Auf solche bereits in ihrer Formulierung höchstpolemischen Beiträge sollte man eigentlich gar nicht antworten, aber damit nicht der Eindruck entsteht, Siemensanier habe hier irgendwie Recht, mache ich es trotzdem:
ZitatOriginal geschrieben von Siemensanier
Respekt Herr Minister.
Haben Sie doch bereits nach Ihrem Grundwehrdienst die Truppe als Uffz d.R. verlassen.
Was hat der Wehrdienst mit Opel zu tun? Und was mit der Person des Wirtschaftsministers?
ZitatRespekt Herr Minister.
Waren sie doch als Aufsichtsratsmitglied (sofern Sie dieses Amt inhaltlich ausgefüllt haben) über Interner sehr gut informiert und konnten somit "rechtzeitig" die eigenen Anteile abstoßen. Böse Zungen nennen ein solches Handeln Insiderhandel und wenn sogar noch unbehelligt sogar Insiderhandeln "summa cum laude".
Wieder dummes Geschwätz von jemandem, der keinen Strich von der Sache versteht. Erstens heißt es "Interna", aber Latein wirst Du nicht gelernt haben.
Zweitens scheinst Du keine Ahnung von den Tatbestandsmerkmalen des § 38 WpHG zu haben. Dazu muß man nämlich nicht öffentliche Informationen, die geeignet sind, im Falle ihres öffentlichen Bekanntwerdens den Börsen- oder Marktpreis der Insiderpapiere erheblich zu beeinflussen, bei der Verfügung über Wertpapiere des gegenständlichen Unternehmens ausgenutzt haben. Hast Du irgendwelche Belege dafür, daß dies auf Herrn Guttenberg zutraf?
Als nächstes hast Du offensichtlich keine Ahnung über die Funktion des Aufsichtsrates. Der Aufsichtsrat ist kein Ehrenamt zum Wohl des Unternehmens, vielmehr ist er ein Kontroll- und Steuergremium, das von den Aktionären gewählt deren Interessen vertritt. Herr Guttenberg war also Mitglied des Rhön-Klinikum-ARs um die bedeutende Beteiligung seiner Familie und der daraus erwachsenen Interessen zu vertreten, was sein absolut legitimes Recht ist.
Ebenso legitim ist es, Aktien zu verkaufen, wenn man den Zeitpunkt für geeignet hält oder meinst Du, daß mit dem Aufsichtsratsmandat ein Verfügungsverbot einhergeht? Das wäre ja absurd.
Und was die "Rechtzeitigkeit" angeht, hat der Kurs der Rhön-Klinikum AG noch ein deutlich höheres Niveau erreicht. "Rechtzeitig" war der Verkauf vielleicht auf Jahressicht, langfristig dagegen nicht. Im übrigen ist der rechtzeitige Verkauf Ziel und Zweck der Wertpapieranlage.
Es ist also selten dämlich Guttenberg vorzuwerfen, er habe "rechtzeitig" verkauft. Das zeugt vielmehr von seiner wirtschaftlichen Analysefähigkeit. Und nebenbei bemerkt war er Aufsichtsrat und nicht Vorstand.
Wie intensiv der Informationsfluß, insbesondere von Insiderinformationen, bei der Hand voll AR-Sitzungen gewesen sein kann, sei einmal dahingestellt.
ZitatRespekt Herr Minister.
Haben sie doch nur von November bis Februar auf dem Schleudersitz eines Generalsekretärs verbringen müssen. Um dann glücklicherweise nicht in die Gesundheitspolitik, wo Sie ja dank ihres Aufsichtsratsmandates bestimmt mehr Erfahrung hätten als ihr Vorgänger, sondern in die Wirtschaftspolitik wechseln zu können. Ihr außenpolitisches Wirken erwähnen wir jetzt erst gar nicht. Nur soviel zum Thema Fachwissen und politischer Einsatzkompetenz.
Was hat das mit Opel und Guttenbergs Person zu tun? Willst Du Guttenberg Personalentscheidungen Dritter anlasten? Was soll dieser schwachsinnige Vortrag?
ZitatRespekt Herr Minister,
dass Sie einem Herrn Stronach misstrauen.
