Zitat
Original geschrieben von Milhouse
Kann mal einer für einen Laien erklären, was "Progressive-Material" ist?
ich versuchs mal:
Definition:
= fortlaufende Austastung
Bildaustastverfahren in der Videotechnik. Hierbei werden die einzelnen Zeilen des CCD-Chips einer Videokamera fortlaufend von oben nach unten ausgetastet.
Löst die Probleme des Interlaced Scan, erreicht eine höhere vertikale Auflösung und harmoniert besser mit der Computerwelt und anderen modernen progressiv arbeitenden Displays.
Funktionsweise
Wie beim Interlaced Scan werden auch hier die (bei PAL) 576 Zeilen Bildinformation ausgelesen, der nächste Arbeitsschritt entfällt aber: Die ausgelesenen Zeilen werden nicht paarweise addiert. Die Lichtempfindlichkeit ist daher deutlich geringer. Stattdessen werden die 576 Zeilen in Form von zwei aufeinanderfolgenden 288-Zeilen-Halbbildern aufgezeichnet. Anders als beim Interlaced Scan werden beim Progressive Scan die beiden Halbbilder aber exakt zur gleichen Zeit ausgelesen, es kann also zu keinem seitlichen Versatz von dargestellten Bildobjekten zwischen den Halbbildern kommen: das von Interlace-Bildern bekannte "Ausfransen" in Kammstrukturen entfällt.
Die Aufzeichnung und Weiterverarbeitung erfolgt wie beim Interlaced Scan. Aufnahmen im Progressive-Scan-Verfahren lassen sich also mit jedem PAL-Gerät abspielen. Der Bildeindruck unterscheidet sich aber vom bisher üblichen Interlace-Video, entspricht eher dem Eindruck von auf Video kopierten Spielfilmen und kann von sensiblen Naturen als leichter Stroboskop-Effekt wahrgenommen werden: Die Bewegungsauflösung ist durch die halbierte Abtastfrequenz geringer. Gleichzeitig wird die Bewegungsunschärfe durch die längere Standard-Belichtungszeit vergrößert (1/25 Sekunde gegenüber 1/50 Sekunde bei Interlaced Scan). Auch bietet Progressive Scan eine deutlich erkennbare höhere vertikale Auflösung (weil keine Zeilenaddition stattfindet), die sich aus wahrnehmungsphysiologschen Gründen stärker auswirkt als physikalisch und rechnerisch erklärt werden kann.
Vor- und Nachteile
Leider hat die Sache einen Haken: Es sind bereits mehr als 1 Milliarde Interlaced-Scan-Fernsehgeräte im Umlauf. Und: Echte Progressiv-Signale tendieren bei der Wiedergabe auf Interlaced-Scan-Monitoren dazu, bei feinen vertikalen Details zu flickern, was zum Teil daran liegt, dass Interlaced-Scan-Monitore nicht exakt synchron zu Progressiv-Signalen arbeiten.
Anwendung
25p: Auf Computer- und anderen Progressive-Displays sehen 25p-Aufnahmen besser aus. Soll 25p-Material aber auf Film belichtet werden, muss einiges beachtet und sichergestellt werden, dass aus den progressiven Halbbildern wieder Vollbilder erzeugt und ausbelichtet werden.
Einige HDTV Standards bieten Progressive Scan an.
Geschichte
In der Anfangszeit der Fernsehsysteme verhinderten technische Probleme progressiv arbeitende Verfahren. Zwar ist das Problem der Übertragung und des Empfangs von progressiven Signalen technisch einfacher zu lösen als bei Interlaced-Signalen, bei der Entwicklung der Fernsehsysteme in den 1920er Jahren konnte sich aber niemand vorstellen, wie ein halbwegs brauchbares Bild in die damals verfügbare Bandbreite zu pressen war – bei einer Bildwiederholfrequenz, die nicht dem Auge wehtat.
Erst vor kurzem führten überragende digitale Kompressionsverfahren und der Wunsch nach besserer Bildqualität zur Entwicklung progressiv arbeitender Aufzeichnungsverfahren.
Quelle
da gabs mal ein schönes Bild dazu, aber ich kanns nicht auftreiben moentan, damit kapiert es jeder.
CU
Dennis