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Original geschrieben von ThomasK
Vielleicht hätte ich das Wort "Minimal" nicht gebrauchen sollen. Ich habe darunter verstanden, dass der Geschädigte wenigstens finanziell so dasteht, wie wenn es nie passiert wäre. Dazu reicht der Sozialstaat auf keinen Fall aus.
Soll er ja auch nicht, der Sozialstaat biete aber einen 'Grundschutz' der manchmal auch über ein Minimum hinausgeht. Und so wie du es jetzt beschreibst wäre es ja eher eine Maximal-Haftpflicht.
Da stellt sich mir die Frage, ob das eigentlich durch eine Privathaftpflichtversicherung (oder Kfz-Haftpflicht) tatsächlich so geregelt/ausgeglichen werden würde?
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Nehmen wir mal an, bei einer Familie (oder noch schlimmer Alleinerziehende/r) mit zwei Kindern wird der Verdienende so schwer geschädigt, dass er einen Pflegeplatz braucht. Der kostet an die 3500 EUR monatlich, die Pflegekasse zahlt davon 1400 EUR.
Meiner Meinung nach ist ein notwendiger Schadensersatz nun: Pflegeplatz lebenslang bezahlen und Rente für die Kinder in ausreichender Höhe für viele Jahre. Das dürfte an die 6000 EUR monatlich kosten. Wer kann das zahlen, wenn er nicht versichert ist? Da nützt auch kein Regress. In so einem Fall kann man seiner Familie nur was gutes tun indem man sich schnell das Leben nimmt.
Deswegen fordere ich eine sinnvolle staatliche Lösung.
Da würde ich widersprechen. Es gibt für viele Bereiche staatliche Lösungen, die schon vieles Absichern. So gibt es ggf. Erwerbsunfähigkeits- oder gar Hinterbliebenenrente, Pflege- und Krankenversicherung.
Und kann man sich selbst darüberhinaus absichern: Zunächst -wie ich schon geschrieben hatte- Forderungsausfallzusatz bei der Privathaftpflicht. Und dazu noch mit allerlei Zusatzversicherungen wie Unfallversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Lebensversicherung, Pflegezusatzversicherung etc pp.
Problematischer finde ich sowieso den beruflichen Haftpflicht-Bereich. Da sind meiner Ansicht nach viel mehr 'Löcher' zu finden, die zum Teil nicht mal oder nur schwer zu versichern sind.
Unbegreiflich ist mir z.B., daß man im öffentlichen Dienst (ob als Angestellter oder Beamter) recht problemlos auch eine Diensthaftpflicht zusätzlich zur Privathaftpflicht bekommt, dies als 'normaler' Angestellter (oder gar Freiberufler) eben eine echte Herausforderung ist. 
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Oder nimm meine alte Tante (weit über 80): "Ich brauche keine Versicherung, ich habe ja nichts." Da hat sie sogar Recht. Würde sie einen 10 Mio Schaden verursachen, stünde sie finanziell genau so da wie heute, eben am Minimum.
Nur der/die Geschädigten wären erledigt.
Letzteres eben auch nur, wenn er vorher mehr als die 'alte Tante' hatte und nicht anderweitig versichert ist. (nur den finanziellen Part betrachtet- die persönlichen/familiären Gefühle oder psychischen Belastungen
mal ganz ausgeblendet).