Wer kann mein Arbeitszeugnis bewerten?

  • Ich bräuchte mal kurz einen Rat von den einschlägigen Experten (und gerne auch neue Meinungsäußerungen :) ) hier. Ganz zum Schluss des Beitrages habe ich mal mein Posting aus dem vergangenen Jahr (ebenfalls in diesem Topic zu finden) angehängt, da das "Voraussetzung" für die jetzt folgende Frage / Schilderung ist:


    Ich habe im vergangenen August (Monatsanfang) meine Arbeitsstelle selbst auf den 15. Dezember gekündigt, und hätte theoretisch Mitte August bereits meine Überstunden abfeiern können. Auf Bitten des Chefs habe ich dann mit mir reden lassen und die "Startphase" des Überstunden-Abfeierns erst zum 12.09. begonnen - Gründe war die Urlaubszeit auf der Arbeit, außerdem wollte ich meine Kollegen tatsächlich nicht im Stich lassen. Aus diesem Grunde war ich einen Monat länger auf Arbeit, dieser Monat wurde mir per Lohnabrechnung ausbezahlt.


    Die Trennung lief meinerseits einwandfrei ab, was auch die obige Geste klar zeigt (es gab noch mehr Faktoren die ich aufzählen könnte). Nachdem also mein Arbeitsverhältnis zum 15.12.2014 offiziell geendet hat, habe ich am vergangenen Samstag mal angefragt, wo denn mein Arbeitszeugnis bleiben würde. Am Montag habe ich per Mail die Info bekommen, dass das "wohl vergessen wurde bzw. untergegangen ist" und man sich drum kümmern würde. Zwei Tage später, am Mittwoch, folgte dann der "Entwurf" per Mail. Dieser Entwurf ist - gelinde gesagt - eine absolute Frechheit. Das liegt nicht daran dass die Bewertung absichtlich und/oder ungewollt schlecht ist, es sind andere Faktoren:


    • - Das unten zu sehende Arbeitszeugnis wurde von ehemals 1,5 Seiten auf jetzt 1 Seite (mit großzügiger Formatierung) gekürzt, die halbe Seite wird dabei vom Unternehmensbild ausgefüllt
    • - als Datum ist der 06.11.14 gesetzt (warum auch immer - anscheinend wurde das Zeugnis ja "vergessen" - was diese Angabe dann soll, ist mir nicht bekannt)
    • - es wurden einige Tätigkeiten vergessen, im Prinzip wurde eigentlich das komplette bisherige Zeugnis drei mal geschüttelt und gerüht, anschließend noch gestampft


    Zum Hintergrund muss ich sagen, dass die Zeugnisse von zwei unterschiedlichen Personen stammen. Das bisherige Zeugnis (unten) wurde vom Ex-Chef geschrieben, der im Herbst 2013 vom jetzigen Chef "abgelöst" wurde (Aufgabengebiete wurden neu definiert). Beide Chefs haben defacto absolut keine Ahnung davon, wie Arbeitszeugnisse geschrieben werden. Dazu kommt, dass der "jetzige" Chef eine Kopie vom früheren Arbeitszeugnis von mir bekommen hatte, in dem ich bereits Änderungen vermerkt habe. Meine Vermutung ist, dass dieses Konzept schlichtweg verschlampt wurde. :mad:


    Frage: Wie würdet ihr diese Angelegenheit jetzt "regeln"? Da ich wie gesagt nicht im Streit gegangen bin (zumindest habe ich meinen Ärger nie rausgelassen - soweit hatte ich mich im Griff :D ) ist das Verhältnis noch relativ gut. In der Mail von Mittwoch steht auch klar drin, dass ich mir das Zeugnis angucken soll und ggf. Änderungen vermerken kann, die dann geprüft werden (ich gehe davon aus, dass die ohne große Murren einfach akzeptiert und abgetippt werden). Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass - egal wie die Mail formuliert wird - vllt. etwas auf "stur" oder "beleidigt" geschalten wird wenn man sieht, dass ich das "neue Zeugnis" komplett über den Haufen geworfen habe und mehr hanschriftliche Bemerkungen drauf sind, als computergeschriebene Zeichen... :D


    Ich bin einfach nur absolut sauer und empfinde das als Frechheit - deshalb habe ich auch absichtlich etwas Zeit verstreichen lassen und nicht direkt am Mittwoch geantwortet.


