Beiträge von schmidt3

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    Original geschrieben von bernbayer
    Die Folgen müssen aber die Bürger austragen, nicht die Politiker welche falsche Politik propagieren.


    Ich fürchte, das ist Politikern im Wahlkampf schlichtweg egal. Wenn es darum geht, die eigenen Pfründe zu verteidigen bzw. neue zu erobern, interessiert ausschließlich, was Stimmen bringt und nicht, was möglicherweise gut oder schlecht für das Land ist. Und die Forderung nach Mindestlöhnen bringt nun einmal Stimmen. Nach relativ neuen Umfragen spricht sich eine Mehrheit der Anhänger aller Parteien inklusive der FDP(!) für Mindestlöhne aus. Es ist den Leuten einfach nicht zu vermitteln, wie kontraproduktiv das wäre.

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    Original geschrieben von bernbayer
    Nicht nur populistisch, sondern auch noch falsch und schädlich für die Arbeitsplätze. Übrigens habe ich als "Rot-Grün" an der Regierung war nichts davon gehört, da hätten sie das was jetzt gefordert wird, umsetzen können.


    Na, da sie schon an der Regierung waren, wäre es für sie ja auch unsinnig gewesen, die Wirtschaft bewußt abzuwürgen. Jetzt können sie immerhin darauf hoffen, daß eine Verschlechterung der wirtschaftlich Situation primär der Regierungschefin und ihrer Partei angelastet würde.

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    Original geschrieben von Erik Meijer
    Hm. Es mag durchaus sein, dass political correctness manchesmal übertrieben wird, aber Klima der Angst? Das finde ich dann wiederum absolut übertrieben. Das empfinde ich nicht als so schlimm, sondern habe nach wie vor das Gefühl zu allem und jedem frei meine Meinung sagen zu können.


    Na dann schaue Dir doch die Fälle Jenninger, Homann, Günzel und zuletzt Eva Herrmann an, um nur einige zu nennen. Diese Leute wurden ökonomisch-sozial vernichtet weil sie es wagten, bestimmte Benimmregeln der political correctness zu mißachten. Selbst ein erfolgreicher Ministerpräsident wie Günther Oettinger, der bei seiner Filbinger-Rede in seiner Landespartei auf fast geschlossene Zustimmung stieß, konnte nach dem konzertierten Aufjaulen der linken Presse nur durch einen bedingungslosen Kotau gerade noch einmal seinen Hals aus der Schlinge ziehen und ist seither eine lame duck. Seine Meinung über Hans Filbinger dürfte sich dadurch kaum verändert haben, aber er wird einen Teufel tun, sie noch einmal öffentlich auszusprechen. Die Pressekonferenz, in der Oettinger sich von seiner eigenen Rede distanzieren mußte, erinnerte schon erschreckend an die "öffentliche Selbstkritik", die sich in stalinistischen Systemen so großer Beliebtheit erfreute. Das bezeichne ich als Klima der Angst.

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    Original geschrieben von xoduz
    War das jetzt eine Wahrheit oder nur so allgemein eine Aussage? :D


    Einfach mal unvoreingenommen die Augen aufmachen und schauen, was so abläuft. Dann siehst Du es schon.
    Ich kann dazu allerdings, um auch mal wieder den Bogen zur TK zu schlagen, nur den Werbeträger eines neueren Mobilfunkdiscounters zitieren: "Das ist der Wahrheit." :p

    Ich bin gerne bereit jede meiner "Wahrheiten" zur Diskussion zu stellen. Viele andere sind das aber offensichtlich nicht mehr. Wer es in diesem Lande noch wagt, öffentlich Ansichten zu vertreten, die dem vorherrschenden Zeitgeist widersprechen wird schlicht und ergreifend fertig gemacht und zwar unabhängig in welcher Position er sich befindet. Das zu beobachten ist erschreckend und das ist ja auch das Ziel der Sache. Die Grals-Wächter der political correctness haben in diesem Land ein Klima der Angst geschaffen, das lediglich dazu dient politisch Andersdenkende mundtot zu machen. Mit Meinungsfreiheit hat das schon lange nichts mehr zu tun.

