Zitat
Original geschrieben von Erik Meijer
Aber mal ein Beispiel aus der Praxis. Ich hatte vorhin einen Kunden, der lange arbeitslos war, jetzt wieder einen Job hat. Hat mich gebeten, die Kreditrate auszusetzen für einen Monat. Nicht etwa, weil er die nicht zahlen kann (das hat er während der Arbeitslosigkeit immer geschafft). Sondern: "dann kann ich nochmal in Urlaub fahren". Super Einstellung sowas... 
Ich kann die Situation nicht beurteilen, da ich deinen Klienten nicht kenne, aber:
Es ist doch besser wenn er jetzt nochmal Urlaub macht, als wenn er erst ein paar Monate arbeitet und dann an seinen Arbeitgeber sofort mit einem Urlaubswunsch herantritt, der Arbeitgeber das falls auslegt, er deswegen seinen Job verliert, und wieder in der Arbeitslosigkeit landet.
Ein Luxusurlaub für Langzeitarbeitslose muss sicher nicht sein, aber ich denke auch der Alltag von Langzeitarbeitslosen kann frustrierend Genug sein, so das er sich den Urlaub aus moralischer Sicht durchaus verdient haben kann, und vielleicht ist es auch für die Motivation ne gute Sache mit einem Urlaub erstmal einen Schlussstrich unter das Erwerbslosenleben zu ziehen.
Ansonsten kann ich mangelnde Motivation unter Langzeitarbeitslosen durchaus verstehen. Denn bei der jetzigen Wirtschaftslage, hat jemand der erstmal längere Zeit aus dem Job ist, vielleicht sein Wohnungseigentum dadurch verloren hat, und wegen der Arbeitslosigkeit sich nicht in seiem Beruf weiterbilden konnte eh keine Chance mehr einen qualifizierten Job mit entsprechender Verdienstmöglichkeit zu bekommen, so das er seinen Lebensstandard durch eine Rückkehr ins Erwerbsleben verbessern kann.
Und wenn man trotz Job keine Chance mehr auf Weiterbildung, beruflichen Aufstieg und Verbesserung des Lebensstandards hat ... warum dann überhaupt noch anstregen. Verhungern können sie einem nicht lassen, und wenn man erstmal lange Arbeitslos ist und ein bestimmtes Alter überschritten hat bekommt man im Erwerbsleben eh keine Jobs mehr die nur mehr als das blanke Überleben sichern.