Beiträge von schmidt3

    Der amerikanische Schriftsteller Arthur Miller hat einmal geschrieben, die Deutschen seien die besten Faschisten, die besten Kommunisten und die besten Demokraten. Man könnte dem noch hinzufügen, daß sie auch die besten Ökos sind.
    Die ganze Welt setzt angesichts steigender Ölpreise und eines offenbar drohenden Klimawandels auf Atomenergie. Ich will garnicht mit Ländern wie den USA, Frankreich, Rußland, China oder Japan anfangen, wo die Atomenergie nie ernsthaft in Zweifel gezogen wurde. Aber auch in Ländern, in denen über den Atomausstieg diskutiert wurde, die den Atomausstieg z.T. bereits beschlossen oder sogar schon vollzogen hatten, beginnt ein Prozeß des Umdenkens.


    In Italien wurde 1990 das letzte von vier Atomkraftwerken stillgelegt, man hat sich dort seither weitgehend auf den Import französischen Atomstroms verlegt. Die Regierung Berlusconi plant jedoch ab 2013 den Bau neuer eigener AKW´s.


    In Großbritannien, wo die sozialistische Regierung ebenfalls über viele Jahre den Austieg aus der Atomenergie propagiert hat, plant man veraltete AKW´s durch neue Anlagen zu ersetzen.


    Polen plant man den Bau seines ersten Atomkraftwerks bis 2020.


    In Schweden, wo der Atomausstieg bereits 1980 beschlossen wurde und die Atomkraftwerke spästens 2010 abgeschaltet werden sollten, wird deren Laufzeit vermutlich bis 2050 verlängert. Umfragen ergeben, daß inzwischen wieder 80% der schwedischen Bevölkerung für die Kernkraft sind.


    In den Niederlanden wurde die für 2003 geplante Abschaltug des einzigen Reaktors auf 2034 verschoben.


    In der Schweiz wurde der Atomausstieg in einer Volksabstimmung abgelehnt, das Land plant zwei seiner Reaktoren durch Neubauten zu ersetzen.


    Finnland baut derzeit den ersten europäischen Druckwassereaktor und plant die Inbetriebnahme der ersten zivilen Endlagerstätte für hochradioaktive Abfälle.


    Indien baut derzeit acht Kernreaktoren und plant den Bau 24 weiterer.


    Südafrika betreibt neben einem AKW auch eine Wiederaufbereitungsanlage und plant den Bau von Hochtemperatureaktoren bis 2010.


    Südkorea betreibt 23 Atomreaktoren und baut weitere.


    Argentinien betreibt zwei Atomreaktoren und plant die Inbetriebnahme zweier weiterer.


    Einzig das Hochtechnologieland Deutschland weiß es wieder besser, erklärt eine friedliche Nutzung der Kernenergie zu Teufelszeug und hält stur an einem Ausstieg fest, der Milliardenwerte vernichten würde. Gleichzeitg will es jedoch auch führend bei der Rettung des Weltklimas sein. Ob das mit einigen Windrädern in der Nordsee und etwas Methangas aus Kuhmist allerdings gelingen wird, darf stark bezweifelt werden.
    Das Schlimmste allerdings ist, daß diese Entscheidung eben nicht auf einer rationalen Kosten-Nutzen-Analyse und einer sachlichen Abwägung von Chancen und Risiken beruht, sondern auf den unerschütterlichen Glaubensgrundsätzen fanatischer Ideologen.
    Im tiefsten Innern sind wir aber eben doch ganz fest davon überzeugt, daß wieder einmal nur "an deutschem Geist und deutschem Wesen die ganze Welt genesen" muß, diesmal eben insbesondere die Umwelt. "German Angst" und "Furor Teutonicus" gehen einmal mehr ihre unheilvolle Verbindung ein.

    Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk

    Das Hauptproblem an der Sache ist doch, dass man (egal wo die Strafe abgessen wird) dadurch kaum wirklich was verändert. Wenn der 21jährige nun nach 6-8 Jahren vorzeitig entlassen wird, ist er fast 30, keine Ausbildung etc. pp. und dazu auch noch vorbestraft. Selbst wenn er die angebotenen Möglichkeiten der Haftzeit nutzt um sich zu resozialisieren (wobei bei der derzeitigen Einstellung das wohl bezweifelt werden kann) hat der doch später nie mehr wirklich eine Chance ein geregeltes Leben auf die Beine zu bekommen.


    Wo soll der nach der Haft einen AG finden der ihm einen Job gibt mit dem er sich und seine Familie auf ehrliche Art und Weise über Wasser halten soll? Noch dazu hat er die letzten Jahre seines Lebens mit anderen Kriminellen auf engem Raum verbracht, der Multiplikatoreffekt ist da auch nicht zu unterschätzen, viele kommen schlimmer raus als sie reingegangen sind.