    Hinweis: Die damals gegebenen Ratschläge (Link zum Beitrag samt Meinungen dazu ) wurden von mir bereits in das an den Ex-Chef abgegebene "Konzept" mit eingearbeitet.






  • Hi.


    Prinzipiell hast du Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, welches deine Aufgaben im Unternehmen beschreibt und das vollständig. Da du/man nicht weiß, ob das Zeugnis im späteren Arbeitsleben nicht doch noch mal benötigt wird, würde ich mich jetzt darum kümmern. Zumal jetzt noch Leute im Unternehmen sind, die dich tatsächlich kennen und einschätzen können. Ich würde es also nicht auf die lange Bank schieben. Bei der Gelegenheit kannst du ja das Datum anpassen lassen. Üblich ist ja eine Datierung zum Ausscheiden aus dem Unternehmen. Ich hatte hier schonmal eine ähnliche Frage, das hat mein damaliger AG problemlos umgesetzt.



    Gruß Kai

  • Mozart40: Das ist mir alles klar - ich habe allerdings die Befürchtung, dass mein Anspruch (auf den ich mich ja auch wg. des bereits vorliegenden Zeugnisses berufen kann und auch werde) säuerlich aufgefasst wird und das dann - zusätzlich zu den von mir geforderten Angaben - vermerkt werden könnte (natürlich durch die Blume geschrieben). Konkret ist es hier so, dass ich mich als zu bewertender Arbeitnehmer besser mit den Gegebenheiten in Sachen Arbeitszeugnis auskenne, als mein Ex-Arbeitgeber, der mich jetzt bewerten darf/muss/soll.


    Die Frage ist also, wie ich das möglichst so übermittle, dass ich keine schlafenden Hunde wecke...


    Dennoch danke für deine bisherigen Tipps! :top:

  • bevor du da gross auf den tisch haust, würde ich mich erstmal doof stellen.
    offenbar habt ihr ja bereits darüber gesprochen als du ihm deine überarbeitete Version des alten Zeugnisses gegeben hast.


    daran würde ich erinnern bzw. in Anlehnung daran deine Fassung nochmals zuschicken. Aber kein altes Zeugnis mit handschriftlichen Änderungen sondern komplett so, wie du dir das vorstellst. Am besten noch so, dass er es per Copy & Paste einfach übernehmen kann.


    da er dir den entwurf vorab zur kontrolle geschickt hat, würde ich jetzt mal nicht davon ausgehen, dass er dir absichtlich kein gutes Zeugnis geben will. dann hätte er es dir direkt fertig geschickt.

  • Sende dem Chef nochmal höflich Deine Version des Arbeitszeugnisses (Copy+Past- fähig) mit der Bitte um Prüfung und Ausfertigung. Der Chef wird das vermutlich kommentarlos machen, weil er damit keine weitere Arbeit hat, und die Sache abschließen kann.


    Sofern dann wieder Unsinn zurückkommt, würde ich persönlich das ganze zeitnah in die Hände eines auf Arbeitsrecht spezialisierten RA's geben.


    Das Arbeitszeugnis ist eine wichtige Sache, die über den Erfolg zukünftiger Bewerbungen entscheidet. Da muss jedes Detail stimmen.

  • und wenn problemlos möglich - geh einfach zunächst mal da vorbei und schicke nicht "nur" ne Email.
    Das persönliche kann besser helfen.


