jetzt kommt gleich was in den sat1-nachrichten !
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BOAH. Derb...
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jetzt kommt gleich was in den sat1-nachrichten !
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BOAH. Derb...
Auch ich war in der Ausstellung und fand die präparierten Figuren sehr beeindruckend, auch wenn ich medizinisch gesehen ein wenig vorbelastet bin. Ich durfte sogar ein präpariertes Organ in die Hand nehmen, nennt mich wie ihr wollt, aber ich habe ein menschliches Herz in der Hand gehalten. Ich fand das sehr beeindruckend!
Genauso beeindruckend waren die geschädigten Organe (Herz nach Herzinfarkt, Aorthenaneurisma, Raucherlunge...)
Was ich von einer öffentlichen Obduktion halten soll, weiß ich nicht, allerdings ist mir unklar, warum ihr euch so darüber aufregt. :confused:
Wenn man Pärchen beispielsweise beim Geschlechtsakt zuschauen kann - was ist dann so schlimm, einem breiten Puplikum das innere eines Menschlichen Körpers zu zeigen? Ist vielleicht kein guter Vergleich, aber bei dem Schund, der im Fernsehen läuft, ist das ausnahmsweise mal lehrreich, finde ich. ![]()
Na toll, wieder mal ein publicityträchtiges "Meisterwerk" des Herrn v. Hagens. :flop:
Als Menschen "vom Fach" stört mich am meisten der vorgeschobene Deckmantel der "Wissenschaftlichkeit und Aufklärung", der die persönliche Publicity-Geilheit von G.v.H. (der übrigens eigentlich Gunther Liebchen heißt) kaschieren soll.
Im Rahmen meines Studiums habe ich den Anatomie-Kurs absolviert und war auch schon bei mehreren Obduktionen zugegen - das alles hat mit den Aktionen des Herrn v. Hagens nicht allzuviel zu tun.
Wer sich einmal genauer mit der Thematik beschäftigt, wird schnell erkennen, worum es diesem Zeitgenossen wirklich geht: um Selbstdarstellung!
Nehmen wir beispielsweise den Hut, der auch von einem Zuschauer, der Live-Sektion kritisiert worden war. Hätte jemand bei uns im Präp-Saal der Anantomie oder im Sektionssaal der Rechtsmedizin einen Hut oder eine Mütze aufgehabt, wäre er hochkant rausgeflogen. Von Hagens meint, er trage ihn als Verehrung für seine Vorgänger (und wollte dies mit einem alten Bild belegen) - in Wirklichkeit soll er jedoch seine Unverwechselbarkeit unterstrichen. In einem anderen Spiegel-Artikel wurde auf Joseph Beuys hingewiesen und die Ähnlichkeit ist in der Tat frappierend. Aber v. Hagens sieht sich ja auch als Künstler... :confused:
Dies wird auch in der Ausstellung Körperwelten deutlich. Ohne Zweifel mag sie interessant sein, mich stören aber beispielsweise die Posen vieler Präparate. Würde es v. Hagens rein darum gehen, Einblicke in die menschliche Anatomie zu geben, warum stehen oder liegen die Präparate nicht schlicht da, um nicht von der Substanz abzulenken? Nein, die schwangere Tote muss kokett posieren, der Schachspieler mit eröffnetem Schädel und freipräpariertem Rückenmark in Denkerhaltung vor dem Schachbrett sitzen, der "Läufer" seine "fliegenden", weggeklappten Muskeln präsentieren etc. Ein toter Mensch in der Haltung eines Toten wäre ja auch zu langweilig und nicht extrem genug - so kann man viel besser schockieren. Wie schon erwähnt, sieht sich v. Hagens ja auch als Künstler - ich persönlich finde es ziemlich pervers, wenn menschliche Leichen zu verformbaren Kunstobjekten degradiert werden und hätte mir für die Ausstellung eine würdevollere Präsentation gewünscht.