    Und bevor einer wieder mault: Nein ich habe kein Mitleid mit dem Täter, wer Scheiße baut muss dafür gerade stehen, hier ist eine mehrjährige Haftstrafe sicherlich mehr als angebracht, nur sollte man sich auch im klaren sein, dass das Leben des Täters damit auch so ziemlich im ****** ist und durch die Haft allein sich da nicht wirklich was zum positiven verändern wird.



    Es wäre sicherlich sinnvoller gewesen, daß der Staat ihm schon nach der dritten oder vierten Straftat seine Grenzen aufgezeigt und ihm mal kräftig auf die Finger geschlagen hätte. Das hat eine durch und durch von falscher Toleranz gegenüber jugendlichen Straftätern geprägte Justiz allerdings versäumt.
    Sollte man daraus aber jetzt den Schluß ziehen, ihn auch nach einem Mordversuch wieder laufenzulassen? Die Ableistung einiger Stunden sozialer Arbeit ist hier schlicht und einfach nicht mehr angebracht.
    Auch das Argument, die Gefängnisse seien "Hochschulen des Verbrechens" ist ja nun auch nicht gerade neu. Aber was wäre denn eine Alternative? Einzelhaft oder doch therapeutisches Segeln?
    Und daß er sich "sein Leben ruiniert" wenn er einen Mordversuch begeht, das liegt nun einmal in der Natur der Sache. Er hatte ja auch in Freiheit bisher keine besonders große Initiative gezeigt, sich eine Existenz aufzubauen. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit würde er also auch ohne diese Haftstrafe mit 30 ohne Ausbildung, ohne Job und ohne Zukunft dastehen. Immerhin hindert ihn diese Strafe aber (hoffentlich) daran, bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr noch einige weitere dutzend Strafttaten zu begehen unter denen dann vielleicht ja auch ein vollendeter Mord gewesen wäre.
    Auf jeden Fall lernt er im Gefängnis aber einen geregelten Tagesablauf kennen und seine Möglichkeiten, sich jeden Tag bis zum Abwinken die Kante zu geben, werden ja auch drastisch eingeschränkt. Und vielleicht überrascht er uns ja, macht tatsächlich eine Ausbildung und versucht sein Leben doch noch einmal in Ordnung zu bringen. Wenn er diese letzte Chance allerdings auch wieder vertut, dann ist er meiner Ansicht nach selbst daran schuld.


    Das bayrische Innenministerium hat gestern erklärt, daß es für die Täter die Ausweisung in ihre Heimatländer anstreben will nachdem diese ihre Haftstrafen verbüßt haben.
    Ich persönlich glaube allerdings, daß ein Aufenthalt in einem deutschen Gefängnis auch für einen Türken deutlich "gemütlicher" ist, als einer in einem türkischen es wäre. Insofern halte ich Deine Sorge, sie könnten sich in ihren Heimatländern "ein nettes Leben" machen, für unbegründet.

    Zitat

    Original geschrieben von Mozart40
    Interessehalber, welche???


    MfG Kai


    Du hast den Thread offensichtlich nicht ganz gelesen. Auf diese Tatsache habe ich unter Quellenangabe in diesem Thread bereits in meinem Beitrag vom 09.04.2008 um 14:46 hingewiesen.

    Zitat

    Original geschrieben von altan79
    Ach so, jetzt verstehe ich.. Grieche 8,5 Jahre weil er einen Rentner geschlagen hat und der Nazi 7,5 Jahre weil sie 5 Türken verbrannt haben..


    Türke wird nachher abgeschoben und deutscher wird Sozialarbeiter. :top:



    Ich hoffe Du verstehst tatsächlich.


    Der nach Jugendstrafrecht verurteilte Mörder von Solingen erhielt mit 10 Jahren Jugendhaft die Höchststrafe. Mehr geht nicht. Darüber, daß die Verhängung der Höchststrafe angemessen war, dürften wir uns alle einig sein. Ob man die Höchststrafe für Jugendliche auf über 10 Jahre erhöhen sollte, darüber läßt sich sicher diskutieren


    Der wegen versuchten Mordes verurteilte griechische Täter von München erhielt 8,5 Jahre. Er hätte wegen versuchten Mordes auch zur Höchststrafe, also zu 10 Jahren Jugendhaft verurteilt werden können. In Anbetracht der Brutalität der Tat halte ich das Strafmaß ebenfalls für angemessen.


