Außerdem sollte man beachten, dass man im Gegensatz zum Verbrenner sozusagen immer vollgetankt losfährt.
Das ist deine Sicht.
Meine Sicht ist eher das ein vollgeladener e-Golf maximal 130km Realreichweite hat was etwa 8,5l Benzin entspricht. Also entspricht ein vollgeladener e-Golf nichtmal 1/6 Tankfüllung.
Dazu passt folgendes: Einer unserer Reparaturtrupps, der an Kanalschächten herum baut, nutzt seit Mitte 2017 einen elektrischen Stampfer. Dessen Akku hält für 25 Minuten volle Leistung. Wir waren bei dessen Anschaffung deshalb gespannt, wie das gehen soll. Oh Wunder, kommen wir mit 2 Akkus aus. Der eine lädt und der andere arbeitet. Mittags wird getauscht, dann ist meist noch um die 20 % auf dem vom Morgen drauf. Hätte ich nicht gedacht, ist aber so. Die Jungs stampfen eben doch nicht den ganzen Tag, was sie, würdest du sie fragen, tagein tagaus tun. Und weißt du, was die Beiden begeistert? Kein Abgas, in dem du stehst. Kein Leerlaufgeknatter, also ebenfalls RUHE.
In dem Fall macht ein Elektrogerät durchaus Sinn. Zweitakterabgas direkt unter der Nase ist wohl nicht so angenehm.
Nun ja. Autos sind auch nur Maschinen. Bei Maschinen ist der Auslastungsgrad ein entscheidendes Kriterium, wenn nicht das entscheidendste Kriterium, um die TCO zu reduzieren. (Deshalb nutzen wir mit unseren 2 Nachbarsfamilien zusammen EINE Waschmaschine und EINEN Trockner. Da kann man sich dann ordentliche Gewerbemodelle von Miele in die Waschküche stellen und trotzdem säckeweise Geld sparen. Gleiches tun wir bei Rasenmäher, PKW-Anhänger und diversen Garten- und Haushaltswerkzeugen, wie Bohrmaschinen, Multitools etc.
Auto oder auch Smartphone, Tablet, Notebook, Spielekonsole, Fernseher, etc. sind schon mehr als nur Geräte oder Maschienen. Da haengen einerseits Emotionen dran, und sie sind eben auch ein Stueck persoenlicher Raum. Denn es ist schon ganz praktisch wenn man z.B. seine persönliche Daten auf dem Notebook lassen kann und nicht alles loeschen muss. Oder wenn man nach einer langen Fahrt das Auto nicht noch am gleichen Tag komplett ausraeumen muss. Oder beides ein bisschen individuell gestalten kann.
Aber bei Waschmaschiene, Trockner, Anhänger, Bohrmascheine, etc.stimme ich dir zu.
Beim Rasenmaeher ist es etwas komplizierter. Zwar steht der auch meist ungenutzt rum, aber trotzdem kann man den nicht sehr gut teilen. Wenn man man in der Arbeit oder sonstwo unterwegs ist ist kann man nicht maehen, spaetabend kann man nicht maehen, wenn es regenet kann man nicht maehen - also wollen dann trotzdem alle (ziehmlich) gleichzeitig maehen.
So aehnlich waere es auch mit den vollautonomen Fahrzeugen.
Ich war letztes Jahr in Singapur. Dort fragen die Taxifahrer bei der Buchung, ob man gewillt ist, andere Fahrgäste mitzunehmen. Dadurch kollabiert ebenfalls der Nutzungspreis. Und trotz mindestens 30 Taxifahrten in 14 Tagen war ich bei keiner einzigen Fahrt allein mit dem Fahrer im Taxi. Auf meiner Route hat es sich immer so ergeben, dass ich irgendwo zugestiegen bin. Die Taxis in Singapur sind nach Einführung dieser "Entspannungsmaßnahme" aktuell zumeist Kleinbusse, klimatisiert, klasse ausgestattet, mit WLAN, Lademöglichkeiten.
Das finde ich persoenlich unsinnig. Wenn man sich schon ein Taxi ruft und zahlt will man moeglichst schnell ans Ziel. Wenn es nicht zeitkritisch ist tut es meist auch klassischer ÖPNV.
Und WLAN im Taxi ist in einer Grossstadt wie Singapur wo alle Mobilfunknetze top sind auch unnoetig. Man kann ein bisschen Datenvolumen sparen, aber solange dauert eine Taxifahrt ja normal nicht, das es da wirklich darauf ankommen wuerde.
Und der Rest ist nicht so beeindruckend. Klimaanlage ist auch in Europa Standard, und wer ein Zigarettenanzuenderladegeraet dabei hat und nett fragt darf bestimmt auch in unseren Taxis nachladen.
Sollte in kleineren Siedlungen das eigene Auto weiter Pflicht bleiben, wäre dies ggf. das endgültige Todesurteil für diese Siedlungen. Schließlich kostet ein Auto mehrere 100 € pro Monat
Natuerlich ist in den Kleinstaedten und Doerfern die Mobilitaet wesentlich teurer als in der Grossstadt - aber dafuer sind die Immobilienpreise und Mieten billiger - so das es sich dann oft wieder ausgleicht
Es zählt nicht mehr das Besitzen sondern die Möglichkeit zugreifen zu können. Das ist allemal wirtschaftlicher. Und was wirtschaftlicher ist, setzt sich durch. IMMER.
Nicht immer!