    Wenn ich das richtig verstehe darf/soll dein Abschlusszeugniss dem alten Zwischenzeugniss entsprechen.
    Da es ja eh die selbe Firma ist würde ich persönlich so vorgehen dass ich das Abschlusszeugniss mit dem ich zufrieden war zu 100% als Abschlusszeugniss übernehmen lassen würde und das Zwischenzeugniss fortan nicht mehr für Bewerbungen einsetzen = da dürfte auch dein alter Arbeitgeber am wenigsten Bedenken haben denn er würde ja nichts neues über dich schreiben (Erweiterungen im Aufgabengebiet kann man natürlich trotzdem ergänzen).

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

  • Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    bevor du da gross auf den tisch haust, würde ich mich erstmal doof stellen.
    offenbar habt ihr ja bereits darüber gesprochen als du ihm deine überarbeitete Version des alten Zeugnisses gegeben hast.


    daran würde ich erinnern bzw. in Anlehnung daran deine Fassung nochmals zuschicken. Aber kein altes Zeugnis mit handschriftlichen Änderungen sondern komplett so, wie du dir das vorstellst. Am besten noch so, dass er es per Copy & Paste einfach übernehmen kann.


    da er dir den entwurf vorab zur kontrolle geschickt hat, würde ich jetzt mal nicht davon ausgehen, dass er dir absichtlich kein gutes Zeugnis geben will. dann hätte er es dir direkt fertig geschickt.



    Drüber gesprochen hatten wir, allerdings weiss ich ja aus eigener Quelle, wie's in meiner Ex-Firma zugeht (Stress-Level), daher kann ich die "Entschuldigung" meines ehemaligen Chefs ja sogar teilweise verstehen. Allerdings hatten wir immer ein sehr offenes Verhältnis, daher wäre ich davon ausgegangen, dass er mir das einfach nochmal direkt sagt wenn er die "alte" Vorlage nicht mehr hat. Böse Absichten unterstelle ich (bisher) auch nicht, deshalb werde ich das wohl so aufziehen - danke!



    Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Sende dem Chef nochmal höflich Deine Version des Arbeitszeugnisses (Copy+Past- fähig) mit der Bitte um Prüfung und Ausfertigung. Der Chef wird das vermutlich kommentarlos machen, weil er damit keine weitere Arbeit hat, und die Sache abschließen kann.


    Sofern dann wieder Unsinn zurückkommt, würde ich persönlich das ganze zeitnah in die Hände eines auf Arbeitsrecht spezialisierten RA's geben.


    Das Arbeitszeugnis ist eine wichtige Sache, die über den Erfolg zukünftiger Bewerbungen entscheidet. Da muss jedes Detail stimmen.



    Siehe oben - genau so werde ich vorgehen. Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt mal nicht davon aus, dass ein Anwalt o. ä. nötig sein wird, wenn's jedoch zum Äußersten kommen sollte würde ich das sogar in Kauf nehmen - nicht "nur" wegen der Entscheidungskraft für künftige Bewerbungen. ;)



    Zitat

    Original geschrieben von polli
    und wenn problemlos möglich - geh einfach zunächst mal da vorbei und schicke nicht "nur" ne Email.
    Das persönliche kann besser helfen.


    Wenn ich das richtig verstehe darf/soll dein Abschlusszeugniss dem alten Zwischenzeugniss entsprechen.
    Da es ja eh die selbe Firma ist würde ich persönlich so vorgehen dass ich das Abschlusszeugniss mit dem ich zufrieden war zu 100% als Abschlusszeugniss übernehmen lassen würde und das Zwischenzeugniss fortan nicht mehr für Bewerbungen einsetzen = da dürfte auch dein alter Arbeitgeber am wenigsten Bedenken haben denn er würde ja nichts neues über dich schreiben (Erweiterungen im Aufgabengebiet kann man natürlich trotzdem ergänzen).



