Umgang mit Gedächtnisverlust !?

  • Meiner Meinung nach handelt es sich nicht um ADS, sondern es zeichnet sich eine tiefgehende Depression ab. Dafür spricht auch das lange Schlafen am Nachmittag. Eine Folgeerscheinung der Depression ist auch das Vergessen - Unangenehmes wird verdrängt, wenn der Mechanismus sich verselbständigt, dann wird aber auch Angenehmes "vergessen". Da es ein zu großer Aufwand für das Gehirn wäre, jedes Mal zu differenzieren.


    Auch die Antriebslosigkeit spricht eindeutig für eine Depression. Genauso wie das Leben für einen Tag. Also die Woche irgendwie vorbeibringen, um dann am WE Spaß zu haben. Das heißt, Du bist mit Deinem Leben unzufrieden, einzig am WE gibt es einen Lichtblick.


    Mein Rat: Schnellstens zum Therapeuten!


    mfg,
    Oliver

    Samsung Galaxy S7
    iPhone 7

  • Wie gesagt: einige Symptome sind sowohl bei ADS als auch bei Depression vorhanden. Deswegen ist die Diagnose schwer. Weitere Symptome für ADS wären z.B. schwankende Schulleistungen, die Unfähigkeit angefangenes zuende zu bringen, Impulsivität usw.

  • Zitat

    Original geschrieben von DUSA-2772
    Ist ADS inzwischen eigentlich im DSM drinne? Im ICD-10 bestimmt nicht... Naja, vermutlich sind se da grad am einarbeiten für die nächste Version. Wie gesagt, ist nicht meine Baustelle, ich vertreib mir meine Arbeit mit den anderen Verrückten ;)


    Aber Herr Kolleesch: F90.x und 314.x , das hättest selbst du wissen können... ;)


    ADS, ADHS und HKS sind Modediagnosen (wie vor 10 Jahren "Borderlinestörung"), wo einfach versucht wurde, ein komplexes Störungsbild irgendwo rein zu wursteln. Mit dem Erfolg, dass inzwischen nicht nur jede/r was darüber weiß und eigentlich nix darüber weiß, sich aber prima Medikamente, Ratgeber und all so ein Zeugs verkaufen lassen (Da gibts von O. Neuberger eine prima Arbeit darüber, wie der Begriff "Mobbing" platziert wurde und wie daraus dann eine Industrie entstanden ist, die sich natürlich dann heftig gegen Neuberger gewehrt hat, natürlich mit Mobbingmethoden :D).
    Aber ich schweife ab...
    Von Ferne lässt sich schlecht eine Diagnose stellen, die kann der Experte nur im längeren Gespräch und aus dem Augenschein erstellen. Also: hin zu diesen Leuten! Und nicht mit Medikamenten vollhauen lassen, denn im Allgemeinen hat eine psychische Störung (sorry, aber so wird der Begriff nun einmal verwendet) immer Biologische, Psychologische und Soziale Ursachen. Mit anderen Worten: es sollte genauso ins Umfeld eingegriffen werden wie ins Innere des Menschen!
    Konkret: ein regelmäßiger, strukturierter Tagesablauf hilft schon einiges. Dabei sollte Bewegung nicht um jeden Preis gehören, sondern sinnvoll eingebaut werden. Oft wird ja zu sehr gedacht, wie man zu funktionieren hat, anstatt sich zu fragen, was einem gut tut. Auch aus diesem Druck können depressive Verstimmungen entstehen! Also: möglichst kein Schlaf nachmittags, denn der zestört den Wachrhythmus. Besser ist ein regelmäßiger Schlaf, auch wenn du gar nicht müde bist. Du musst da deinen eigenen Rhythmus finden. Und wichtig ist auch, sich nicht selbst unter Druck zu setzen.
    Und nochmal zu AD(H)S: es ist unfair, dies nur bei dem Betroffenen zu diagnostizieren, ihn quasi zum "Kranken" und "Gestörten" abzustempeln, denn krank und gestört ist oft sein Sozial-(=Familien-)System. Aber es ist oft bequemer, denjenigen, der "anders" ist abzustempeln, als sich mit verändern zu müssen... :rolleyes:

