Also mir drängt sich hier schon der Eindruck auf, da es sich bei den Menschen in Not überwiegend um arme Schwarze handelt, dass hier die Arroganz der wohlhabenden Mittel- und Oberschicht in Erscheinung tritt, von Rassismus ganz zu schweigen. Wenn ich mich an die Tsunamikatastrophe im Januar erinnere in wesentlich ärmeren Ländern war dies dort nicht so diletantisch und langsam organisiert und ausgeführt worden. Mein Eindruck ist, dass sich Mr Bush sorgen um die Ölversorgung macht, nicht aber wirklich um die Menschen in NO
Ganz New Orleans wird komplett evakuiert...
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Die Nationalgarde mag eher wie eine Armee wirken, im Inland übernimmt sie allerdings die Aufgaben des hiesigen THW. Die Nationalgarde wird bei Naturkatastrophen vom zuständigen Governeur zur Hilfe gerufen. Ihre Aufgabe besteht in der Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung ebenso wie in der logistischen Unterstützung der Hilfsorganisationen und der Rettung Überlebender. Die Nationalgarde ist ebenso wie das THW keine Hilfsorganisation wie das Rote Kreuz z.B.. Sie sorgt also nicht direkt für die Verteilung von Essen und Trinken, sondern unterstützt logistisch bzw. militärisch.
Sprich mich bloß nicht auf die FEMA an! Das ist wieder so eine unnütze Behörde, die in Bürokratie versinkt und wie man gerade sieht, nichts auf die Beine stellen kann.
Man mag Bush hier wieder eine Absicht bzw. Rassismus unterstellen, dass er erst so spät gehandelt hat. Wie ich aber in einem früheren Post bereits zum Ausdruck gebracht habe, sollte er wie einige seine Vorgänger nie die Macht und den Einfluss der Südstaaten vergessen.
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Zitat
Original geschrieben von Printus
Man beobachtet dieses Verhalten immer wieder, aber dann eher bei Bananenstaaten oder ideologisch geprägten Staaten wie Nordkorea, die nach ihrer Explosion in einem Bahnhof vor ein paar Monaten "natürlich" nicht den Eindruck erwecken wollten ganz schlicht und einfach hilflos zu sein.
Es gibt in der westlichen Welt keinen ideologisch geprägteren Staat als die USA. Der Vormarsch der christlich-fundamentalisten Rechten - allen voran Bush - hat inzw. beängstigende Züge angenommen. Z.B. wird schon heute in einigen Bundesstaaten obligatorisch die Schöpfungslehre gelehrt. Die Grundeinstellungen, die Grundwerte, nach denen ein guter Teil der Amis lebt, ist um einiges mehr von dem entfernt, was wir als normal ansehen, als sich Viele hier vorstellen können...
Eines glaube ich allerdings nicht: Ich glaube nicht, dass ein signifikanter Teil der Bevölkerung der USA so arrogant ist, dass denen das Schicksal der Leute da unten im Süden egal ist. Ich denke im Gegenteil, dass sich so ziemlich jeder Amerikaner heute fragt, wie in Gottes Namen es sein kann, dass ein Land wie ihres nicht in der Lage ist, dieser Situation Herr zu werden. Bei den geplanten Benefizveranstaltungen wird eine Menge Geld zusammenkommen. Was natürlich nicht darüber hinwegtäuschen kann (eher im Gegenteil), dass die Administration hier völlig inkompetent arbeitet.
Bei allem Mitgefühl für die Opfer kann ich mich dennoch nicht gänzlich von dem Gefühl befreien, dass diesem Staat (natürlich nicht den betroffenen Menschen) in dessen insbesondere aussenpolitisch nahezu unbegrenzter Arroganz ein solcher Dämpfer nicht schadet. Die ganze Welt blickt auf die USA und stellt die Frage, wie es in der ach so tollen Supermacht zu solchen Zuständen kommen konnte, die ja keineswegs unvermeidbare Automatismen sind. Es ist einfach nur peinlich und dieses Landes unwürdig. Vor allem ist es aber auch gefährlich, weil die ganze Welt sehen kann, dass die USA ihr Land in einer solchen Situation (die ja durchaus auch durch etwas anderes als eine Naturkatastrophe herbeigeführt hätte werden können) einfach nicht im Griff hat.
Wenn die Leute mit ihrem Präsidenten mit selbstverliehenem Gottesmandat dann jetzt vielleicht mal einen Gang zurückschalten, dann hätte das Ganze am Ende wenigstens auch noch etwas Positives nach sich gezogen. Aber daran glaube ich irgendwie nicht so recht...
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Zitat
Original geschrieben von Printus
@ BrainstormOffensichtlich war es denen, die selber motorisiert waren und die Zeichen der Zeit erkannt hatten (=NO verlassen haben) möglich sich in Sicherheit zu bringen. Insofern stelle ich die Frage wieso es nicht möglich war die nicht eigenständig motorisierten Menschen genauso in Sicherheit zu bringen.
Aus eben diesem Grund: Selbstständig konnte die nicht, weil nicht Motorisiert, und ich glaube nicht, daß die dort fast 1700 Busse mal eben so rumstehen haben. Mit welcher Technik hätte man die da wegbringen sollen? Rausbeamen geht nicht, zu Fuß dauert zu lange, und ob man in so kurzer Zeit einen oder mehrere Züge organisieren kann, die die Leute rausbringen, ist auch fraglich, zumindest beim Amerikanischen Schienenverkehr. Bleiben also nur Omnibusse, und dazu hab ich mich ja oben schon geäußert.
