Beiträge von schmidt3

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    Original geschrieben von TheBastian
    Habt ihr eigentlich den Knall nicht gehört?


    Dass die Ärzte vor der Pleite stehen, ist doch reines Stammtischgetrampel! Natürlich spricht sich sowas schnell rum, genauso wie anderer Unsinn. Wie soll ein Arzt pleite gehen, wenn er doch von der Kassenärztlichen Vereinigung Geld für seine Arbeit bekommt? Die armen Ärzte haben Angst, dass ihr Zweitpferd verhungert oder sie sich die Inspektion ihres Drittwagens nicht mehr leisten können und nichts anderes. Wenn ein Bankrott trotz normaler Auftragslage ansteht und die laufenden Kosten für die Praxis nicht mehr getragen werden können, dann ist das pleiteverdächtig - aber ich glaube, dass sich kaum ein Arzt gerne und öffentlich in die echten Bücher schauen lässt - schließlich untergräbt man ja nicht seinen Berufsstand. Dann lieber jammern und vom Bankrott winseln und Privatdoktor werden, die weitreichende Entscheidung muss ja entschuldigt werden.


    Pseudoklassenkämpferische Vulgärideologie auf dem Informationsstand der frühen 80er Jahre. Ich befürchte, daß Du nicht einmal einen Hauch von Ahnung hast, was gesundheitspolitsch noch alles auf uns zukommt.

    Re: Re: Wirtschaftliche Realität


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    Original geschrieben von Pitter
    Wenn das wirklich so wäre, würden die Ärzte sicher ihre Kassenzulassung reihenweise zurückgeben. Da dies nicht geschieht, scheinen die doch den ein oder anderen Euro an Kassenpatienten zu verdienen.


    Da geht doch ein neuer Stern am Himmel der Betriebswirtschaftslehre auf. Bei Gelegenheit solltest Du Dir vielleicht einmal die Begriffe Grenzkosten, Durchschnittskosten und Deckungskostenbeitrag ergooglen. Die Erkenntnis, daß es betriebswirtschaftlich sinnvoll sein kann, ein Produkt unterhalb der bei seiner Erstellung anfallenden Durchschnittskosten zu verkaufen, solange der Verkaufspreis noch oberhalb der Grenzkosten liegt, ist eigentlich keine so besondere Novität. Das ändert jedoch nichts daran, daß die meisten Arztpraxen heute nicht mehr exisiteren könnten, wenn sie nur auf Kassenpatienten angewiesen wären. Und auch nicht daran, daß sie mit jedem Kassenpatienten einen Verlust in dem Sinne machen, daß ihr Verdienst unterhalb der Durchschnittskosten liegt.

    Wirtschaftliche Realität


    Du solltest Dich vermutlich an die Tatsache gewöhnen, daß Du als Kassenpatient ein Kostenfaktor bist, den sich ein niedergelassener Arzt heutzutage meist nur noch in Mischkalkulation mit Privatpatienten leisten kann. Ich weiß, daß das zynisch klingt, es ist aber Tatsache. Viele neidergelassene Ärzte stehen heute mit einem Bein häufig kurz vor der Pleite und die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen decken meist nicht einmal die Kosten. Du kannst nur darauf hoffen, daß es Dir besser ergeht, wenn Dir wirklich einmal ernsthaft etwas fehlt. :(

    Auch wenn ich mich nur noch sehr dunkel an diese Thematik erinnern kann, trifft hier tatsächlich die alte Weißheit zu, daß die Zeit alle Wunden heilt.
    Beschleunigend auf die Heilung wirken sich erfahrungsgemäß neue Damenbekanntschaften oder im schlimmsten Fall auch der eine oder andere Vollrausch aus. ;)

    Also täusche ich mich, oder ist der Disput inzwischen soweit gediehen, daß alle (auch Ingo) die Ansicht vertreten, daß der Staat unter dem Vorwand der Terrorabwehr inzwischen in schlichtweg unerträglicher Weise die persönlichen Freiheitsrechte seiner Bürger beschneidet, und sich die Diskussion jetzt nur noch um die Frage dreht, welche der inzwischen recht zahlreichen Maßnahmen die unverschämteste ist? :confused:

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    Original geschrieben von CLK
    Wenn ich dann aber von jemandem, der von einem Waffenschieber 100.000 Euro angenommen hat (und dessen Partei in Liechtenstein monetär ebenso präsent war wie Ackermann), der nun Minister des Inneren ist, höre, dass brave Bürger nichts zu verbergen haben (und er ist ja auch einer!) und demzufolge den Bundestrojaner nicht zu fürchten brauchen, dann ist das schon ein Schlag ins Gesicht eines jeden Mitdenkenden. Und das dieser Minister (nur zu Erinnerung: Ackermann wurde als Verbrecher in der Öffentlichkeit gebrandmarkt) nun die Gewalt über alle gesammelten Daten bekommt finde ich ehrlich gesagt grenzwertig...


