ZitatAlles anzeigenDie Europäische Kommission wirft den Mobilfunkanbietern Vodafone und T-Mobile einen Missbrauch ihrer Marktmacht vor. Nach Ansicht der Wettbewerbshüter zahlen deutsche Kunden für das als Roaming bekannte Telefonieren im Ausland deutlich zu hohe Gebühren.
Entsprechende Beschwerden sandte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes an beide Unternehmen, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte. Danach sollen T-Mobile, eine Tochter der Deutschen Telekom Chart zeigen und der britische Netzbetreiber Vodafone Chart zeigen mindestens bis Ende 2003 ihre beherrschende Stellung auf dem deutschen Markt ausgenutzt haben, in dem sie überhöhte Roaming-Gebühren kassierten.
Die Verfahren gehen zurück auf Razzien, die die Kartellbeamten der Kommission und nationaler Behörden im Juli 2001 bei einer ganzen Reihe von Mobilfunkanbietern in Deutschland und Großbritannien durchgeführt haben. Gegen Vodafone und mmO2 in Großbritannien hat die Kommission schon im vergangenen Juli Verfahren eingeleitet.
Sollte die Behörde zu der Erkenntnis gelangen, dass ausreichend Beweise für einen Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrecht vorliegen, könnte sie die Unternehmen mit einer hohen Geldstrafe belegen, die bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes betragen kann. Allerdings hat die Behörde diesen Rahmen noch nie auch nur annäherungsweise ausgeschöpft. Auch könnte die Kommission die Unternehmen zu Änderungen ihrer Geschäftpolitik zwingen.
Der Mobilfunkbetreiber T-Mobile hat den von der Europäischen Kommission erhobenen Vorwurf überhöhter Roaming-Gebühren zurückgewiesen. Die Anschuldigungen seien "unbegründet und nicht nachvollziehbar", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag auf Anfrage. T-Mobile sei zuversichtlich, die Vorwürfe widerlegen zu können.
Vodafone Deutschland wollte sich zu dem Vorgehen der Kommission nicht äußern, die ein Kartellverfahren gegen beide Unternehmen eingeleitet hat. Ein Sprecher sagte lediglich, man werde eine schriftliche Stellungnahme nach Brüssel geben.
Quelle: [URL=http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,341090,00.html]spiegel.de[/URL]