ZitatOriginal geschrieben von _-=voodoo=-_
Die DeuBa ist ein Schnäppchen. Man muss sich vor Augen halten, dass keine Regierung einen Fall Lehman 2 haben möchte, daher wird keine Bank fallen (es sei denn es kommt zu einem Totalcrash inkl Staatsbankrott). Es sind auch viele Mitbewerber auf dem Deriatemarkt einfach vom Markt verschwunden, übersteht die DeuBa die Krise, dann ist sie in diesen Bereichen Marktführer.
Das würde ich so nicht unterschreiben. Fraglich ist, was vom Derivatemarkt übrig bleibt. Fraglich ist und bleibt außerdem, ob große Universalbanken tatsächlich eine Zukunft haben oder die Reise nicht in Richtung spezialisierter Nischenanbieter geht. Die DB hat allein im 4. Quartal 2008 über 1,5 Mrd € im Eigenhandel verloren. Der war in der Vergangenheit aber die CashCow und wird nun eingestellt um Risiken zu minimieren. Wenn die Londoner Stars früher aber bis zu 60 % zum Konzernergebnis beigetragen haben, wer soll deren Part nun übernehmen? Die kostenlosen Girokonten der Post- und Norisbank? M&A wird IMHO ebenso auf einige Zeit tot bleiben.
Ich sehe das ganze vielleicht zu schwarz, aber ich denke gerade bei Finanztiteln sollte man sich an "normale" Betriebsergebnisse gewöhnen, die in Reichweite der herkömmlichen Industrie liegen. Schließlich sind die Bankgewinne letztlich Intransparenzgewinne, denn wäre der Markt zu 100 % transparent, gäbe es kaum oder keine Gewinne.
Ich denke mal, bei Lehmann ging es nicht um wollen... Man schaue sich nur HRE an, die nunmehr zum 3. oder 4. mal Milliarden brauchen und eigentlich ein kleiner, bestenfalls mittlerer Fisch sind. Was würde also passieren, sollte DB oder CoBa in eben diesem Maße straucheln???
Egal, alles nur meine Meinung. Ich habe derzeit auch nur noch ein einziges Wertpapier, nämlich DBX1DS und bin somit irgendwie am Untergang interessiert. Für das Restgeld habe ich jetzt noch schnell zwei vermietete Mehrfamilienhäuser aus Insolvenzen ersteigert. Was man hat, hat man und Geld ist eigentlich nur das Papier wert und nur dann ein Adäquates Tauschmittel, wenn alle an die Werthaltigkeit glauben. Außerdem frage ich mich, wie die Konjunkturpakete gegenfinanziert werden sollen? Höhere Steuern sind kaum machbar, also wird man zart inflationieren und in 3, 4, 5 oder 10 Jahren dann mit Inflationsraten von > 5 % die Schulden relativieren (müssen).
Grundproblem ist ein zerstörtes Vertrauen und eine sich entwickelnde neue Sicht auf die Kapitalmärkte. Mein gesamter Bekanntenkreis hat seine Fonds und Aktien verkauft und teilweise seit > 10 Jahren laufende Sparpläne eingestellt. Wer soll also kaufen, wenn nicht die, die mehr als 5 ...6000 € netto haben. Hartz IV-Kandidaten waren noch nie am Kapitalmarkt aktiv.