Bundestagswahl 2005

  • Zitat

    Original geschrieben von Tobsen
    Nichtsdestoweniger bin ich der Meinung, daß die Härte des bayerischen Schulsystems unzweifelhafterweise seine Vorteile besitzt: 50.000 fallen ja nicht jährlich durch, weil die Lehrer so gemein sind, sondern weil sie schlicht und ergreifend das Klassenziel (=Durchschnitt) nicht erreichen. Meine Schulzeit liegt einige Jahre zurück, aber ich konnte stets beobachten, wie die Leute, die "auf der Strecke" geblieben sind, nicht Opfer des brutalen Curriculums geworden sind: Sie konnten einfach nicht mit dem Rest der Klasse (also um die 25 Leute) mithalten.


    Da ist mir ein "ehrliches" Durchfallen und ggf. an der Realschule zur mittleren Reife weitermachen lieber als ein Durchschleppen aller Schüler zum Wohlfühlabitur; Wer die Situation an den Hochschulen kennt, hat in etwa eine Vorstellung davon, was ich meine.


    Aber wenn du dann hier in Bayern im Abi sagen wir mal um einen NC von 0,4 schlechter bist als du in einem anderen Bundesland wärst und deswegen so sagen wir mal sechs, sieben Wartehalbjahre bis zum Studienbeginn einlegen musst, und vorher auch noch eine Klasse doppelt machen musstet, so vier oder fünf Jahre sinnvolle Berufserfahrung verloren hasst, dann kannst du dir die Tatsache aufs Leberkäsbrot schmieren, das bayrische Schulen bei PISA besser waren.

  • Martyn, Du hast es erfaßt:


    Wer erst durchfällt und dann mitm miesen Abi dreieinhalb Jahre auf einen Studienplatz wartet, hat vier, fünf sinnvolle Jahre Berufserfahrung verloren.


    Hauptsächlich deshalb, weil er schon vor vier, fünf Jahren hätte merken müssen, daß er fürs Studium nix taugt und lieber gleich einen ordentlichen Beruf hätte ergreifen sollen...



    Naja, jetzt wo Du da bist, kann ich ja ins Bett gehen. Morgen ist nämlich Schloßbesichtigung.



    Herzlichst, Tobsen

    Quidquid id est, timeo moderatores et dona ferentes.


    .-- . .-. -- --- .-. ... . -.- .- -. -. --..-- .. ... - . -.-. .... - .. -- ...- --- .-. - . .. .-..

  • Re: Re: Stoiber gegen Wahlrecht für Ostdeutsche?!!


    Da hab ich ja richtig was verpasst bis jetzt :)

    Zitat

    Original geschrieben von Martyn Es ist wahr, das die wirtschaftliche Situation hier in Bayern besser ist als in einigen ostdeutschen Bundesländer, aber das haben wir sicher nicht der CSU und ihrer Politik zu verdanken

    Direkt vielleicht nicht, aber indirekt möglicherweise dadurch, dass die Bayern von rot-grünen Experimenten verschont geblieben sind. Und solange die CSU keinen Grund für eine Abwahl liefert, wird das wohl noch längere Zeit so bleiben. Und das ist auch gut so, wenngleich natürlich nicht außer acht gelassen werden sollte, welcher Filz und welche Verstrickungen unter der schönen Fassade herrschen.


    Und es lässt sich nicht leugnen: in manchen ostdeutschen Ländern sieht die Entwicklung weitaus besser aus als in einigen westdeutschen. Erstere kann man sowohl geografisch (Ede hat's ja zunächst abgeleht, also geographisch - sind ja flexibel) als auch politisch als sehr bayernnah bezeichnen. Die anderen mussten unter vielen rot bzw. rot-grünen Jahren der Landespolitik leiden. Wer da keine Parallelen sieht, der sollte sich vielleicht mit anderen Dingen befassen.


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn , sondern ist einfach Strukturbedingt. Da nun mal schon im Westen die Struktueren existiert haben sind die neuen Bundesländer hier von Haus aus in einer schlechteren Position gewesen.

    Auch wenn manche das so sehen, aber selbst in Bayern kommt die "Struktur" nicht vom Herrgott und auch nicht vom Jammern, sondern davon, dass der Standort attraktiv ist. Und so gesehen steht uns der gesamte Osten in nichts nach, Dresden, Leipzig, Erfurt & Co. machen vor, wie's geht.


    Allerdings - und das erschreckt mich zugegebener Maßen etwas - gewinne ich bei manchen Kommentaren hier im Forum den Eindruck - der sich glücklicherweise nicht mit meiner RL-Erfahrung mit "drüben" (L/DD/HAL) deckt - dass man Ostdeutsche [b]tendenziell[/] eher mit Samthandschuhen anfassen muss als Westdeutsche. Bei jeder - auch vorsichtig vorgebrachten - Äußerung fühlen sie sich persönlich angegriffen und diskriminiert. Allein schon die Interpretation von Stoibers Äußerung spricht Bände. Diese latente Selbstmitleid-Haltung gepaart mit der teilweise anzutreffenden west-aversen Anspruchshaltung (für nichts anderes steht die Linkspartei) ist kein guter Boden für die weitere Entwicklung. Schade eigentlich.


  • Ich spreche hier nicht unbedingt von miesen Abi's sondern eher von mittelmässigen Abi's. Sagen wir wenn jeman hier in Bayern ein Abi von 2,6 bis 2,9 macht kann man das nicht als mieses Abi bezeichnen.


    Aber trotzdem gibt es dann oft Probleme im gewünschten Studiengang zugelassen zu werden, während man keine Probleme hätte wenn man in einem anderen Bundesland studiert hätte.


