Beiträge von schmidt3

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    Original geschrieben von BigBlue007
    Das stimmt natürlich auch nur eingeschränkt. Ein Farbfernseher z.B. kostete 5.250 Mark, die Version mit Fernbedienung 1.000 Mark mehr. Das war alles andere als günstig, und trotzdem war zumindest die billigere Version Mangelware. Die mit FB bekam man etwas leichter, aber auch bei der war es nicht so, dass sie im Laden rumstand.


    Zur Jugendweihe habe ich mir einen Radiorecorder für AFAIR 1.400 Mark gekauft - um den zu kriegen, habe ich meine Tante in Berlin in den Ferien besucht und bin mehrere Tage jeden Morgen zum Alex ins RFT-Geschäft getigert. :D


    Allgemein war es IMHO eher so, dass eben gerade die Dinge, die es ständig gab (Grundnahrungsmittel, hässliche Klamotten :D ) extrem billig waren, während alles, was irgendwie mit Technik zu tun hatte, schon durchaus sehr teuer, und teilweise eben auch kaum zu haben war.


    Was ich ausdrücken wollte, ist eigentlich nur, daß das Problem der meisten DDR-Bürger wohl weniger in einem zu geringen Einkommen als vielmehr in einer sinnvollen Verwendung für dieses Einkommen bestand.

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    Original geschrieben von Handydoctor
    Benzin kostete 1,50 Mark 88 Oktan und 1,65 Mark 91? Oktan. Der Preis war konstant und eine Beschränkung gab es soweit ich mich erinnere nicht.


    Naja, in der DDR war der Preis eines Gutes eine vergleichsweise sinnlose Größe da er eben keine Lenkungsfunktion hatte. Auch für knappe und begehrte Güter wurden aus ideologischen Gründen verhältnismaßig moderate Preise festgelegt. Da zu diesen Preisen die Nachfrage systematisch das Angebot überstieg, kam es eben zu den bekannten Rationierungseffekten: Die begehrten Güter waren zwar vom Prinzip her günstig, de facto aber nicht oder nicht in der gewünschten Menge zu erhalten. Wie sollte es auch anders sein.

    Also meines Wissens gab es in der damaligen Sowjetunion einen nicht unerheblichen Teeanbau (Abchasien, Aserbaidschan, Dhagestan). Vermutlich wurde der Tee also von dort importiert. Wenn ich recht informiert bin, stammt(e) der relativ bekannte "grusinische" Schwarztee aus einer dieser Regionen.

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    Original geschrieben von Grenztruppjäger
    Das Problem an einer Berufsarmee ist tatsächlich das oben angesprochene "Unterschichtenproblem", gerade in den Mannschaftsdienstgraden.
    Man könnte es natürlich wie im BGS (heute BPOL) machen, und diese einfach abschaffen, da ist der "Mann in der Gruppe" so bezahlt, wie ein Hauptfeldwebel in der Bundeswehr.(ist heute aber auch Polizei, der Kombattantenstatus wurde 1994 aufgehoben - So ist es übrigends auch in der KSK, mit dem Einstiegsdienstgrad - da ist, glaube ich Einstiegsdienstgrad nach der Ausbildung Feldwebel).
    Das muss man dann als Staat und Bürger aber auch wieder bezahlen wollen/müssen.


    Fraglich ist aus meiner Sicht, ob Landesverteidigung wirklich auch heute eine ungefragte Funktion ist.
    Russland hat seit Herbst wieder rund um die Uhr atomar bewaffnete Langstreckenbomber in der Luft (Kam sogar in der Tagesschau)! Das hatten sie 1992 eingestellt. Da frage ich mich doch glatt, wozu?


    Das "Unterschichtenproblem" kann ich in diesem Maße eigentlich nicht erkennen. Natürlich benötigt man in den entsprechenden Verwendungen Personal mit einer guten technischen Ausbildung, technische Spezialisten. Aber das ist ja nicht alles. Gerade in einer Zeit, in der die künftigen Aufgaben der Truppe häufig im Bereich der asymmetrischen Kriegsführung liegen dürften, braucht man ja insbesondere in den Mannschaftsdienstgraden wohl eher "Männer der Tat" als studierte Philosophen. Nicht unbedingt der Soldat ist der beste, der immer am meisten nachdenkt.
    Und selbst im Offizierscorps halte ich die extreme "Verakademisierung" für äußerst bedenklich. Gerade auch in den unteren und mittleren Offiziersrängen scheint mir der klassische Typus des Truppiers im besten Sinne schon viel zu sehr durch eine Art von Militärtechnokraten verdrängt worden zu sein. Man darf Offiziere nicht zu reinen Verwaltungsbeamten im technischen Dienst machen, sonst hat man keine Armee mehr, sondern eine Art bewaffnetes THW. Aber vielleicht ist ja genau das auch politisch gewollt, denn das häufig beschworene "Unterschichtenproblem" scheint mir eher Ausdruck einer tiefverwurzelten Angst unserer politischen Funktionseliten vor einer Berufsarmee zu sein, in der sie insbesondere das Entstehen eines Corpsgeistes fürchten wie der Teufel das Weihwasser.


