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Original geschrieben von Robert Beloe
Na ja, die Unterstellung, die Meinungsforschungsinstitute würden die Ergebnisse der AfD falsch darstellen, darf zumindest Herr Lucke meines Wissens nicht mehr wiederholen, oder? 
Das "Meinungsforschungsinstitut" des SPD-Mitglieds Güllner gibt der AfD derzeit 3% mit einer statistischen Schwankungsbreite von 1,5%. Ein naiver Mensch könnte daraus jetzt ja nun den Schluß ziehen, die "Demoskopen" um Herrn Güllner seien sich sicher, daß die AfD an der 5%-Hürde scheitert. Wie erklärst Du Dir dann, daß dieser Herr an jeder Ecke so explizit seine "Befürchtung" (interessante Formulierung für einen "Forscher") äußert, die AfD würde die Hürde doch knacken? Ein Schelm, wer da Böses denkt.
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Original geschrieben von Samsungracer
Die AfD ist mir vollkommen suspekt, ausser ihren paar tollen Schlachtparolen hab ich von denen bisher nichts mitbekommen. Keine Wahlwerbespot im Radio/Tv, keine Plakate, keine Infostände in der fussgängerzone am Samstag - nichts und genau das ist die Partie auch für mich - ein Nichts.
Da sind die Piraten ja noch weit aus tätiger.
Ich vermute, Du liest keine FAZ, da war heute eine ganzseitige Anzeige geschaltet. Offenbar schaust Du auch nicht in das Regionalblättchen, das Du in den Briefkasten geworfen bekommst. Da hat die AfD mit dem Ertrag iher "Geldbomben"-Aktion, mit der sie angesichts leerer Parteikassen innerhalb von 48 Stunden immerhin 523000€ von rund 6000 Kleinspendern erzielt hat, bundesweit Anzeigen geschaltet. Und vermutlich schaust Du auch keine youtube-Videos. Da wurde ebenfalls mit diesem Geld Wahlwerbung platziert.
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Original geschrieben von Samsungracer
Der letzte Deutschlandtrend vom 12.9 sieht AfD und Piraten jeweils bei 2,5 % und viel mehr werden dich auch nicht bekommen. ( FDP 5.0%, CDU 40%, SPD 28,0, Grüne 10.0 %, Linke 8,0% )
(Quelle: Deutschlandtrend Infratest Dimap )
Naja, die INSA-Umfrage von heute gibt der AfD 5%. (Union 38%, SPD 28%, Linke 9%, Grüne 8%, FDP 6%, Piraten 2%, Sonstige 4%)
http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm
Die Umfragen gehen seit einigen Tagen nach oben, unsere "Meinungsforscher"wollen am Sonntag ja nicht ganz so blöd dastehen.
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Original geschrieben von autares
That came at a price, my friend!
Und zu diesem "starke DM macht Einfuhren billig":
Nicht zu Ende gedacht. Deutschland ist ein Exportland. Aufwertung ist für ein Exportland grds als negativ anzusehen, da die Leistungsbilanz sinkt - bestes Beispiel: USA.
So, so, da weiß es einer aber ganz genau. Zunächst einmal ist es überhaupt nicht klar, ob eine Aufwertung der heimischen Währung tatsächlich zu dem gemeinhin als Normalreaktion der Leistungsbilanz bezeichneten Abbau des Leistungsbilanzüberschusses führen muß. Dies setzt nämlich die Gültigkeit der Marshall-Lerner-Bedingung voraus, was zunächst einmal empirisch zu überprüfen wäre.
Des weiteren stammt diese Beziehung aus simplen makroökonomischen Modellen, die keinerlei Vorleistungsverflechtung berücksichtigen. Tut man dies, so wird der Zusammenhang zwischen der Entwicklung des (realen) Wechselkurses und der Reaktion der Leistungsbilanz noch deutlich unklarer. Fest steht jedoch, daß die Wirkung einer Aufwertung auf den Leistungsbilanzüberschuß um so geringer ausfällt, je höher der Anteil der in die Exporte eingehenden importierten Vorleistungen ist. Tatsächlich ist der Anteil importierter Vorleistungen in vielen deutschen Exportsektoren sehr hoch und nimmt aufgrund von Outsourcing tendenziell sogar eher zu. Wie eine Aufwertung einer theoretischen neuen nationalen Währung auf den deutschen Leistungsbilanzüberschuß wäre, ist daher völlig unklar.
