Zeckenbiss - Borreliose - auch bei winziger Zecke?

  • vorallem sind ja auch Borrelien relativ selten, wenn die Zecke eh nur kurze Zeit auf der Haut war ist die Übertragungswahrscheinlichkeit recht gering.


    Wenn man dann natürlich die Wanderröte bemerkt würd eich auch sofort handeln.

    Viele Grüße
    Martin

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Das ist dan afaik aber auch wieder uebertrieben, wen man einfach Antibiotika gibt, und wahrscheinlich eh nichts ist


    Das Ziel so einer Prophylaxe ist es, schwerwiegenden Verläufen vorzubeugen. Wenn man erst zu spät behandelt und die Borreliose chronisch wird, kann man als schwerbehinderter Frührentner enden. Ich habe schon Leute gesehen, die nicht mehr richtig sprechen können, weil ihnen die Borreliose das zentrale Nervensystem zerfressen hat, und da nehme ich dann doch lieber im Zweifelsfall das Antibiotikum.

  • Zitat

    Original geschrieben von Abakus
    Es ist nie sinnvoll, sondern sogar verantwortungslos, so hohe Dosen Antibiotika auf Verdacht zu geben. Wenn die von Dir so kritisierte "ahnungslose" Ärzteschaft das prinzipiell so handhaben würde, könnte selbige in 10 Jahren nichts mehr mit Antibiotika heilen, da es nur noch resistente Erreger gäbe... :rolleyes:


    Resistente Erreger werden vor allem dadurch gefördert, daß eine antibiotische Behandlung vorzeitig beendet wird, und natürlich durch den massiven Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft.


    Man sollte auch nicht vergessen, daß Zecken nicht nur Borrelien, sondern auch Ehrlichien und Babesien übertragen, die ebenfalls zu schwerwiegenden chronischen Infektionen führen und auf die meistens überhaupt nicht getestet wird. Mit einer prophylaktischen Behandlung kann man sich auch vor diesen Erregern schützen.

  • Öhm nö.


    Grund Nummer 1 ist, dass es zu oft verschrieben wird, wenn´s gar nicht nötig ist. Auf Platz 2 folgt dann, dass Patienten die Packung nicht zu Ende nehmen ("och, ist ja schon weg") und Platz 3 nimmt die Landwirtschaft ein. Diese Reihenfolge kriegt übrigens auch die wikipeda hin, man darf halt nur nicht Halbsätze überlesen... ;) Ist auch logisch, wenn man sich überlegt, wo die Resistenzen (beim Menschen) vorkommen - v.a. nämlich im Krankenhaus und nicht auf dem Bauernhof...


    Und noch was zu einem früheren Posting von Dir (oder der anderen Hälfte der gespaltenen paw / paws Persönlichkeit): Doxycyclin wirkt immer bakteriostatisch, egal welche Dosis Du nimmst. Auch wenn Du das Zeug kiloweise zu Dir nimmst, wirkt es niemals bakteriozid. Ein Antibiotikum wirkt immer entweder bakteriozid oder bakteriostatisch (es gibt verschiedene Wirkungsmechanismen, Antiobiotikum ist nicht gleich Antiobiotikum), wobei es noch die Sonderform bakteriolytisch zu bakteriozid gibt. Wenn die Dosis zu niedrig ist, werden eben nur nicht alle Bakterien von der jeweiligen Wirkung erfasst.


    Die von Dir angesprochene 14-tägige Therapie würde man übrigens erst bei einer Borreliose im 1. Stadium machen, also nach einem lokalen Auftreten. Hier ist aber bis jetzt keine Borreliose aufgetreten (und das möge hoffentlich auch so bleiben), folglich gibt es keine Therapie. Ein leichtes Bakteriostatikum kann ;) Sinn machen, damit die mögliche Borreliose auch wirklich lokal an der Einstichstelle bleibt und man vor einer Streuung dann eine richtige Therapie anfängt.


