Versuchen wir mal, die Relationen darzustellen.
Wenn Du der Bundersrepublik Deutschland für 1 Jahr Dein Geld leihst, bekommst Du eine Rendite von 0,14%. Wir hatten letztes Jahr im Interbankenhandel sogar eine Minus-Rendite von -0,16% auf Intradaybasis.
Wenn Du einer Genossenschaftsbank oder Sparkasse für 1 Tag Dein Geld leihst, bekommst Du eine Verzinsung von ... (Du sagst 0,05-0,20%).
Wenn eine Bank bei einer anderen Bank ein Drei-Monats-Geld anlegt, erhält sie etwa 0,16% (Basis: sehr gute Adressen).
Das musst Du Dir mal auf der Zunge zergehen lassen:
0,16% für 25.000.000,00 EUR für ein Drei-Monats-Geld unter Banken
0,20% für __._25.000,00 EUR als Privatkunde für ein Tagesgeld
Wie Du siehst, ist das gar nicht mickrig. Der Privatkunde bekommt sogar noch mehr Zinsen, als die Bank im Interbankenhandel (beste Bonitäten).
Ergo: Die Zinsen sind nicht mickrig.
Der Ertrag ist niedrig, weil weniger Risiken eingegangen werden.
Der Ertrag ist höher, wenn mehr Risiko gefahren wird.
Wenn eine Adresse höhere Zinsen (=Risikoprämien für Bonität, Kapitalbindung und Liquidität) bezahlt, dann bedeutet das einzig und allein 'HÖHERE RISIKEN'.
Das muss man begreifen:
1,7% 10 Jahre Deutschland
2,2% 10 Jahre gedeckte Pfandbriefe
6,5% 10 Jahre Griechenland
8,0% Prokon
Die meisten Privatanleger begreifen diesen Zusammenhang leider nicht. Sie haben kein Gefühl für Risiko entwickelt. Was noch nie geschlagen hat, wird vom Bauchgefühl leider als risikolos deklariert. Auch wenn das formal nicht stimmt.