Nahost-Konflikt zwischen Israel und Libanon

  • Versteht mich jetzt nicht falsch, aber so wie ich das sehe, will z.Zt. jeder (der ueber ein wenig Macht verfuegt) Krieg, richtig?


    Wo ist das Problem, wenn die sich die Koepfe blutig schlagen und dann merken, was Krieg eigentlich wirklich bedeutet? Danach hat dann auch erstmal jeder die Schnauze voll von Gewalt und evtl. kann man dann wieder verhandeln.


    So leid es mir auch fuer die Zivilbevoelkerung tut, aber ich glaube nicht, dass es zu einer anderen "Loesung" kommt als die von mir vorgeschlagene, auch wenn es nicht die beste ist.


    - Robin

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    Als ich zurückkam von den Reisen und sah am Gepäckband das erste mürrische Gesicht, da dachte ich: Das ist meine Heimat. - Harald Schmidt

  • newage_02


    Also ich habe den gleichen Standpunkt geäussert den heute auch der Aussenminister Steinmeier verkündet hat. Angriffe gegen Ziele der Hisbollah ja. Aber die Infrastruktur sollte in keinster Weise zerstört werden, das Sie für die Befreiung der Soldaten und für ein sicheres Israel keine Rolle spielt. Vor allem das sich der Libanon gerade im Aufbau und sich von der Bevormundung Syriens gelöst hatte. Da ist das wenigste was Sie gebrauchen einen Rückfall in die Anarchie. Aber so sind nun mal Kriege ungerecht und die betroffenen Parteien zeigen sich von den Äusserungen aussenstehnder unbeindruckt und die Zivilbevölkerung und Unschuldige leiden.
    Da ist natürlich was von der Weltgemeinschaft zu unternehmen und nicht hinzunehmen das Israel den Libanon in die Steinzeit bombt.


    Aber diese Jahrelange hinterhältige Taktik mit Selbstmordatentaten oder an der Grenze die Grenzpatroullien oder Siedler zu entführen(ermorden) ist der Grund warum die israelis jetzt durchgreifen. Also nicht einfach eine Lust der Natur.


    Jeder weiss, das Syrien, Iran, Libanon, Ägypten und früher Irak finanziell, militärisch usw. schon seit Jahrzehnten über Hamas Hisbollah sich indirekt an der Zermürbung Israels beteiligen.


    Du schlägst einen Gefangenenaustausch als Diplomatie. Ja klar wenn die Israelis gezeigt hätten, das Entführungen mit der Belohnung enden das dafür gefangene Hamas oder Hisbollah Kämpfer freikommen, glaub mir dann gäbs dort einen neuen Volkssport" Fang den Juden"! Für die Entführung Unschuldiger gibt es kein Nachgeben und keine Forderungen zu wollen.


    mayday7
    Ich kann mich nicht erinnern das ich in irgend einer Form beleidigend dir gegenüber geworden bin. Also halte dich bitte auch daran auch wenn du es vielleicht nicht anders gelernt hast.


    Zitat

    sorry du tickst nicht richtig!



    Du scheinst hier der zu sein der sich über Kraftausdrücke und alten Threads die keinerlei Zusammenhang zu diesem Thema haben zu profilieren.
    Selbst meine Aussage das du dich auch auf Threads die jahrelang zurückliegen gerne berufen kannst, scheinst du nicht verstanden zu haben. Das sollte heissen damit es auch du verstehst, ich steh zu meinen Aussagen egal wie alt sie sind.
    Aber du kommst mit die sind doch erst ein paar Monate alt. Wie du siehst haben wir beide ein Verständigungsproblem. Aber agressiv bin ich bei weitem nicht, eher amüsiert. Dir scheint das Thema so auf den Kopf geschlagen zu haben, das du so in Rage bist und meinen Cousin in dein Herz geschlossen hast und dich noch an ihn erinnern kannst. Werde Ihn von dir grüssen, vielleicht backt er dir ein paar Muffins.

  • Zitat

    Original geschrieben von IGGY
    Jeder weiss, das [...] Ägypten [...] finanziell, militärisch usw. schon seit Jahrzehnten über Hamas Hisbollah sich indirekt an der Zermürbung Israels beteiligen.


