Beiträge von Martyn

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    Original geschrieben von Sencer
    Ich denke, dass der große Schwenk in Richtung neoliberale Politik es war, welcher der Union so stark geschadet hat. Die die so denken, haben lieber gleich die FDP gewählt;


    Bei dieser Wahl gab es keinen eindeutigen Schwenk der Bevölkerung, sondern einige haben einen neoliberalen Schwenk zur FDP gemacht, die anderen aber den aber einen sozialen Schwenk zur Linkspartei.PDS.


    Jetzt nur eine der beiden Richtugen zu beachten wäre falsch, man muss beide Richtungen beachten, und das Land wieder einen.


    Ansonsten: Ne grosse Koalition halte ich für sehr schwer zu realisieren, da in der SPD dafür eigentlich keine geeigneten Führunspersonen für eine diese Konstellation zur Verfügung stehen. Schröder will sicher nicht den Juniorpartner machen, Clement will sowiso gehen, Müntefering ist für eine grosse Koalition zu links.

    Auf jeden Fall ist ein Bundestag mit fünf Parteien wesentlich intresannter als ein Bundestag mit vier Parteien.


    Dann hoffen wir mal das es entweder zu Schwarz-Gelb-Grün oder Rot-Gelb-Grün kommt, so eine Regierung wäre durchaus handlungsfähig, und die beiden kleinen Koalitionspartner haben immer noch die Möglichkeit durch ein konstruktives Misstrauensvotum auf die Notbremse zu drücken.


    Nur für die armen Dresdener wird es jetzt unintresannt wählen zu gehen, egal was sie wählen, Schwarz-Gelb, Rot-Gelb und Rot-Grün gehen sowiso nicht. Und die ganzen Dreier und die grosse Koaliton gehen auf jeden Fall. Sie können sich dann nur noch aussuchen ob sie einen CUDler oder einen SPDler als Direktkandidaten wollen, und über die Liste geht vielleicht auch noch einer oder zwei, wenn auch unwahrscheinlich.

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    Original geschrieben von Stefan
    Bleibt noch Schwarz-Gelb-Grün. Die Variante ist mir garnichtmal so unsympathisch, sicher eine "beweglichere" Koalition als Schwarz-Rot.


    Für wirklich realistisch halte ich das allerdings auch nicht, den die Grünen würden sicher so einige Forderungen mitbringen.


    Könnten sie dann auch, denn die Grünen hätten dann immer noch gegenüber einem Unionskanzler die Möglichkeit, ihn durch ein konstruktives Misstrauensvotum mit der SPD und der Linkspartei ihn durch einen SPD Kanzler zu ersetzen.


    Das sind Verhältnisse die mir gefallen ... statt dem ewigen Rot-Grün vs. Schwarz-Gelb und sonst nichts.


    Dann noch kurz die Stimmenverteilung, die Sitzverteilung hat ja DJ Wisedom schon gepostet.


    Erststimmen
    gültige Stimmen: 47.028.745


    Union: 19.219.054 (40,87%)
    Sozialdemokraten: 18.075.859 (38,44%)
    Linke: 3.733.390 (7,94%)
    Grüne: 2.532.353 (5,38%)
    Freidemokraten: 2.200.915 (4,68%)
    Sonstige: 1.267.174 (2,69%)


    Zweitstimmen
    gültige Stimmen: 47.121.294


    Union: 16.591.120 (35,21%)
    Sozialdemokraten: 16.148.240 (34,27%)
    Freidemokraten: 4.619.519 (9,80%)
    Linke: 4.086.134 (8,67%)
    Grüne: 3.826.194 (8,12%)
    Sonstige: 1.850.087 (3,93%)

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    Original geschrieben von autares
    Ich muss Laubi zustimmen. IMHO hätte es dieses Ergebnis mit Wulff bestimmt nicht gegeben.


    Täusch dich da mal nicht ... Christian Wulf hätt der Union sicher der Union so 0,3 - 0,8 Prozent mehr durch Sympatiestimmen eingebracht, aber das hätte das Wahlergebnis auch nicht soviel geändert.


    Es ist einfach so, das die Wähler zwar mit Rot-Grün nicht wirklich zufrieden waren, aber viele Wähler die Union auch nicht als Kompetenter ansehen und ihr den Regierungsauftrag erteilen wollten.