    Aber es ist wohl leider die Ansicht einige süddeutschen Möchtegernelitestudenten, die denken das man nur etwas wert ist wenn man im NC eine Eins vorm Komma hat und dann ner Münchner Uni , Passau oder BWL in Bayreuth studiert.


    Und alles was das nicht schafft sollte dann nach deren Ansicht wohl nur nen normalen Beruf ausüben, und sich so zu Sklaven dieser Möchtegernelitesüdbayern machen.


    Aber auch mittelmässige Akademiker haben ihre Berechtigung.

  • Re: Re: Re: Stoiber gegen Wahlrecht für Ostdeutsche?!!


    Zitat

    Original geschrieben von qwasy
    Bei jeder - auch vorsichtig vorgebrachten - Äußerung fühlen sie sich persönlich angegriffen und diskriminiert. Allein schon die Interpretation von Stoibers Äußerung spricht Bände. Diese latente Selbstmitleid-Haltung gepaart mit der teilweise anzutreffenden west-aversen Anspruchshaltung (für nichts anderes steht die Linkspartei) ist kein guter Boden für die weitere Entwicklung. Schade eigentlich.

    Ich denke so eine überzogene Anspruchsthaltung wie sie die Union teilweise hat, hat nichts mit Ost oder West zu tun sondern ist schlicht und einfach unsinnig.


    Ansonsten steht eben einfach nicht jeder auf solche Methoden, ich denke das sollte man akzeptieren.

  • Zitat

    Original geschrieben von BigBlue007


    ....weil die Kanzlerkandidatenwahl diesmal die Richtige war.


    Das sehe ich etwas anders; meiner Meinung nach, ist gerade Angela Merkel DAS Problem der CDU und falls die CDU diesmal wieder scheitern sollte, ist hoffentlich auch das Thema Kanzlerkandidatin Merkel Geschichte.
    Ich denke, daß die CDU bpsw. mit Wulff deutlich bessere Chancen hätte, die Wahl zu gewinnen.
    Zur Ost/West-Problematik möchte ich mich lieber nicht äußern, da ich davon einfach zu wenig Ahnung habe und natürlich auch keine Patentlösung auf Lager habe :p

    Rechner: Samsung Galaxy Book, Lenovo T14
    Telefon: Pixel 8 Pro, iPhone 15

    Netz: D1, o2

  • Re: Re: Re: Re: Stoiber gegen Wahlrecht für Ostdeutsche?!!


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Ich denke so eine überzogene Anspruchsthaltung wie sie die Union teilweise hat, hat nichts mit Ost oder West zu tun sondern ist schlicht und einfach unsinnig.


    Ansonsten steht eben einfach nicht jeder auf solche Methoden, ich denke das sollte man akzeptieren.


    Möglicherweise hast Du den falschen Text zitiert :confused: Ich vermisse den Bezug zwischen Anspruchshaltung und Union.

  • Zitat

    Original geschrieben von Johnson
    mit Wulff


    Mit wem? :confused:


    :D scnr :D

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Zitat

    Original geschrieben von Johnson
    Das sehe ich etwas anders; meiner Meinung nach, ist gerade Angela Merkel DAS Problem der CDU und falls die CDU diesmal wieder scheitern sollte, ist hoffentlich auch das Thema Kanzlerkandidatin Merkel Geschichte.
    Ich denke, daß die CDU bpsw. mit Wulff deutlich bessere Chancen hätte, die Wahl zu gewinnen.
    Zur Ost/West-Problematik möchte ich mich lieber nicht äußern, da ich davon einfach zu wenig Ahnung habe und natürlich auch keine Patentlösung auf Lager habe :p


    Für Unionspolitiker sind imho sowohl Merkel aus auch Wulff beide halbwegs akzeptabel, auch wenn ich denke, das Wulff wahrscheinlich in der breiten Bevölkerung gegenüber Schröder mehr Chancen hätte.


    Was ich viel schlimmer finde ist das Beckstein ins Kompetenzteam darf, und im Falle von Schwarz-Gelb oder Schwarz-Rot möglicherweise Bundesinnenminister werden könnte. Der ist ja genauso schlimm wie Schily.

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Ich spreche hier nicht unbedingt von miesen Abi's sondern eher von mittelmässigen Abi's. Sagen wir wenn jeman hier in Bayern ein Abi von 2,6 bis 2,9 macht kann man das nicht als mieses Abi bezeichnen.


    Keiner sagt, dass es mies ist. Aber es ist befriedigend, durchschnittlich bis unterdurchschnittlich. Und wer beim Abi bereits einen Traumstudiengang mit NC im Visier hat und trotz Lernens deutlich unter 2.5 abschneidet, der ist vielleicht wirklich nicht sonderlich befähigt. Schließlich hat er bereits die Wahl, die Fächer weitgehend nach seinen Neigungen zu wählen.


    Solange es genug Interessenten für die Studiengänge gibt, kann man es sich eben erlauben, möglicherweise (hoch-)talentierte abzulehnen, die aber bislang beim Leistungstest versagt haben (Alpha-Fehler). Dies ist allemal besser, als jeden Interessenten zu nehmen, in der Hoffnung, keinen Beta-Fehler zu begehen (gute abgeleht).
    Andererseits muss ich Dir insofern zustimmen, dass auch eine sehr hohe Anzahl von Leuten mit gutem bis sehr gutem Abi die letzten Heuler sind, die man weder am Schreibtisch noch am Bau wirklich einsetzen kann. Dennoch schaffen die es zuweilen, auch ein Studium mit Erfolg zu absolvieren. Aber an irgendwelchen Kriterien muss man die Auswahl nunmal festmachen. Und da bietet sich nunmal das Abi an.

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