ZitatOriginal geschrieben von beugelbuddel
Coca-Cola will mit Produktionskürzungen in Deutschland auf das Dosenpfand reagieren. In einigen Teilen des Konzerns sei bereits Kurzarbeit angemeldet worden, berichtete die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG in Berlin.
Neben CocaCola hat jetzt auch die Holstengruppe erstmals Kurzarbeit für 6 Monate angemeldet.:(
Quelle:Hamburger Abendblatt
Hamburg - Deutschlands größter Bierkonzern, die Hamburger Holsten-Brauerei, will fast ein Viertel der Beschäftigten auf Kurzarbeit setzen. Betroffen sind 612 Mitarbeiter in Braustätten in Hamburg (Holsten, Astra), Lübz (Lübzer Pils), Dresden und Braunschweig (Feldschlößchen). Von Februar an soll die Arbeit dort um 20 Prozent reduziert werden. Dies will die Holsten-Brauerei AG für maximal ein halbes Jahr beim Arbeitsamt beantragen.
Allein in der Altonaer Zentrale werden voraussichtlich 357 Mitarbeiter in der Abfüllung, in den Labors und im Vertrieb in die Kurzarbeit geschickt. Sie müssen einen Tag weniger pro Woche erscheinen. Ganze Schichten werden gestrichen. "Es ist das erste Mal in der Firmengeschichte, das wir zu diesem Mittel greifen müssen", bedauerte Unternehmenssprecher Udo Franke gegenüber dem Abendblatt.
Hintergrund ist der massive Absatzrückgang bei Dosen nach Einführung des Zwangspfands zu Jahresbeginn. "Unser Gesamtabsatz ist in den ersten elf Arbeitstagen des Jahres um 20 Prozent eingebrochen", so Franke. Und das, obwohl der Konzern beim Verkauf von Getränken in Mehrwegflaschen um zehn Prozent zulegen konnte.
Über die Gründe für den Rückgang rätseln die Holsten-Verantwortlichen derzeit noch. "Es ist nicht klar, ob die Leute noch viele Dosen von Aldi auf dem Balkon gehortet haben und von ihren Vorräten zehren oder ob sie sich grundsätzlich vom Einwegsystem abwenden", sagte Franke. Die schlechteste Erklärung für den Hamburger Konzern wäre, dass die Kunden von der Holsten-Dose auf Pfandflaschen der Konkurrenz umgestiegen sind.
Ende vergangenen Jahres hatte Aldi sämtliche Getränke in Dosen aus seinem Sortiment verbannt und die Restbestände verramscht, um kein Rücknahmesystem für diese Verpackungsart aufbauen zu müssen. Holsten gehörte zu der Gruppe von Brauereien, die die Billigkette mit Bier für die Eigenmarken Schultenbräu und Karlsquell versorgte. Zusätzlich belieferte der Konzern Aldi mit den Marken Holsten, Lübz und Astra in Einweg-Glasflaschen. Auch diese wurden aus dem Sortiment genommen.
Ob Holsten die vollen sechs Monate Kurzarbeit ausschöpft, hängt davon ab, wie sich der Verkauf von Pfandflaschen in den kommenden Wochen entwickelt. "Wenn sich der positive Trend beim Verkauf von Bier in Pfandflaschen fortsetzt, könnte sich die Situation schon bald wieder entspannen", sagte Franke.
Auf der anderen Seite könnte auch der Dosenverkauf schon bald wieder zunehmen, da einige Billigketten wie Lidl Dosenbier mittlerweile wieder ins Sortiment aufgenommen haben.
Die Auslistung bei Aldi könnte Holsten möglicherweise durch den Einsatz von Plastikflaschen kompensieren. So prüft der Discounter derzeit den Einsatz von so genannten PET-Flaschen für Bier. Holsten gehörte zu den ersten deutschen Brauereien, die die Kunststoffflaschen für ihre Marken einsetzten. Allerdings sind PET-Flaschen in der Herstellung noch deutlich teurer als Glasflaschen oder Dosen.
Kommt mir nun bloß nicht mit Bier aus PET-Flaschen!
:p :flop: