Beiträge von schmidt3

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    Original geschrieben von Paradox_13th
    Hm Schmidt3 ich wäre mit solchen Aussagen in Bezug auf Subventionierung immer etwas vorsichtig.
    Auch wenn ich Atomstrom freundlich eingestellt bin sollte man aber nicht unerwähnt lassen das auch der Atomstrom durch Steuergelder subventioniert wird.


    Das die Energie in Zukunft noch teurer wird ist abzusehen.
    1. Durch die Erhöhung der Subventionierung sprich Einspeißungsvergütung kommen auf den Verbraucher bis 2011 rund 62 Milliarden € zu. (Windkraft & Co)
    2. Der Ausstieg aus der Atomkraft wird uns zudem geschätzte 500 Milliarden € kosten zur Entsorgung und Abbau der Anlagen. Natürlich werden die Hersteller von Energie nicht auf den Kosten sitzen bleiben sondern schön brav dies an den Kunden weiterleiten.


    Inwieweit wird Atomstrom heute noch durch Steuergelder subventioniert? Daß in der Vergangenheit insbesondere in die Erforschung und Entwicklung von Atomenergie Milliardensummen geflossen sind, bestreite ich ja garnicht. Und der Einsatz dieser Summen hat zur Entwicklung einer hocheffizienten Technologie geführt, durch deren Nutzung die Durchschnittskosten jeder KWh Atomstrom von Jahr zu Jahr sinken. Genau deswegen ist es ja so irrwitzig diese Investitionen jetzt einfach in die Tonne zu treten und stattdessen lieber neue Subventionen zu zahlen. Man läßt einen Neuwagen ja auch nicht nach zwei Jahren verschrotten, weil einem plötzlich die Farbe nicht mehr gefällt.


    Was Deine Zahlen betrifft, so wäre ich sehr an den Quellenangaben interessiert. Tatsächlich scheinen mir 62 Mrd. € Zwangsabgaben in 3,5 Jahren, die für eine ja bereits vorhandene Technologie (also durchaus nicht vorwiegend für F&E) gezahlt werden müssen, und zwar anders als bei staatlichen Direktsubventionen noch zusätzlich zu den Steuern über die Stromrechnung, doch eine Menge Geld zu sein. Inbesondere wenn man sie auf die relativ geringe Energiemenge umrechnet, die dabei herauskommt. Fast noch erschreckender ist das, wenn man es einmal auf die Bevölkerungszahl umlegt. Dann kommt man auf eine Zusatzbelastung von gut 220€ pro Jahr und Kopf allein für die Förderung alternativer Energien. Für einen vierköpfigen Haushalt wären das immerhin fast 900€ pro Jahr. Das sollte man den Leuten vielleicht einmal vorrechnen.
    Was die Kosten für den Abbau und die Entsorgung von Nuklearanlagen betrifft, so erscheint mir eine Summe von 500 Mrd. € doch sehr hoch gegriffen. Gerade hier würde mich daher die Quelle interessieren. Allerdings weißt Du sicherlich auch, daß die Betreiber hierfür schon bereits seit Jahrzehnten Rücklagen bilden, die sie schon längst auf die Stromkosten aufschlagen. Trotzdem ist der Atomstrom vergleichsweise günstig. Auch hier gilt natürlich, daß sich diese Fixkosten auf um so mehr Einheiten verteilen, je länger die Anlagen betrieben werden können. Sollten die Betreiber wirklich staatlicherseits zur Abschaltung ihrer technisch ja funktionsfähigen und damit einen hohen ökonomischen Wert darstellenden Anlagen gezwungen werden, so werden sie sicherlich versuchen, diese Kosten über die Preise wieder hereinzuholen. Und da sich, durch die mit einer Abschaltung der Kernkraftwerke verbundenen Verknappung des Energieangebots, Preissteigerunge wohl auch werden durchsetzen lassen, dürfte Ihnen das zumindest teilweise auch gelingen.

    Helgoland


    Da wir gerade von Helgoland sprechen: Jetzt wird die ganze Geschichte wirklich interessant. Die Beteiligungsgesellschaft Blackstone, also eine der "Oberheuschrecken", macht in Windenergie:


    http://www.ftd.de/unternehmen/…e/383932.html?nv=cd-rss31


    Nachdem die Bundesregierung in der kürzlich beschlossenen Novelle des EEG die Einspeisungsvergütung für Windstrom von 9 auf 15 ct./KWh - also um satte 66% - erhöht hat, beabsichtigt Blackstone zunächst einmal in einen Offshore-Windpark nördlich von Helgoland zu investieren. Die Firma erwartet sich von diesem Investment eine Rendite von schätzungsweise 10%.


