Beiträge von schmidt3

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    Original geschrieben von chefkoch01
    Die Fragen dazu wären:
    a) Muss man unbedingt Exportweltmeister sein ?
    b) Was an dem Gejammer denn tatsächlich dran ist der Unternehmen


    Die DM würde zwar aufwerten, was deutsche Exporte teurer macht, aber auf der anderen Seite könnte man dann auch wesentlich billiger importieren. Da könnte man ja dann direkt den Preisvorteil beim günstigeren importieren weiter geben bei den Waren die dann wieder exportiert werden. Viele Produkte werden hier eh vorher importiert, weiterverarbeitet um dann wieder woanders hin zur Fertigstellung oder zum Verkauf exportiert zu werden. Ob das denn dann tatsächlich so die Auswirkungen hat, dass der Export so stark einbricht? Da habe ich meine Zweifel. Bisher ist immer das Gegenteil eingetroffen von dem was uns, unsere Politiker erzählt haben.



    Nun ja, selbst der Verband des deutschen Außenhandels erklärt ja recht deutlich, daß er durchaus auch ohne Euro ganz gut leben könnte:


    http://www.welt.de/wirtschaft/…o-fuer-ueberschaetzt.html


    Nicht so sehr die deutsche Wirtschaft benötigt den Euro, nicht einmal die Exportwirtschaft. Den Euro benötigen vor allem die supranationalistischen Ideologen.

    Wenn bis zu 1000 SMS im Monat versendet werden, dann ist eine SMS-Flatrate natürlich Pflicht. Die kostet i.d.R. aber schon allein 10€, selbst bei den Discountern. Und ob 200MB Daten ausreichen, hängt natürlich stark vom Nutzungsverhalten ab. Wenn es nur um surfen und E-mails geht, dürften 200MB normalerweise locker reichen. Wenn allerdings ständig Youtube läuft, wird das ganz schnell eng. Man kann bei dem Vodafone-Tarif das ungedrosselte Datenvolumen allerdings für 5€ im Monat um zusätzliche 300MB erweitern.


    http://www.vodafone.de/infofaxe/4406.pdf

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    Original geschrieben von Carsten
    Nun ist S21 nach der heutigen Volksabstimmung wohl eindeutig legitimiert. Bleibt die Hoffnung, dass es hier in Stuttgart künftig wieder etwas ruhiger zugeht. Nur hege ich echte Zweifel an dieser Hoffnung. Auf beiden Seiten haben sich nach Bekanntgabe der Ergebnisse wieder sture Betonköpfe ans Mikro begeben, um Blödsinn von sich zu geben.


    Das hängt vermutlich damit zusammen, daß es hierbei schon lange nicht mehr um eine Sachfrage geht, sondern daß der Stuttgarter Bahnhof längst zum Symbol in einem Glaubenskrieg geworden ist. Und daß die Abstimmung darüber selbst in einem Land wie BaWü inzwischen so verhältnismäßig "knapp" ausgeht, läßt nichts Gutes ahnen. Es ist noch nicht allzu lange her, da hätte ein solcher Urnengang in BaWü sicherlich eine Zustimmungsrate von über 80% für das Bahnhofsprojekt erbracht.

    Das Problem ist doch schlichtweg, daß kein Mensch WPh7 haben will, egal ob da nun HTC, Samsung, LG oder Nokia draufsteht. Ein Marktanteil von rund 1,5% spricht doch wohl Bände. Wenn Nokia tatsächlich ernst macht und Symbian auslaufen läßt, werde ich jedenfalls bestimmt kein WPh7-Gerät kaufen nur weil es von Nokia ist. Ich vermute mal, daß sich dann Samsung über den Zulauf zu Bada freuen wird. Hat ja nun nicht jeder das Bedürfnis, seine privaten u./o. beruflichen Daten vollständig mit Microsoft, Google oder Apple zu teilen und wenn es noch so viele hübsche bunte Apps dafür gibt.