    Nein, Ägypten nicht. Die vermitteln ja in den Konflikten regelmäßig und sind neben Jordanien das einzige Land der Region, das einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen hat. Ägypten verlangt z.B. auch regelmäßig die Ausweisung von Hamas- und Hisbollah-Funktionären aus Damaskus.


    Zitat

    Aber diese Jahrelange hinterhältige Taktik mit Selbstmordatentaten oder an der Grenze die Grenzpatroullien oder Siedler zu entführen(ermorden) ist der Grund warum die israelis jetzt durchgreifen. Also nicht einfach eine Lust der Natur.


    Ich glaube, es ist müßig darauf hinzuweisen, daß die Völkerrechtsverletzungen Israels schon genausolange andauern (Stichwort Golan-Höhen) und daß sich Israel und die Palästinenser auf konkrete Vereinbarungen z.B. in Oslo oder in Wye oder sonstwo verständigt hatten, die Israel nur wenig später nur noch als unverbindliches Thesenpapier interpretiert hat. Gründe dafür hat N00dles genannt, z.B. die mangelnde Kontinuität israelischer Regierungsarbeit usw. - nochmal: es ist keinesfalls so, daß die Palästinenser oder die Libanesen oder sonstwer pausenlos am Provozieren wären und den Israelis ist jetzt halt mal der Kragen geplatzt. Das wäre schon eine extrem einseitige Interpretation der Geschichte seit 1967.

  • andi2511


    Ja da hast du Recht. Ich hatte es etwas unglücklich ausgedrückt. Sie haben mit Hamas und Hisbollah nix am Hut, aber durch den Krieg damals auch gegen Ägypten ist zwar ein Friedensvetrag zustande gekommen aber die Bevölkerung an sich sind auch nicht besonders euphorisch auf Israel zu sprechen.

  • Schon, aber es ging ja mehr um institutionelle Unterstützung und den Schuh müssen sich Assad und Friends schon anziehen, während Mubarak da tatsächlich um Vermittlung bemüht ist. ;)


    Syrien hat aber noch ganz andere Interessen im Libanon und führt die auch nach Hariri und dem Abzug munter fort. Ein großer Teil der syrischen Finanzgeschäfte läuft über libanesische Banken, außerdem haben die Syrer und ihre vielen Geheimdienste im Libanon lange die Drogengeschäfte und den Anbau kontrolliert, für Syrien geht es im Libanon und mit der pro-syrischen Hisbollah (trotz großer Popularität der Hisbollah in der Bevölkerung wegen der 'Befreiung' des Südlibanon und weil sie Wohlfahrtsverbände unterhalten, gibt es breite antisyrische Strömungen im Libanon) auch um einen Erhalt ihrer Einflüsse und nicht nur um eine Front gegen Israel. Ich würde sogar fast vermuten, daß die monetären und machtpolitischen Eigeninteressen vor den ideologischen stehen.

  • Zitat

    Original geschrieben von N00dles
    - Das komplette Versagen Arafats als Staatsmann. War er als "Freiheitskämpfer" noch so erfolgreich, so hat Arafat als Staatsmann komplett versagt. Anstelle eine Politik der kleinen Schritte ging es bei ihm immer um alles oder nichts (Jerusalem, recht auf Heimkehr, etc.) und der Aufbau der Palästinensergebeite ging auch nur schleppend voran da ja zuerst einaml die ganzen alten Freunde Dienstvillas und grosse Autos (ein schwarzer Mercedes 600 sollte es schon sein) brauchten, die Wasserversorgung konnte dann warten. Was da an geld versickert ist ist ncht mehr schön, selbst arabische Länder haben den Geldhahn zugedreht. Verlorene Jahre.

    Korruption ist in Kriesengebieten häufig ein Problem, aber ansonsten kann man Arafat sicher nicht vorwerfen eine Politik der kleinen Schritte verhindert zu haben.


    Als Palästineserführer ist er auch seinem Volk verpflichtet, und musste versuchen eine Lösung zu finden die nicht nur Frieden bringt, sondern seinem Volk auch Chancen bietet.


    Eine Lösung bei der es zwar Frieden gibt, aber sein Volk unter Armut in Reservaten dahinhausen muss ohne die Chance auf politische und wirtschaftliche Bedeutung ist für die Palästineser natürlich inakzeptabel, dafür muss man Verständniss haben.