    Ich freue mich wirklich schon darauf zu hören, mit welchen Argumenten die Atomkraftgegner von SPD, Grünen und Linken einem ALGII-Empfänger erklären werden, warum er in Zukunft dank der Subventionierung der Windenergie über seine Stromrechnug sein Scherflein zur Alterssicherung von Blackstone-Gründer Stephen Schwarzman beitragen darf. Dessen Bezüge beliefen sich im Jahr 2006 übrigens auf rund 400 Mio US-$ und lagen damit etwa viermal so hoch wie die Einkünfte der Vorstandsvorsitzenden aller DAX-30-Unternehmen zusammen. :top:


    Ich vermute das ist ein gewaltiger Schritt in Richtung auf die "ökologisch-soziale Marktwirtschaft".

    Nun gut, da Du als Moderator so eindeutig Position beziehst und damit jegliche Neutralität aufgibst, hoffe ich einmal, daß Du auch bereit bist, offenkundig mißliebige Meinungsäußerungen zu akzeptieren. Falls dies nicht der Fall sein sollte, auch recht. Es ist Euer Forum und ich persönlich respektiere das Recht auf Privateigentum.


    Aber zurück zum Thema.


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    Original geschrieben von Christian
    Weil "in Kürze" das erste Lager in Betrieb genommen wird, sprichst Du von einem gelösten Problem? In 50 oder 100 Jahren wird sich zeigen, ob das Problem gelöst ist, nämlich falls das Lager dann immer noch sicher ist. Vorher ist die Sicherheit eines solchen Lagers rein theoretischer Natur, und das ist doch ein wenig arg kurzsichtig, meinst Du nicht auch?


    Da Dir die Entscheidung der finnischen Regierung, freiwillig auf ihrem eigenen Territorium ein atomares Endlager einzurichten, so offenkundig obskur ist und da ich ahne, daß die Diskussion technischer Detaills in diesem Zusammenhang nur wenig zielführend ist (es wird sich ja sowieso erst in 50 oder 100 Jahren zeigen, was Sache ist) sollten wir die Frage von einer anderen, eher prinzipiellen Seite anpacken.
    Einige Foristen, deren Position Du offensichtlich zu teilen scheinst, pflegen die Vermutung, die Endlagerung atomarer Abfälle stelle ein offenbar gänzlich unlösbares Problem dar. Sollte diese Vermutung richtig sein, so ist unser schreckliches Schicksal natürlich bereits besiegelt. In annähernd 60 Jahren friedlicher Nutzung der Kernenergie ist eine Menge atomarer Abfälle angefallen, die irgendwo sicher gelagert werden müssen. Sollte dies prinzipiell nicht möglich sein, dann werden wir ja zweifellos daran zugrunde gehen. Es stellt sich somit die Frage, warum wir denn dann damit aufhören sollten. Wenn sowieso alles verloren ist, dann können wir den Tanz auf dem Vulkan mit billigem Atomstrom doch auch bis zum bitteren Ende auskosten.
    Sollte dagegen die andere Hypothese richtig sein, daß es nämlich prinzipiell möglich ist, atomare Abfälle sicher in Endlagern zu deponieren, dann ist die grundsätzliche Ablehnung der Kernenergie aufgrund dieses Arguments allerdings irrationaler Nonsens. In diesem Fall kann man allenfalls Kosten und Nutzen gegeneinander abwägen, also genau das tun, was ich in meinen Beiträgen vertreten habe. Und ich vermag dann auch nicht einzusehen, was prinzipiell gegen eine Lagerung der doppelten, dreifachen oder noch höhren Menge radioaktiver Abfälle sprechen sollte.


