Strassenbaustellen ... warum sind es dieses Jahr soviele?

  • Jedes Jahr die gleiche Heulerei: "_Soviele_ Baustellen gab es ja noch nie! Und ich seh da kaum mal jemand arbeiten. Und wieso immer im Sommer? Und überhaupt!"


    * wenn nichts gemacht wird, meckern die Leute.
    * wird mal was gemacht, dann offenbar zuviel oder das Falsche. Die Leute meckern wieder.
    * Was also wollen die Leute? Recht machen kann man es ohnehin nicht Jedem, aber dieses Rumgejammere ist mit der Zeit mehr als lästig.


    Ich bin in den letzten 12 Monaten knapp 45.000km in Deutschland unterwegs gewesen, vorwiegend auf Autobahnen. Ja es wird dort viel gebaut, aber es ist auch verdammt nötig und insofern nehme ich dann auch gewisse Beeinträchtigungen in Kauf, weil ich weiß, dass es einen Grund und auch Sinn hat.
    Ob gewisse Maßnahmen nur stattfinden, weil gewisse Geldbeträge zum Jahresende ausgegeben werden müssen, ist mir dabei relativ egal, solang _überhaupt_ etwas getan wird.
    Mag sein, dass manche das Geld lieber in anderen Bereichen investieren würden, aber derartige Gelder sind meist zweckgebunden, sie dürfen also zB ausschließlich für den Straßenbau investiert werden.


    Aber wenn der Deutsche mal nichts zu meckern hat, ist er bekanntlich nicht glücklich...

  • Zumindest an WM-Standorten kann man davon ausgehen, dass es durch die WM zu zusätzlichen Baumaßnahmen in der Zeit vor der WM kommt; sei es nur weil sie vorgezogen wurden oder weil sie nur wegen der WM stattfinden, deshalb denke ich nicht, dass man von Heuchelei sprechen kann.
    Auch die Reparatur von Unwetter- oder Flutschäden bringt viele Baustellen mit sich.


    Ich erinnere mich noch daran, als diesen Sommer Nachts (zum Glück) eine der beiden Fahrspuren der B1 gesperrt wurde, um auf dem Grünstreifen in der Mitte viele kleine Stücke zu asphaltieren, die wie ein Stück Straße um ein oder zwei Bäume rumführen. Ab von der Bahn und nach den Bäumen wieder drauf.
    Bis heute ist mir der Zweck dieser Dinger verborgen geblieben, deshalb Stufe ich diese Arbeiten damals zur Zeit noch als sinnlos ein.
    Die Sperrung einer Fahrspur weil eine neue Asphaltdecke gelegt wurde habe ich hingegen sehr begrüßt, da stört auch eine Baustelle wenig, weil man hinterher einen Mehrwert hat.
    Naja, vielleicht bringen die neuen Asphalt-runter-und-wieder-rauf-Fahren ein Mehrwert für die Polizei, die jetzt bei Regen beim Blitzen nichtmehr im Matsch steht ;)


    Im Bereich von Kreuzungen kenne ich auch ein Beispiel, wo man nach einem Umbau nichtmehr nach links abbiegen darf, für mich unverständlich. Wärenddessen wurde das abbiegen auch oft verändert. Je nach dem aus welcher richtung man kam, ging es "plötzlich" nichtmehr.
    (Wobei man sagen muss, dass die Kreuzung zwar fertig aussieht, aber die Bauampeln noch stehen, dass lässt hoffen)


    Arbeiten sehen habe ich auf den Baustellen übrigens schon Leute ;)


    Aber ich stimme dir zu, dass es kein Thema gibt, wo nicht gejammert wird und da das Auto ja des Deutschen liebstes Kind ist, wird sich das in diesem Bereich auch nie ändern denke ich mal.


    Im Allgemeinen bin ich schon glücklich, dass unsere Stadt rausgeputzt wird, denn viele Baumaßnahmen sind wenigstens noch nach der WM ansehnlich und nützlich.

  • Ich frage mich eher "Wo kommt denn die freie Autobahn hier her?", wenn ich mal eine erwische. :D
    Ich fahre arbeitstäglich die Baustelle auf der A66 Wiesbaden- Frankfurt, von daher ist Baustelle für mich der Normalzustand. Und das soll sich bis 2008 auch nicht ändern.


    Prinzipiell finde ich es gut, daß was an unserem Straßennetz getan wird, es ist auch mehr als nötig.
    Mir erscheint nur oft die Art, der Ort (Prioritätensetzung) und die Dauer als etwas am Ziel vorbei geschossen. Und die Qualität der Arbeit. Allzu oft werden nur kleine Flecken in Stand gesetzt, die dann kurze Zeit später wieder erneuerungsberüftig sind.


    Das Problem ist aber wie so oft nicht die Baustelle an sich, sondern wie der liebe Autofahrer mit ihr umgeht. Z.B. mit weit überhöhtem Tempo reinrasen um dann (Beispiel A66) kurz vor dem Blitzer in der 60er Zone voll in die Eisen zu gehen und damit einen Dominoeffekt auszulösen.
    Oder diejenigen, die sich nicht trauen, wegen der engen Fahrbahn einen LKW zu überholen, aber unbedingt links fahren müssen und dann alles blockieren.
    Das sind nur ein paar Beispiele.



