ZitatOriginal geschrieben von qwasy
Es gibt Rahmenbedingungen, die kann man gut beeinflussen und solche, die nur in ganz engen Grenzen änderbar sind. Die internationale Entwicklung samt Globalisierung ist nunmal eine Herausforderung für jedes Land, der man sich stellen muss. Dagegen kommt man nicht an, erst recht kann man sie nicht verhindern oder aufhalten - egal ob einem die dahinter stehende Theorie passt oder nicht. 5 Millionen Arbeitslose sind "nicht so gut gehen?" Angesichts des Potenzials, das D hat, ist es erbärmlich, in welcher Liga wir mittlerweile spielen. Und daran ist die Politik zum großen Teil schuld, natürlich geht das auch bis in die letzten Jahre Kohls zurück. Aber Schönreden ist das letzte, was ein verantwortungsvoller Politiker machen sollte. Nicht ohne Grund herrscht parteiübergreifender Konsens bei der Beurteilung der Lage in Deutschland. Warum Du das anders siehst wird mir nicht klar.
Unabhängig von der Frage ob man die Globalisierung aufhalten könnte, würde ich auch sagen das man das auf keinen Fall tun darf. Mit der richtigen Politik ist die Globalisierung nicht nur eine Chance für Schwellenländer und Niedringlohnländer, sondern auch für Länder wie Deutschland.
Ich glaube da sind wir zwei uns wohl einig. Allerdings gehen unsere Meinungen wohl darüber auseinander was die richtige Politik dafür ist.
Du tendierst das Wirtschaftsystem in Deutschland auf breiter Front zu marktradikalisieren um in allen Wirtschaftssektoren eine besser Position gegenüber Niedriglohnländern zu haben. Allerdings geht dann wohl unser Sozialsystem dabei drauf. Und das ist genau das was ich nicht will.
Ich hingegen tendiere das man unser Sozialsystem zwar reformieren sollte, aber trotzdem ein Sozialsystem erhalten sollte, das auch wirklich ein Sozialsystem ist und nicht nur so heisst. Nicht das wir dann Zustände wie in den USA haben. Deutschland muss begreifen das man in einigen Wirtschaftszweigen nicht mit Niedriglohnländern mithalben kann, dafür aber die Chance bei anderen Wirtschaftszweigen nutzen muss. So gesehen kann Deutschland auch vom Wirtschaftsaufschwung anderer Länder provitieren.
Jetzt zu den Arbeitslosen: Für jeden einzelnen der fünf Millionen arbeitslosen Bürger ist es schlimm Arbeitslos zu sein, und jeder Arbeitsloser ist ein Arbeitsloser zuviel. Aber ich denke nicht nur Deutschland hat ein Problem mit der Arbeitslosigkeit, sondern auch alle anderen Vergleichbaren Länder. Denke das es in Frankreich, Italien, Irland, ... nicht viel anders aussieht. Werd mal da nach Zahlen googlen.
Mit richtiger Wirtschafts-, Sozial-, und Bildungspolitik könnte auch die Zahl der Arbeitslosen gesenkt werden, wenn auch nicht so kurzfristig.