    Du kolportierst hier leider ungeprüft die Durchhalteparolen derjenigen, die uns aus ideologischen Gründen durch die ökonomisch unsinnige Euro-Einführung (die 17 Euro-Länder mögen vieles sein, ein "optimales Währungsgebiet" sind sie jedenfalls ganz sicher nicht) erst in diese schwierige Lage gebracht haben und nun versuchen, ihre Währungsmißgeburt auf Kosten nicht zuletzt der deutschen Bevölkerung möglichst lange am Leben zu erhalten.
    Faktum ist: Eine unter Umständen notwendig werdende Unterstützung des deutschen Bankensektors käme den deutschen Steuerzahler unendlich viel günstiger als die Übernahme der gesammelten Schuldenberge Südeuropas.
    Faktum ist weiter: Unsere Exporte gehen zu rund 60% in Länder außerhalb der Eurozone, Tendenz steigend. Innerhalb der Eurozone sind unsere Hauptexportländer: Frankreich, die Niederlande, Italien und Österreich und zwar in dieser Reihenfolge und mit fallender Tendenz. Weder in Frankreich, noch in Österreich, noch in den Niederlanden würde durch eine Rückkehr zu nationalen Währungen die Wirtschaft zusammenbrechen, das ist schlichtweg lächerlich. Italien würde vermutlich kurzfristig in eine Rezession geraten, hätte aber durch die zu erwartende Abwertung mittelfristig endlich die Chance wieder auf die Beine zu kommen und wieder Anschluß zu finden, genauso wie es dies durch Abwertungen im Rahmen des EWS immer wieder getan hat. Mit einem für Italien völlig überbewerteten Euro als Währung wird ihm dies jedenfalls nicht gelingen.
    Faktum ist weiter, daß die kleine Schweiz trotz aller Kaptialzuflüsse kaum Inflation kennt, im Oktober ist die Inflationsrate dort auf -0,125%(!) gesunken. Ein vergleichsweise großes Land wie Deutschland hätte damit noch deutlich geringere Probleme. In der EU dagegen liegt die Inflation derzeit bei 2,6% und damit deutlich über dem Inflationsziel der EZB, Tendenz steigend.
    Wenn, wie zu erwarten, der politische Druck auf die EZB weiter steigen wird, dann ist jetzt schon abzusehen, daß sie früher oder später zur "Rettung des Euro" und unter Bruch geltender Verträge alle Schleusen öffenen und Staatsschuldtitel in Billonenhöhe aufkaufen wird. Büßen werden das dann v.a. die deutschen, finnischen und österreichischen Arbeitnehmer mit sinkenden Realeinkommen, entwerteten Erparnissen und (realen) Minirenten, während die lachenden Dritten die südeuropäischen Staaten sein werden, die ihre riesigen Schuldenberge plötzlich mit Eurospielgeld aus der Westentaschen werden abbezahlen können. Das ist der zu erwartende Schrecken ohne Ende.
    Und was nun die Finanzkrise 2008 angeht, die ja letztlich auch nichts anderes war als eine (private) Überschuldungskrise, so hat Deutschland diese aufgrund seiner soliden wirtschaftlichen Grunddaten doch erstaunlich gut gemeistert. Sollte es Deutschland gelingen, sich endlich vom lebensbedrohlichen Ballast der Transfer- und Schuldenunion zu befreien, die ihm wie ein Mühlstein am Hals hängt, so wird ihm dies auch in Zukunft gelingen. Denn im Vergleich zu unserer Situation erscheinen "Insellösungen" wie die Schweiz, Norwegen, Schweden oder Dänemark wahrhaft mehr als verlockend, aller Panikmache der Eurofanatiker zum Trotz.

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    Original geschrieben von autares
    Und das ist jetzt das schlechtere Szenario als ein Auseinanderbrechen des Euro-Raums?


    schmidt3:
    Die Frage ist halt, ob sich die Kapitalbewegung bei einem endgültigen gemeinsamen Schritt nicht umkehrt. Die momentane Schwäche hat ja eigentlich so gut wie gar nichts mit den realen Verhältnissen zu tun, mal abgesehen von Griechenland. Es erscheint aber allzu logisch, dass die Währung eines Landes gesucht wird, das noch nie Pleite war.


