Thema Bewerbung: Darf man bei Frage nach aktuellem Gehalt lügen?

  • Zitat

    Original geschrieben von Andreas24 bisher noch keine 100.00 € pro Jahr verdient hast, können die sich auch ausrechnen...


    Das wäre in der Tat doch etwas wenig :D;)


    SCNR

    Gruß
    vom Stefan


    -Wer einmal in Fürth war, der findet es überall auf der Welt schön-

  • Na warum wohl schummeln: weil man davon ausgehen kann, dass der neue Arbeitgeber kaum mehr als 15% mehr Gehalt als der alte zahlen wird (so HesseSchrader), man aber mehr herausschlagen will.



    Beispiel: Fritzchen hat ein Jahresgehalt von 30.000 Euro (fiktives Beispiel, so ähnlich in HesseSchrader!). Er bewirbt sich auf eine neue Stelle. In der Stellenanzeige wird gebeten die Gehaltsvorstellung in der Bewerbung zu nennen. Er sagt 45.000 (weil er bisher wirklich wenig verdiente, auch im Vergleich zu ähnlichen Jobs, und weil er in der neuen Position 40.000 will und die auch angemessen sind!). Nennt er im Vorstellungsgespräch ehrlich sein aktuelles Gehalt, also 30.000, wird er mit max. 35.000 nach Hause gehen. Grund: einen solchen Gehaltssprung zu machen ist eine Ausnahme!


    Sagt er aber "mein Gehalt ist derzeit 35.000" ist die Wahrscheinlichkeit mit 40.000 nach Hause zu gehen (die er sich wünschte als er 45.000 als Vorstellung angab), viel höher.



    Versteht ihr jetzt, warum ich frage?




    Brazzo

    FCB forever No. 1


    "Ein freundliches Wort kostet nichts und ist doch das schönste Geschenk." [Daphne du Maurier (1907 - 89), engl. Schriftstellerin]


    Geht der Reichtum der Welt zu Grunde, dann stirbt die ROLEX zuletzt.

  • Dieses Schlaue Buch mag ja ganz schön sein, aber es kommt wie immer auf die Umstände an. Es kommt drauf an ob es sich um eine leitende oder nicht-leitende Stelle handelt, welchen Handlungsumfang du dann besitzt, welche Verantwortung ...


    Handelt es sich um ein großes oder mittleres Unternehmen, das sind alles Faktoren die man berücksichtigen muss.

  • Die Frage, ob man beim bisherigen Gehalt im Vorstellungsgespräch schummeln darf, sollte ja inzwischen (mit einem "Ja, wer will, der darf") beantwortet sein. :D


    Taktisch gesehen halte ich die angesprochene Feilscherei, die sich daraus ergibt, aber für recht ungeschickt. Die Stelle so auf monetäre Fragen zu lenken, zu konzentrieren oder gar zu reduzieren (auch wenn das ja nun wirklich wichtig ist), kann bei nur langsamer Einigung für beide Seiten einen sehr unangenehmen Beigeschmack hinterlassen. Ich stelle mir gerade vor, wie ein fiktiver Bewerber, dem ich als potenziell neuer Vorgesetzer gegenübersitze, einen auf "Bazar" macht, während ich eigentlich vorrangig einen hochqualifizierten Mitarbeiter suche... ;)


    Daher wäre mein Tipp zur Strategie: auf die Frage nach dem bisherigen Gehalt lieber dadurch ausweichen, dass man seine eigenen Gehaltsvorstellungen für die Stelle kundtut, wegen der man da ist. Über das zu sprechen, was vor einem liegt und die spätere (Zusammen-)Arbeit ausmachen wird, ist sicherlich geschickter als über Vergangenes zu plaudern. Letztlich ist doch die Frage nach dem bisherigen Gehalt wieder mal vor allem ein Test, wie man drauf reagiert.


    Gruß vom Schwob :)


    [edit: Das hier könnte mal ein Thread werden, an dem sich kein Teenager die Finger wund tippt. ;) ]

    Wenn Du etwas gut kannst, ist es Zeit, etwas Neues zu lernen.

  • Hi Du Schwob,
    Du müsstest doch ganz vorne stehen, wenns ums feilschen geht ;-)


    Ich hatte aber auch schon Gespräche, da gings nur um die Kohle. Nämlich dann, wenn der Gegenüber Dich kennt und der angebotene Job exakt der gleiche ist wie bisher. D. h. es ändert sich nur die Firma (von einem Großkonzern in den anderen) auf der Visitenkarte. Und dann zählt nur eines...


    Zum Thema: Beim demnächst Ex-Gehalt darf man lügen, bis sich die Balken biegen, nur drauf achten, dass der neue Chef das nicht merkt. Lohnsteuerkarte etc.


    Grüße
    babapapa

  • Zitat

    Original geschrieben von babapapa
    Zum Thema: Beim demnächst Ex-Gehalt darf man lügen, bis sich die Balken biegen, nur drauf achten, dass der neue Chef das nicht merkt. Lohnsteuerkarte etc.



    Bekommt denn der neue Chef/die neue Firma die Lohnsteuerkarte überhaupt zu Gesicht? Und wenn ja, da steht doch das Brutto-Monatsgehalt drauf, nicht das Bruttojahresgehalt, oder?



    Brazzo





    EDIT+PS: Wenn der neue Arbeitsgeber das alte Gehalt rausbekommen möchte, wie kann er das machen?

