Krankenversicherung: Bekommt der Arzt unterschiedlich viel Geld?

  • Zitat

    Original geschrieben von Hinniwilli


    ...Komischerweise beklagen sie sich nicht über die, die keinen Pfennig Solidarbeitrag leisten. Das sind die Privatversicherten. Und auch die meisten Ärzte zahlen selbst ebenfalls keinen Pfennig in diese Solidarkasse, weil sie ebenfalls privatversichert sind...


    Was willst Du uns damit eigentlich sagen? Daß Privat Versicherte ihre Ärztlichen Leistungen geschenkt bekommen? Vielleicht machst Du Dir mal bewußt, daß Privat Versicherte und die gute Bezahlung durch die Privaten Kassen es erst ermöglichen, daß manche Gesetzliche Kassen den Ärzten Hungerlöhne für gute Arbeit bezahlen! Ansonsten halte auch ich es mit Dieter Nuhr (Was hat DIESES Thema, das Du da aufzuwerfen versuchst, im Übrigen mit den vorangegangenen Beiträgen zu tun?).


    Leute, werft doch bitte jetzt nicht hundert Schlagworte total sinnlos durcheinander - bleibt halt mal bitte bei einer Sache.


    NoTeen

  • Genauso ist es, dass die Privatpatienten wegen der besseren Leistungsvergütung den Ärzten oft ermöglichen, auch Kassenpatienten besser zu behandeln, da sie sich dadurch bessere Technik etc. leisten können.


    Und es ist auch wahr, dass privat Versicherte auch entsprechend in ihre Privatkassen zahlen. Mein Posting weiter oben gilt hierbei noch imvollen Umfange, dass in der Privatkasse jeder Familienangehörige noch einmal extra kostet, während in der "Solidarkasse" der Einzelverdiener solidarisch für die 13köpfige Familie mitzahlt.


    Und wieder wird das Grundthema des Threads mit anderen Sachen ducrheinander gewürfelt. Klasse :rolleyes:


    NoTeen: Du meinst das hier oder? ;)

  • Bzgl. hartem (bzw. noch härterem als jetzt) Wettbewerb bei Ärzten bin ich arg skeptisch. Als Laie wäre noch schwerer die Qualität zu durchschauen als es bereits jetzt schon ist.


    Eine Fehlentscheidung für das falsche Angebot hätte wesentlich längere und üblere Folgen als ein aus Versehen abgeschlossener Handyvertrag über 24 Monate. ;)


    Und womöglich auch größere Folgekosten für die Solidargemeinschaft.



    BTW & OT, auch das ist Dieter Nuhr:

    Zitat

    "In der Urzeit war alles viel einfacher: Wer krank war, der starb und rannte nicht erst zum Arzt. Und das wird bei uns wohl auch bald wieder so werden!"


    [small]SCNR, Öle ;)[/small]

    Mit Grüßen ...

  • Zitat

    Original geschrieben von seant
    Was hat es denn mit der Solidarkasse auf sich?


    Die gesetzlichen Kassen zahlen auch für Patienten, die keinerlei Leistungen in Anspruch nehmen eine Kopfpauschale an die KVs. Die rechnen wiederum mit den Ärzten ab. Ein Kassenpatient, selbst wenn er keinerlei Leistungen in Anspruch nimmt, zahlt also an die Ärzte. Ein Privatpatient nur wenn er tatsächlich Leistungen in Anspruch nimmt. Selbst wenn der Privatpatient den 2,3-fachen Satz zahlt, zahlen also untern Strich die meisten Privatpatienten deutlich weniger an die Ärzte.

  • Zitat

    Original geschrieben von rajenske
    Bzgl. hartem (bzw. noch härterem als jetzt) Wettbewerb bei Ärzten bin ich arg skeptisch. Als Laie wäre noch schwerer die Qualität zu durchschauen als es bereits jetzt schon ist.