    Die Kapitalflucht würde sich nur dann aufhalten lassen, wenn man den Märkten glaubhaft machen könnte, daß in Europa zukünftig eine solidere Finanzpolitk betrieben wird, d.h., daß sich die Anleger sicher sein könnten, ihr Kapital auch wirklich wiederzubekommen und wenn möglich auch mit etwas Rendite. Danach sieht es derzeit aber nicht aus, vielmehr scheint es so zu sein, daß die verbleibendenen AAA-Länder um ihr Rating fürchten müssen, gerade weil sie in gewaltigem Umfang für die südeuropäischen Fässer ohne Boden bürgen. In Österreich etwa wird diese Gefahr ganz offen diskutiert.
    Wenn du nun fragst, welches das schlechtere "Szenario" ist, dann muß man erst einmal untersuchen, welche Szenarien es überhaupt gibt. Das erste, wahrscheinlichste und aus deutscher Sicht sicherlich unerfreulichste Szenario besteht darin, daß Deutschland (zusammen mit den verbleibenden, nach dem absehbaren Wegfall Frankreichs quantitativ aber eher zu vernachlässigenden AAA-Staaten) dauerhaft Transfers an die übrigen Länder leistet, dadurch früher oder später seine eigene Topbonität einbüßt und dann eine ganz erschreckende Schuld- und Zinslast zu tragen haben wird. Ewig wird dieser Weg wegen der nunmal auch irgendwo begrenzten ökonomischen Leistungsfähigkeit Deutschlands aber nicht gangbar sein, zumal die Gefahr besteht, daß es sich die "Nehmerläder" in dieser Position gemütlich machen.
    Das zweite Szenario besteht darin, daß Deutschland versucht - im Falle Griechenlands und Italiens geschieht das de facto ja schon - die überschuldeten Staaten unter Kuratell zu stellen, d.h. weitgehend in das Budgetrecht der nationalen Parlamente einzugreifen und damit letztlich das demokartische System in diesen Ländern partiell außer Kraft zu setzen. Wie gut das bei unseren Nachbarn ankommt, zeichnet sich ja bereits ab. Ich sage Dir voraus, daß sich dieses Modell auf Dauer in den betroffenen Ländern politisch nicht wird durchhalten lassen.
    Die dritte Möglichkeit besteht darin, daß es zu einer zunehmenden politischen Integration der EU mit gemeinsamer Fiskalpolitik kommt, zu einer Art "Vereinigte Staaten von Europa". In diesem Falle müßte Deutschland aber trotzdem permanent Transfers an die ökonomisch schwächeren Regionen leisten, genau wie derzeit im Rahmen des Länderfinanzausgleichs die südlich Bundesländer Transfers an die nördlichen und östlichen leisten. Nur mit dem kleinen Unterschied, daß diese Transfers aufgrund der Größenverhältnisse und der ökonomischen Unterschiede auf europäischer Ebene wesentlich dramtischer ausfallen müßten. Ganz abgesehen davon, gibt es für eine derartige weitere politische Integration in Europa vermutlich keine politischen Mehrheiten, sie könnte allenfalls wie bisher auf pseudodemokratischen Wege gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit durchgepeitscht werden. Inwieweit das - gerade angesichts der dramatischen ökonomischen Folgen - wünschenswert und möglich ist, darf zumindest angezweifelt werden. Und die in einem derartigen "Großeuropa" unweigerlich ausbrechenden ökonomischen Verteilungskämpfe dürften auf Dauer tatsächlich eine Bedrohung des Friedens in Europa darstellen.
    Das vierte Szenario ist schließlich ein Zusammenbruch der Euro-Zone und die Wiedereinführung nationaler Währungen. Zumindest aus deutscher Sicht ist dieses Szenario durchaus nicht so bedrohlich, wie stets politischerseits suggeriert wird. Zum einen muß man sich einmal verdeutlichen, daß die zu erwartende Aufwertung einer neuen deutschen Währung an sich erst einmal eine sehr gute und für sich allein genommen wohlstanssteigernde Angelegenheit wäre. Sie bedeutet nämlich zunächst einmal, daß sich die deutschen terms of trade verbessern, daß wir also für unsere Exporte mehr ausländische Importgüter erhalten. Erst in zweiter Linie resultiert daraus eine Schwächung unserer Wettbewerbsposition, die möglicherweise auch auf den Arbeitsmarkt durchschlagen kann. Angesichts der Tatsache, daß Deutschland seit Jahrzehnten jährliche Handelsbilanzüberschüsse in dreistelliger Milliardenhöhe erwirtschaftet, würde eine Aufwertung nur ein strukturelles Ungleichgewicht reduzieren, das nicht zuletzt unsere Nachbarn schon lange beklagen. Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist dagegen derzeit ja durchaus als eher entspannt zu bezeichnen und dürfte sich aufgrund der demographischen Entwicklung mittelfristig sogar noch weiter entspannen. von dieser Seite dürften also keine allzu dramatischen Effekte eines Zusammenbruchs der Eurozone zu erwarten sein, im Gegenteil dürfte eine Aufwertung sogar eher dazu geeignet sein, dem seit Jahren zu beobachtenden Realeinkommensverlusten der deutschen Arbeitnehmer entgegenzuwirken. Schließlich sei noch angemerkt, daß die Länder der Eurozone für die deutschen Exporte eine zunehmend geringere Rolle spielen, seit der Einführung des Euro ist deren Anteil an unseren Exporten sogar merklich zurückgegangen. Außerdem ist bei einem großen Teil der deutschen Exporte der Preiswettbewerb nur von sekundärer Bedeutung, viele deutsche Produkte verkaufen sich nicht, weil sie so besonders billig wären, sondern weil sie von hoher Qualität sind. Daran dürfte auch eine begrenzte Aufwertung nicht allzu viel ändern. Tatsächlich bestanden unsere Handelsbilanzüberschüsse nämlich schon lange vor der Einführung des Euros und es gibt keinen Grund zu erwarten, warum sie dies nach einer Wiedereinführung einer natonalen Währung nicht weiterhin tun sollten, wenn auch vielleicht in geringerem Umfang.
    Als Fazit kann ich eigentlich nur sagen, daß ich das Ende mit Schrecken einer Auflösung der Eurozone dem Schrecken ohne Ende einer Transfer- und Schuldenunion vorziehen würde.

