Deutschlands Rettung in der Krise - Drogen!

  • Zitat

    Original geschrieben von o2neuling
    Wo finde ich diese Zahlen? Ich meine mich an das genaue Gegenteil erinnern zu können.


    Eine "saubere" Statistik habe ich leider nicht zur Hand, da ich mich auf die Auskunft eines befreundeten Mediziners, der tagtäglich mit "Drogenopfern" zu tun hat, beziehe. Auffällig ist seiner Beobachtung nach, dass zwar zum einen die Anzahl Patienten allgemein in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, allerdings der Anteil der jungen Erstpatienten überdurchschnittlich stark vertreten ist. Da auch in meinem Freundeskreis "Ausfälle" vertreten sind, verfolge ich die allg. Entwicklungen gelegentlich.


    Allerdings geht der Grundtenor auch aus folgender Meldung hervor:
    http://www.medizinauskunft.de/…2_11_drogenmissbrauch.php

  • ich "oute" mich jetzt mal als GELEGENHEITS(!) kiffer.. damit ihr meine argumente versteht!


    ich bin zum beispiel nicht verplant, verpeilt, meine noten sind durchschnittlich, ich helfe anderen leuten gerne, usw usf!


    man sollte cannabis m.m.n schon etwas (!) verharmlosen... da ich denke, dass es (die langzeitschäden betrachtend) nicht solche auswirkungen hervorruft wie alkohol..



    mfg


    :cool: -Andi-

    Zitat

    Original geschrieben von cyrus69
    Im Prinzip geht es nicht darum, nur ihm mit Respekt zu begegnen, sondern auch dem Typen mit der großen Nase oder dem Mädchen mit der Glatze.

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Da hast du schon recht, das es deswegen nicht jeder nutzen würde, aber eine Legalisierung würde doch die Hemmschwelle senken mit diesen Drogen in Kontakt zu kommen.


    Das will ich nicht bestreiten, weil ich das Gegenteil ebensowenig beweisen kann. Allerdings sollte man sich vor allzu einfachen Automatismen hüten. Es ist übrigens genauso unbewiesen, dass Kontakt mit der illegalen Droge A den Kontakt mit der illegalen Droge B begünstigt. Viele Händler haben nur eine illegale Droge im Angebot und außerdem kennen viele Betroffene sehr wohl die Unterschiede. Eine einheitliche Szene gibt es auch nicht, sondern viele einzelne, die aber in der Diskussion zwangsläufig in die gemeinsame Kategorie "Illegale Drogen" fallen.


    Außerdem nochmal der Hinweis, dass nicht jede statistische Parallelität automatisch ein kausaler Zusammenhang ist: Wenn Leute, die eine illegale Droge konsumieren oder konsumiert haben, stärker in Statistiken zu einer bestimmten Krankheit vertreten sind, dann bedeutet das nicht unbedingt automatisch, dass das eine die Ursache des anderen ist, sondern es kann auch sein, dass beide Phänomene eine gemeinsame dritte Ursache haben.


    Ich würde folgendes vorschlagen:


    - Sachliche Aufklärung ohne den Versuch der Dämonisierung, denn im Grunde sind Menschen sehr wohl klug und merken es, wenn man versucht, sie zu belügen - manche hören dann nicht mehr zu. Bei der Sexualität hat es doch auch mit Sachlichkeit und ohne Übertreibung funktioniert, warum sollte es hier nicht funktionieren?


    - Fortsetzung streng überwachter öffentlicher Programme, um un- oder schwer heilbar Abhängige vom Zwang, kriminell zu sein, zu befreien, wenn sie es wollen - natürlich nur dort, wo es wirklich notwendig ist.


    - Beibehaltung der gegenwärtigen Praxis, dass die Attraktivität derjenigen Drogen, die zur Zeit legal sind, durch Werbeverbote und Steuern gedrückt wird und dass die Strafverfolgung derjenigen Drogen, die zur Zeit illegal sind, auf das notwendige Maß beschränkt wird - und zwar ohne formale Legalisierung.

  • Sachliche Aufklärung ohne dramatische Übertreibungen halte ich auch für eine gute Idee.