    Vorbeigehen wird aus folgenden Gründen eher schwierig:


    1) Habe ich einen abgrundtiefen Hass gegen die Firma und gewisse Personen (-> wurde nie direkt oder indirekt geäußert, angedeutet oder vermittelt, daher kann das als "Motiv" für die ganze Geschichte ausgeschlossen werden).


    2) Bin ich derzeit natürlich wieder bei einem neuen Arbeitgeber tätig


    3) Stecke ich momentan mitten in den Prüfungsvorbereitungen für mein nebenberufliches Studium. Da sind im Februar die ersten Abschluss-Prüfungen und da geht momentan (neben dem Job und den "Altlasten") jede freie Minute für drauf...daher passt mir das ganze Rumgedruckse jetzt auch eigentlich gar nicht :mad:
    Ich bin mir sicher dass sich das Ganze persönlich auch klären lassen würde - aber wie gesagt: Siehe obige Ausführung. Das Abschlusszeugnis soll im Grunde dem alten Zeugnis entsprechen bis auf die Tatsache, dass eben im Zeitraum zwischen altem und neuen Zeugnis noch weitere Qualifikationen und Aufgaben hinzugekommen sind. Diese sollen natürlich mit erfasst werden. Neben diesen Änderungen würde ich dann auch gleich die negativ angehauchten Punkte die damals noch kritisiert wurden etwas entschärfen oder rausnehmen.

  • Ich habe mich jetzt in 'ner freien Minute mal drangesetzt und bin irgendwie dazu gekommen, dass die neue Vorlage meines Chefs total für den Müll ist. Daher habe ich die Einleitung aus dem neuen Entwurf übernommen, die Aufgabengebiete aus dem "alten" Zeugnis und eben Ergänzungen sowie etwas tiefergehende Erläuterungen eingefügt. Das hier ist dabei rausgekommen (bitte an dieser Stelle keinen Wert auf die Formatierung legen - das darf dann schön mein Ex-Chef auf Firmenpapier fummeln):




    "Arbeitszeugnis


    Herr ****, geboren am 16. Juni **** in ****, wohnhaft in **** ****, war vom 16. Juli 2009 bis zum 15. Dezember 2014 in unserer Niederlassung in **** als Abteilungsleiter beschäftigt und übte zudem die stellvertretende Bereichsleitung im Bereich „****“ aus.


    Die **** **** GmbH gehört zu den führenden **** in Baden-Württemberg. Das Unternehmen ist Teil der **** **** und bedient seine Kunden mit allen ****. Dafür gibt es im Unternehmen für die unterschiedlichen **** spezialisierten Fachabteilungen. Die **** **** beschäftigt gegenwärtig rund 1450 Mitarbeiter, der Hauptsitz befindet sich in ****.


    Herr **** hatte als Abteilungsleiter die Verantwortung für einen Personalstamm von acht Mitarbeitern. Im Rahmen dieser Tätigkeit fielen verschiedene kaufmännische und organisatorische Aufgaben an:


    - Eigenständige Umsatz- und Ergebnisplanung
    - Personal- und Urlaubsplanung
    - Inventurverantwortung (Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung)
    - Niederlassungsübergreifende Bereichstätigkeit für die gesamten **** Niederlassungen
    - Mitwirkung beim Aufbau des Webshops
    - Gestaltung des Lagersortiments „****“ am Stammsitz ****
    - Unterweisung und Ausbildung der Auszubildenden in der Abteilung
    - Selbstständige Ein- und Verkaufstätigkeiten im Bereich „****“
    - Führen von Lieferantengesprächen
    - Verkauf sowie Kundenberatung
    - First Level Support IT
    - Betrieblicher Ersthelfer sowie Sicherheitsbeauftragter