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    Original geschrieben von Christian


    "Beherrschbar" ist ein relativer Begriff. In Tschernobyl war man auch der Ansicht, die Lage zu beherrschen - sogar noch ein paar Sekunden vor dem GAU. Tatsache ist: Es gibt in keinem Lebensbereich Sicherheiten von 100%, gleich um welche Technologie es sich dreht - und dann stellt sich doch die Frage, ob man nicht eher ein paar Milliarden mehr in die Erforschung alternativer Energien investieren sollte, als reumütig in den Schoß einer Technologie mit hohem Gefahrenpotential zurückzukehren, deren Altlasten noch nicht einmal ansatzweise entsorgt sind. Auch das ist extrem kurzsichtig.


    Ich gebe Dir vollkommen recht, Beherrschbarkeit ist ein äußerst relativer Begriff. Wie Du wirst mehrfach nachlesen können, habe ich allerdings ständig darauf hingewiesen, daß keine Technik 100%ig beherrschbar ist, natürlich auch die Kernenergie nicht. Tatsächlich stellt sie eine Bedrohung menschlichen Lebens dar, genauso wie es Straßen-, Schienen- und Luftverkehr, Bergbau, Badeseen, Alkohol- und Nikotinkonsum, der massenhafte unnötige Einsatz von Antibiotika und tausenderlei andere Dinge auch tun. Kannst Du Dir ungefähr vorstellen, wie oft Atomunfälle geschehen müßten, um die 60000 Toten, die der Nikotinkonsum allein in Deutschland jedes Jahr zur Folge hat, zu verursachen? Ich habe allerdings erst selten die bedingslose Forderung nach dem Ausstieg aus der "Tabakwirtschaft" oder der "Alkoholwirtschaft" laut werden hören. Allein der Kernenergie wird hierzulande mit einem irrationalen und bedingungslosen Fanatismus entgegengetreten, der schon geradezu religiöse Züge trägt.
    Und kein Mensch hat etwas dagen einzuwenden, wenn nicht allein wenige, sondern von mir aus gerne einige mehr Milliarden in die Entwicklung alternativer Energiequellen gesteckt werden, Atomenergie überzeugt sicherlich nicht durch ihren Sexappeal. Glaubst Du allerdings wirkich, daß die Energieerfordernisse einer modernen Industriegesellschaft kurz- oder mittelfristig durch Windräder, Biogas und etwas Sonnenergie gedeckt werden könnten? Das doch wohl kaum. Und wenn die Klimakatastrophe tatsächlich unmittelbar bevorstehen sollte, was ich als Nichtfachmann nicht beurteilen kann, was sich allerdings offensichtlich zum commom sense zu entwickeln scheint, dann muß man sich doch fragen, woher die CO2-Reduktion denn kommen soll, wenn man gleichzeitg auch auf die Kernenergie verzichten möchte. Hier herrscht wieder einmal die so beliebte Haltung "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß" vor. Verabschiedet Euch doch endlich einmal von dem frommen Kinderglauben, das Leben stecke nicht voller lebensbedrohlicher Risiken.


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    Original geschrieben von Christian
    Wäre ein Verkehrsflugzeug in einen Hochbunker geflogen, hätte dem ein ähnliches Schicksal geblüht wie dem WTC.


    Du scheinst wirklich nicht viel Ahnung von den Möglichkeiten des Bunkerbaus zu haben.
    Die Engländer haben nach dem letzen Krieg versucht, die deutschen U-Boot-Bunker auf Helgoland durch die größte nicht-nukleare Explosion der Menschheitsgeschichte zu zerstören. Es ist ihnen nicht gelungen.
    Ein Land wie der Iran, das wohl kaum auf der Höhe der technischen Möglichkeiten steht, ist offenbar in der Lage, seine Atomanlagen zumindest teiweise so einzubunkern, daß selbst die USA daran zweifeln, daß ihre modernsten bunkerbrechenden Bomben sie zerstören könnten. Technisch stellt der entsprechende Schutz von Kernkraftwerken vor Terroristen also sicherlich kein relevantes Problem dar. Das ist schlichtweg ideologisch gefärbtes Gerede.


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    Original geschrieben von Christian
    Ich liebe es, wenn Atomenergie-Verfechter bei Gegenwind sofort mit der Keulen-Argumentation um die Ecke kommen und Kritiker (egal, wie moderat sie argumentieren) mit allen Öko-Klischees bombardieren, die es so gibt (und seien sie noch so abgedroschen).