    Programme für schwer Drogenabhängige halte ich auch für sinnvoll, aber ich denke auch hier sollte der Entzug oder zumindest eine Dosisreduktion das Ziel sein, und nicht das diese Leute dann ihre Drogen permanent kostenlos und legal vom Staat bekommen. Ich denke so schwer süchtig kann man nicht sein (zumindest nicht physisch, psychisch vielleicht schon) das langfristig kein Entzug möglich ist.


    Alkohl denke ich ist stark genug besteuert, da sehe ich keine Handlungsbedarf mehr. Zu den illegalen Drogen denke ich auch das man sie auf keinen Fall legalisieren sollte, trotzdem könnte man die Strafverfolgung auf einen sinnvollen Rahmen beschränken und auf ein sinnvolles Maß beschränken. Natürlich darf das dann aber nicht zu einer Pseudo-Legalisierung führen.

  • Dem Maßnahmenkatalog kann man uneingeschränkt zustimmen :)


    Aber um auf den Ausgangspunkt zurückzukommen, nämlich dem Agieren und Agitieren der Linkspartei (wobei ich mir sicher bin, dass sich einige Obere der Partei von dem Vorstoß von Juliane Nagel distanzieren werden): Welche Bevölkerungsgruppe nimmt sie wohl als nächstes ins Visier - als Opfer und als Sündenbock? Die grasen ja alle Klischees ab, für die unsere "alten Parteien" über 20 Jahre benötigt haben....


    Meine Vorschläge:
    - Doppelte Staatsbürgerschaft für hier lebende Ausländer, wenn sie hier nicht arbeiten und ihr Geld aus dem Ausland beziehen
    - Tempolimit für Autos über 10.000 EUR Zeitwert
    - Verdoppelung des Bafög-Höchstsatzes
    - Mindestlohn *edit* ach, das haben die ja schon...
    - Kindergeld für homosexuelle Paare, sie können schließlich nichts für die Kinderlosigkeit


    Weitere Anregungen finden sich mit Sicherheit hier:
    http://www.leere-versprechen.de


    :)

  • Natürlich ist eine Legalisierung von bis jetzt Illegalen Drogen nicht sinnvoll, aber die meisten Partein haben schwachsinnige Punkte im Parteiprogramm, wobei ich sagen würde das es gerade bei CDU und CSU oft noch schlimmer aussieht.

  • Mir ging es nicht um eine "etwas weltfremde Forderung". Im Gegenteil, die Drogengeschichte macht sich eigentlich recht zwischen dem Rest, den diese Gruppierung ausstößt. Im Vergleich zu anderen Parolen, mit denen der Klassenkampf geschürt wird, ist diese Forderung regelrecht harmlos.


    Vielleicht sogar mit positiver Wirkung, da die Schnittmenge zwischen jubilierendem Gelegenheitskiffer, der sich nun Hoffnungen auf Dope-Automaten in der Stammkneipe macht, und dem (zu Recht) frustrierten, arbeits- und perspektivenlosen Ostbürger sehr gering ist. Vielleicht wundert sich letzterer auch über derart flächendeckende Versprechen. Seit dem Ende der DDR wurde schließlich nicht mehr so viel auf einmal ohne Einschränkungen versprochen. Das könnte verdächtig sein... ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Programme für schwer Drogenabhängige halte ich auch für sinnvoll, aber ich denke auch hier sollte der Entzug oder zumindest eine Dosisreduktion das Ziel sein, und nicht das diese Leute dann ihre Drogen permanent kostenlos und legal vom Staat bekommen. Ich denke so schwer süchtig kann man nicht sein (zumindest nicht physisch, psychisch vielleicht schon) das langfristig kein Entzug möglich ist.


    Doch, das gibt es sehr wohl, ich halte es jedenfalls für völlig ausgeschlossen, dass durch und durch konservative Stadtverwaltungen wie etwa die von Frankfurt am Main sowas ohne wirklich triftigen Grund beschließen. Solche Programme laufen auch nicht wie eine stumpfe Versorgung ab. Die Teilnehmer haben klar definierte Kriterien zu erfüllen und sich einer begleitenden ärtzlichen Behandlung zu unterziehen, wenn sie es nicht tun oder nicht hingehen, fliegen sie raus.