    Ich vermute mal, dass Du oder eine Dir nahestehende Person eine schwere Borreliose mitgemacht hast/hat. Da ist es natürlich leicht zu sagen, wenn man früher Antiobiotika genommen hätte, wäre das nicht passiert. Aber so läuft das nicht in der Medizin. Es gibt auch noch andere schlimme Krankheiten und man kann nicht alles auf Verdacht mit Antibiotika zukleistern (macht man leider sowieso viel zu viel, daher ist es ja auch Problem Nummer 1). Sonst könnte man ja -überspitzt gesagt- auch bei jemanden, der im Zug stand und befürchtet, eine Mandelentzündung zu bekommen, vorsichtshalber mal Penicillin geben... ;)

  • Ich gehe davon aus, daß eine medizinische Organisation, die sich speziell mit Borreliose beschäftigt, tatsächlich beurteilen kann, was 'in der Medizin läuft'. Die ILADS jedenfalls hält eine prophylaktische Behandlung für angebracht.


    Was das bakteriostatisch/bakterizid angeht, das habe ich mit einem anderem (bakteriziden) Antibiotikum verwechselt, bei dem man bei niedriger Dosierung von einer bakteriziden Dosis spricht.

  • Zitat

    Original geschrieben von paws
    Ich gehe davon aus, daß eine medizinische Organisation, die sich speziell mit Borreliose beschäftigt, tatsächlich beurteilen kann, was 'in der Medizin läuft'. Die ILADS jedenfalls hält eine prophylaktische Behandlung für angebracht.


    Naja, das Problem bei Interessenverbänden ist halt, dass sie immer nur die eigenen Interessen vertreten... Die Bundestagsabgeordneten sollten auch beurteilen können, was im Lande so läuft und kommen dennoch zu entgegengesetzten Entschlüssen... ;)


    EDIT: Davon einmal abgesehen vertritt die ILADS -soweit ich das in einer ersten kurzen Webrecherche mitbekommen habe- alles andere als die medizinische Lehrmeinung und ihr "Propagandablättchen" macht auf mich als "medizinisch Vorgebildeten" alles andere als einen seriösen Eindruck. Ist natürlich drollig zu behaupten, die Pharmafirmen hätten andere Interessen, ist ja so eine Art nicht mehr weiter überprüfungswürdiges Standardargument geworden für Medizinkritiker. Naja, ich vermute mal die Pharmafirmen hätten hier gerne 28 Tabletten statt nur zweien verkauft... Außerdem lese ich im Prinzip nur, wie sie sagen, dass andere Studien falsch sind, eigene Studien, die den entsprechenden Anforderungen einer klinischen Studie genügen, habe ich auf die Schnelle zumindest nicht gefunden... Aber es gibt ja auch "Ärzte", die ohne jede klinische Grundlage behaupten, dass die vorherrschenden Lehrmeinungen allesamt falsch sind und Krebs mit Vitamin C behandeln...


    Zitat

    Was das bakteriostatisch/bakterizid angeht, das habe ich mit einem anderem (bakteriziden) Antibiotikum verwechselt, bei dem man bei niedriger Dosierung von einer bakteriziden Dosis spricht.


    :confused: Irgendwie kann ich dem Satz und der Logik nicht ganz folgen. Aber es ist egal, welches Antibiotikum Du nimmst: Ob es bakteriozid oder bakteriostatisch wirkt, hängt nie von der Dosis ab, sondern immer von der Art des Antibiotikums...

  • Hab da auch mal eine Frage:


    Wurde vor 2, 3 Wochen auch von einer Zecke gebissen. Hab sie vollständig entfernt.


    Habe das auch nicht weiter beachtet, weil die Röte relativ schnell abgeklungen ist, man musste ganz genau hinsehen, um die Einstichstelle zu finden.


    Seit 3 Tagen ist die Einstichstellen leicht angeschwollen und sehr rot. Allerdings kann ich keinen Kreis drum herum erkennen, auch keine Wanderröte.


    Bis gestern ging es mir prima, doch heute habe ich auf einmal den ganzen Tag Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schnupfen und mir geht es schlecht...


    Die Ärzte haben ja jetzt schon zu, sollte ich eventuell ins Krankenhaus fahren oder doch bis Montag abwarten, ist vielleicht doch nur ne leichte Erkältung?


    Gruß,
    Sebastian

    "Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie`s lesen." Karl Kraus

  • Ich würde zum Notfalldienst oder Krankenhaus gehen, wenn die Einstichstelle geschwolen ist und du Krankheitssymtome hast.... sicher ist sicher......

  • Sofort ins Krankenhaus, am besten nicht in ein kleines, sondern ein größeres!



    Und gute Besserung! :)




    :) MTT :)

    Multae causae sunt bibendi...

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