    Und ich liebe es, wenn grüne Ideologen ihre technolgiefeindlichen Weltbeglückungsrezepte, die bei ihrer Durchführung schon hierzulande zur Folge hätten, daß Schmalhans für viele Menschen Küchenmeister würde, auch noch der ganzen Welt aufzudrücken versuchen. Im Kreuzzug für das Weltklima und gegen die Atomkraft entfällt ihnen dann nämlich meist recht schnell, daß allein moderne und effiziente Technologie eine Chance dafür bietet, daß einmal auch in Schwellen- und Entwicklungsländern alle Menschen wenigstens leidlich menschenwürdig leben können. Die Methoden einer grünen Landkommune bieten dafür nämlich einfach nicht die notwendigen Voraussetzungen.


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    Original geschrieben von Christian


    Spricht für differenzierte Denkweise und eine ordentliche Portion Konfliktfähigkeit. :top: :rolleyes:


    Leider erlaubt mir meine undifferenzierte Denkweise tatsächlich nicht, die unendliche Weisheit in jeder Einzelheit des grünen Grundsatzprogramms mitsamt seiner menschheitsbeglückenden Wirkung nachzuvollziehen. Ich hoffe allerdings, daß Du mir diesen menschlichen Makel nachsehen wirst, da Du Dich ja ganz offenkundig im Besitz einer höheren Moral oder doch zumindest einer deutlich ausgeprägteren Konfliktfähigkeit befindest.

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    Original geschrieben von TM1
    Wie die Atomlobby samt höriger Presse die Leute verblödet, sieht man ja an dem unkritischen Anbeten der Atomtechnik hier samt springertypischem Verleumden aller Kritik als "grüne, linke Ideologen" o.ä.


    "Hörige Presse"? "Verblödet"? Unkritisches Anbeten"? "Springertypisch"?
    Und ausgerechnet Du hast den traurigen Mut, es das Wort "Verleumden" in den Mund zu nehmen? Offenbar weißt Du es nicht, aber SelbstGefälligkeit gilt gemeinhin nicht als Tugend. Das verwundert allerdings nicht wirklich, SelbstKritik war tatsächlich noch nie die Stärke grüner Weltverschlimmbesserer.


    Dann mal ein paar Gegenargumente:


    1.) Das Problem der Endlagerung scheint offenbar doch gelöst zu sein. Zumindest wird Finnland in Kürze das erste zivile(!) atomare Endlager für hochradioaktiven Abfall in Betrieb nehmen. Es scheint sich also weniger um ein technisches als ein politisches Problem zu handeln.


    2.) Was soll denn bitte bedeuten "ist nicht beherrschbar"? Ohne nähere Ausführungen beweist Du mit diesem Argument nur eines, nämlich eine irrationale Angst vor moderner Technik, wie sie die meisten grünen Fanatiker prägt.


    3.) Ein AKW vor Anschlägen islamistischer Terroristen zu schützen dürfte in einem Land nicht allzu schwierig sein, daß bereits in den 40er Jahren in der Lage war widerstansfähige Hochbunker gegen allierte Luftangriffe zu bauen. Ich vermute doch stark, daß "El Kaida" nicht ganz die Feuerkraft allierter Bomberflotten erreichen wird. Jedenfalls war das Risiko in den 60er, 70er und 80er Jahren, in denen stets die Gefahr sowjetischer Angriffe bestand ganz sicher höher. Das Argument ist also schlichtweg unsinnig.


    4.) Nein Uran ist keine regenerative Energiequelle, sondern wird irgendwann auch zur Neige gehen. Auch das ist kein Argument, denn sonst müßten wir doch auch sofort aus der Energiegewinnung mit Hilfe fossiler Brennstoffe aussteigen und würden unverzüglich im Dunkeln sitzen. Übrigens hilft die Wiederaufbereitung von Kernbrennstäben hier durchaus weiter. Erkundige Dich vielleicht mal in Frankreich.


    5.) Ja, viel Energie wird verschwendet, das mag schon stimmen. Wir können natürlich auch einen grünen Askese-Staat mit 1800 kcal Körnernahrung pro Tag und 50 kWh Energieverbrauch pro Jahr errichten. Leute wie Du würden sich da vielleicht wohl fühlen. Ich hatte oben allerdings schon einmal erwähnt, daß ich eigentlich lieber nicht zurück ins Mittelalter möchte.


    Du siehst also, von Deinen "Argumenten" bleibt nichts übrig als viele grüne warme Luft, mit anderen Worten nichts als verbohrte Ideologie.

