Ganz New Orleans wird komplett evakuiert...

  • Gerade auf CNN haben die ein Radiointerview mit dem Bürgermeister von New Orleans gezeigt.
    Er hat von Anarchie erschreckenden Ausmaßes berichtet und ist nach geraumer Zeit voll auf den Präsidenten losgegangen (auch wenn mich das jetzt meinen Kopf kostet, dass muss jetzt gesagt werden etc.).
    Am Ende wurde das Interview abgebrochen, weil der Bürgermeister wie der Radiomoderator nur noch geheult haben.


    Bush wollte ja heute New Orleans besuchen.
    Nun will er nur an einer Sitzung in Alabama teilnehmen und vielleicht mal kurz in Biloxi vorbeischauen. Die Begründung ist, dass seine Anwesenheit in New Orleans die Rettungsmaßnahmen beeinträchtigen würde, da ja jeder dem Präsdenten zujubeln will.
    Übrigens lehnt Bush internationale Hilfsangebote ab. Sie schaffen das seiner Meinung nach locker alleine. Das Ganze natürlich mit Bushs eingemeißeltem Grinsen begleitet.


    Sogar die Moderatoren im amerikanischen Fernsehen drücken mittlerweile recht deutlich die Kritik am Krisenmanagement der Regierung aus.



    Weitere Stilblüten:


    Einige Republikaner schlagen vor New Orleans nicht wieder aufzubauen, da sich das finanziell eh nicht lohnt.


    Einige Kirchenverbände sehen Katrina als göttliche Strafe gegen die gottlose Stadt New Orleans.

    Bunt ist das Dasein und granatenstark!

  • Zitat

    Original geschrieben von FraDi
    Wie groß ist denn die wirklich betroffene Fläche jetzt eigentlich genau ? Auch wenn der Sturm sich ja etwas abgeschwächt hatte hatte der doch immer noch Ausmaße von mindestens der Größe der BRD wenn ich das weiter vorne richtig gelesen hab (war das nicht sogar zweimal so groß ?). Was ist denn in den anderen Regionen ? Oder ist das da alles so menschenleer das das nicht der Rede wert ist ?


    Ich behaupte nämlich mal wenn die Katastrophe räumlich wirklich nur auf New Orleans und vielleicht etwas drumrum beschränkt wäre wär das mit der Hilfe und Ordnung schon längst in geregelten Bahnen.


    Wenn's aber wirklich BRD-Ausmaße hätte kann ich mir schon vorstellen das das ein paar Tage dauern kann. Das würde es hier genauso wenn ganz Deutschland auf einmal "platt" wäre...


    die fläche der zerstörung soll in etwa so groß sein, wie die gesamtfläche von großbritannien.


    quelle (glaube ich): spiegel-online

  • Hier ein paar Fakten (gehört, gesehen, gelesen):


    - Katrina hat die Ausmaße der doppelten Größe der Bundesrepublik
    - die verwüstete Region entspricht 2/3 der Fläche der Bundesrepublik
    - ein Küstenstreifen von 150km ist komplett zerstört (entspricht der Strecke Scharbeutz-Rostock)


    Hier ein paar Satellitenaufnahmen (Quelle: n-tv)






    Vorher (März 2004):


    Nachher (08/31/05):


    EDIT:

    Zitat von Erlkönig

    Nun will er nur an einer Sitzung in Alabama teilnehmen und vielleicht mal kurz in Biloxi vorbeischauen. Die Begründung ist, dass seine Anwesenheit in New Orleans die Rettungsmaßnahmen beeinträchtigen würde, da ja jeder dem Präsdenten zujubeln will.


    Da darf ich einmal die Großmutter eines Freundes umgangsprachlich zitieren (die 89jährige wohnt in Mobile, AL.):
    "Der gottverdammte Hu****sohn sollte sich hier besser nicht blicken lassen. Der Mob wird in sofort lynchen!"
    Hilfe aus dem Ausland wird inzwischen übrigens geprüft....

  • Zitat

    Original geschrieben von Erlkönig
    Einige Republikaner schlagen vor New Orleans nicht wieder aufzubauen, da sich das finanziell eh nicht lohnt.


    Rein wirtschaftlich gesehen, lohnt sich das wirklich nicht. Auf keinen Fall. Und die Frage ist wirklich, ist das sinnvoll? Bis die Leute da wieder einziehen können, wird wohl noch 1 Jahr vergehen.


    Man kann das ja nicht einfach renovieren und gut ist. Der Boden ist feucht und nass, also gibts u.U. Probleme mit der Statik der Gebäude. Mal abgesehen davon, dass alles verseucht ist mit Chemie, Benzin und ähnlichem. Die Gebäude müssen eingerissen werden, da die Wände, der Boden und überhaupt alles eingeweicht, schimmlig und giftig ist. Mal abgesehen davon, dass Holz anfängt zu faulen.