    Daß Du bei Deiner Würdigung allerdings die Verdienste des "Gründervaters" des neuen deutschen Überwachungsstaates, Ex-Terroristenanwalts, Ex-Grünen, Ex-Bundesinnenministers Otto Schily, der selbst auf den Schutz seiner eigenen Daten auch gegen geltendes Recht erheblichen Wert zu legen scheint (http://www.welt.de/politik/art…_Abgeordneten_Schily.html),
    gänzlich unterschlägst, ist aber kein sehr feiner Zug. ;)

    Wenn Du Dir Heidelberg ansehen willst, empfehle ich Dir definitiv dafür keinen Tag zu wählen, an dem es ständig regnet. Für das klassische touristische Programm mußt Du dort eine Menge in der Altstadt herumlaufen, das macht im Regen einfach keinen Spaß.
    Ansonsten sind die klassischen touristischen Highlights natürlich das Schloß inklusive großem Faß, Apothekenmuseum und Schloßgarten. Dann die alte Brücke mit dem heiligen Nepomuk und dem Brückenaffen sowie der Universitätsplatz mit alter und neuer Universität, Universitätsbibliothek und historischem Studentenkarzer. Von den Kirchen sollten mindestens Heiliggeist-, Peters- und Jesuitenkirche einen Blick wert sein. Von den Museen ist wohl das kurpfälzische Museum auf der Hauptstraße das wichtigste, vielleicht interessiert Dich aber auch die Reichspräsident-Ebert-Gedenkstätte in der Pfaffengasse. Von da aus ist man auch schnell in der unteren Straße, wo sich eine Kneipe an die andere reiht. Touristentypisch wäre hier der Besuch des Cafe Knösel samt Konsum des obligatorischen "Studentenkuß". Um den wieder abzutrainieren empfiehlt sich dann allerdings der Gang über die alte Brücke und durch den Schlangenweg (steil!) auf den Philosophenweg mit schönem Blick auf Altstadt und Schloß. Weniger anstrengend ist alternativ ein Spaziergang auf dem Leinpfad direkt am Neckar entlang oder eine Fahrt mit der Bergbahn auf den Königsstuhl. Und wer von Ruinen garnicht genug bekommen kann, der kann sich auch die von Stephans- und Michaelskloster sowie der Thingstätte auf dem Heiligenberg ansehen. Einen ausführlichen Überblick über die verschiedenen Touristenattraktionen gibt es hier:


    http://www.heidelberg-marketin…ntent/e553/index_ger.html


    Im Umland der Stadt wären insbesondere der schöne Schwetzinger Schloßpark (ca. 12km von Heidelberg entfernt) und Speyer (ca. 30km) einen Besuch wert. Neben dem berühmten Dom mit den Grabstätten acht deutscher Kaiser gibt es dort u.a. auch das historische Museum der Pfalz und ein Technikmuseum.

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    Original geschrieben von oleR
    400 Mio. US-$? Da werden die Atomkraftbefürworter von CDU/CSU und FDP wenigstens keine Probleme mehr haben, den ALG-II-Empfängern die 5,3 Mio € Gehalt allein vom E.ON-Chef 2007 zu erklären. Der ist ja fast von Armut bedroht.


    Ja, 400 Mio. US-$. Und damit ist er zwar ein besonders prominentes Beispiel dafür, was Manager in angelsächsischen Ländern verdienen können, allerdings durchaus kein so extremes, wie man vielleicht meinen würde.
    Im gleichen Jahr z.B. hat allein die Investmentbank Goldman Sachs ingesamt 16,5 Mrd. US-$ nur als Weihnachtsgratifikation an ihre Mitarbeiter ausgeschüttet. Man schätzt, daß dieses "Zubrot" für die Führungskräfte pro Kopf durchschnittlich 20-25 Mio. $ ausgemacht hat. Allein der CEO Blankfein erhielt fast 54 Mio. $ Jahresbonus. Natürlich zusätzlich zu seinen sonstigen Bezügen.
    Insgesamt sollen zum Jahresende 2006 in allen Wall-Street-Firmen boni von insgesamt 100Mrd. $ gezahlt worden sein. Das entspricht in etwa dem BIP von Ländern wie Peru, oder auch der Hälfte des BIP von Portugal oder dem doppelten des BIP's Kroatiens.
    Vielleicht tröstet dich aber ja ein wenig, daß es im letzen Jahr deutlich weniger üppig aussah.


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    Original geschrieben von oleR
    Und seine Atomkraftwerke haben nie einen staatlichen Euro gesehen: weder in der Forschung, noch im Bau, noch bei der ausreichenden Versicherung und bei der Endlagerung bezahlt natürlich E.ON alle anfallenden Kosten inklusive der für die ganzen Forschungsbergwerke, komplett.


    Habe ich doch garnicht bestritten, schau Dir doch einmal meinen letzten Beitrag an. Die Tatsache, daß hier staatliche Milliardensubventionen geflossen sind, macht es allerdings noch um so unerquicklicher, daß all diese Investitionen per Federstrich wertlos gemacht werden.


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    Original geschrieben von oleR
    Und: E.ON lässt die abgeschriebenen Atommeiler natürlich nicht nur für die eigene Bilanz laufen. Sondern auch für unsere ALG-II-Empfänger, um deren Stromrechnung niedrig zu lassen. Darum sind die Preise bei E.ON so günstig.


    Wenn es Dir primär um Umverteilung geht und wenn Du meinst, daß sie dann effizienter und sicherer betrieben würden, kannst Du die Kernkraftwerke ja auch alle gern verstaatlichen und den Strom zum Selbstkostenpreis abgeben. Das wäre allemal noch vernünftiger als sie einfach zu schließen.