Guttenberg wird im Gegensatz zu Dir, sein Gegenüber nicht nach der Physiognomie beurteilt haben, sondern die geringe Finanzkraft Magnas bzw. deren auf Fremdfinanizerung basierendes Konzept als Grundlage für seine ablehnende Haltung herangezogen haben. Der unternehmerische Erfolg Stronachs ist absolut nachrangig. Entscheidend ist nicht die Erfolgshistorie Stronachs sondern die aktuellen Sicherheiten Magnas für die Finanzierung einer etwaigen Opel-Übernahme.
Das, aber damit überfordere ich Dich vermutlich, ist übrigens einer der Hauptauslöser der Finanzkrise, denn die Amerikaner gewähren bis heute Kredite nicht entsprechend der Besicherung, sondern aufgrund der bloßen Tatsache, daß frühere Kredite zurückgezahlt wurden (sog. credit reports). Du würdest also in amerikanischer Mentalität einfach auf Risiko gehen, weil Stronach bisher nie auf die Schnauze geflogen ist? Wenn er sich so sicher ist, wieso finanziert Stronach die Übernahme nicht mit einem Darlehen aus seinem Privatvermögen?
ZitatKein Respekt dafür Herr Minister,
dass Sie dieses Misstrauen gegenüber kapitalistisch agierender Personen öffentlich nicht im Klartext benennen, sondern sich hinter einer Planinsolvenz verstecken.
Da haben wir Dich wieder. Du vermengst wieder einmal eine Kapitalgesellschaft mit einer ihr verbundenen Person. Es geht hier aber nicht um Personen, sondern um Tatsachen. Und wenn Herr Guttenberg den Finanzierungsplan für unsicher hält, dann reicht es das soweit zu statuieren. Wie möchtest Du das gerne? Soll Guttenberg Herrn Stronach ein Arschloch nennen, damit auch der letzte Bildleser die Ablehnung des Finanzierungsplan verstanden hat?
ZitatSie offenbar an dem Geschäftsmodell, entwickelte neuartige Antriebstechnik welche sich über die übrigen Absatzkanäle nicht an die Autoindustrie verkaufen lässt, auf diesem Wege auf die Strasse zu bringen, kein gefallen finden.
Super! Neuartige Antriebstechnik! Die mußt Du erstmal zur Marktreife entwickelt haben, produzieren und absetzen und zwar in einem solchen Umfang, daß sämtliche Investitionen refinanziert werden. Das alleine würde bei solch kostenintensiven Technologien vermutlich eine halbe Dekade dauern, aber Du willst damit gleich noch die übrigen Verbindlichkeiten ablösen? Mit irgendeinem Prototypen kann mann keine fälligen Milliardenverbindlichkeiten begleichen und wenn das so wäre und Opel derart revolutionäres Knowhow besäße, dann wäre die Anzahl der Interessenten weitaus länger. Abgesehen davon sind die Fragen um die an GM und ihrerseits wiederum im Wege der Sicherheitsübereignung an Banken übertragenen Patente offen. Außerdem hat die gesamte Opel-Technologie beschränkten Wert, nachdem sämtliches Knowhow in Kopie in Detroit liegt.
ZitatRespekt hätten sie von mir dafür verdient,
wenn sie nicht der politischen Karriere wegen, am politischen Amt festhalten würden. Sondern offen den Schritt, 1.5 Mrd € mit zu tragen, verwehrt und ihren daraus resultierenden Rücktritt erklärt hätten.
Soll er das Ruder etwa komplett den Kommunisten überlassen? Durch seinen Rücktritt würde sein Amt womöglich schnell durch irgendeinen Populisten besetzt und so der Untergang unseres Landes nur beschleunigt werden.
ZitatSo sind Sie jedoch ebenfalls einer derer die im politischen Berlin angekommen sind. Hätte Sie gerne in der Reihe eines Laurenz Meyer oder Friedrich Merz stehen sehen.
Resekt, nur die Frage wofür?
Kläre erstmal, wie man das Wort schreibt, bevor Du dessen Bedeutung und wem diese gebührt erörterst.