    Der einzige Täter von Solingen, der nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wurde, erhielt 15 Jahre Haft. Wenn Du hier kritisierst, daß er nicht zur Höchststrafe, nämlich lebenslanger Haft verurteilt wurde, gebe ich Dir vollkommen recht. Ich weiß nicht, was hier strafmildernd geltend gemacht wurde, möglicherweise die Tatsache, daß er als einziger gestanden hat.


    Der türkische Täter von München wurde wegen versuchten Mordes zu zwölf Jahren Haft verurteilt, das maximale Strafmaß wäre auch hier lebenslange Haft gewesen. Auch hier kann ich in Anbetracht der Brutalität der Vorgehensweise, seiner Vorgeschichte und seiner katastrophalen Sozialprognose nur sagen, daß zwölf Jahre sicherlich nicht zu viel sind.


    Daß das bayrische Innenministerium für die beiden Straftäter von München nach deren Strafverbüßung die Abschiebiung plant, sollte sich ja wohl von selbst verstehen. Diese Gewaltverbrecher können wir losbekommen, die von Solingen nicht. Welches Land wäre wohl auch bereit sie aufzunehmen.


    Was die Möglichkeiten zu einer Ausbildung in der Haft betrifft, so werden sie den Tätern von München genauso offenstehen, wie sie denen von Solingen offengestanden haben. Der Rehabilitationsgedanke ist im deutschen Strafrecht nun einmal der dominierende, ob einem das gefällt oder nicht. Offensichtlich hat der von Dir erwähnte Täter von Solingen diese Chance genutzt, sein Abitur nachgeholt und ein Studium abgeschlossen. Ob die Täter von München ihre Chance nutzen werden, das wird die Zukunft zeigen. Was den türkischen Täter betrifft, so sehe ich da allerdings schwarz, da die Gerichtsgutachter ihm einen extrem niedrigen Intelligenzquotienten attestiert haben.

    Zitat

    Original geschrieben von altan79
    Sorry, mein Fehler, es waren 7 Jahre..


    Link


    Nein, das Urteil lautete auf zehn Jahre Jugendhaft, also die Höchststrafe.


    Der griechische Straftäter ist im vorliegenden Fall ja auch zu Jugendhaft verurteilt worden.


    Ich hätte allerdings sicherlich hinzusetzen müssen "erwachsener" Nazi.


    1) Das Urteil lautet auf versuchten Mord.


    2) Laut Statistik kommen ausländische Straftäter häufiger mit Bewährungsstrafen davon als deutsche.


    3) Der griechische Täter war im Gegensatz zum türkischen bei Begehung der Straftat minderjährig und wurde deshalb nach Jugendstrafrecht verurteilt.


    4) Nenne doch mal bitte ein Beispiel, wo ein Nazi für fünffachen Mord mit 10 Jahren davongekommen wäre. Diese Behauptung ist lächerlich und unverschämt, gerade rechtsextremistische Straftaten werden in Deutschland mit ganz besonderer Härte verfolgt.

    Es ist tatsächlich zu begrüßen, daß im vorliegenden Fall die Dinge einmal beim Namen genannt und angemessene Haftstrafen verhängt wurden. Insbesondere ist auch positiv anzumerken, daß der zum Tatzeitpunkt zwanzigjährige türkische Angeklagte nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wurde. Das sollte in einem solchen Falle ja auch die Regel und nicht die Ausnahme sein.
    Da angesichts der verheerenden Gutachterprognosen (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,562605,00.html) eine Besserung der Delinquenten wohl eher unwahrscheinlich sein dürfte, bleibt nur zu hoffen, daß man sich sich im bayrischen Innenministerium auch in acht oder neun Jahren noch an die heutige Absichtserklärung, die Täter nach der Verbüßung ihrer Haftstrafen in ihre Heimatländer auszuweisen, wird erinnern können.