  • Wobei man berücksichtigen muß, daß erwachsene Menschen mit den beschriebenen Symptomen oftmals froh sind, wenn aus einem diffusen "Krankheitsbild" oder eben nur den damit verbundenen Erfahrungen wie Schulversagen etc. eine "richtige" Diagnose wird und das Kind einen Namen bekommt. Es ist zu einfach, ADS und Co. abzustempeln als etwas, was es Eltern, Lehrern und Therapeuten einfach macht, jemandem einen Stempel aufzudrücken. Das mag im Kindesalter gelten, aber Erwachsene nehmen die Problematik ja auch selbst wahr und versagen einfach oftmals an dem gesellschaftlichen Leistungsdruck. Dass in der persönlichen Situation dann das Gefühl des Versagens auftaucht anstatt eine Gesellschaft eventuell zu hinterfragen kann ich wie gesagt aus meinem nächsten Umfeld berichten.

  • Zitat

    Original geschrieben von wrywindfall
    Aber Herr Kolleesch: F90.x und 314.x , das hättest selbst du wissen können... ;)

    So weit hinten hab ich nie geblättert :D In meinem Feld reicht dieses Diagnostikum (wobei die Teilnehmer an Tischen oder im Kreis sitzen):



    ;) :D


    Und gibt es eigentlich etwas, woran Herr Neuberger mal ein gutes Haar gelassen hätte? Ich kenne jedenfalls kein Konzept, dass er nicht schon in der Luft zerrissen hätte ;) Mir ist der Mann hochsympathisch, zumal er bestechend oft recht hat.


    Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    ..., aber Erwachsene nehmen die Problematik ja auch selbst wahr und versagen einfach oftmals an dem gesellschaftlichen Leistungsdruck. Dass in der persönlichen Situation dann das Gefühl des Versagens auftaucht anstatt eine Gesellschaft eventuell zu hinterfragen kann ich wie gesagt aus meinem nächsten Umfeld berichten.

    Naja, das lässt sich für so ziemlich alles sagen in dem Bereich. Die Ausgangsfrage ist immer, was ist "normal" und dann entsprechend eine Abweichung von dieser Norm, was letztendlich als diagnostisches Kriterium mit aufgenommen wird. Und das unterliegt immer gewissen gesellschaftlichen Strömungen.


    Es ist z.B. kein Wunder, dass "Workoholismus" oder "Arbeitssucht" noch nicht in den Katalogen mit aufgenommen ist (im Vergleich mit z.B. "Spielsucht"). Es wird auch nie mit aufgenommen, eher konvertiert der Papst zum Islam. Begründung: 1. würde man im Kaptialismus niemand eine psychische Störung anheften und behandeln wollen, der 80 und mehr Stunden die Woche unter völliger Selbstaufgabe seiner Firma oder anonymen Shareholdern Geld in die Kasse spült. 2. Die Herren Professoren, die das Privileg haben am ICD bzw. DSM mitzuarbeiten, sind selbst allzuoft Workoholics - sonst würden sie da nämlich gar nicht mitarbeiten. Und wer sagt schon freiwillig zu sich selbst "Hey, ich hab ne Störung und müsste mal an meinem Lebenssil was ändern - auf Kosten des Ruhms, in den Entwicklungsausgaben des ICD/DSM namentlich erwähnt zu werden"? Ebent. ;)


    Insgesamt hat die Gesellschaft schon immer so reagiert, Abweichler auszusortieren, anstatt sich von diesen Leuten auch ein Stück weit hinterfragen zu lassen. Wie heißt es so schön? "Wenn Du in den Abgrund starrst, starrt der Abgrund in Dich zurück."

    Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed.
    Bond: And the second?
    Q: Always have an escape plan...

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    Wobei man berücksichtigen muß, daß erwachsene Menschen mit den beschriebenen Symptomen oftmals froh sind, wenn aus einem diffusen "Krankheitsbild" oder eben nur den damit verbundenen Erfahrungen wie Schulversagen etc. eine "richtige" Diagnose wird und das Kind einen Namen bekommt. Es ist zu einfach, ADS und Co. abzustempeln als etwas, was es Eltern, Lehrern und Therapeuten einfach macht, jemandem einen Stempel aufzudrücken. Das mag im Kindesalter gelten, aber Erwachsene nehmen die Problematik ja auch selbst wahr und versagen einfach oftmals an dem gesellschaftlichen Leistungsdruck. Dass in der persönlichen Situation dann das Gefühl des Versagens auftaucht anstatt eine Gesellschaft eventuell zu hinterfragen kann ich wie gesagt aus meinem nächsten Umfeld berichten.