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Glaubt ihr denn das man New Orleans jemals wieder richtig aufbauen kann? Der Großteil der Bewohner ist verarmt und hat keine Mittel, außerdem haben die Amis fast nur Holzhäuser und wenn diese Tage oder Wochen im Wasser stehen, fangen sie an zu modern. Auch wenn das Wasser weg wäre, würden sie durch die Luftfeuchtigkeit nie richtig austrocknen!!! Man müsste ja ganze Stadtteile abreißen und ersetzen...
Ciao...!
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Das sehe ich ähnlich.
Vielleicht wird´s ja eine Art "New New Orleans" geben... -
Zitat
Original geschrieben von Brainstorm
Aus eben diesem Grund: Selbstständig konnte die nicht, weil nicht Motorisiert, und ich glaube nicht, daß die dort fast 1700 Busse mal eben so rumstehen haben. Mit welcher Technik hätte man die da wegbringen sollen? Rausbeamen geht nicht, zu Fuß dauert zu lange, und ob man in so kurzer Zeit einen oder mehrere Züge organisieren kann, die die Leute rausbringen, ist auch fraglich, zumindest beim Amerikanischen Schienenverkehr. Bleiben also nur Omnibusse, und dazu hab ich mich ja oben schon geäußert.
Nun, rausbeamen sicher nicht, aber was ist mit rausfliegen? Die normalen Flüge waren sicher völlig ausgebucht, aber evtl. hätten sie noch ein paar Flüge dazwischen schieben können. Das Militär hätte die Sicherheitskontrollen vor dem Betreten der Flugzeuge übernehmen können und mehr als Handgepäck wäre nicht erlaubt gewesen. Wenn Tag und Nacht geflogen worden wäre und evtl. auch Miltärflughäfen in der Nähe einbezogen worden wären, wäre einiges möglich gewesen. Aber bevor das Ausmaß des Schadens unübersehbar wurde, war anscheinend niemand Willens oder befugt, ein so großes Programm anlaufen zu lassen und ggf. Flugzeuge bei den Fluggesellschaften ausdrücklich anzufordern.
Daß aber auch Tage später die Betroffenen mit Bussen über weite Strecken transportiert werden, erstaunt mich doch. Die Start- und Landebahnen der Region sollten noch weitgehend intakt sein, so daß zumindest Landungen auf Sicht möglich sein sollten, selbst wenn die Flughafengebäude selbst beschädigt wären. Hier scheint es wieder am Willen und der Organisation zu mangeln.Vielleicht habe ich ja im Detail unrecht, aber Amerika scheint bei dieser Katastrophe so unglaublich weit hinter seinen Möglichkeiten zurückzubleiben.
Die Menschen, um die es hier vor allem geht, hatten bisher anscheinend keine Lobby. Diese Erkenntnis gerät jetzt vielleicht für ein paar Tage oder Wochen ins Blickfeld und ist vermutlich bald wieder vergessen.
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neue Bilder vom amerikanischen Wetterdienst: [URL=http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,PB64-SUQ9MTA5ODQmbnI9MQ_3_3,00.html]KLICK[/URL] :eek:
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Wie Printus schon sagte, von so einem Industriestaat erwartet man vernünftige Notfallpläne!
Selbst bei uns auf dem Land gibt es für jeden erdenklichen Fall einen Einsatzplan (
Wir haben sogar einen Notfallplan für einen Flugzeugabsturz...welche Aufgaben ABC Zug und Feuerwehr etc übernehmen, obwohl der nächste Flughafen min 100km weg ist).Und mit gescheiten Notfallplänen ist bei einer Vorlaufzeit von 2-3 Tagen auch die Evakuierung von 30.000 Menschen ( so viele waren imho im Superdome) möglich.
Chung77 hat den Taifun in China schon angesprochen, gestern lief im NTV oder n24 Ticker durch, daß China ~700.000 Menschen aus der Region evakuiert.
Die zahl mag zwar etwas hoch gegriffen sein, aber man sieht, daß bei entsprechender Vorbereitung 30.000 Personen eigentlich schaffbar ist.
Vor allem bei den Resourcen.
Edit:
Zu der Idee die Leute in einem Stadion mittem im Katastrophengebiet zu sammeln fällt mir ja sowieso nichts mehr ein.
Der Sturm hätte nur das Dach zum Einsturz bringen müssen und......
Kurzsichtiger kann man wohl nicht mehr planen. -
@ raix:
Die Überlegungen die Leute in das Stadion zu bringen war wohl irgendwie so: "Je grösser das Gebäude, desto kleiner die Wahrscheinlichkeit, dass etwas durch den Hurrikan zerstört wird."
Allerdings waren die Überlegungen wohl nicht mit der Konstruktion deckend.@all
Printus hat die Lage richtig erfasst, Hilfswerke die Erfahrung mit solchen Situationen haben, sollten unbedingt die Rettungsaktionen in NO koordinieren.Erstaunlich allerdings, dass die Regierung nicht dazu in der Lage ist ein einigermassen gescheites Konzept innerhalb weniger Tage zu entwerfen, genügend Leute wid es ja wohl haben.
Gruss
Gregory
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