    Ich finden Deinen Beitrag ausgesprochen wohlüberlegt. Natürlich müssen in einem Rechtsstaat die gesetzlichen Normen Folter oder auch nur ihre Androhung ächten. Andererseits muß ich ganz ehrlich gestehen, daß ich mir, wenn ich versuche, mich in die Rolle des Vaters eines entführten Kindes hineinzuversetzen, wohl auch einen Polizeibeamten wünschen würde, der die entsprechenden Normen notfalls insoweit ignoriert, daß er auf einen hinreichend Verdächtigen entsprechenden Druck ausübt, wenn das Leben des Kindes in akuter Gefahr zu sein scheint. Natürlich ist dieses Verhalten rechtswidrig und erfordert eine entsprechende rechtliche Sanktionieriung und natürlich müssen die so gewonnenen Erkenntnisse dem Verwertungsverbot unterliegen. Aber man darf doch nicht bestreiten, daß die Polizeibeamten, auch wenn die Rechtslage eindeutig war, doch in einem moralischen Dilemma standen. Sollten sie den Tod eines unschuldigen Kindes in Kauf nehmen, um die körperliche Unversehrtheit desjenigen zu garantieren, der das Kind aus reiner Habsucht entführt und zumindest in Lebensgefahr gebracht hatte? Aus rechtlicher Sicht: Eindeutig ja. Aus moralischer Sicht: Durchaus fragwürdig.
    Insofern bin ich der Ansicht, daß der Rechtsstaat im vorliegenden Falle gerade seine Funktionsfähigkeit bewiesen hat. Natürlich wurde der (leider schon ermordete) Junge unter Verwendung nicht-rechtsstaatlicher Mittel gefunden. Aber die unter Druck gewonnen Ergebnisse wurden nicht verwertet und die rechtswidrig handelnden Beamten ihrer persönlichen Schuld entsprechend (milde) bestraft. Tatsächlich kann es manchmal so etwas wie übergesetzlichen Notstand geben.
    Mehr als problematisch wird dieses Konstrukt allerdings zugegebenermaßen, wenn es aufhört Einzelfall zu sein und wie im Fall Guantanamo oder bei der Frage des Abschusses entführter Zivilflugzeuge zur Staatsraison wird.

    Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Ich kann das schon konkretisieren:


    Du weißt schon vor der Diskussion, dass du am Ende der Diskussion dieselbe Meinung wie zuvor haben wirst.


    Ich finde es geradezu gespenstisch, daß Du offenbar in der Lage bist, meine Gedanken zu lesen, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, daß Du mich nicht kennst und noch nie gesehen hast.



    Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Eine gut begründete, andere Meinung ficht dich nicht an. Denn hinter allen anderen Meinungen steckt am Ende doch nur die linke Weltverschwörung.


    Zunächst einmal sprach ich von guten Argumenten. Die müssen auch erst einmal kommen. Und wenn man sich über einen Themenkomplex mal ein paar Gedanken gemacht hat, dann kennt man eben viele der Gegenargumente schon und läßt sich durchaus nicht immer ganz so leicht beeinflussen. Bitte nenne mir also konkrete Beispiel, wo ich guten u.v.a. überzeugenden Sachgrumenten zum Trotz stur auf meiner Meinung beharrt hätte.
    Ja, jetzt wird erstmal versucht, dem unbequemen Diskussionspartner eine nationalsozialistische Terminologie in den Mund zu legen, ein tatsächlich unter Linken sehr beliebtes Instrument des politischen Rufmordes. Wo bitte, hätte ich konkret jemals in diesem Sinne das Wort "Verschwörung" oder gar "Weltverschwörung" benutzt.


    Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Deine Haltung zum Thema Darwinismus kritisiere ich deshalb, weil in deiner Auslegung letztendlich die Gleichwertigkeit der Wahlstimmen zur Disposition steht.


    Zunächst einmal setzt das demokratische Prinzip durchaus nicht den Grundsatz "one (wo)man one vote" voraus. In der klassischen Demokratie Athens waren allenfalls 30% der Bürger wahlberechtigt, in Großbritannien galt bis weit in die Zwischenkriegszeit das Drei-Klassen-Wahlrecht und in einigen schweizer Kantonen gilt erst seit wenigen Jahren das Frauenwahlrecht. Selbst wenn also jemand dieses Prinzip anzweifeln sollte, hättest Du deshalb noch lange kein Recht zu behaupten, er sei kein Demokrat. Du begehst den Fehler, die egalitären Massendemokratien des 20. Jahrhunderts als einzig denkbare Form der Demokratie anzusehen. Und es gibt tatsächlich Leute, die die Frage stellen, ob es für die Qualität des demokratischen Entscheidungsprozesses hilfreich ist, wenn Menschen mit gleichem Stimmrecht abstimmen, die weder wissen, was sie eigentlich genau wählen, noch in der Lage sind zu begründen, warum sie eine konkrete Wahl treffen. Aber auch die sind deshalb noch lange keine Nicht-Demokraten.
    Ich persönlich halte das Prinzip "one man one vote" aus verschiedenen Gründen für richtig, ohne allerdings zu übersehen, daß es auch Argumente dagegen gibt. Wenn Du hier behauptest, ich würde dieses Prinzip ablehenen, dann würde ich Dich allerdings bitten, dies einmal konkret zu belegen. Oder um Herrn Marquardt zu zitieren "Fakten, Fakten, Fakten". Die bleibst Du bei Deinen Behauptungen bislang allerdings stets schuldig.