Nun ist es ja so, dass "Körperwelten" schon rund um den Globus zu sehen waren, sich der Effekt langsam abnutzt und es etwas stiller um Gunther v. Hagens wurde. Ergo musste die nächste Sensation her und das nächste Tabu gebrochen werden - was eignet sich besser dazu als eine Live-Sektion? Reality-TV in dieser Form hat es bisher noch nicht gegeben und somit kann sich v. Hagens auch in dieser Disziplin als Vorreiter präsentieren. Wohlgemerkt: ich bin gar nicht prinzipiell gegen die filmische Darstellung dieses Themas und mir hat z.B. die wissenschaftliche, dokumentarische Haltung des Films "Der Weg nach Eden", der die Arbeit eines ungarischen Prosektors beschreibt ziemlich gut gefallen - bei v. Hagens hingegen sinkt das Niveau leider auf das einer Talkshow.
G.v.H. Größenwahnsinn und seine Skrupellosigkeit zeigen sich übrigens auch darin, dass er die Sektion im stilvollen Ambiente einer Brauerei trotz behördlicher Verbote durchgeführt hat - für was bitteschön hält sich dieser Mensch, dass er meint, sich darüber einfach hinwegsetzen zu können?
V. Hagens' Argument, dass Leichenöffnungen früher auch öffentlich waren, ist meiner Meinung nach übrigens ebenso vorgeschoben, wie daneben - früher waren Hinrichtungen auch öffentlich. An dem Tag, an dem der Einschaltquoten wegen eine Sendung a la "Execution-TV" gestartet wird, werde ich meinen Fernseher aus dem Fenster werfen.
Möglicherweise liegt es an zuvielen Dämpfen von Formalin oder seinem Acrylgemisch, aber in meinen Augen hat der gute Mann schlicht und einfach einen Dachschaden und leidet unter krankhafter Profilierungssucht, Zwang zur Selbstdarstellung und Größenwahn. Das für viele fremde, aber faszinierende Thema der menschlichen Leiche und ihres Innenlebens wird von ihm meiner Meinung nach nur benutzt, um einerseits seinen Bekanntheitsgrad zu steigern und andererseits (siehe seine "Fabriken" in China und Kirgisien) einen ganzen Haufen Geld in seine Tasche fließen zu lassen.
Wäre ich dazu in der Lage, würde ich ihm seine Approbation entziehen - mit ärztlichem Handeln hat das für meinen Geschmack nämlich nichts mehr zu tun.
Gruß, Mooney
Es ist in der Tat erst mal sehr schwierig den Mann einer Kategorie zuzuordnen.
Mediziner, Künstler - wohl beides. Aber auf jeden sehr außergewöhnlich.
Die Ähnlichkeit mit Beuys ist kein Zufall, das wird jeder Beuys Kenner bestätigen.
Für mich ist er einfach ein Akionskünstler, der Happenings veranstaltet.
Publicity hat er, braucht er und genießt er natürlich. Das ist einfach eine Bestätigung.
Die Sensationsgier ist sicherlich da, weil das Thema Tod einfach bei uns noch irgendwo tabu ist.
Seine Versuche, den Tod wieder in die Normalität zu bringen, finde ich völlig ok.
Die Ausstellung Körperwelten (besuchte ich '97 in Mannheim) fand ich es sehr gelungen.
Wer die Ausstellung nicht gesehen hat, wird nicht verstehen können,
warum die Besucher kein Ekel oder keine Abneigung verspüren.
Mooney spricht die Haltung vieler Präparate an. Darüber mag man streiten.
Wenn alle Figuren nur da lägen, wüßte man nie genau was los ist,
und der Hintergedanke, daß sie tot sind, wäre immer da.
Dann wäre es nur noch ein Gruselkabinett für mich.
Wenn nun aber einer am Schachtisch sitzt, der andere springt usw,
vergißt man ziemlich schnell, daß dies eigentlich Leichname sind.
In diesem Moment hört die unterstellte Sensationsgier auch auf,
da man nicht mehr daran interessiert ist, tote Menschen zu sehen,
sondern verschiedene Körperfunktionen, Organe, Nerven zu beobachten.
