Beiträge von schmidt3

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    Original geschrieben von autares
    Versteh ich jetzt nicht. Was bringt es uns, wenn wir günstig Rohstoffe kaufen können, uns aber die Endprodukte niemand abkauft?


    Das ist wirklich ungeheuer simpel: Wenn die gesamte Wertschöpfung deutscher Exportprodukte in Deutschland stattfinden würde, dann würde eine Aufwertung der heimischen Währung auch vollständig auf die Exportpreise durchschlagen. Wenn in deutsche Exportgüter allerdings importierte Vorleistungen eingehen, was in der Realität in großem Umfang geschieht, dann verhält sich die Sache anders. Durch eine Aufwertung verbilligen sich die Preise für die importierten Vorleistungen und damit sinken tendenziell die Herstellungskosten so daß die Preise unserer Exportgüter unterproportional zur Aufwertung der heimischen Währung steigen. Und dieser Effekt ist um so stärker je höher der Anteil importierter Vorleistungen ist, der in deutsche Exportgüter eingeht. Insofern braucht sich die deutsche Exportindustrie durchaus nicht so sehr vor einer möglichen Aufwertung fürchten, wie das von den Euro-Fanatikern immer behauptet wird.

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    Original geschrieben von autares
    Damit unterstellst du also nicht nur unserer Legislative, sondern auch unserer Judikative Voreingenommenheit?


    Daß die angebliche Unabhängigkeit unserer Judikative mit dem Bundesverfassungsgericht an der Spitze nurmehr eine traurige Farce ist, hätte sich eigentlich auch dem letzten spätestens dann erschließen müssen, als Peter Müller quasi übergangslos aus dem Amt des saarländischen Ministerpräsidenten ans BVG wechselte. Die obersten Bundesrichter sind längst Teil des gleichen Politklüngels, aus dem sich auch das Personal unseres Parteienkartells rekrutiert. Von dieser Seite auf Rettung vor dem Totalausverkauf deutscher Interessen zu hoffen, ist schlichtweg naiv. Sie wird nicht kommen. Vor dem derzeit stattfindenden kaltem Putsch, vor dem Sarah Wagenknecht (deren Ansichten zu teilen, ansonsten sicherlich nicht zu meinen Angewohnheiten gehört) völlig zu Recht warnt, werden uns die Herrschaften in den roten Roben jedenfalls bestimmt nicht schützen, sondern ihn allenfalls mit hochgezogenen Augenbrauen durchwinken.


    Sehe das ganz ähnlich. Googles Schnüffel-Androiden fasse ich nicht mit der Beißzange an, Apples lächerliche Mondpreise zahle ich nicht und solange mir Microsoft die Zwangs-Cloud aufzudrücken versucht, kann es sich WPh in die Haare schmieren. Ich denke, ich werde in den nächsten Jahren eine Menge Geld sparen, zumindest eines meiner Symbian-Geräte wird sicher noch einige Jährchen durchhalten. Und wenn es dann keine weniger neugierige Alternativen geben sollte, ist das Thema Smartphone für mich zumindest im privaten Bereich schlicht gegessen. Vielleicht sind ein Handy, ein Navi, ein mp3-Spieler und eine Kamera als jeweils separate Geräte doch die etwas diskretere Lösung.

    Ich kann Timba69 nur insoweit zustimmen, daß der ESM zumindest formaljuristisch noch eine Begrenzung nach oben kennt, während durch Eurobonds entgültig alle Schleusen geöffnet würden. Eine parlamentarische Kontrolle in Spanien, Griechenland oder Italien über eine Verschuldung für die Deutschland zu bürgen hätte, ist schlichtweg ein Witz. Der ESM ist für den deutschen Steuerzahler jedenfalls eine gewaltige Katastrophe, Eurobonds wären der Super-Gau und der letzte Schritt in die Schuldsklaverei.