    Und die Situation, dass New Orleans unterhalb des Meeresspiegels liegt, ist deswegen ja nicht weg. Wissenschaftlicher gingen ja auch ohne Hurrikan davon aus, dass NO max. noch 100 Jahre exisitiert.


    Ein Wiederaufbau ist logisch und rational betrachtet vermutlich sinnlos. Ich weiß nicht ob selbst eine Nation wie die USA, mit massig Ressourcen, diesen Wiederaufbau leisten kann. Zumindest nicht in der gewünschten Zeit.


    bastian

  • Na Prost Mahlzeit: [URL=http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,372761,00.html]Kanzler stellt USA deutsche Ölreserven zur Verfügung [/URL]

    Moderne Technik erleichtert dem Menschen nur das, was er sich im Laufe seiner Entwicklungsgeschichte schwer gemacht hat.

  • Abgesehen davon, dass das Ganze natürlich eine vor allem für ein Industrieland geradezu unglaubliche und bislang undenkbare Tragödie darstellt, zeigt die gegenwärtige Situation aber auch wieder einmal, dass Katastrophen leider nicht immer das Beste im Menschen hervorbringen - oftmals wohl eher das Gegenteil, wenn man hört, wie der Mop dort wütet... :(


    Auch wenn man die Situation natürlich nicht damit vergleichen kann, was man sich hierzulande selbst in den schlimmsten vorstellbaren Naturkatastrophenszenarien ausmalen kann, so kann ich mich dennoch nicht gänzlich von der Annahme freimachen, dass solche bürgerkriegsähnlichen Zustände hierzulande (oder auch in anderen Ländern wie UK, Frankreich usw.) kaum denkbar wären.


    Ich war noch nie in New Orleans, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass die ganze Gegend quasi schon vorher ein riesiges Ghetto war (relativ zu anderen Landesteilen gesehen), die bei Notfallplänen usw. einfach nicht ausreichend priorisiert wurde.


    Auch auf den ersten Blick nicht in unmittelbaren Zusammenhang stehende Eigenheiten der US-Gesellschaft, wie z.B. deren Waffengesetze, scheinen mir hier plötzlich voll durchzuschlagen. Ich meine - wie sonst ist es zu erklären, dass sich dort in kürzester Zeit Menschen zusammengerottet haben, die offenbar stärker bewaffnet sind als die Polizei? Davon, dass bislang offenbar noch kaum Militär zur Gegenwehr vor Ort ist, ganz zu schweigen.


    Es kann in solchen Situationen unmöglich ausbleiben, dass man eben nicht nur an das Leid denkt, sondern sich auch anschaut, wie die Menschen, wie der betroffene Staat mit solchen Katastrophen umgeht. Das mag jetzt etwas teilnahmslos klingen, aber für mich persönlich ist das Schlimmste an dem Ganzen die Erkenntnis, dass sich in der größten und reichsten Nation der Welt nach einer Naturkatastrophe derartige Szenen abspielen können und der Staat nach derzeitigem Stand offenbar kaum in der Lage ist, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Die Menschen, die in NO zurückgeblieben sind, sind offenbar aus den untersten sozialen Schichten. Alle, die es sich leisten konnten, sind geflüchtet. Ich glaube hier wird der erhebliche Unterschied zwischen arm und reich in Amerika deutlich. Da der Staat praktisch keine Sozialausgaben hat, kann er das Geld in Rüstung, Eliteförderung und niedrige Steuern setzen.


    Ein solcher Staat fragt sich: lohnt es sich für uns überhaupt diese armen Menschen zu retten?

  • Gut, soweit würde ich jetzt vielleicht nicht gehen, dass er sich das wirklich fragt. Aber es ist schon sicherlich nicht ganz von der Hand zu weisen, dass bei einer Katastrophe ähnlichen Ausmasses in z.B. Florida sicher sehr viel schneller Hilfe da wäre - und das nicht nur, weil (und falls) es leichter erreichbar wäre...

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Zitat

    Original geschrieben von astro73
    Ein solcher Staat fragt sich: lohnt es sich für uns überhaupt diese armen Menschen zu retten?


    Zitat

    Original geschrieben von BigBlue007
    gut, soweit würde ich jetzt vielleicht nicht gehen, dass er sich das wirklich fragt.


    Doch ich würde soweit gehen das zu fragen, ich denke schon das die Regierung diese "Unterschicht" nicht wirklich interessiert. Diese Leute haben doch absolut keine Lobby.... so what?

    Moderne Technik erleichtert dem Menschen nur das, was er sich im Laufe seiner Entwicklungsgeschichte schwer gemacht hat.

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