Für einen Mediziner ist das normal - für einen Laien eben unbekannt und interessant.
Zudem ist das Argument bezüglich der Würde der Toten völliger Schwachsinn,
da sie a) dies freiwillig machen und b) verewigt werden.
Wie gesagt, die Ausstellung war klasse. Aber die Obduktion...
Für mich wäre es nichts, da ich keine blutigen Innereien sehen kann.
Allerdings finde ich es auch nicht verkehrt,
daß interessierte Leute es sehen dürfen. Was spricht dagegen?
Schlimmer finde ich, daß manche Psychos daheim brutale
Action- und Horrorfilme anschauen, wo Gedärme durch die Luft fliegen.
Die Obduktion hingegen verläuft absolut sachlich.
Wie bei der Ausstellung haben auch hier die Angehörigen und der
Verstorbene vor seinem Tod einer öffentlichen Obduktion zugestimmt.
ZitatOriginal geschrieben von chico
Es ist in der Tat erst mal sehr schwierig den Mann einer Kategorie zuzuordnen.
Mediziner, Künstler - wohl beides. Aber auf jeden sehr außergewöhnlich.
Die Ähnlichkeit mit Beuys ist kein Zufall, das wird jeder Beuys Kenner bestätigen.
Für mich ist er einfach ein Akionskünstler, der Happenings veranstaltet.
Publicity hat er, braucht er und genießt er natürlich. Das ist einfach eine Bestätigung.
Naja, die Geschmäcker mögen verschieden sein, aber mein persönliches Verständnis von medizinischer Ethik schließt die Vereinigung von bildender Kunst und Medizin einfach aus, erst recht, wenn Körper von Menschen "verarbeitet" werden.
Jedes anatomische Institut hat eine Sammlung von Dauerpräparaten und bei einigen ist ein Teil dieser Sammlung auch öffentlich - dies finde ich völlig okay, da sich der Interessierte so wissenschaftlich informieren kann.
Wenn ein Arzt jedoch zum Beuys-Verschnitt mutiert und überlegt, was er denn noch so alles Spektakuläres mit seinen Leichen anstellen kann, hört's für mich irgendwann auf. Was soll als nächstes kommen? Werden Leichen demnächst öffentlich von Hochhäusern fallen lasen, damit sich jeder ein Bild machen kann, wie ein Selbstmörder aussieht, wenn er unten angekommen ist?
ZitatDie Sensationsgier ist sicherlich da, weil das Thema Tod einfach bei uns noch irgendwo tabu ist.
Seine Versuche, den Tod wieder in die Normalität zu bringen, finde ich völlig ok.
Prinzipiell habe ich dagegen ja gar nichts einzuwenden, mich stört nur die Art, wie es teilweise aufgezogen ist und die primäre Intention des Herrn v. Hagens: seine eigene Publicity-Geilheit. Es ist einfach das Gesamtbild, das sich aus vielen Mosaik-Steinen zusammensetzt.
ZitatAlles anzeigen
Mooney spricht die Haltung vieler Präparate an. Darüber mag man streiten.
Wenn alle Figuren nur da lägen, wüßte man nie genau was los ist,
und der Hintergedanke, daß sie tot sind, wäre immer da.
Dann wäre es nur noch ein Gruselkabinett für mich.
Wenn nun aber einer am Schachtisch sitzt, der andere springt usw,
vergißt man ziemlich schnell, daß dies eigentlich Leichname sind.
Für einen Mediziner ist das normal - für einen Laien eben unbekannt und interessant.
Ja, ich gebe zu, dass ich als Mediziner in gewisser Weise vorbelastet war.
Wenn Du sagst, dass es so weniger gruselig für Dich war, scheint die v. Hagens'sche Argumentation zumindest nicht völlig abwegig zu sein.