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    Original geschrieben von Buchungszeichen
    Bei einem Badeunfall ist man idR selbst schuld. Nach einem Supergau ist man Betroffener einer Technik, die bekanntermaßen nicht zu 100% beherrschbar ist, aber es eigentlich zu 100% sein müsste, wenn man als verantwortungsbewusster Mensch argumentiert. Außerdem ist die Krebsrate durch Radioaktivität nur schwer direkt nachweisbar, da es eben immer viele Umstände gibt, die dazu führen können. Auffällig ist aber dennoch der erhöhte Nachweis von Leukämie um AKW-Standorte.


    Keine Technik ist zu 100% beherrschbar, mach Dir da mal keine Illusionen.
    Wenn ich auf der Straße von irgendeinem Idioten umgefahren werde, bin ich auch "Betroffener" einer Technik und "Betroffener" einer Rechtslage, die wirklich jedem Idioten einen Führerschein gibt.
    Und was meinst Du wieviel Leute jährlich an Lungenkrebs sterben, weil der genannte Idiot meinte, mit Diesel ein paar Cent billiger über die Autobahn rasen zu können. Deshalb kommt allerdings niemand auf die Idee, Autos oder auch nur Dieselfahrzeuge zu verbieten, sondern man überlegt sich stattdessen, entsprechende Filter einzubauen.
    Ich weiß aber, daß Dein Problem nicht in technischen Details liegt, sondern darin, daß Du weißt bzw. zu wissen glaubst, das Atomkraft einfach böse ist. Es geht nicht darum, ob man eventuell bestehende technische Defizite beheben kann, sondern es geht darum, daß man es aus Prinzip garnicht will. Es geht nicht um Sachdiskussion, es geht um Ideologie.

    Zitat

    Original geschrieben von Buchungszeichen
    Edit:
    schmidt3: Den Schwachsinnigen Vergleich mit den Bergwerksunglücken hast Du jetzt aber nicht aus der Bildzeitung übernommen.... Uran wird ebenfalls bergmännisch abgebaut.


    Ich kann dir reinsten Gewissens versichern, daß ich im meinen Leben maximal dreimal eine Bildzeitung gelesen habe, von Atomenergie stand da aber damals nichts drin.
    Aber wenn Dir das Beispiel nicht gefällt, kannst Du ebenfalls sicher sein, daß in den letzten 60 Jahren weltweit sicher mehr Menschen Badeunfällen zum Opfer gefallen sind als der Kernenergie.

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    Original geschrieben von TM1
    Jede, aber auch absolut jede Wette: Wenn Du in der Nähe von Avignon wohnen würdest, würdest Du das ganz plötzlich radikal anders sehen.
    Komisch - kaum steigt der Benzinpreis über 1,50 haben plötzlich alle Tschernobyl vergessen - und was tatsächlich bei dieser unbeherrschbaren Technik passieren kann.


    Und wenn ich gerade überfahren worden wäre, würde ich die Risiken des Straßenverkehrs wahrscheinlich auch anders bewerten. und wenn ich von einem Dachziegel erschlagen werden sollte, wird mein letzter Gedanke wahrscheinlich darin bestehen, den Erfinder die Spitzgiebledachs zu verfluchen. Natürlich schätzt man die Dinge als Betroffener meist etwas anders ein. Als erwachsener Mensch weiß man allerdings auch, daß die Welt gefährlich und voller Risiken ist und daß es keine absolute Sicherheit gibt. Oder um es mit Erich Kästner zu sagen: "Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich." Man kann Risiken allerdings abschätzen, sie bewerten und anschließend entscheiden. Hysterie ist da wenig hilfreich.

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    Original geschrieben von Siemensanier


    PS: @ Schmidt3
    Schau dir doch bitte mal den Märchenfilm der KHG an.
    http://www.khgmbh.de/wDeutsch/movie/KHG.mpg
    Glaubst du alles was in dem Märchen erzählt wird. Oder gibt es doch Zweifel? Und warum leistet man sich eine KHG? Zukünftig vielleicht verstärkt medial für Werbezwecke? Da, wie die Prxis nunmal zeigt, Störfälle doch an der Tagesordnung sind. "Seht, auch wenn ein Unfall geschieht, wir sind gerüstet! "


    Ich habe mir diesen etwa 9-10 Jahre alten Werbefilm angesehen und verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, worüber Du Dich da so aufregst. Man leistet sich so eine KHG offensichtlich, weil es diesbezüglich rechtliche Vorschriften gibt.
    Und daß es, wie bei allen technischen Anlagen auch in Atomanlagen zu Störfällen kommen kann, hat doch nie jemand bestritten, aber nicht jeder Störfall ist gleich der Super-GAU. Störfälle gibt es allerdings z.B. auch in Chemiewerken, manchmal mit durchaus verheerenden Wirkungen. Sollen wir deshalb jetzt auch aus der chemischen Industrie "aussteigen"?