    Der Punkt ist einfach folgender: Zum einen kann die EZB nicht endlos damit weitermachen, fragwürdige Staatsanleihen aufzukaufen und die Geldmengenwirkung durch gegenläufige Geschäfte zu "steriliseren", weil sie dadurch früher oder später die Kreditklemme des privaten Sektors weiter verschärft. Und zweitens ist dem EZB-Direktorium offenkundig sehr wohl bewußt, daß ihre Politik der mehr oder weniger versteckten Staatsschuldfinanzierung schon jetzt geeignet ist, das Vertrauen in den Euro weiter zu untergraben und so die bereits existierende Kapitalflucht zu verschärfen. Amerikanische Anleger repatriieren ihr Kapital sowieso schon seit Monaten und es sieht jetzt danach aus, daß eine Fluchtwegung nicht nur aus der Südschiene, sondern aus der Eurozone als Ganzem beginnt. Und das löst dann unweigerlich eine Abwertungstendenz und damit einhergehend Inflation über steigende Importpreise aus. Wenn die US-Währung nicht auch so ein jämmerliches Bld bieten würde, hätten wir diesen Effekt sowieso schon längst verstärkt. In notzeiten wird sie aber trotzdem - anders als der in seiner existenz bedrohte euro - zum sicheren Hafen. Oder man investiert eben in Drittwährungen wie z.B. Krone oder Pfund.