    Vor allem dürfen hier und heute die "Wahrheiten" nicht mehr angezweifelt werden, die von Emma oder Johannes B. Kerner verkündet wurden. Dies hat die sofortige soziale Vernichtung zur Folge, wie wir es ja gerade eindrucksvoll erlebt haben. Die heilige Inquisition ist ist eben wieder da und nennt sich jetzt political correctness und der Scheiterhaufen des dritten Jahrtausends ist offensichtlich das Fernsehstudio. Die blonde Eva Hermann eignete sich aber auch wirklich zu gut als konservative Hexe.

    Grenztruppjäger: Du hast mit deinen Äußerungen zu Familienwerten natürlich vollkommen recht. Daß es für ein Kind zweifelsfrei das Beste ist, wenn es sich zumindest in den ersten drei Lebensjahren in einer stabilen Beziehung zu einer festen Bezugsperson (und da wäre die Mutter doch tatsächlich eine mögliche Kandidatin) entwickeln kann, wird heute von keinem ernstzunehmenden Entwicklungspsychologen mehr bestritten. Diese simple Wahrheit auszusprechen, löst in unserer postfeministischen Gesellschaft allerdings unverzüglich heftige Abwehrreaktionen interessanterweise inzwischen auch von Männern aus. Sei jetzt bloß vorsichtig, nicht auch noch den Begriff "Autobahn" zu erwähnen, sonst wird an Dir wahrscheinlich unverzüglich der große politisch-korrekte Online-Exorzismus vollzogen. :D


    Jochen: Jetzt aber bitte nicht sofort ein Schloß, es wird doch gerade erst lustig. ;)

    Kaan: Na mit diesen drei Staatsbürgerschaften bist Du ja schon doppelt abgesichert, auch als griechischer staatsbürger kannst Du eigentlich kaum abgeschoben werden. ;)
    Deiner Meinung, Deutschland sei ein klassisches Einwanderungsland kann ich allerdings nur widersprechen, es war stets ein klassisches Auswanderungsland. Der Großteil der heute in Deutschland lebenden ausländischen Staatsbürger hat seinen Ursprung wohl in den Anwerbungsaktionen von "Gastarbeitern" in den 60er Jahren. Damals war der deal aber einmal ein ganz anderer. Da war weder von Daueraufenthalt noch von Familiennachzug die Rede, sondern es war geplant, daß die "Gastarbeiter" nach ein bis zwei Jahren in ihre Heimat zurückkehren. Es ist anders gekommen und da inzwischen 19(!)% der Bevölkerung in Deutschland ausländische Staatsbürger sind bzw. "Migrationshintergrund" haben, sind wir wohl de facto ein Einwanderungsland geworden. Das heißt allerdings nicht, daß dies immer zu weitergehen muß oder nach Ansicht vieler "Ureinwohner" auch nur soll. Daß die so häufig gescholtene "Leitkultur" in Deutschland eine abendländisch-christlich geprägte und auch irgendwie deutsche sein sollte, ist meiner Ansicht nach kein so ganz unbilliger Anspruch und hat wiederum nichts mit Rechtsradikalismus, sondern viel mehr mit dem Wunsch nach dem Erhalt der eigenen Identität zu tun. Daß uns dabei der Einfluß anderer Kulturen sicherlich gut tut ist ja unbestritten, er darf allerdings nicht zu weit gehen und irgendwann dominierend werden.


    Grenztruppjäger: Wie wohl die allermeisten Franzosen, Dänen, Polen oder Griechen auch, erlaube ich mir weiterhin primär Deutscher und erst in zweiter Linie Europäer sein zu wollen. DeGaulles Europa der Vaterländer ist mir wesentlich sympathischer als das bürokratische EU-Monstrum das man uns inzwischen aufzuoktroyieren versucht.