    Langes Leben für Frau Merkel


    Offenbar hat Kanzlerin Merkel heute vor der FDP-Bundestagsfraktion erklärt, eine gesamtschuldnerische Haftung der Euro-Staaten - etwa über Euro-Bonds - werde es nicht geben "solange sie lebe":


    http://www.spiegel.de/politik/…o-bonds-aus-a-841115.html


    Sollte diese Darstellung den Tatsachen entsprechen und Frau Merkel dies auch tatsächlich ernst meinen, würde dies einen totalen Paradigmenwechsel bedeuten. Man muß zwar - inbesondere angesichts der Ankündigungen ihres Finanzministers - mehr als skeptisch bleiben, aber derzeit scheinen tatsächlich immer noch die schwarzen Sozen das geringere Übel gegenüber rot-grünen Totalausverkäufern zu sein.

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Politisch würde ich mich eher links der Mitte einordnen ... und m.E. ist die Idee der Eurobonds weder links noch rechts ... aus deutscher Sicht ist sie einfach nur saudämlich.


    Euro-Bonds laufen auf die (internationale) Vergemeinschaftung von Staatsschulden hinaus. Was sollte das anderes sein, als ein originär linkes Konzept? Und natürlich ist das aus deutscher Sicht eine saudumme Idee. Das ist genauso, als würde jemand, der gerade eben so seine monatlichen Rechnungen zahlen kann, seinem in Privatinsolvenz befindlichen und pathologisch kaufsüchtigen Nachbarn nicht allein eine unbegrenzte Bürgschaft ausstellen, sondern ihm auch noch eine Kontovollmacht, seine Kreditkarte und das Tafelsilber der Oma geben.


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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Nicht alle Linken sind doof ...


    Das ist ja das Schlimme, nicht einmal Blödheit können sie als Entschuldigung anführen. Das Problem besteht einfach darin, daß "nationale Interessen" keine Kategorie sind, in der Linke denken. Aber selbst, wenn sie sich - was man von "Linken" doch eigentlich erwarten sollte - primär den Interessen der "kleinen Leute" verbunden fühlen würden, müßten sie Euro-Bonds kategorisch ablehnen. Denn gerade die Empfänger nominal fixierter Einkommen werden unter den Folgen am schwersten leiden. Multimillionäre dagegen können ihr Vermögen relativ unproblematisch im Ausland und/oder in Sachwerten in Sicherheit bringen.
    Letztlich folgen SPD und Grüne (und leider nicht nur die) derzeit einem nur aus ideologischer Verbohrtheit zu erklärendem internationalistischem Wahn und zwar mit einem selbstmörderischen Enthusiasmus, der sonst nur bei Lemmingen zu beobachten ist.


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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    ... und die hübscheren Mädels haben sie ohnehin (in den Parteien). :D


    Frankie


    Hm, spontan fallen mir da Andrea Nahles, Petra Pau und Claudia Roth ein. Aber das ist natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. ;)

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    Original geschrieben von Braindead
    ja wohl schlimm das wir die auch haben wenn du der Merkel einen deut abgewinnen kannst.
    Ich hoffe ja irgendwann mal auf eine nach Sozialdemokratischen Werten arbeitende Regierung abseits von Pseudo Linken und anderen Randfischern. Merkel ist da wie ein Krebsgeschwür was nicht mit einfachen Mitteln bekämpft werden kann.


    Aber das ist Zukunftsvision und wird noch eine ganze Weile dauern. Evtl. bekommen wir das aber noch mit :)


    Nun ja, schlimmer geht ja bekanntlich immer. Die Vorstellung, wir würden derzeit von den Sozis und - schlimmer noch - ihren kleinen grünen Freunden regiert, ist jedenfalls schlicht furchteinflößend. Die können es ja nun garnicht erwarten, deutsche Interessen möglichst schnell an ihren roten Bruder Hollande zu verschachern. Unter allen realistischen Optionen sind Merkel und Schäuble immer noch das geringste Übel, so traurig und beschämend das auch sein mag. Mit einer rot-grünen Bundesregierung hätten wir jedenfalls schon längst Euro-Bonds, die - um mal den ehemaligen Chef der Deutschen Bank Hilmar Kopper zu zitieren - "Deutschland in den Ruin treiben" würden.