Das Problem bei Oliver Kahn ist aber, dass er nicht nur privat Mist baut, sondern dass sich dieser Mist dann auch irgendwann auf seine Konzentration und Leistung abgebildet hat und spätestens dann sind seine Frauengeschichten, seine wilden Partynächte im M1, sein ganzes Lebenswandel, nicht nur eine Story für die Boulevardpresse, sondern auch für die Sportpresse. Und das völlig zu Recht.
Zudem sind die Leistungen von Kahn weder in der BL, noch in der CL, noch signifikant besser als die seiner jüngeren Konkurrenten und nur darauf sollte es letztlich ankommen. Ganz im Gegenteil, sie sind objektiv betrachtet in den letzten beiden Spielzeiten sogar deutlich schlechter gewesen.
Wenn jemand wie Kahn so lange auf so hohem Niveau gespielt hat, dann ist einfach irgendwie ein Zenit erreicht und danach geht es nur noch bergab und man muss sich bei Kahn, der in Bestform unbestritten der beste Torhüter der Welt war, vielleicht einfach mit dem Gedanken anfreunden, dass seine große Zeit einfach vorbei ist.
Und ich verweise noch mal auf die WM 1994. Da hat man auch aufgrund der größeren internationalen Erfahrung auf Illgner gesetzt. Was dabei herausgekommen ist, wissen wir alle.
Außerdem belastet der Konkurrenzkampf der beiden alten Platzhirsche Kahn und Lehmann die ganze Nationalmannschaft, ohne dass die beiden dies mit besonders guter Leistung wieder wettmachen würden. Also ist es doch besser, man geht mit drei jungen Leuten, die alle noch auf dem Boden der Tatsachen verwurzelt sind und von denen noch keiner die großen Ansprüche stellen kann, ins Turnier.