    Du schreibst, daß Du u.a. die türkische Staatsbürgerschaft besitzt. Solltest Du außerdem die deutsche haben, kann Dich natürlich niemand abschieben, egal ob arbeitslos oder nicht. Inzwischen ist der Erwerb einer doppelten Staatsbürgerschaft neben der deutschen meines Wissens nach im Regelfall aber ausgeschlossen und kann eventuell sogar zum Entzug der deutschen führen.
    Dein Geburtsort ist dabei vollkommen irrelevant, in Deutschland gilt zumindest vom Prinzip her noch das ius sanguinis und nicht wie in Frankreich oder den USA das ius soli. Deutscher ist also prinziell zunächst einmal derjenige, der deutsche Eltern hat, egal wo er geboren wurde. Amerikaner ist dagegen jeder der in Amerika geboren wurde, egal welche Nationalität seine Eltern haben.
    Ich habe oben von einer angemessenen Schonfrist gesprochen, die bei einem ausländischen Staatsbürger, der 30 Jahre in deutsche Sozialkssen eingezahlt hat natürlich deutlich höher sein muß als bei einem der hier noch niemals gearbeitet hat. Wenn Du ohne deutscher Staatsbürger zu sein hier aber z.B. nur ein Jahr sozialversicherungspflichtig gearbeitet hättest, sehe ich keinen Grund, warum der deutsche Staat z.B. für vielleicht die nächsten zehn Jahre Dein Auskommen sichern sollte. Und wenn Du hier geboren wurdest, steht einer Einbürgerung ja auch nichts im Wege.
    Das hat weder mit ausländerfeindlich noch mit brauner Ecke zu tun, sondern lediglich mit der Auffassung, daß sich ein Staat primär um die Interessen seiner eigenen Bürger zu kümmern hat, so wie sich eben ein Bürger durch seine Staatsangehörigkeit zum eigenen Staat bekennen muß, um in den Genuß dessen besonderen Schutzes zu gelangen. Und ich bezweifle stark, daß Du auf der Welt viele Länder finden wirst, in denen ausländische Staatsbürger ohne eigenes Auskommen und ohne das Vorliegen spezieller Gründe dauerhaft vom Staat unterhalten werden (von einem Sonderfall wie dem Staatenbund EU einmal abgesehen).

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    Original geschrieben von Semmal

    Zu der Aussage, kann ich aus persönlicher Erfahrung nur müde lächeln. Diese Ad Hoc-Einbürgerung, bei der die Ausweise wie Lose verteilt wurden, war ein großer Fehler.


    Semmal


    Unter dem Begriff (Spät)aussiedler werden Gruppen zusammengefaßt und teilweise aus ideologischen Gründen in einen Topf geworfen, die soziologisch nur sehr wenig miteinander zu tun haben. Seit den 60er Jahren sind Millionen Menschen mit deutschen Vorfahren und deren Angehörige v.a. aus der ehemaligen SU und anderen Ostblockstaaten nach Deutschland gekommen und haben sich über Jahrzehnte ganz ausgezeichnet integriert. Dabei handelte es sich bei den Aussiedlern zu einem großen Teil um Menschen, die tatsächlich (fast) ausschließlich deutsche Vorfahren hatten und auch der deutschen Sprache (leidlich) mächtig waren. Nur etwa ein Viertel der Personen, die damals einreisten hatten selbst keine deutschen Vorfahren und kamen mit ihren deutschstämmigen Angehörigen. Seit den späten 80er und v.a. 90er Jahren hat sich dieses Verhältnis allerdings annähernd umgedreht, d.h. viele der zuletzt gekommenen "Spätaussiedler" sind durchaus keine ethnischen Deutschen, sprechen garnicht oder kaum deutsch und wurden z.T. als Kinder und Jugendliche mehr oder weniger genötigt die SU bzw. Rußland mit der deutschstämmigen (Ur-)Großmutter zu verlassen. Unter dieser Gruppe der Jüngeren ist die Kriminalität in der Tat erschreckend hoch. Sie werden statistisch aber mit den früher gekommenen zusammengefaßt. So erklärt sich Deine subjektive Wahrnehmung einer hohen Kriminalitätsrate junger "Spätaussiedler", die de facto allerdings häufig eher junge Russen sind. Da die große Masse vor allem der früher ins Land gekommenen aber absolut gesetzestreue Bürger sind, ergibt sich für die Gesamtgruppe tatsächlich keine besondere statistische Auffälligkeit in der PKS. Und darüber, ob es richtig war, bei der Zuwanderung der zuletzt genannten Gruppe so großzügig zu verfahren, wie man es getan hat, kann man allerdings streiten. Darüber, ob es sinnvoll ist, jemanden mit einem deutschen Urgroßvater und sonst lauter Russen im Stammbaum noch als "deutschstämmig" zu bezeichnen übrigens ebenso.