    Also nochmal als Klarstellung: Das sind Nothilfen für absolute Härtefälle, die nach fest vereinbarten Zeitplänen in festen Räumlichkeiten unter streng kontrollierten hygienischen Bedingungen und nie ohne ärztliche Begleitung durchgeführt werden. Die Perspektive ist immer der Ausstieg aus kriminellen Strukturen, deswegen wird es auch nicht geduldet, wenn Teilnehmer sich nebenher auch illegal versorgen.


    Es gibt eben Fälle, in denen die Perspektive, ganz von der Droge loszukommen, erst dann greifbar ist, wenn vorher der Ausstieg aus kriminellen Strukturen gelungen ist. Die Illegalität bringt es aber mit sich, dass jeder Abhängige automatisch zwei Probleme hat - ein Suchtproblem und ein Kriminalitätsproblem. Die angesprochenen Nothilfen verbauen niemandem den Weg, anschließend ganz ohne Droge auszukommen, sondern öffnen ihn in Einzelfällen, in denen es nicht anders geht.


    Übrigens: Im Moment handelt es sich dabei immer noch um eine wissenschaftliche Studie, die irgendwann einmal zu regulärer Politik werden kann - oder auch nicht! Es ist auch keine Einbahnstraße und kein linearer weg, sondern ein Gesamtkonzept - differenziert und akzeptierend, aber gleichzeitig auch repressiv. "Akzeptierend" bedeutet übrigens nicht "unterstützend", das ist ein verbreitetes Misverständnis. Das Wort "akzeptieren" bedeutet in diesem Zusammenhang einfach "zur Kenntnis nehmen und bei allen weiteren Maßnahmen berücksichtigen".


    Ein Beispiel für eine solche Politik, ganz ohne Legalisierung, aber auch ohne ideologisch übertreibende Dämonisierung, kann ungefähr so aussehen:


    http://www.frankfurt.de/sis/sis/detail.php?id=5910
    http://www.frankfurt.de/sis/sis/detail.php?id=18078

    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Zu den illegalen Drogen denke ich auch das man sie auf keinen Fall legalisieren sollte, trotzdem könnte man die Strafverfolgung auf einen sinnvollen Rahmen beschränken und auf ein sinnvolles Maß beschränken. Natürlich darf das dann aber nicht zu einer Pseudo-Legalisierung führen.


    Das ist keine Pseodo-Legalisierung, weil die Polizei die Leute ja sehr wohl trotzdem weiterhin mitnehmen und nett befragen darf, was sie denn so treiben und was sie sich dabei gedacht haben. Selbst wenn man sie dann hinterher einfach gehen lässt, werden sie auf jeden Fall etwas davon in Erinnerung behalten und entsprechend darüber nachdenken.


    Damit meine ich übrigens nicht die Händler. Die können sehr wohl bestraft werden und diese Möglichkeit wird auch genutzt - kein Händler kann auf die Dauer damit rechnen, immer wieder mit einer Einstellung des Strafverfahrens davonzukommen, aber bei Konsumenten, die einmal oder meinetwegen auch ein paar Mal auffallen, reicht so ein Dämpfer meiner Meinung völlig aus, da braucht man kein Strafverfahren, das nebenbei bemerkt übrigens auch Ressourcen bindet.


    Die Problematik ist außerordentlich komplex. Komplexe Probleme haben die Eigenschaft, dass Pauschalvorschläge, auch pauschale Legalisierungsforderungen, ganz besonders kontraproduktiv sind. Allerdings sollte man dann nicht den Fehler machen und mit genau entgegengesetzten Pauschalforderungen reagieren, stattdessen sollte man in aller Gelassenheit seinen wohlüberlegten Weg weitergehen.

  • Zitat

    - Wer nicht mit dem Zeugs umgehen kann, hat halt Pech gehabt - wer sich zu Tode säuft, hat schließlich auch heute schon Pech


    Die Kosten für einen Entzug übernimmt die Krankenkasse aber auch heute. Im Umkehrschluss müssten dann wieder 10-20 Therapiezentren in ganz Deutschland entstehen. Okay, dadurch entstehen wieder Arbeitsplätze, aber wer zahlt letztlich das ganze? Unser einer, nämlich durch den dann erhöhten Krankenkassenbeitrag.

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