    FCB forever No. 1


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  • Hi zusammen,


    ich habe mal diesen alten Thread rausgekramt, weil ich genau vor diesem Problem stehe. Mein aktuelles Gehalt liegt aufgrund von mehreren Umstrukturierungen (Fusionen, Outsourcing usw.) weit unter dem, mit der meine Stelle eigentlich dotiert ist. Das liegt daran, dass bei uns schon seit Jahren mehr keine Gehälter erhöht werden, selbst dann nicht, wenn sich der Verantwortungsbereich ändert. Ausnahme mag sein, wenn man in eine leitende Position wechselt.
    Nun möchte ich den Arbeitgeber wechseln und dabei natürlich auch das Gehalt bekommen, das mir eigentlich zustehen würde (Qualifikation, Berufserfahreung use.). Wenn ich jetzt dem neuen AG aber sage, was ich verdiene, denkt er sich wohl: super, den kann ich billig einkaufen. Das will ich natürlich nicht. Auf der anderen Seite will ich auch nicht lügen, damit ich das bekomme, was ich gerne hätte, weil das, wenn es irgendwie mal rauskommen sollte (auch wenn das ziemlich unwahrscheinlich wäre), die Beziehung zum neuen Arbeitgeber nicht besonders fördert.


    Was soll man also machen?


    CU, Cheesy

  • Zitat

    Original geschrieben von Cheesy
    Wenn ich jetzt dem neuen AG aber sage, was ich verdiene, denkt er sich wohl: super, den kann ich billig einkaufen.


    Solange der neue AG nicht fragt, was Du verdienst, brauchst Du das ja auch nicht zu sagen, dann sagst Du halt nur, was Du dir im neuen Job gehaltsmäßig vorstellst.


    Und wenn er doch fragt, würde ich seeeehr großzügig aufrunden. Sollte das später mal rauskommen und man darauf angesprochen werden, kann man ja vorher passende Argumente zurechtlegen, z.B.
    - Überstunden eingerrechnet
    - VWL eingerechnet
    - etc. etc.


    Aber: Auf 100€ genau wird der AG es wohl kaum rausbekommen, es sei denn er hat sehr gute direkte Beziehungen zu Deiner jetztigen Firma. Der wird auch ne Vorstellung haben, was Du in Deiner Position verdienst (bzw. in Deinem Fall eigentlich verdienen solltest...), wenn Deine Angabe dann da in der Nähe liegt, wird der sich gar nicht weiter Gedanken machen...


    Ich zumindest hätte kein Problem damit, kräftig zu lügen, wenn der Einzelfall das so erfodert.

  • Zitat

    Original geschrieben von Cheesy
    Nun möchte ich den Arbeitgeber wechseln und dabei natürlich auch das Gehalt bekommen, das mir eigentlich zustehen würde (Qualifikation, Berufserfahreung use.).


    <...>


    Was soll man also machen?


    Vielleicht einfach obige Wahrheit sagen, falls danach gefragt wird.


    Ist doch keine Schande, wenn man seinen Arbeitgeber wechseln will, weil seine Arbeit nicht angemessen gewürdigt wird. Und er muß sowieso entscheiden, ob er Dir die Stelle zu Deinem Preis gibt. Es nützt ihm ja auch nichts, wenn Du bei ihm nicht anfängst, weil es Dir auch zu wenig Geld ist.

  • ich hatte neulich ein 2. Vorstellungsgespräch, entgegen meiner Annahme das wir tiefer aufs Gehalt eingehen (Vorheriges Gehalt hatte ich in einem Vorgesprächerhlich ehrlich kommuniziert).


    Praktisch haben wir das Thema nur tangiert:
    1. mein bisheriges Gehalt war bekannt und eher das minimum für die neue Stelle
    2. hab ich gesagt das auch aus Betriebsinternen Gründen sicherlich ein adequates Angebot raus kommen wird


    Letztlich darf man nie vergessen das die Firmen ein internes Gehaltsgefüge haben sowie ihre Vorstellungen.
    Sollte ich also ein sehr niedriges Gehalt kommuniziert haben würde ich zwar vielleicht am unteren Ende der Vorstellungen des zukünftigen Arbeitsgebers einsteigen aber sicherlich nicht so tief wie bisher da man ja mit der Zeit auch mit bekommt was die Kollegen so verdienen und hier großes Konfliktpotential besteht - durch ein besonders hohes Gehalt = selbe Situation, man wird eher am oberen Bereich des festgelegten Budgets entlohnt werden aber auch nicht deutlich höher um den Kollegen keinen Grund zum Meckern zu geben.


    Daher halte ich die Frage nach der betrieblichen Übung für sinnvoll, vor allem da auch solche Dinge wie Firmenfahrzeug, Rabatte, Kantine etc. im Zweifelsfall einfach nicht bekannt sind und sich selbst bei nem niedrigen Gehalt am ende des Monats sehr positiv auswirken können.


    Das wichtigste ist das man kein riesen Thema aus dem Gehalt macht - die Qualifikation, den Nutzen für die Firma in den Vordergrund bringen.
    Gehalt ist nur ne Kleinigkeit am Rande (die man zum Leben braucht) und aufgrund unserer intrinsischen Motivation für die Stelle nur Gerecht zu sein hat.
    Wenn dann irgendwann das konkrete Angebot vor liegt kann man natürlich immer noch feilschen aber eben nicht wenn es im Vorstellungsgespräch kurz angesprochen wird - das ist noch nicht die richtige Zeit dafür (außer der Gegenüber will hier gleich in die Vollen gehen).

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

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