    Eine Fehlentscheidung für das falsche Angebot hätte wesentlich längere und üblere Folgen als ein aus Versehen abgeschlossener Handyvertrag über 24 Monate. ;)


    Yep, komischerweise nehmen ja gerade die Scharlatane am meisten Geld... ;)


    Ich sehe das immer bei diesen Wochenendseminaren: "Erfahre dich selbst!" oder was momentan am besten geht sind "Familienaufstellungen"[small]*[/small]. Über Herrn Hellinger will ich jetzt mal nichts sagen, aber da wird dann mit den Leuten irgendwas am Wochenende gemacht, sie zahlen viel Geld dafür, werden in Krisen gestürzt und da hört dann die "Ausbildung" des Leiters auf. Die Leute kommen dann verzweifelt in Psychotherapie und schon zahlt die Solidargemeinschaft für etwas, was ein einzelner in Gewinnabsicht verbockt hat! :rolleyes:


    Und sonst zeigt sich unser Öle wieder als Dieter Nuhr Kenner erster Kajüte! :top:






    [small]*Ich verurteile nicht das Verfahren generell, sondern dass die meisten Anwender keine klassische Therapieausbildung haben und oft nicht mit dem, was sie hervorrufen, umgehen können. Nicht mehr und nicht weniger![/small]

  • Zitat

    Original geschrieben von Hinniwilli
    Die gesetzlichen Kassen zahlen auch für Patienten, die keinerlei Leistungen in Anspruch nehmen eine Kopfpauschale an die KVs. Die rechnen wiederum mit den Ärzten ab. Ein Kassenpatient, selbst wenn er keinerlei Leistungen in Anspruch nimmt, zahlt also an die Ärzte. Ein Privatpatient nur wenn er tatsächlich Leistungen in Anspruch nimmt. Selbst wenn der Privatpatient den 2,3-fachen Satz zahlt, zahlen also untern Strich die meisten Privatpatienten deutlich weniger an die Ärzte.


    Kannst du mal bitte einen Link nennen, in dem


    - das von dir genannte derzeitige Prinzip der Kopfpauschale dargstellt wird - ich kenne den Begriff in der Diskussion im Gesundheitssystem nur in anderer Interpretation (als Grundsatzmodell).


    - dein letzter Satz belegt wird.


    Danke, Öle

    Mit Grüßen ...

  • Zitat

    Original geschrieben von wrywindfall

    NoTeen: Du meinst das hier oder? ;)


    Ich sehe, man versteht mich ohne viele Worte ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von wrywindfall
    Stimmt, dass sie die Hälfte Zahlen, stimmt nicht ganz, es ist etwas mehr als die Hälfte. Und 1,50 ist ein Wert von vor zwei Jahren, momentan habe ich mich nicht mehr (oder noch nicht) damit beschäftigt.


    Zeig mir bitte eine Aufstellung aus der die Kopfpauschalen der einzelnen Kassen draus hervorgeht. Wie gesagt, es gibt vereinzelt Kassen die etwas weniger zahlen als der Durchschnitt alles Kassen. Die BKK'n liegen im Gesamten jedoch genau im Schnitt. Zumindest laut der Aufstellung die ich vor 2-3 Jahren gesehen habe. Und arg viel hat sich da mit Sicherheit nicht geändert, da die Verträge eher langfristig angelegt sind.


    Du schreibst 1,50 €. Für was? Dir ist doch klar, dass der Arzt für jede Leistung abrechnen kann. Fürs Händeschütteln, für ins Maul schauen, Rezeptausstellung usw. Mal abgesehen davon, dass Leistungen abgerechnet werden die nicht mal im Ansatz durchgeführt wurden.


    Nur zur Aufklärung: Die ganzen Kopfpauschalen landen in einem Topf. Die KV'n rechnen schön zusammen und ermitteln dann je nach Einnahmen den Punktwert. Jede Leistung wiederrum beinhaltet je nach Umfang eine bestimmte Anzahl von Punkten. Bsp: Fürs Rezept ausstellen z. B. 5 Punkte. Multipliziert mit dem Punktwert hat man den Betrag den der Arzt abrechnen kann. Jedes Quartal wird der Punktwert neu ermittelt, je nachdem was noch im Topf übrig ist.


    Deine Rechnung, dass ein Arzt für 1 Stunde nur 1,50 € abrechnen kann entspricht nicht mal ansatzweise der Realität.


    Zitat

    Von wann war die Aufstellung? Und dass die Kopfpauschale den größten Teil der Kosten decken muss, ob der Pat. nur einmal pro Quartal kommt oder jede Woche, ist dir klar? Und wenn das Praxisbudget überschritten ist, muss dann für umme gearbeitet werden, ist dir das auch klar?