    So wie es aussieht könnte die SPD doch noch stärkste Fraktion nehmen ... und da die FDP jetzt auf jedem Fall drittstärkste Franktion ist ... ist das doch eine gute Zusammensetzung, auch wenn es Rot-Gelb nicht als Koalition geben wird. :top:

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    Original geschrieben von igel-online
    Der Wähler hat den Parteien hiermit den Auftrag gegeben, den Karren Deutschland gemeinsam aus den Dreck zu ziehen. Wenn sich unsere Politiker ernsthaft mit dem Wahlergebnis auseinandersetzen und sich entsprechend kompromißbereit und reformbewusst verhalten würden, sollte dies auch möglich sein.

    Ich denke eher die Wähler haben sowohl die Union als auch die SPD abgestraft.


    Nicht der Regierungsauftrag, aber wenigstens ein Apell, ging auf der einen Seite auf die FDP notwendige Reformen einzuleiten um Wirtschaft und Forschungsfreiheit zu stärken, und auf der anderen Seite an die Linkspartei den Sozialstaat soweit wie möglich zu erhalten.


    Die Regierungsparteien müssen jetzt unbedingt Beides möglichst unter einem Hut bringen und umsetzen sonst wird das nicht, und sie verlieren noch weiter, während der liberale wie auch sozialistische Rand zulegen.

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    Original geschrieben von Stefan
    Man muss sich wirklich fragen, Martyn, warum Du überhaup wählen gegangen bist. Wenn Du dieses Ergebnis allen Ernstes gutheißen kannst, verlierst Du den letzten Funken Respekt und Glauben an den gesunden Menschenverstand in meinen Augen.


    Natürlich ist ne Pattsituation ansich für die Regierbarkeit nicht so toll.


    Aber ich hoffe das dadurch den grossen Parteien klar wird, das man z.B. wie die Union nicht nur die Intressen der Unternehmen und klassischen Familien oder wie die SPD die Intressen der klassischen Arbeitnehmer vertreten kann.


    Sondern das ihnen klar wird, das man die ganze Bevölkerung halbwegs vertreten muss, auch wenn man eine Gruppe im Fokus haben darf. Man muss einfach auch auf die Belange der Selbständigen, Schüler, Studenten, Wehrdienstleistenden, Alleinerziehenden, WGs, Grossfamilien, ... Rücksicht nehmen muss.


    Mal ehrlich: Wenn es für Rot-Grün gereicht hätte wäre alles weitergegangen wie bisher. Wenn es für Schwarz-Gelb gereicht hätte, im Prinzip auch, nur noch ein bisschen mehr Überwachungsstaat und Marktradikalismus.


    So denken die Parteien vielleicht nach was sie falsch gemacht haben, das zur Spaltung der Menschen geführt hat.

    In Bayern hat die Linkspartei.PDS immerhin 3,4% erreicht.


    Wisst ihr was ich mir wünsche: Das die Linkspartei.PDS auch hier bei den Landtagswahlen (imho 2007) die 5% knackt und in den Landtag einziehen kann. Allein der Gesichtsausdruck von Edmund und Güther für diesen Fall wäre unbezahlbar.

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    Original geschrieben von John1281
    Ich fand die Theorie eines Politikwissenschaftlers im ZDF vorhin sehr interessant.
    Schröder lässt sich zur Wahl des Kanzler aufstellen, die Stimmabgabe ist geheim und einige Abgeordnete von Linke/PDS wählen ihn mit. Dann hat er eine Minderheitsregierung mit den Grünen und muss sich eben vor jeder Bundestagsabstimmung einige Stimmen bei Linke/PDS leihen.
    Dass es zu derartigem kommt, ist nicht einmal unwahrscheinlich. Ich plädiere auf Neuwahlen. Wäre das beste fürs Land...


    Eine erneute Auflösung des Bundestags in so kurzer Zeit kann weder der Bundespräsident noch das Bundesverfassungsgericht tragen, ohne das Gesicht zu verlieren.


    Ausserdem:


    Wir brauchen in Deutschland Politik, die dem Wunsch der Unternehmen nach mehr Markt und der Bevölkerung nach einem Sozialstaat gerecht wird.


    Eine Politik die nur den Unternehmen mit dem Wunsch nach mehr Markt gerecht wird, aber dabei den Sozialstaat so schwächt, das er das Wort "sozial" nicht mehr wert ist oder eine Politik es Sozialstaats, der die Wirtschaft in hohem Maße abwürgt, sind beides die falschen Wege.


    So ist das Wahlergebniss das Beste was passieren konnte ... das ist ein Moment in dem man mit dem Land und der Bevölkerung zufrieden sein kann. :top: