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Original geschrieben von Siemensanier
Mich würde mal interessieren ob du beispielsweise "Jacques' Wein-Depot" als gut sortierten Fachhandel bezeichnest?
Ehr bedingt… Jacques ist halt eine Handelskette. Der Betreiber der Läden hat wenig Einfluss auf die Produkte, die er verkauft. Wenn ich das Konzept korrekt verstehe, ist der Betreiber noch nicht einmal Eigentümer der Ware, sondern wird es erst durch den Verkauf und tritt 20% des Umsatzes an den Mutterbetrieb, also den Franchise Geber (Mutterkonzern) ab. In dem letzten Laden, in dem ich war, hatte das Personal und der Inhaber noch nicht einmal Ahnung von Weinen, sondern sahen dies als „Geschäft“!
Literweine und ähnliches wird man dort wohl auch ehr weniger finden, da Jacques sich an den Endkunden wendet und weniger an die Gastronomie! Jacques kauft auch nur bei Erzeugern, die eben große Mengen garantieren können. Das ist dann eben nicht immer die beste Qualität, sondern bei Einkauf ehr auf Masse und Preis ausgerichtet. Das heißt nicht, das alle Weine dort schlecht sind. Was mir jedoch gefällt ist mir dort allerdings wenn überhaupt vorhanden, schon zu teuer! Dennoch war auch ich war schon das eine oder andere Mal in einem Jacques Wein Depot, allerdings ehr als Notlösung. Bei den deutschen Weinen findet man zum Beispiel hauptsächlich Genossenschaftsweine. Spitzengüter und auch die kleinen Weine von Spitzenweingüter (die man auch schon für 5-10 Euro kaufen kann) sucht man dort allerdings ehr vergeblich!
Ein Fachhandel ist für mich der kleine Laden oder die kleine regionale Kette an der Ecke, der direkt bei den Winzern ordert und dann eine halbe Palette geliefert bekommt oder Vertreter mehrerer Weingüter zum verkosten vorbeikommen, wo der Inhaber auch mal direkt Weingüter ansteuert und selbiger, wie das Personal weiß, wovon es redet!
Und das schließt auch kleine Erzeuger oder Spitzenerzeuger mit ein.
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Original geschrieben von Siemensanier
Hatte einmal die Gelegenheit eine Genossenschaftsabfüllerei zu besuchen. Vor mir stand ein riesiger Edelstahltank mit 2 Abgängen. Einer führte zu einer Flaschenabfüllung, der Andere zur Kartonabfüllung. Beide gleichzeitig in Betrieb.
Wie gesagt, Genossenschaftswein muß nicht schlecht sein und aus Spitzenlagen machen auch die dort ziemlich guten Wein! Man darf bei den über Menge generierten Wein von Genossenschaften aber nie vergessen, das viele Kleinwinzer die Produktion dort abliefern und nicht jeder 2betreibt“ seinen kleinen Weinberg gleich. Sprich unterschiedliche Qualitäten in einem großen Tank durchgemischt…!
Ein Beispiel aus Spanien: der für mich beste spanische Süßwein (Moscatell) kommt aus einer kleinen Kooperative (Genossenschaft)!
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Original geschrieben von Siemensanier
Die Aussage: "Ist doch egal wie der Wein schmeckt, auf die Verpackung und dem Etikett kommt es an." hat mich schon etwas nachdenklich gestimmt. Besondes da ja viele bei den Discountern erhältliche Weine genau aus solchen Genossenschaftsabfüllungen stammen.
Als Weinbauer muß man ein Spitzenerzeuger sein, ein sehr guter BWL’er und ein Marketingstratege!
Es stimmt das Menschen ganz klar durch das Auge geführt werden. Wirkt eine Verpackung hochwertig, spricht das Auge an und ist der Inhalt auch noch günstig: gekauft!!!
Wenige kleine Weingüter bekommen das wirklich überragend hin…
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Original geschrieben von Siemensanier
Nunja, nicht jeder kann direkt bei einem Winzer einkaufen, aber auf eine wahre Herkunft sollte man meines Erachtens schon achten. Und da tun sich die Discounter leider oftmals schwer, da dies schon alleine der Masse geschuldet ist.
Also ich hab schon italienische und spanische Wein gesehen, die in Deutschland abgefüllt wurden… Ich bin überzeugt das die wenigsten darauf achten wer der Abfüller ist. So was weißt übrigens nicht unbedingt auf Qualität hin! Im übrigen kann man bei wirklich vielen Winzern inzwischen auch über das Internet bestellen. Die Preise sind allerdings nicht viel niedriger als im Fachhandel, da man sich gegenseitig auch nicht die Preise kaputt machen will. Der Vorteil jedoch: Man unterstützt direkt einen Erzeuger.
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Original geschrieben von stanglwirt
ist das so? also ich bin kein weinkenner, aber wenn ich in den kleinen weinladen gehe, denke ich mir bei den 5€ / 8€ -weinen immer, daß die bestimmt auch nix anderes sind wie die teile beim discouter. denn der kleine laden muss ja auch von was leben und bessere preise als der discounter bekommt er beim einkauf auch nicht...
ja das ist so!
Für 5-10 Euro erhält man wirklich gute Weine. Die Mehrzahl die wir trinken, liegen so zwischen 7 und 10 Euro!
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Original geschrieben von Siemensanier
Das kann schon der Fall sein. Wenn der kleine Weinhändler direkt vom Erzeuger und somit Erzeugerabfüllung einkauft. Da fehlt nämlich dann jemand in der Wertschöpfungskette der auch noch davon leben will, oder sogar andere Grundnahrungsmittel damit quersubventioniert.
Genau so sieht es aus! 