    Das stimmt. Hat jedoch mit der Aussage der Arzthelferin nicht das Geringste zu tun. Der Arzt verdient in dem Moment das gleiche bei einem BKK-Versicherten wie bei einem DAK-Versicherten. Darum gehts im Eigentlichen hier. Ich kann mich im Übrigen auch noch an eine Zeit erinnern, in der Ärzte wie wild Rezepte ausgestellt haben. Mit freundlicher Unterstützung der Pharma-Konzerne. Die Budgetierung war längst hinfällig.


    Zitat

    Woher beziehst du dein Wissen? Arbeitest du im Gesundheitssystem? Hast du eine eigene Praxis? Kennst du Ärzte?


    Ich arbeite im Gesundheitswesen. Ich kenne auch Ärzte, in meinem Alter nervt hin und wieder das ein oder andere Wehwehchen. Ich muss hier ausdrücklich erwähnen, dass ich nicht zu den Leuten gehören die den Ärzten Rekordeinnahmen unterstellen. Aber die 1,50 €-Geschichte geht mir einfach nicht aus dem Kopf, weil einfach falsch. Ich mein, ich lebe seit 30 Jahren in einem wunderschönen Stadtteil Stuttgarts (ca. 30.000 Einwohner). An jeder Ecke steht ne Praxis. Kanns den Ärzten soooo schlecht gehen wie du behauptest? Nein. Warum meckern dann die Ärzte? Weil die ganz andere Sachen gewöhnt sind. Es geht ihnen an die eigene Tasche, da werden nunmal die komischten Behauptungen aufgestellt.


    Zitat

    Du meinst wahrscheinlich die BKK-VBU. Zu denen sind damals dann alle gerannt, weil sie so schön billig war. Inzwischen aber hat sich die Struktur derart verändert, dass die Beiträge auch steigen mussten.


    Jepp, war glaube ich auch fusionsbedingt. Der alte Vertrag hatte keine Gültigkeit mehr. Weiss es aber nicht genau. Kann mich nur noch dran erinnern, dass das Ganze ziemlich heftig diskuttiert wurde.


    Zitat

    Da kann ich nur noch mal die Fragen von oben wiederholen.
    Es ist mir klar, dass in diesem System Geld verschwendet und falsch verteilt wird. Wenn ein Chefarzt Rechnungen ausstellt, die zu einer Arbeitszeit von 28 Stunden am Tag (alle Sachen zusammen gerechnet) führen, ist das Betrug. Und dass die Kassenärztlichen Vereinigungen ein Teil des Übels sind, ist mir auch klar. Aber warum will kein Arzt mehr im Osten eine Praxis aufmachen sondern arbeitet lieber das Wochenende in Großbritannien? So viel bekommen die nämlich nicht mehr, wie noch allgemein behauptet wird. Und ich kenne genügend von ihnen, persönlich, nicht vom Hören Sagen oder aus der bunten Presse!


    Da liegt unter anderem der Hund begraben. Wenn jeder Arzt seine Aufgabe so erledigen würde wie er sollte, dann hätte die Ärzteschaft selber mehr vom Kuchen. Wenn hier und da mal falsch abgerechnet wird, bleibt halt immer weniger davon übrig für die ehrlichen Kollegen. Dass dann der grosse Zwergenaufstand geprobt wird wundert mich zumindest kaum. Die sollten sich zu allererst an die eigene Nase fassen. Geh doch mal in ne Praxis und simulier ein Wehwehchen. Den gelben Schein kriegst du schneller wie ich blinzeln kann.


    Zitat

    Trotzdem finde ich das ungerecht, das ganze auf dem Rücken der Patienten auszutragen, aber ein bißchen könnten die auch bei der Wahl ihrer Krankenkasse aufpassen und sollten nicht nur nach der berühmten "Geiz ist geil" Mentalität vorgehen!


    Eine gute Kasse zeichnet sich nicht durch ihren Beitragssatz aus. Es gibt auch günstige Kassen die es locker mit den ach so guten und teuren Ersatzkassen aufnehmen können. Das ganze System ist zu verworren. Die leidtragenden sind in der Tat die Patienten. Aber Schuld daran hat jedes einzelne Glied im Gesundheitssystem bis hin zur Politik. An einzelnen Kassen sollte man, und darf man das nicht festmachen


  • http://www.buschtelefon.de/geld8.htm


    Von einem gesunden Kassenpatiente, der nie eine Arztpraxis von innen gesehen hat, erhalten die Arzte selbst im ungünstigsten Fall jährlich 240 EUR. Von einem gesunden Privatpatienten genau 0,00 EUR.

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