    Die von Herrn **** erworbenen und weiterentwickelten Material- und Fachkenntnisse konnte er sowohl in alltäglichen, als auch in speziellen Situationen abrufen und anwenden. Auch seine Führungsqualitäten wurden von ihm gekonnt eingesetzt, was sich beispielweise auch bei der Neuplanung des Verkaufsbereiches gezeigt hat: Gemeinsam mit der Bereichsleitung übernahm er die Aufgabe, den Bereich komplett zu überarbeiten und den Grundstein für ein einheitliches Erscheinungsbild aller Niederlassungen zu legen und damit auch das Produktsortiment zu optimieren. Die Folgen dieser Umstrukturierung machten sich kurze Zeit später positiv in den Umsatz- und Rohertragszahlen bemerkbar.
    Herr **** ist ehrlich, fleißig, aufgeschlossen und versteht es zudem auch, sehr gut im Team zu arbeiten. Dies äußerte sich positiv in der regelmäßigen Teilnahme an unternehmensinternen Workshops zur Optimierung von abteilungsübergreifenden Prozessen. Seine zuverlässige und umsichtige Arbeitsweise machte ihn bei Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen zu einem geschätzten Ansprechpartner. Auch auf menschlicher Ebene bereicherte er die Firma mit seinem Einsatz täglich aufs Neue.


    Herr **** hat die in Ihn gesetzten Erwartungen voll und ganz erfüllt und seine Aufgaben über das erforderliche Maß hinaus stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt.


    Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war jederzeit einwandfrei.


    Herr **** verlässt uns auf eigenen Wunsch, um sich beruflich neu zu orientieren. Wir bedauern seine Entscheidung, denn wir verlieren mit ihm einen wichtigen Mitarbeiter. Wir danken ihm für die stets guten Leistungen und wünschen ihm für die Zukunft sowohl beruflich als auch privat weiterhin viel Erfolg und alles Gute. "



    Mit obigem Text werden in Schriftgröße 14 so ziemlich genau 2 DIN-A4 Seiten in Microsoft Word gefüllt. Wenn ich jetzt von Schriftgröße 12 als Standard und einer angemessenen Formatierung ausgehe, dürfte das auch so in etwa das Maximum für ein Arbeitszeugnis sein, oder? Soll ja kein Roman sein...
    Edit: Speziell beim letzten Teil (unterhalb der Aufgaben-Liste) bin ich mir etwas unsicher. Einerseits wirkt das vllt. für Außenstehende jetzt etwas "dick aufgetragen", andererseits entspricht das (leider) der Realität. Ich bin mir hier nur etwas unschlüssig bzgl. der Positionierung und der Zusammenstellung der einzelnen Satzbestandteile - daher bin ich für jeden Tipp und jeden Ratschlag dankbar! :)

  • Auf deine Fragen mag ich jetzt konkret gar nicht eingehen aber mir sind folgende Teile aufgefallen über die vielleicht auch andere noch Ihre Meinung äußern:


    Zitat

    Die von Herrn **** erworbenen und weiterentwickelten Material- und Fachkenntnisse konnte er sowohl in alltäglichen, als auch in speziellen Situationen abrufen und anwenden. Auch seine Führungsqualitäten wurden von ihm gekonnt eingesetzt, was sich beispielweise auch bei der Neuplanung des Verkaufsbereiches gezeigt hat: Gemeinsam mit der Bereichsleitung übernahm er die Aufgabe, den Bereich komplett zu überarbeiten und den Grundstein für ein einheitliches Erscheinungsbild aller Niederlassungen zu legen und damit auch das Produktsortiment zu optimieren. Die Folgen dieser Umstrukturierung machten sich kurze Zeit später positiv in den Umsatz- und Rohertragszahlen bemerkbar.