    Für kleinere Störfälle scheint mir dieses Unternehmen übrigens doch garnicht so schlecht ausgerüstet (gewesen) zu sein (auch wenn ich hoffe, daß sie inzwischen etwas modernisiert haben). Und für größere Zwischenfälle sind sie angesichts der geringen Personalstärke wohl auch garnicht gedacht.


    Der entscheidende Punkt ist aber doch einfach, daß jede Technologie ihre Risiken hat und ich will die der Atomenergie auch durchaus nicht verharmlosen. Wenn Du aber einmal die Zahl der Todesopfer, die die friedliche Nutzung der Kernenergie (inklusive der maroden sowjetischen Technik mit dem GAU von Tschernobyl) in den letzten sechzig Jahren gefordert hat, z.B mit der Zahl von Verkehrsopfern im gleichen Zeitraum oder auch nur der Zahl der Opfer von Bergwerksunglücken in diesem Zeitraum vergleichst, dann relativiert sich das Risiko dieser Technik doch etwas. Und wenn Du siehst, wie stark z.B. die Zahl der Verkehrstoten in den letzten Jahrzehnten durch den Einsatz moderner Technik gesunken ist, so verstehe ich nicht, warum diese nicht auch die Risiken der Atomenergie reduzieren helfen sollte, wenn man denn den Eindsatz moderner Technik zuläßt.
    Ich persönlich schätze das Risiko, in den nächsten Jahrzehnten einem Atomunfall zum Opfer zu fallen, jedenfalls deutlich geringer ein, als die Gefahr am 13. Januar 2036 von Asteroiden Apophis getötet zu werden, der an diesem Tag die Erde mit einer Wahrscheinlichkeit von immerhin 0,0022% treffen wird. Und selbst dieses Risiko läßt mich ehrlich gesagt relativ ruhig schlafen.
    Trotz aller Gefahren der modernen Technik möchte ich ehrlich gesagt nicht wieder ins Mittelalter zurück, denn damals zu leben war deutlich "lebensgefährlicher" als es das heute ist.

    Zitat

    Original geschrieben von Quindan
      diger: Volle Zustimmung!
    Das Urteil ist ein Witz! Da hätte viel mehr "gehen" müssen. Diese Typen sollten nach dem Erwachsenen-Strafrecht verurteilt werden - weil sie nun mal keine Jugendlichen und schon gar keine Kinder mehr sind, sondern (lt. "Gesetz") erwachsen. Und sie sollten auch so behandelt werden.
    Und wenn dann nachträglich überlegt wird, die Typen abzuschieben...das hätte gleich beim Richterspruch mit drin sein müssen! Nicht hinterher...


    Wenn der Staat wirklich Abschreckung wollte, dann würde er u.a. hier ein Exempel statuieren, bzw. Recht sprechen. Und nicht dieses verlogene "schwere-Kindheit"/"psychisch nicht Schuldfähig"-Gewäsch berücksichtigen.



    Nur zur Richtigstellung: Der griechische Täter war zum Tatzeitpunkt minderjährig und konnte deshalb nur nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Der türkische Täter galt mit 20 Jahren als Heranwachsender, hätte also nach Jugendstrafrecht verurteilt werden können, wurde aber tatsächlich nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Denn bei Anwendung des Jugendstraftrechts liegt die Höchststrafe bei zehn Jahren.
    Alles in allem halte ich das Strafmaß für durchaus angemessen, auf Kuschelpädagogik wurde diesmal glücklicherweise (wenn auch viel zu spät) verzichtet.
    Was eine Ausweisung angeht, so kann diese meines Wissens nach von einem Strafgericht garnicht angeordnet werden, denn sie ist ja keine strafrechtliche Maßnahme.