    Aber was derzeit in Nah Ost abgehet ist sowiso inakzeptabel, es ist inakzeptabel das die Hisbollah Israelis entführt, und es ist inakzeptabel das Israel Luftangriffe durchführt.

  • Zitat

    Original geschrieben von IGGY
    Also ich habe den gleichen Standpunkt geäussert den heute auch der Aussenminister Steinmeier verkündet hat. Angriffe gegen Ziele der Hisbollah ja. Aber die Infrastruktur sollte in keinster Weise zerstört werden, das Sie für die Befreiung der Soldaten und für ein sicheres Israel keine Rolle spielt.
    [...]
    Da ist natürlich was von der Weltgemeinschaft zu unternehmen und nicht hinzunehmen das Israel den Libanon in die Steinzeit bombt.


    Jetzt muß nur noch jemand Bomben und Raketen entwicklen, die so intelligent sind, daß sie beim Einschlag bzw. bei der Explosion zwischen "bösen Terroristen" und "unschuldigen Zivilisten", zwischen ziviler und militärischer Infrastruktur zu unterscheiden wissen. So lange, wie Terroristen und auch Soldaten die zivile Infrastruktur mitbenutzen und ihre Operationsbasen eben auch oder sogar bevorzugt in überwiegend von Zivilisten bewohnten Gebieten errichten, werden sich bei militärischen Auseinandersetzungen Opfer unter Nicht-Kombattanten und Schäden an der zivilen Infrastruktur (um mal diesen unsäglichen Begriff der Kollateralschäden zu umgehen) selbst beim besten Willen und größtmöglicher Rücksichtnahme nicht vermeiden lassen.


    Ich kann mich außerdem des Eindrucks nicht erwehren (aber das mag auch an der Berichterstattung unserer Medien liegen), daß es zur bevorzugten Vorgehensweise von Mitgliedern von Organisationen wie Hamas und Hisbollah gehört, sich unter die Zivilbevölkerung zu mischen, z. B. um dort besser gegen Angriffe geschützt zu sein (ein Baum fällt ja auch am wenigsten auf, wenn man ihn im Wald versteckt ;) ). Außerdem scheint auch die Abgrenzung zwischen Kombattanten und Nicht-Kombattanten im Nahen Osten ausgesprochen schwierig zu sein, weil dort eben nicht nur reguläre Militäreinheiten, sondern eben auch Milizen und Terrororganisationen verschiedenster Coleur involviert sind. Und schließlich habe ich auch den Eindruck (und dieser mag auch durch die Berichterstattung unserer Medien entstanden sein), daß die IDF bei ihren Operationen nicht immer mit einem den Umständen entsprechenden höchstmöglichen Maß an Rücksicht auf Zivilisten bzw. zivile Einrichtungen vorgeht.


    Allerdings wird wohl niemand von Israel erwarten, daß sie ihre Panzer, Artillerie und Luftwaffe bei dieser sogen. "asymmetrischen Kriegsführung" nicht einsetzen, sondern statt dessen nur leichtbewaffnete Infantrie entsenden. Und schwere Waffen können nun einmal nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden. Einmal abgeworfen oder abgefeuert, zerstören Bomben, Granaten und Raketen nun einmal alles, was in ihrem Wirkungsradius liegt.


    Dies nur mal als Erinnerung an die leidigen Realitäten der Kriegsführung.


    Viele Grüße und einen
    Happy Day

    Viele Grüße und einen Happy Day


    Guy Fawkes was the only person ever to enter Parliament with honest intentions.

  • Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Ich kann mich außerdem des Eindrucks nicht erwehren (aber das mag auch an der Berichterstattung unserer Medien liegen), daß es zur bevorzugten Vorgehensweise von Mitgliedern von Organisationen wie Hamas und Hisbollah gehört, sich unter die Zivilbevölkerung zu mischen, z. B. um dort besser gegen Angriffe geschützt zu sein (ein Baum fällt ja auch am wenigsten auf, wenn man ihn im Wald versteckt ;) ).