    1. verbal nicht schön "Auch seine Führungs..." - das "Auch finde ich sehr seltsam. Ebenso "erworbenen und weiterentwickelten Material..." - "weiterentwickelt" finde ich seltsam, ebenso geht es doch glaube ich bei dir nicht um "Material" im Sinne von Produktion sondern um Ware die verkauft wird, oder? => Produktkenntnisse.
    2. Führung hat nichts mit Erscheinungsbild der Niederlassungen zu tun. Führung = Personalführung. (Zumindest meiner Meinung nach)


    Zitat

    Auch auf menschlicher Ebene bereicherte er die Firma mit seinem Einsatz täglich aufs Neue.

    Jeden Tag aufs neue? Hast du zu Arbeitsbeginn und am Feierarbend Küsschen verteilt und bist zwischendurch manchmal zu den Kollegen zum schmußen gekommen?


    Neulich habe ich mir sagen lassen das ein Einserzeugnis (stets zu unserer vollsten Zufriedenheit) nicht unbedingt das beste sein muss. Eine neue Stelle hast du ja aber bereits (die soweit ich das verstanden habe lückenlos anschließt) => somit bin ich persönlich da entspannt.

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

  • Mir ist durchaus bewusst dass das Zeugnis sicherlich deutliche Verbesserungen bedarf - ich hab ja selbst noch nie eins geschrieben sondern bisher immer nur Stichpunkte geliefert (Formulierung hat der alte Chef noch übernommen gehabt). Ehrlich gesagt tendiere ich momentan dazu, wirklich das alte Zeugnis her zu nehmen, die zusätzlichen Aufgaben dort zu ergänzen und mir das Ding als Schlusszeugnis ausstellen zu lassen - dann wäre Ruhe im Karton.


    Eine neue Stelle existiert bereits die auch lückenlos aufschließt, das ist soweit korrekt. Wenn ich aber jetzt schon noch die Chance habe, das Ding nach meinen Bedürfnissen/Wünschen etwas anzupassen, dann würde ich das so auch machen wollen.


    Wie genau habe ich mir denn eine Bewertung der Führung in 'nem Zeugnis vorzustellen? Im täglichen Betrieb läuft das alles bei mir nahezu automatisch ab (was an dieser Stelle das Problem sein dürfte, da mir sowas nicht mehr als "Besonderheit" auffällt). Mein Ex-Chef hat davon absolut nix mitbekommen (der war mit seinem eigenen Zeug beschäftigt). Anlaufstelle für die Mitarbeiter der eigenen Abteilung? Interessenvertretung der eigenen Abteilung in andere Bereiche der Firma? Einbeziehung des Personals auf eine gewisse Entscheidungs- bzw. Diskussionsebene im Sinne von täglich anfallenden, kurzen Besprechungen?




    Edit, zweiter Versuch - diesmal auf Basis des alten Zeugnisses (Link siehe oben), mit Elementen aus dem neuen Zeugnis und eigenen Zusätzen - mit der Bitte um Meinungen und Verbesserungsvorschläge:




    "Ausbildungs- und Arbeitszeugnis


    Herr **** ****, geboren am **** in ****, wohnhaft in **** ****, absolvierte vom 01. September 2006 bis zum 15. Juli 2009 in unserem Hause eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel.
    Während seiner Ausbildung wurde Herr **** in allen ausbildungsrelevanten Abteilungen (****) eingesetzt.


    Herr **** zeichnete sich durch seine stets gute Lern- und Leistungsbereitschaft aus. Er zeigte sich bei allen Ausbildungsinhalten interessiert an den Aufgaben und Tätigkeiten seines Berufes. Dank seiner guten Auffassungsgabe sowie seiner gründlichen und pflichtbewussten Art mitzuarbeiten, konnte sich Herr **** gute berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten aneignen. Die Ausbildungszeit von Herrn **** endete am 15. Juli 2009 mit der erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer ****.