    Was die Landesverteidigung betrifft, so ist diese sicherlich nicht obsolet geworden, allerdings erwartet doch n iemand mehr ernsthaft große Panzerschlachten im Fulda-gap so wie man sich das noch in den 80er Jahren vorstellte. Auch eine ernsthafte neue Bedrohung seitens Rußland vermag ich eigentlich nicht zu erkennen, die von Dir beschriebenen Vorgänge sind wohl eher militärpolitisches Muskelspiel angesichts einer amerikanisch-polnisch-tschechischen Provokation. Es gibt heute viel zu viele gemeinsame Interessen, in Europa stehen sich keine antagonistischen Ideologien mit gegenseitigem Vernichtungswillen mehr gegenüber. Der ideologisch-weltanschauliche Überlebenskampf wird heute gegen den militanten Isalm geführt, nicht mehr gegen den Kommunismus.

    Ich finde es eigentlich ziemlich erstaunlich, wie hier über dieses Thema diskutiert wird und daß sich niemand die prinzipielle Frage stellt, mit welcher Berechtigung der Staat seine Bürger in Friedenszeiten zu Zwangsdiensten heranzieht.
    Im kalten Krieg, als ständig mit einer sowjetischen Aggression zu rechnen war, mag die allgemeine Wehrpflicht möglicherweise ihre Berechtigung gehabt haben, da ohne diese eine Truppenstärke von mehr als 500000 Mann wohl kaum zu erreichen gewesen wäre. Inwieweit das aus deutscher Sicht tatsächlich sinnvoll war, lasse ich einmal dahingestellt. Die Tatsache, daß zu dieser Zeit die Bundeswehr in den NATO-Planungen für den Fall eines sowjetischen Angriffs gerade einmal die ersten zehn Tage nach Kriegsbeginn vorkam und daß unsere französischen Freunde ihre atomaren Kurzstreckenraketen auf West(!)deutschland gerichtet hatten, ließ und läßt noch heute in mir die Vermutung aufkommen, daß unsere NATO-Verbündeten fest entschlossen waren, uns bis zu unserem letzten Blutstropfen gegen den Kommunismus zu verteidigen. Aber ich komme vom Thema ab.
    Heute ist dagegen kein realistisches Szenario mehr vorstellbar, in dem größere Armeeverbände in Europa eine konventionelle Auseinandersetzung führen würden. Man benötigt einfach keine Heerscharen unzureichend ausgebildeter Panzergrenadiere mehr. Vielmehr braucht die Bundeswehr eine ausreichende Anzahl gut geschulter, gut motivierter, gut ausgerüsteter und auch gut bezahlter Profis, die in der Lage sind, mit den Berufssoldaten anderer Länder mitzuhalten. Nur eine Berufsarmee aus Spezialisten, die sich bewußt für ihren Beruf und damit auch für die Möglichkeit töten und notfalls eben auch fallen zu müssen entschieden haben, stellt ein Instrument dar, das sich auch für die Verfolgung der politischen und wirtschaftlichen Interessen des Landes und nicht ausschließlich zu seiner Verteidigung verwenden läßt. Und genau dafür wird die Bundeswehr bereits heute und in Zukunft sicherlich noch stärker eingesetzt, auch wenn das kein Politiker auszusprechen wagt.
    Andererseits ist es der blanke ökonomische Unfug, junge Männer zwangsweise aus ihrer Ausbildung oder ihren ersten Berufsjahren herauszureißen, um sie zu einer Verwendung in Militär- oder Ersatzdienst zu nötigen, zu der sie i.d.R. weder qualifiziert noch motiviert sind. Hierfür sprechen allenfalls fiskalische Gründe. Seinen "Beitrag für die Gemeinschaft" kann jeder viel effizienter leisten, indem er über seine Steuerzahlungen Mittel zur Verfügung stellt, die es dem Staat ermöglichen, qualifizierte Kräfte für die Bereitstellung öffentlicher Leistungen zu bezahlen. Das gilt sowohl für das Militär als etwa auch für die Pflege. Systemkonform für eine marktwirtschaftliche Demokratie sind Zwangsdienste jedenfalls nicht. Es ist kein Zufall, daß eine Wehrpflicht in Friedenszeiten in den für diese Gesellschaftsform archetypischen angelsächsischen Ländern weitgehend unbekannt ist.

