben komplett alle Intensivbetten und etwa die Hälfte der Normalbetten nur mit Covid19 Patienten gefüllt sein. Und dann kommt bei 1,2% Infektionsrate pro Woche (unter der optimistischen Annahme, dass die dann nicht noch weiter steigt) hinzu, dass es langsam zu massiven Lücken bei den Beschäftigten in Kliniken, Heimen, bei Post, Logistikern etc kommen kann, wenn da mal eine Infektion einschlägt. Und ohne Gegenmaßnahmen wäre so eine Infektionsrate nach aller Erfahrung irgendwann im November oder Dezember erreicht gewesen.

    Und 280 Tote in Nürnberg bei 18055 Positiven entspricht einer Sterberate von gut 1,5%- nach LGL Bayern massiv auf Personen älter als 60 konzentriert. Und 269 aktuell noch im Krankenhaus sind auch fast 1,5% aller je positiv getesteten- die schon Entlassenen/Genesenen gar nicht betrachtet.


    Gut man kann natürlich auch sagen: Lass die Alten halt verrecken, entlastet ja auch massiv die Renten- und Pflegekassen... :thumbdown:

    Gerade das persönliche Handeln ist am Ende für die Masse und die politischen Entscheidungen ausschlaggebend. Ich diesem Seuchenfall kann der einzelne Bürger tatsächlich mal enorm viel durch sein Verhalten bewirken.

    Eine Kollegin hat mal die einfache und einleuchtende Regel ausgesprochen: Immer sich so verhalten, als ob man selbst infiziert ist.

    Nur leider handeln die meisten anscheinend immernoch nach dem Motto: Ich bin ja gesund...

    Das ist aber dem föderalen System geschuldet, weil das Letztere haben die Landesfürsten zu verantworten. Der Bund hat immer auf härtere Maßnahmen gedrängt.

    Gerade die Landeschefs gehen mir inzwischen auf die Nerven. Die wären ja für die Schulen zuständig (gewesen). Und gerade der hauseigene Söder spielt immer gerne staatsmännisch das Blame-Game. Mal sind die Ösis schuld, jetzt hätten EU und Bund die Impfstoffbestellung vergeigt. Kretschmar in Sachsen spricht gerne von der Grenze zu Tschechischen Republik als eine Ursache der vielen Infektionen in Sachsen.

    Zum Impfstoff: Es ist zu wenige da. Ja. Das war von vornherein klar! Es wurde immer gesagt dass die reichen Länder zu Gunsten der armen Länder verzichten. Also wurde dementsprechend bestellt.

    Hinzu kommt dass man zum Bestellzeitpunkt nicht wusste wer welches Mittel überhaupt wann in welcher Menge liefern kann.

    Ja was denn nun? Hätte der Staat mehrer Milliarden für Impfstoff in den Sand setzen sollen, wo doch jetzt schon (teilweise zurecht) die zu viel Ausgaben kritisiert werden?

    So wenig ich ein Freund von Spahn als Gesundheitsminister bin, aber er hat insofern recht, dass alle Informationen zu den Bestellungen schon lange bekannt sind.

    Ich finde da wird wieder mal skandalisiert und die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

    Oder um des anders zu sagen/zitieren,

    https://www.tagesschau.de/ausland/eu-impfstoffe-101.html („Ist mal wieder Brüssel schuld?)

    Zitat

    "Alle Entscheidungsträger*innen in Berlin und auch in München wussten, was die Strategie in Bezug auf die Liefermengen war", kontert Lucas Guttenberg vom Berliner Jacques Delors Centre auf Twitter. Die Zahlen seien seit Monaten bekannt gewesen. "Wer jetzt empört so tut, als habe er von nichts gewusst, hat entweder gepennt oder lügt."

    Die haben nichts falsch gemacht, gar nichts, denn sie sind zum wandern und rodeln an den Winterberg gefahren. Das wäre selbst zu Zeiten der härteren Beschränkungen des ersten Lockdown erlaubt gewesen, Stichwort Individualsport unter freiem Himmel.

    Ähm, nichts falsch gemacht? Dann hätte wohl kaum jemand ein Problem mit den Menschenansammlungen.

    Zitat

    Polizei und Ordnungsbehörden schrieben am Samstag Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Coronaschutzmaßnahmen, wie eine Sprecherin der Stadt Winterberg sagte.

