Ganz New Orleans wird komplett evakuiert...

  • Die Gelder die eigentlich für den Ausbau der Dämme in der Region gedacht waren, wurden vor ein paar Jahren abgezogen und in das Heimatschutzministerium gesteckt.


    Die Katastrophe, die speziell in New Orleans herrscht wurde ja weniger durch unmittelbare Einwirkung von Katrina sondern von den Dammbrüchen und den daraus resultierenden Überflutungen ausgelöst.
    Im Umland östlich von New Orleans sind es ja mehr die Windschäden durch Katrina und weniger die Flutschäden.


    Die ganze Szenerie mit den dazugehörigen Bildern erinnert mich stark an die "... of the Dead"-Filme von George A. Romero.
    Natürlich nicht die Zombies, aber das Drumherum mit Plünderungen, Anarchie, Selbstjustiz und Hilflosigkeit.

    Bunt ist das Dasein und granatenstark!

  • Zitat

    Original geschrieben von Magnolia77
    ...ich denke schon das die Regierung diese "Unterschicht" nicht wirklich interessiert. Diese Leute haben doch absolut keine Lobby.... so what?


    Ist es möglich, dass die "Unterschicht" zum größten Teil aus Farbigen Amerikaner besteht ??
    In den Fernsehberichten über das Katastrophengebiet sieht man meistens die resultierende Ärme der Farbigen und deren Elend, anscheinend gehören die Weißen zur wohlhabenderen Schicht und hatten deswegen auch die Möglichkeit aus dem Kriesengebiet vorzeitig zu flüchten.

  • Zitat

    Original geschrieben von N°5
    Ist es möglich, dass die "Unterschicht" zum größten Teil aus Farbigen Amerikaner besteht ??
    In den Fernsehberichten über das Katastrophengebiet sieht man meistens die resultierende Ärme der Farbigen und deren Elend, anscheinend gehören die Weißen zur wohlhabenderen Schicht und hatten deswegen auch die Möglichkeit aus dem Kriesengebiet vorzeitig zu flüchten.


    Siehe dazu:


    http://service.spiegel.de/cach…nal/0,1518,372715,00.html


    Artikel in Englisch.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Ich bin nach wie vor erstaunt darüber wie die Lage in NO eskaliert. Wie hier schon richtig geschrieben wurde - für einen Betroffenen ist es natürlich auch dramatisch wenn sein Haus vom Sturm weggerissen wurde. Das allein führt aber nicht zu solch einer Katastrophe, wie wir sie jetzt erleben.


    Das wirkliche Drama passiert da wo das Hochwasser steht weil dieses dramatische Auswirkungen für die Menschen und ihre Möglichkeiten, sich in der Lage zu helfen, hat.


    Und da kann ich nach wie vor nur den Kopf schütteln wie eine der reichsten Nationen der Erde, die nicht nur generell schon immer, sondern seit 9/11 im Besonderen auf Großschadenslagen vorbereitet sein müßten, es so gar nicht hinbekommt strukturierte Katastrophenpläne anlaufen zu lassen.


    Wir haben inzwischen Tag 6 (!!!) nach dem auslösenden Ereignis und noch immer gibt es keine Koordination und keine Planung, wie man der Lage Herr werden will.


    Ich habe schon vor Tagen in einem anderen Forum genau das vorrausgesagt, was jetzt in NO passiert. Aber nicht weil ich ein besonders schlauer Hellseher bin, sondern weil es traurige, immer wiederkehrende Mechanismen sind, die in derartigen Lagen ablaufen. Es hat alle paar Jahre irgendwo auf der Welt schwere Erdbeben mit tausenden Toten und zerstörten Städten gegeben, internationale Hilfsorganisationen aus aller Welt wissen aus Erfahrung recht genau welche Probleme sich in derartigen Lagen nicht nur aus der Zerstörung selber, sondern vor allem auch aus der Dynamik des Verhaltens Betroffener ergeben.


    Man kann diese Abläufe in NO leider wieder perfekt beobachten, und man kann auch sagen wie es weitergeht: es ist eine Frage von Stunden, max. wenigen Tagen, bis die ersten Seuchen auftreten. Die Menschen müßten allesamt aus den überfluteten Gebieten evakuiert werden, die Leichen, der Schmutz und letztlich das Wasser müssen dringend beseitigt werden, es müssen Impfstoffe und Medikamente her. Das ist absehbar, nur: man hört überhaupt nichts darüber daß irgendwer in dieser Hinsicht aktiv würde, daß es zumindest eine anlaufende Planung gibt...
    Auch die aufkommende Anarchie sowie die sich andeutenden Rassenunruhen müßten ganz, ganz dringend unterbunden werden, weil sich sonst eine Eigendynamik entwickelt - die ja in Ansätzen schon erkennbar wird - die ganz fatal wird. Nicht mehr lange und es geht nicht mehr nur ums Hochwasser, sondern um den völlig unkontrollierbaren Sicherheitszustand. Das Niveau nähert sich offensichtlich jetzt schon bürgerkriegsähnlichen Zuständen, wie man sie bisher nur aus Bananenrepubliken Afrikas kennt.