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    Original geschrieben von Marek83
    Vor allem wäre das eine echte Alternative zu den ganzen HTC-Boliden die zwar einen guten Empfang haben, allerdings das Betriebssystem zu überladen ist. Das Nüvifone scheint genau die Dinge zu haben die Otto-Normalverbraucher benötigt. Nicht mehr und nicht weniger.


    Es geht mir auch so, daß ich mit den HTC-Geräten aus irgendeinem, ehrlich gesagt nicht vollstständig rational begründeten Grunde nie so recht anfreunden konnte. Ich hoffe das Nüviphone erhält eine ähnlich benutzerfreundliche Oberfläche wie Garmins PNA´s und sie vermasseln es nicht bei den Telefonfunktionen. Auf jeden Fall hat Garmin den Trend richtig erkannt. Wenn in Zukunft in immer mehr Handys GPS-Empfänger eingebaut werden, wird den PNA´s das gleiche Schicksal blühen wie PDA´s und einfachen "Schnappschuß"-Digitalkameras: Sie werden zu Nischenprodukten. Das "all in one"-Konzept ist einfach ziemlich bestechend.

    Ich finde das Konzept auch ziemlich interessant. Statt dem PDA-Phone kommt jetzt wohl das PNA-Phone. Ich würde ziemlich viel darauf wetten, daß Handy-Navigation die kommende "Killer-Applikation" ist. Die Entwicklung bei Nokia, Samsung und jetzt ja sogar SE scheint ja eindeutig darauf hinzuweisen. Nur Motorola scheint diesen Trend wieder zu verschlafen und das obwohl sie z.B. mit dem A780 doch einmal Vorreiter waren. Auf jeden Fall würde ich nach den Erfahrungen mit Offboard-Lösungen die hier angekündigte Onboard-Navigation präferieren.

    Re: It's the economy...




    Ich sehe mit großer Freude, daß ich doch nicht der einsame Rufer in der Wüste bin. Völlige Zustimmung zu Deinem Beitrag. ;)



    Es tut mir ja selbst leid das zu sagen. Ich bin aufgrund ihrer unsoliden familien- und gesellschaftspolitischen Vorstellungen ja nun wirklich kein Anhänger der FDP. Aber nachdem sich die Merkel-CDU (auch unsere Kanzlerin ist von ihrer Sozialisierung im FDJ-Blauhemd ja nie wirklich losgekommen) inzwischen nahtlos in die lange Kamel-Karawane in die Staatswirtschaft eingereiht hat, verbleibt als letzter Vertreter der marktwirtschaftlichen Vernunft nunmal nur noch die FDP. Es ist ja kein Geheimnis, daß die CDU-Mittelstandsvereinigung schon seit längerem mit dem Gedanken spielt, geschlossen zur FDP überzutreten, da sie gegenüber den Herz-Jesu-Sozialisten in der CDU inzwischen jeglichen Einfluß verloren haben.


    Ich finde es ebenfalls erschreckend, daß die Kommunisten jetzt sogar im Westen Fuß fassen können. Leider war, wie uns die Geschichte lehrt, Rationalität noch nie die Stärke des deutschen Wählers.


    Auch ich fand Koch nicht überzeugend, er hatte als Ministerpräsident schließlich genügend Gelegenheit, gegen die von ihm angeprangerten Mißständnisse vorzugehen. Trotzdem war das, was er gesagt hat ja nicht falsch.


    Ampel jedoch kommt mit absoluter Sicherheit nicht, die FPD als letzte im Parlament vertretene Partei, die noch einen Hauch von ökonomischer Vernunft vertritt und daher einen stetigen Bedeutungszuwachs zu verzeichnen hat, wird bestimmt nicht als Steigbügelhalter für eine rot-grüne Regierung fungieren. Da werden sie doch eher die SPD zwingen, durch eine Rotfrontregierung ihre häßliche sozialistische Fratze zu zeigen.


    PS: Nachdem die CDU jetzt doch stärkste Partei geworden ist, dürfte auch eine große Koalition entgültig erledigt sein, Frau Ypsilanti wird wohl kaum Herrn Koch zu Ministerpräsidenten wählen. Damit dürfte die Rotfrontregierung wohl ziemlich sicher sein.