Weiterhin ist es aus den in meinem letzten Beitrag genannten Gründen äußerst fraglich,ob ein Rückgang des deutschen Leistungsbilanzüberschusses überhaupt negativ zu bewerten wäre. Derzeit liefern wir wohl massenhaft Waren an Länder, von denen wir vermutlich nie eine adäquate reale Gegenleistung erhalten werden. Der "Schuldenschnitt" wird kommen und nicht nur für Griechenland.
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Original geschrieben von Nokiahandyfan
Richtig. Volkswirtschaftler dürfen auch wissen, dass ein unausgeglichener Export/Import nicht gut sein kann. Deutschland hat deutlich mehr Export als Import.
Genauso ist es. Deutschland hat seit Jahrzehnten einen mehr oder weniger gewaltigen Leistungsbilanzüberschuß, d.h. es exportiert wesentlich mehr Waren und Dienstleistungen als es einführt. Die Kehrseite der Medaille war ein permanenter Kapitalexport, d.h. Deutschland baute permanent finanzielle Forderungen nicht zuletzt gegenüber den Ländern der heutigen Eurozone auf. Im Rahmen des Europäischen Währungssystems, das der Bildung der Euro-Zone voranging, bestand die Möglichkeit diese Entwicklung durch Aufwertungen der D-Mark bzw. Abwertungen des Franc, der Lira etc. (die immer wieder stattfanden) zumindest zu korrigieren. Mit der Einführung der Währungsunion entfiel dieses währungspolitische Instrument. Permanente Leistungsbilanzüberschüsse auf der einen Seite (Deutschland) bzw. Leistungsbilanzdefizite auf der anderen Seite (Club Mediterrane) sind zwar ein fragwürdiges Geschäftsprinzip, aber solange kein wirkliches Problem, wie der Gläubiger (Deutschland) davon ausgehen kann, daß seine Schuldner (Club Mediterrane) - so sie ihre Verbindlichkeiten schon nicht begleichen - wenigstens regelmäßig die Zinsen auf ihre Schulden aus ihren "Einkommen" bezahlen können. Wie wir alle wissen, ist inzwischen aber nicht mehr der Fall. De facto muß etwa Griechenland derzeit ständig neue Schulden aufnehmen, um wenigstens die Zinsen auf seine alten Schulden begleichen zu können. Daß das auf Dauer nicht gut gehen kann, sollte jedem einleuchten. Um es etwas flapsig auszudrücken, befindet sich Deutschland derzeit in der Situation eines Gastwirts, der sich über seinen tollen Umsatz freut, weil er alle zahlungsunfähigen Alkoholiker der Umgebung unbegrenzt anschreiben läßt. Man könnte sagen, selber schuld. Tragisch wird die Sache nur dadurch, daß seine Köchin und sein Kellner fest daran glauben, daß durch die Bezahlung der Deckel einstmals ihre Altersbezüge finanziert werden.
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Original geschrieben von Nokiahandyfan
Die Frage ist doch, wie lange wird so eine Große Koalition halten? Wie auch schon Ingo Appelt meinte: Die SPD wird diesmal darauf achten, dass die da nicht als Verlierer rausgehen, also dass die Mutti die Lorbeeren einheimst. Von daher kann innerhalb weniger Monate die SPD sagen, wir spielen nicht mehr mit, bitte Neuwahlen.
Ich glaube kaum, daß diese Gefahr allzu groß ist. Wenn nach der Bundestagswahl der Schuldenschnitt für Griechenland kommt und die Leute langsam realisieren, welche Kosten der deutsche Steuerzahler tatsächlich für die "Euro-Rettung" zu tragen hat, werden die dafür verantwortlichen Parteien des schwarz-rot-grün-gelben Blocks sicher alles andere tun als Neuwahlen herbeizuführen.