    Es ist auch totaler Schwachsinn Leute völlig unkoordiniert aus dem Schadensgebiet herauszuholen, und ein paar hundert km entfernt ins nächste Stadion oder auf "die grüne Wiese" zu stellen ohne dort eine entsprechende Logistik aufgebaut zu haben. Jeder deutsche Rettungsassistent hat aus dem Effeff gelernt daß es keinen Sinn macht eine Lage vom primären Schadensort, nehmen wir z. B. eine Massenkarambolage auf der Autobahn, an einen anderen Ort zu verlegen, z. B. in ein Krankenhaus, in das alle Verletzten schnell gebracht werden. Man verschiebt das Chaos damit nur von der Autobahn in ein überfülltes Krankenhaus.
    Genau das gleiche kann man in NO erleben: es war schon ein Kardinalfehler Leute, anstatt sie koordiniert aus dem Gebiet zu evakuieren, in einem Stadion zu konzentrieren, das selber mitten im Katastrophengebiet liegt. Jetzt wiederholt sich der Fehler ein zweites Mal indem man die Leute nach Houston ins nächste Stadion bringt.


    Sinnvoll wäre einzig und allein gewesen wenn man etwas abseits von NO, an einem sicheren Platz, den nicht gleich die nächste Überschwemmung treffen kann, der verkehrstechnisch sinnvoll liegt, ein Notlager aufzubauen. Eine Zeltstadt, in der schnell eine Wasser- und Lebensmittelversorgung aufgebaut werden, eine Krankenstation, sanitäre Möglichkeiten mit Dixi-Klos und Duschzellen.
    Am besten nicht ein großes Lager, sondern mehrere Einheiten - meinetwegen ein Zeltlager des Deutschen Roten Kreuzes, 10 km weiter eines der Franzosen, usw. Kleinere, überschaubare Einheiten, die logistisch in sich geschlossen funktionieren, plus eine Koordinationsebene oben drüber, die alles koordiniert.
    Da hinein müßte man jetzt schnellstmöglich alle Leute aus NO evakuieren, und selbstredend müßten alle Waffen am Eingang abgegeben werden bzw. man müßte sämtliche Waffen bereits in NO einsacken, bevor jemand in das Lager gebracht wird.


    Ich finde es sehr bemerkenswert und zugleich erschreckend daß ausgerechnet eines der hochentwickelsten Industrieländer der Welt die Katastrophe logistisch weniger geregelt bekommt als jedes 3.-Welt-Land. Dort würde sehr schnell internationale Hilfe greifen, die Amis lassen keinen rein und verplempern eine der allerwichtigsten und wertvollsten Ressourcen, die es bei Katastrophen gibt: Zeit.
    Die Leute kannibalisieren sich inzwischen sozusagen selber, Anarchie bricht aus, inzwischen macht man einen Rassenkampf schwarz gegen weiß aus, man erkennt nicht mal in Ansätzen Strukturen einer geregelten Strategie um der Lage Herr zu werden.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Gibt es in den USA sowas wie das THW?

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Printus: Du vergisst, daß die Vorwarnzeit trotz allem sehr kruz war. Got man konnte es ein paar Tage im Vorraus erahnen, aber hol mal zehtausende Menschen in zwei tagen aus einer Stadt raus, bau in zwei Tagen ein Zeltlager für so viele Menschen das weit genug weg ist, um nicht vom Sturm erwischt zu werden.
    Immerhin der Sturm war etwa doppelt so groß wie Deutschland, das bedeutet, man hätte die Zelte in einem Abstand von mindestens 2000 km von NO entfernt aufbauen müssen, damit die nicht auch gleich mit weggefegt werden.
    Dann müssen die Menschen über 2000 km transportiert werden. Allein die Anzahl der Busse muß man sich vorstellen.
    Im Footballstadion waren etwa 100 000 Menschen. Bei einter entfernung von 2000 km können die Busse in zwei Tagen nicht mehrfach fahren, weil die das in der Zeit nicht schaffen, hin und wieder zurück zu fahren. Man brauch also etwa 1667 Busse, um alle Menschen zu evakuieren (wenn ein Bus 60 Menschen mitnehmen kann). Diese müssen so nahe an NO stehen, daß sie in zwei Tagen eintreffen, und dann 2000 km weit wegfahren können. Also müssten die schon vorher in NO gewesen sein. Ich glaube nicht, daß es dort so viele Busse gibt.


    Daher war zumindest die Aktion, alle Menschen vor dem Sturm in den Superdome zu bringen, das beste was man machen konnte.


    Was nach dem Sturm kommt, ist eine andere Geschichte. Jetzt hätte man genug Zeit die Menschen zu evakuieren, und in eine brauchbare Unterkunft zu bringen. ich kann mir nicht vorstellen, daß die alle für mehrere Monate in das Sadion in Texas bringen. Das funktioniert nicht. Aber auch ein (oder mehrere kleine) Zeltlager in einer Woche aufzubauen, muß erstmal geschafft sein.
    Natürlich entschuldigt das nicht dafür, daß hier gar nix passiert. Man hätte längst damit anfangen sollen, und nach einer Woche, sollten zumindest die ersten Lager stehen.