    Ein Mal im Leben auf Urlaubsreisen zu verzichten (wenn man nicht bereit ist, entsprechend viele Tage zum Schutz der Mitmenschen nach der Reise aufzubringen) ist natürlich unter der Menschenwürde, oder wie meinst du das?


    Insofern braucht sich wirklich niemand über die momentane Situation wundern.

    Den Ausgang nahm die Teildiskussion um die Reiserückkehrer Ende Februar, Anfang März insbesondere aus Ischgl, ich denke Frank73 bezieht sich immernoch darauf.

    Ob für die schon -wie z.B. für die Chinarückkehrer/-zurückgeholten zu der Zeit- Quarantäne qua Rückkehr aus Risikogebiet galt bzw. angeordnet wurde, weiß ich auch nicht und finde auch nichts spezifisch dazu. Aber die Autobahnschilder, die Hightower2004 anführte, sind wohl sowieso eher aus dem Sommer, oder? Und im Sommer waren die Regeln schon eindeutig, weshalb ja auch viele auf Urlaubsreisen verzichtet haben- viele andere aber auch nicht...

    Die meisten die dieses Schild gelesen haben werden sich wohl gefragt haben wo sie bitteschön den zusätzlichen Urlaub her nehmen sollen, um weitere 10 tage Zuhause zu bleiben, denn ohne Symptome bekommt man nun mal keine Krankschreibung.

    Für Quarantäne nach Infektionsschutzgesetz braucht es auch keine Krankschreibung. Und die wird das zuständige Gesundheitsamt wohl anordnen/bestätigen können innerhalb der 12 Monate die der Arbeitgeber Zeit hat das ausgezahlte Geld zurück zubekommen. Vergl. z.B. https://www.tk.de/firmenkunden…er-in-quarantaene-2080048

    https://www.lvr.de/de/nav_main…ot/taetigkeitsverbot.jsp#

    Oh, oben bei Sachsen habe ich die Deutschlandzahlen versehentlich für ganz Jahr genommen. Also korrekt wäre:

    Und dann wird es noch regionaler: Sachsen soll die Sterblichkeit „in der aktuell verfügbaren 47. Kalenderwoche [...] 46 % beziehungsweise 476 Fälle“ über dem Durchschnitt (2016-2019) gelegen haben, während es insgesamt in D etwa 8% (1623) waren.

    Oder anders gesagt: Mit etwa 5% Bevölkerungsanteil hat Sachsen in KW47 über 25% des Sterblichkeitzuwachses im Vergleich zu 2016-19 erreicht.


    (Btw, übersehe ich eigentlich die Edit Funktion???)

    Dann mal in andere Verhältnisse gesetzt mit Zahlen von Destatis (Sterbefallzahlen nach Sterbedatum bis KW47 also Mitte November) und RKI

    https://www.destatis.de/DE/Pre…20/12/PD20_523_12621.html


    Wenn man den Blick auf die Peakwochen KW 15 mit 1740 und KW 47 mit 1887 Sterbefälle wirft, so sind schon fast 10% aller Sterbefälle mit C19 verbunden. Und seit KW47 wird es nicht besser geworden sein. Und dann wird es noch regionaler: Sachsen soll die Sterblichkeit „in der aktuell verfügbaren 47. Kalenderwoche [...] 46 % beziehungsweise 476 Fälle“ über dem Durchschnitt (2016-2019) gelegen haben, während es insgesamt in D etwa 2% (17173) waren. Bei einer Epidemie wird es unerfreulich, wenn es ‚richtig‘ losgeht. Man stelle sich nur mal die Entwicklung Sachsens in ganz D vor, das ist Szenario was die Fachleute befürchten.


    Und nochmal in andere Verhältnisse gesetzt: Die vom zweiten Weltkrieg schwächer betroffenen Länder Europas (z.B. Frankreich, Belgien, GB, Italien) hatten damals unter 1% der Bevölkerung als Kriegsopfer zu beklagen. https://de.wikipedia.org/wiki/Tote_des_Zweiten_Weltkrieges#Kriegstote_im_Verhältnis_zur_Einwohnerzahl

    Das macht bei einer angenommen normalen Sterblichkeit der Gesamtbevölkerung von 1% (so wie ungefähr jetzt in D) auf 4 bzw 5 Kriegsjahre nur eine Übersterblichkeit von bis 20% pro Jahr...