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Ich gehe sehr stark davon aus, daß uns die nächsten Wochen eine große Koalition bescheren werden. Wenn die AfD in den Bundestag einzieht - wovon ist ausgehe - reicht es weder für Schwarz-Gelb noch für Rot-Rot-grün und inzwischen auch nicht mehr für Schwarz-Grün. Sollte es die AfD nicht schaffen, wird sie jedenfalls die FDP so stark schwächen, daß Schwarz-Gelb nicht mehr möglich ist. An irgendwelche Ampeln glaube ich nicht, dazu sind sich Grüne und FDP einfach zu spinnefeind. Bliebe somit die Möglichkeit von Rot-Rot-Grün. Dazu müßte die SPD aber erstmal Steinbrück loswerden, denn daß der so verrückt ist, sich auf solch ein Himmelfahrtsunternehmen einzulassen, kann ich mir kaum vorstellen. Mein Tip für die nächste Regierungskoalition ist daher mit 90% Wahrscheinlichkeit Schwarz-Rot, mit 10% Rot-Rot-Grün.
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Original geschrieben von pithein
Wenigstens mehr als die 3 % in Bayern.
Ich sagte blau, nicht gelb.
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Original geschrieben von Robert Beloe
schmidt, selbst wenn ein Professor sich aus einem Beirat verabschieden müsste (was aber kaum passieren wird, wegen des zu prognostizierenden öffentlichen Aufschreis), wird ihn das kaum daran hindern, öffentlich den Mund aufzumachen.
Herr Sinn hat wahrscheinlich mit seinen Fernsehinterviews auch mindestens ebenso viel bewirkt wie mit persönlichen Gesprächen mit Ministern und Abgeordneten.
Allein auf eine solche Idee zu kommen, verrät einiges über die totalitäre Geisteshaltung dieses Sozial"demokraten". Und das Ganze als Petitesse unter den Tisch kehren zu wollen, verrät hinreichend viel über die Deine.
Es geht hier aber auch nicht um "einen Professor", die Herren Blankart und Vaubel sind in der deutschen Volkswirtschaftslehre ausgesprochene Schwergewichte. Das Problem beschränkt sich auch nicht auf das Wirtschaftsministerium. Auch der Vorsitzende des wissenschaftliche Beirats in Schäubles Finanzministerium Kai Konrad empfahl unlängst - ganz entgegen der ideologischen Linie seines Ministers - den Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone.
http://www.welt.de/politik/deu…ro-Zone-nicht-retten.html
Das Problem ist einfach, daß die paar deutschen Ökonomen, die den Euro-Rettungskurs der Regierung unterstützen, weder nach Zahl noch nach Qualifikation ausreichen, um die vorhandenen Gremien und Beiräte adäquat zu besetzen. Du kannst Dich ja gerne mal über die Beschlußlage der relevanten Ausschüsse beim Verein für Socialpolitik informieren. Da wirst Du vermutlich staunen.
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Original geschrieben von Felsen2000
Werter schmidt3,
erwarten Sie tatsächlich, dass Frau Terchova diese Aussage dekodieren kann? Ich würde Ihnen empfehlen, Ihre Aussage (die ich unterschreibe) etwas einfacher zu formulieren.
Hallo Felsen2000,
vielen Dank für den Tip, ich werde ihn mir künftig zu Herzen nehmen. In der Zwischenzeit hoffe ich, daß wir alle am kommenden Sonntag unser blaues Wunder erleben werden.
Gruß schmidt3 :top:
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Original geschrieben von Robert Beloe
Und was die Lehrstuhlinhaber für Makroökonomie angeht: Irgendwie traue ich da der institutionellen Kompetenz in Ministerien und den dort zur Verfügung stehenden Ressourcen deutlich mehr als einem Privatverein von einem dutzend Mitarbeitern, aus denen ein Lehrstuhl in der Regel so besteht. Und nein, das ist keine anti-demokratische Haltung. Denn über die Haltung der euro-kritischen Professoren (und es gibt auch unter VWL-Habilitierten solche, die gegen einen Austritt respektive Ausschluss Griechenlands sind) wird ja öffentlich diskutiert. Es ist ja beileibe nicht so, dass diese Position zum Verstummen gebracht wird, auch wenn sie absolut ahistorisch ist.
Echt nicht? Ich fürchte, Du bist sehr unzureichend informiert. Unsere sozialdemokratischen Freunde würden solche "Positionen" lieber heute als morgen zum "Verstummen" bringen.
http://www.faz.net/aktuell/wir…r-entfernen-12572904.html
Gegenüber wissenschaftlichem Sachverstand hegten Sozialisten aller Coleur schon immer einen unüberwindbaren Widerwillen. Das liegt vermutlich daran, daß dieser dazu neigt, ihre ideologischen Wolkenschlösser zum Einsturz zu bringen.