    **** Commodore 64 Basic V2 ****
    64K RAM System 38911 Basic Bytes Free
    READY.

  • Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Gibt es in den USA sowas wie das THW?


    Die Aufgaben übernimmt in den USA die Nationalgarde.


    cheers,
    autares

  • So hatte ich es vermutet.
    Allerdings übernimmt die eben auch noch andere Aufgaben und ist möglicherweise mit diesen dann ausgelastet oder es bedarf einer "Hinbeorderung", die durch andere Aufgaben vielleicht erst später erfolgt?

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • @ Brainstorm


    Offensichtlich war es denen, die selber motorisiert waren und die Zeichen der Zeit erkannt hatten (=NO verlassen haben) möglich sich in Sicherheit zu bringen. Insofern stelle ich die Frage wieso es nicht möglich war die nicht eigenständig motorisierten Menschen genauso in Sicherheit zu bringen.


    Daß sich dabei logistische Probleme auftun mag sein - das ist von hier schlecht zu beurteilen. Aber selbst dann stellt sich die Frage: wieso hat man sich mit dieser Fragestellung nicht lange im Vorfeld beschäftigt?
    Es war immer bekannt daß
    - NO im Hurrikan-Gebiet liegt
    - unter dem Wasserspiegel liegt und bei einem Dammbruch überflutet wird
    - die Haltbarkeit des Dammes umstritten ist
    - jede Zivilisation, die sehr sensibel auf den Zusammenbruch von Energieversorgung und Infrastruktur reagiert, Notfallpläne für den Fall der Fälle braucht
    - gerade amerikanische Großstädte einer diffusen Terrorgefahr unterliegen (das war mindestens seit 9/11 im Bewußtsein jedes Bürgers, und seit 9/11 sind schon 4 Jahre verstrichen, in denen man Pläne für Großschadenslagen hätte entwickeln können).


    Es gibt in Deutschland Notfallpläne, Infrastrukturen und es werden immer wieder Szenarien von Großschadenslagen durchgespielt, geprobt und durchdacht - und das obwohl wir weder in einer extremen Klimazone noch in einer speziellen Terrorgefahr leben.


    Oder ein anderes Beispiel: die neu erbaute ICE-Strecke Köln/Frankfurt wurde auf kompletter Länge von den an der Strecke zuständigen Hilfsorganisationen unter die Lupe genommen, es wurden Pläne für Notfälle entworfen und großangelegte Rettungsübungen durchgeführt.


    Würde etwas passieren wären zum einen spezielle Pläne da, wie an dem jeweiligen Ort vorgegangen werden kann, aber es gibt auch prinzipielle logistische und planerische Infrastrukturen, die bei einem Großschadensereignis in Deutschland aktiviert würden.


    Daß es erstmal Chaos gibt und auch nicht alles planbar ist, ist klar. Aber inmzwischen sind in NO bereits 6 Tage um und noch immer ist nicht mal eine planerische Struktur erkennbar, offensichtlich kein Konzept, wie man die Lage in den Griff bekommen will. Da offenbaren sich unglaubliche langfristige planerische Mängel, die sich jetzt natürlich rächen.


    Und nicht mal jetzt läßt man internationale Hilfe und Logistik im großen Stil anrollen. Man beobachtet dieses Verhalten immer wieder, aber dann eher bei Bananenstaaten oder ideologisch geprägten Staaten wie Nordkorea, die nach ihrer Explosion in einem Bahnhof vor ein paar Monaten "natürlich" nicht den Eindruck erwecken wollten ganz schlicht und einfach hilflos zu sein.
    Genau diese falsch verstandene "Arroganz" zeigen die Amis jetzt auch. Anstatt auf die Schnelle ein Konzept, eine Koordination zu entwerfen, und dann aus aller Welt Hilfe und Logistik anrollen zu lassen, bedankt man sich für das Angebot und wartet weiter ab - während die Leute in NO in Anarchie - man muß es wohl so nennen - verrecken.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    Die Aufgaben übernimmt in den USA die Nationalgarde.


    cheers,
    autares


    Belehrt mich eines besseren ! Ist die Nationalgarde nicht eine Art Militär das die Aufgabe hat für Ruhe zu sorgen und den Weg freizumachen für Rettungskräfte und sonstigen Organisationen ?


    Es gibt in den USA doch dieses Krisenmanagment FEMA (oder so ähnlich) die im Katastrophenfall Hilfe leistet bzw. die alle Behörden (Feuerwehr, Polizei usw.) auffordert zu Helfen und auch selber Hilfe leistet.


    Die Nationalgarde macht zwar auch viel aber wenn man es im TV so sieht bewachen die bloss. Da die Streitkräfte auch viele Sondertruppen haben können sich diese Truppen auch um Technisches kümmern wie jetzt die Instandsetzung der Pumpen.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!