    Dies veranlasste uns, Herrn **** mit Wirkung vom 16. Juli 2009 als kaufmännischen Angestellten an der **** zu übernehmen. Er hat sich an seinem Arbeitsplatz schnell und problemlos eingearbeitet und erwarb sehr schnell weitere Produkt- und Fachkenntnisse, welche er im Verkauf gut einzusetzen versteht. Aufgrund dieser Entwicklung setzten wir Herrn **** in der Folge als Abteilungsleiter am Standort **** ein. Dies brachte neben der Verantwortlichkeit für acht Mitarbeiter auch die Organisation der **** samt **** mit sich. Gekoppelt mit der Tätigkeit als Abteilungsleiter übernahm Herr **** zeitgleich die Zuständigkeit für den Bereich „****“. Als stellvertretender Bereichsleiter „****“ wirkte Herr **** fortan nicht nur in **** aktiv mit, er konnte seine erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten auch unterstützend in anderen Niederlassungen einbringen.


    Herr **** hat in seiner Zeit als Abteilungsleiter und Verantwortlicher im Bereich „****“ maßgebliche Erfolge erzielt. In Zusammenarbeit mit der **** **** wurde beispielsweise der Verkaufsbereich komplett überarbeitet, woraufhin das bestehende Produktsortiment von Herrn **** überarbeitet und neu strukturiert wurde. Neben einer Steigerung des Umsatzes und des Rohertrages hatte die Umgestaltung auch Auswirkungen auf die weiteren **** Niederlassungen: Heute weisen alle Niederlassungen ein ähnliches Erscheinungsbild auf und verfügen über ein auf den Standort abgestimmtes Produktsortiment.


    Zu seinen Aufgaben gehörten im Wesentlichen:


    - Eigenständige Umsatz- und Ergebnisplanung
    - Eigenständige Personal- und Urlaubsplanung
    - Inventurverantwortung (Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung)
    - Niederlassungsübergreifende Bereichstätigkeit für die gesamten **** Niederlassungen
    - Mitwirkung beim Aufbau des Webshops
    - Gestaltung des Lagersortiments „****“ am Stammsitz ****
    - Unterweisung u. Ausbildung der Auszubildenden in der Abteilung
    - Warendisposition, Führen von Lieferantengesprächen
    - Verkauf sowie Kundenberatung
    - Allgemeine administrative Tätigkeiten (First Level Support IT, Betrieblicher Ersthelfer sowie Sicherheitsbeauftragter)


    Herr **** war bei seinen Kollegen und Mitarbeitern stets als guter Ansprechpartner und Unterstützer bekannt. Die Interessen und Anregungen der eigenen Mitarbeiter wurden von ihm – unter anderem in Kaizen Workshops - auch in andere Bereiche des Unternehmens getragen. Einen weiteren Schwerpunkt setzte Herr **** bei der individuellen Qualifikation der eigenen Mitarbeiter: Jeder Mitarbeiter der **** war für einen speziellen Fachbereich zuständig und wurde dementsprechend individuell gefördert. Dies ermöglichte es, direkt beim Kunden ein breites Wissensspektrum der eigenen Mitarbeiter aufzubauen. Ohne seine Führungsqualitäten als Abteilungsleiter und seine Teamfähigkeit wären diese Leistungen so nicht möglich gewesen.


    Herr **** hat die in Ihn gesetzten Erwartungen voll und ganz erfüllt und seine Aufgaben über das erforderliche Maß hinaus stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. Er ist ehrlich, aufgeschlossen, fleißig und sein Handeln war in jeder Hinsicht umsichtig und selbstständig.


    Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war jederzeit einwandfrei.


    Herr **** verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch, um sich beruflich neu zu orientieren. Wir bedauern seine Entscheidung, denn wir verlieren mit ihm einen wichtigen Mitarbeiter. Wir danken ihm für die stets guten Leistungen und wünschen ihm für die Zukunft sowohl beruflich als auch privat weiterhin viel Erfolg und alles Gute."




    Obiger Text füllt in Word (diesmal Schriftgröße 12) gute zwei DIN-A4 Seiten, womit das Maximum wohl auch erreicht wäre.

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