    Das Argument Weltmeisterschaft gilt nicht für jede Ecke Deutschlands.
    Ich fahre allerdings quasi an 2 WM Standorten vorbei oder zu ihnen, wenn ich von meinem Wohnsitz bei Frankfurt in meine Heimat Saarland fahre, und zwar an Kaiserslautern vorbei. Dort wurde und wird viel getan, 3spurig ausgebaut und so weiter. Das wird schon viel bringen und war ohnehin nötig.
    Allerdings reichen die Maßnahmen nicht aus. Man müßte die A6 da in ihrem längeren Verlauf sehen. Die Maßnahmen beschränken sich aber auf den Abschnitt Kreuz Landstuhl bis kurz vor KL West. Das ist zwar was wert, aber halt nur die halbe Lösung.


    Ich schätze, wenn unser Land seine Autobahnen auf einen Schlag auf den neuesten Stand bringen wollte, wären wir bis in alle Ewigkeiten verschuldet und könnten trotzdem als Transitland in spätestens 10 Jahren von vorne anfangen mit dem Renovieren.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Zitat

    Original geschrieben von h00ligan
    Ist jetzt nicht böse gemeint, aber in der Form ist das Unsinn - die Temperaturschwankungen sind schließlich alles andere als schnell, da geht nix von kaputt. Viel schlimmer sind die Schäden nach dem Winter.


    Die Temparaturschwankungen bzw. genauer gesagt der Frost sind schon ein Problem für die Straßen, besonders dann, wenn die Straße nicht den besten Zustand hat, hat Frost sehr schlechte Auswirkungen auf ein solches Bauwerk.


    Ich glaube, daß es im moment soviele Straßenerneuerungsarbeiten auf einmal gibt liegt daran, daß die Genehmigungsverfahren in Zeiten leerer Kassen einfach viel zu lange dauern. Bei uns in Köln wird. z.B. im moment eine innerstädtische Hauptverkehrstrraße saniert (Nord-Süd-Fahrt) die wirklich schon lange in einem erbärmlichen Zustand war.


    Hab mich schon ein paar Tage drarüber geärgert, daß die Idioten nicht solche Sachen in den Herbstferien machen und dann einen Artikel im Stadtanzeiger gelesen, das die Arbeiten eigentlich in den Herbstferien stattfinden sollten, aber die Genehmigung solange gedauert hat, das es nicht mehr früher ging als jetzt.

  • Kann da Chevygnon nur 100% Recht geben.
    Zusätzlich fänd ich eine ordentlich PKW Maut auch OK: Vielleicht gibt es dann, wie seit der LKW Maut, noch etwas mehr freie und vor allem vernünftige Fahrt.
    Eben die "Ab und zu Autobahnbenutzer" sorgen für die meisten Behinderungen.


    Ach und hier zur 2 Milliarden Geschichte von Gerhard S. aus H.:
    http://www.bundesregierung.de/…-,413.818806/dokument.htm

    Was nicht auf Wahrheit aufgebaut ist, kann sich nur durch Gewalt und Tücke aufrecht erhalten.
    Henri Barbusse *1873

  • ich wohne an einer hauptstrasse, die eher einem gelände gleicht, als einer straße. :mad: ...doch noch bevor dieser heutige stand erreicht war, haben die einfach aus der 50er strecke eine 30er gemacht, mit dem hinweisschild "achtung, straßenschäden". allerdings gabs da noch keine straßenschäden. :rolleyes:


    die wussten schon vorher, dass sie die straße nicht sanieren werden :(


    zum frühling muss man regelrecht im slalom um die schlaglöcher fahren.

  • Wir haben in D in den alten Bundesländern noch nie eine so schlechte Strassensubstanz wie zur Zeit. Insofern muss man über jede Baustelle froh sein.


    Trotzdem wird mancherorts - v.a. innerstädtisch - mit angeblich nicht vorhandenem Geld zurückgebaut, dass man am liebsten gar nicht mehr Autofahrer sein möchte, bspw. 100m lange Fahrradabschnitte, die so abrupt aufhören wie sie angefangen haben, aber auffällig rot lackiert sind.


    Anderswo warten marode Schlaglochpisten jahrelang auf eine Sanierung.


    Ich weiss wovon ich rede. An meinem Auto musste ich nach gut 60.000 km alle vier Stossdämpfer austauschen lassen. So früh waren die noch nie fällig.


    Bezeichnenderweise gilt auf den Schlaglochtrassen nicht mal eine Geschwindigkeitsbeschränkung. Ich fahre dort freiwillig max. mit 30 km/h und stosse dann noch auf Unverständnis bei Schlangenlinien.


    Jawohl: paradoxes D


    Es lebe der Soli!

    Gruss tector
    suche NTsplit von Arcor 2.0
    suche Siemens Gigaset 4000L Tischladestation
    PN oder
    mailto:tector(at)arcor.de

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!