    So pauschal kann man das zumindest über die Hisbollah nicht sagen, denn sie ist sehr stark in das zivile Leben integriert, so daß eine Unterscheidung da nicht so einfach möglich ist. Die Hisbollah ist natürlich in schiitischen Hochburgen Beiruts sehr präsent, aber das hat mehr damit zu tun, daß die Hisbollah eben nicht nur Terrororganisation oder paramilitärische Miliz, sondern auch Teil der Zivilbevölkerung ist und nicht damit, daß sie sich dort versteckt oder verschanzt. Die Hisbollah zeichnet sich ja gerade durch ein sehr multiples Erscheinungsbild im libanesischen Alltag aus, von Miliz über Wohlfahrtsverband bis zum politischen Flügel, der im Parlament vertreten ist (das libanesische System ist sehr starr was die Machtverflechtungen zwischen den verschiedenen Religionen betrifft, die Aufteilung des Parlaments und verschiedener Regierungsämter ist institutionell geregelt, die Hälfte der Parlamentssitze steht den Muslimen zu und da die Schiiten die größte Minderheit des Landes sind und in ihr die Hisbollah verbreitet ist, nimmt die Hisbollah einen Teil dieser Sitze ein).


    Die Schätzungen über die militärischen Kapazitäten der Hisbollah gehen auseinander, aber faktisch dürfte sich der größte Teil im Südlibanon aufhalten und nicht in den Vororten Beiruts. Nichtsdestotrotz gibt es in diesen schiitischen Vierteln natürlich auch Hisbollah-Einrichtungen, was aber aus meiner Sicht eher o.g. Umständen als feigem Kalkül zuzuschreiben ist.

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Korruption ist in Kriesengebieten häufig ein Problem, aber ansonsten kann man Arafat sicher nicht vorwerfen eine Politik der kleinen Schritte verhindert zu haben.


    Die Korruption in den palästinensichen gebieten war aber so schlimm, dass wie gesagt sogar arabische Staaten die Hilfe eingestellt habe und Arafat, eine Staatschef ohne Staat, als einer der reichsten (!) Staatsmänner der Welt gestorben ist. Dass muss man sich mal vor Augen führen: daheim lebt die Bevölkerung in Armut und er hortet die Hilfsgelder auf schweizerischen Banken.


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Als Palästineserführer ist er auch seinem Volk verpflichtet, und musste versuchen eine Lösung zu finden die nicht nur Frieden bringt, sondern seinem Volk auch Chancen bietet.


    Eine Lösung bei der es zwar Frieden gibt, aber sein Volk unter Armut in Reservaten dahinhausen muss ohne die Chance auf politische und wirtschaftliche Bedeutung ist für die Palästineser natürlich inakzeptabel, dafür muss man Verständniss haben.


    Barak hat 2000 Arafat 97% der Gebiete, einen Teil Ostjerusalems sowie Entschädigung für die Flüchtlinge angeboten. Viele Vermittler (auch arabische) haben Arafat empfohlen, anzunehmen. Mann könne ja immer noch später strittige Punkte regeln, es ging um das Prinzipielle, einen Staat überhaupt erst möglich zu machen. Für Arafat war es nicht genug, er wollte nicht nur die Wärterschaft über den Felsendom (die ja komischerwiese bei der Grabeskirche sehr gut klappt), sondern den ganzen Tempelberg. Kurze Zeit später ging Sharon auf den Tempelberg um klars Israels Anspruch auf den Tempelberg zu verdeutlichen, in klarer Opposition zu Barak's Angebot. Den Rest kennt man.

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    So pauschal kann man das zumindest über die Hisbollah nicht sagen, [...]


    Ich habe das auch nicht so pauschal gesagt, sondern explizit geschrieben, daß ich diesen Eindruck durch die Berichterstattung in unseren Medien gewonnen habe. Inwieweit dies mit der Realität übereinstimmt, vermag ich mangels persönlicher Erfahrungen vor Ort nicht zu beurteilen. (Ich bin aber, ehrlich gesagt, überhaupt nicht scharf darauf, mich in ein Kriegsgebiet zu begeben, bloß um meine Neugier zu stillen. Meine voyeuristischen Neigungen befriedige ich für gewöhnlich anders, z. B. mit allem, was mit diesem Thread zu tun hat. ;) )


    Viele Grüße und einen
    Happy Day

    Viele Grüße und einen Happy Day


    Guy Fawkes was the only person ever to enter Parliament with honest intentions.

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