raucher und krankenkassenbeiträge

  • hallo,


    ich hatte gestern eine diskussion, bei der es verschiedene standpunkte gab.


    zuerst, ich bin nichtraucher.


    meine these lautete: raucher zahlen einen höheren krankenkassenbeitrag (was nunmehr, bei weitem, verneint wurde und ich dies, mehr oder minder, einsehen musste).


    meine frage nun:
    1. wenn man von der krankenkasse gefragt wird, ob man raucher ist und dies verneint, obwohl man raucher ist und z.b. ein jahr später eine lungenentzündung bekommt, welches auf das rauchen zurückzuführen ist, kann dann die krankenkasse die behandlungskosten ablehnen, oder zumindest einen höheren selbstbeitrag des patienten verlangen?
    1a. was ist, wenn man zum zeitpunkt der fragestellung tatsächlich nichtraucher war und später angefangen hat zu rauchen, dies aber nicht der krankenkasse bekanntgegeben hatte und dann krank wird, welches auf das rauchen zurückzuführen ist?


    und eine grundsätzliche frage: gibt es bei den krankenkassen raucher und nichtraucher -klassen, wonach sich dann die beiträge und entsprechende leistungen richten?


    gruß

  • Re: raucher und krankenkassenbeiträge


    Zitat

    Original geschrieben von chung77


    meine these lautete: raucher zahlen einen höheren krankenkassenbeitrag (was nunmehr, bei weitem, verneint wurde und ich dies, mehr oder minder, einsehen musste).


    Wenn du das forderst, dann müsste man auch mehr bezahlen, wenn man "draußen" arbeitet, weil man dort sich schneller ne Erkältung einfängt, oder wenn man ein Auto mit min. 100 PS fährt zahlt man mehr als die Omi mit einem 50 PS Auto. Dazu kommt, dass jemand, der Ski fährt oder andere Risikosportarten macht (die statistisch gesehen häufiger Unfälle mit sich bringen) auch mehr zahlen müsste.


    Alles in allem total unwirtschaftlich, weil dann ist man schon gleich wieder bei der totalen Kontrolle. Frag ma Datenschützer ;)


    Zitat

    meine frage nun:
    1. wenn man von der krankenkasse gefragt wird, ob man raucher ist und dies verneint, obwohl man raucher ist und z.b. ein jahr später eine lungenentzündung bekommt, welches auf das rauchen zurückzuführen ist, kann dann die krankenkasse die behandlungskosten ablehnen, oder zumindest einen höheren selbstbeitrag des patienten verlangen?


    Es gibt Dinge die gesetzlich geregelt sind, kann mir nicht vorstellen, dass es außen vor ist.


    Davon ab, muss ich mehr Beiträge zahlen, weil ich öfter Pommes esse, als der Bundesdurchschnitt? Ich meine Acrylamit ist nicht zu unterschätzen ;)


    BTW: Ich bin Nichtraucher, damit es nicht wieder heißt ich wäre militant :D

  • Der Grundgedanke einer Solidargemeinschaft wäre dahin, wenn man jedes Risiko auf den entsprechenden Risikoträger umwälzen würde. Daß private Krankenkassen das machen, zeigt nur, daß sie sich eben außerhalb des solidarischen Gedankens bewegen und eben eher ökonomischen Grundsätzen verpflichten - was keine Wertung sein soll, aber so würde Grund(ver)sicherung an sich eben nicht im großen Stil und für alle funktionieren. ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    Der Grundgedanke einer Solidargemeinschaft wäre dahin, wenn man jedes Risiko auf den entsprechenden Risikoträger umwälzen würde. Daß private Krankenkassen das machen, zeigt nur, daß sie sich eben außerhalb des solidarischen Gedankens bewegen und eben eher ökonomischen Grundsätzen verpflichten - was keine Wertung sein soll, aber so würde Grund(ver)sicherung an sich eben nicht im großen Stil und für alle funktionieren. ;)


    hm... das klingt einleuchtend.


    Nutella: die rede war von gesetzlichen...


    @admin: im grunde, die gleiche aussage, wie andi: klingt plausibel. ...hab das zuvor nicht so gesehen. ich hab das wohl eher aus der ökonomischen sicht einer privaten KK gesehen. :)


    ...also war ich mit meiner these im unrecht. :( ...aber man lernt ja immer hinzu. ;)

  • Was heißt im Unrecht!? Es ist halt auch eine Philosophiefrage, aber wenn man das Risiko eben "gerecht" auf die entsprechenden Träger verteilen wollte, dann würde derjenige, der z.B. erbbedingt ein höheres Krebsrisiko hat, keine Versicherung mehr bezahlen können etc. und insofern hat man sich, was die gesetzliche Kasse betrifft, eben mit gutem Grund für ein solidarisches System entschieden.

  • Bei privaten wäre sowas durchaus möglich.
    Du muss ja z.B. auch bei der Aufnahme einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen wo Krankheiten der letzen Jahre erfragt werden, auch Psychotherapie und Krankenhausaufenthalte werden meist verlangt (Rezidive!). Verschweigst du der KK z.B. dass du AIDS hast und willst danach die Kosten erstattet haben kann sich die Versicherung den Vertrag wieder aufheben und bezahlt gar nichts!

    Viele Grüße
    Martin

  • eine weitere frage:


    mal angenommen: die krankenkasse fragt einen raucher nicht, ob man raucher ist und man wird aufgrund des rauchens krank und muss behandelt werden... kann dann die krankenkasse die behandlungskosten ablehnen, weil dies nicht in den leistungen vorgesehen war bzw. aufgelistet wurde, einen raucher mit dessen folgekrankheiten zu unterstützen?

  • Re: eine weitere frage:


    Zitat

    Original geschrieben von chung77
    mal angenommen: die krankenkasse fragt einen raucher nicht, ob man raucher ist und man wird aufgrund des rauchens krank und muss behandelt werden... kann dann die krankenkasse die behandlungskosten ablehnen, weil dies nicht in den leistungen vorgesehen war bzw. aufgelistet wurde, einen raucher mit dessen folgekrankheiten zu unterstützen?


    Dann sollte zunächst nachgewiesen werden, das der Raucher tatsächlich durch das Rauchen erkrankt ist.

  • Re: Re: eine weitere frage:


    Zitat

    Original geschrieben von Rincewind
    Dann sollte zunächst nachgewiesen werden, das der Raucher tatsächlich durch das Rauchen erkrankt ist.


    teer in der lunge? raucherbein? ich denke mal, auch sonst ist die medizin so weit, dass man die ursachen herausfinden kann. ;)

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!