    Supi. D.h., dass es immer einfacher ist, sogenannte "Abweichler" mit Diagnosen "abzustempeln", anstatt ein System zu hinterfragen, in dem man krampfhaft "normal" (=durchschnittlich) zu sein hat. Obwohl solche Systeme eigentlich nur durch seine Mitglieder am Laufen gehalten werden...
    Und irgendwann glauben die Leute dann selbst, dass sie abnorm sind (was dem Wortsinne nach stimmt, denn sie entsprechen nicht der "Norm", obwohl Normen Verhandlungssache sind und nicht gott- oder naturgegeben!). Wo bleibt da unsere ach so hoch gerühmte "Individualität" in dieser Gesellschaft? (die sich oft genug darin erschöpft, z.B. ein "individuelles" Auto zu fahren, was aber kein Einzelstück sein kann, weil der Hersteller sonst längst pleite wäre).
    Weißt du, was es z.B. bedeutet, wenn man unter starker Anspannung plötzlich anfängt, Zusammenhänge zu bilden, wo möglicherweise keine sind? (=Psychose) Die Diagnose ist hier eben nicht erleichternd, sondern bedeutet nach einer ersten Traumatisierung (Psychose = abartig verrückt), eine zweite Traumatisierung, wenn diese Leute in die Klinik eingewiesen und mit Medikamenten ruhiggestellt werden (=nicht nur abartig verrückt, sondern Anpassung erforderlich). Hier wird die individuelle Wahrnehmung zugunsten des Durchschnitts platt gemacht und ich darf dann solche Leute im Nachhinein wieder enttraumatisieren, na danke, während sich die Ärzte wieder auf die Schulter klopfen dürfen, wie schnell sie mit Hilfe von knebelnden Medikamenten die Leute ruhig bekommen haben... :rolleyes:
    Aber um beim Thema zu bleiben: "Schulversagen" bedeutet zumindest auch, dass die Schule versagt hat! ;)

  • Ich vergese immer was wen ich im Stress bin, hab schon Gurken und Autoschluessel eingefroren - aber nur wen ich im Stress bin

  • Genau wie Anja habe ich gerade auch direkt an Streß gedacht, den kann man sich auch selber machen! Sprich beruflich, aber auch innerlicher!


    Da gibt es ein gutes Buch das mir ein befreundeter Psychologe mal dazu empfohlen hat, als ich ähnliche Probleme hatte streßmäßig viel zu vergessen:


    Hilfen bei Stress und Belastung von Reinhard Tausch


    Mir hat so manches darin geholfen!
    Grüße
    v.

    Microfaser ist eine Weiterentwicklung der Baumwolle... (Zitat QVC)

  • etwas OT:


    im übrigen nennt man jetzt verhaltensgestörte Kinder nicht mehr verhaltensgestört, auch nicht mehr verhaltensauffällig, sondern verhaltenskreativ! :D


    mfg,
    Oliver

    Samsung Galaxy S7
    iPhone 7

  • Also, ich will keine der anderen Aussagen widersprechen, aber probiere einfach mal
    Mittags nicht zu schlafen, oder nicht zuviel.
    Schlaf in der Nacht und sonst nicht.
    Mir ist bei mir aufgefalen, dass zuviel Schlaf auch nicht gut ist.
    1.Iregndwie bin ich wacher, wenn ich nicht soviel geschlafen habe und 2. hat man mehr von seinem Tag.
    Schaff dir ein Hobby, oder mehrere an. probiers zum beispiel mit Fahrradfahren, Kiten, oder anderen Sportarten im Freien.
    Überwinde dich und treffe dich mit Freunden auch unter der Woche.
    Und der Pc ist glaub wirklich nicht so fördernd.
    Ob das allerdings bei dir hilft weiß ich nicht.
    Aber einen Arzt aufzusuchen ist sicherlich kein Fehler.


    Bye Ls4

    Wär Rächtsräibphähler phindet darf sich phreuen

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