Für mich persönlich war es so sogar etwas gruseliger - als jemand, der bisher nur die nüchterne Atmosphäre in der Anatomie bzw. der Rechtsmedizin kennengelernt hat, fand ich es ziemlich befremdlich, die Präparate in doch sehr merkwürdigen Posen vorzufinden. Mein spontaner Gedanke z.B. bei dem Schachspieler war der, das der Kontrast zwischen Alltäglichkeit (Schachbrett) und Tod (Präparat) einfach nur schocken soll.
ZitatZudem ist das Argument bezüglich der Würde der Toten völliger Schwachsinn, da sie a) dies freiwillig machen und b) verewigt werden.
Der Stein des Anstoßes liegt hierbei für mich darin, dass v. Hagens die Körper nur als Rohmaterial sieht, aus denen er etwas Hübsches basteln kann. Ich mache dies auch nich primär an der Ausstellung fest, sondern an einigen anderen Punkten, die man so über Herrn v. Hagens erfährt.
Er will für sein eigenes Ego der "große Aufklärer und Revolutionär der Anatomie" sein, und damit ordentlich Geld verdienen. Ist jemandem von euch bekannt, dass von den nicht unbeträchtlichen Eintrittsgeldern mal eine schöne Spende an die AIDS- oder Krebshilfe gegangen ist? Mir nicht.
Ich würde meinen Körper durchaus einem anatomischen Institut zur Medizinerausbildung zur Verfügung stellen, nicht aber, um v. Hagens' Taschen zu füllen.
ZitatAllerdings finde ich es auch nicht verkehrt,
daß interessierte Leute es sehen dürfen. Was spricht dagegen?
Nichts. Es gibt aber "seriöse" Filme zu diesem Thema und außerdem diverse Fachbücher der Rechtsmedizin und photographische anatomische Atlanten. Eine groß mit Werbeplakaten angekündigte öffentliche Obduktion in Funk und Fernsehen ist eine Aufmache, die für meinen Geschmack einfach pervers ist.
ZitatDie Obduktion hingegen verläuft absolut sachlich.
Wie bei der Ausstellung haben auch hier die Angehörigen und der
Verstorbene vor seinem Tod einer öffentlichen Obduktion zugestimmt.
Die britischen Behörden jedoch nicht. Ich bin wirklich nicht obrigkeitshörig, finde aber, dass sie dennoch ein Wörtchen mitzureden haben.
Ich bin gespannt, was sich v. Hagens als nächste Sensation einfallen lässt und ob er es schafft, bis an sein Lebensende am Knast vorbeizukommen...
Just my 2 cents. ![]()
Gruß, Mooney
Ich habe da auch eine etwas zwiespältige Meinung. Einerseits muss ich chico zustimmen. Die Ausstellung war gelungen und hätten die präparierten Leichen aufgebart irgendwo rumgelegen hätte mich diese sehr forsche Konfrontation mit dem Tod wohl auch abgeschreckt.
Von der Obduktion wie von Hagens sie veranstaltet hat halte ich hingegen absolut nichts. Zwar finde ich es ansich richtig und wichtig, dass auch interessierten Laien der Zugang zu einer solchen Obduktion ermöglicht wird, allerdings nicht in diesem Umfeld. Zum einen stört mich da der Veranstaltungsort. Das ganze in einer umgebauten Brauerei stattfinden zu lassen zeugt meiner Meinung nach von G.v.H.s Sensationsgei*heit. Das "Happening" dazu auch noch im TV übertragen zu lassen, so dass jedes kleine Kind sich das ansehen kann finde ich schlichtweg unverantwortungslos.
Wenn öffentliche Obduktionen irgendwo in der Uni von Professoren, die sich dadurch keinen finanziellen Vorteil uns höheren Bekanntheitsgrad versprechen, durchgeführt würde hätte ich nichts dagegen und wäre evtl. auch interessiert, aber so...
Gruß,
niggo
ZitatOriginal geschrieben von niggo
Wenn öffentliche Opduktionen irgendwo in der Uni von Professoren, die sich dadurch keinen finanziellen Vorteil uns höheren Bekanntheitsgrad versprechen, durchgeführt würde hätte ich nichts dagegen und wäre evtl. auch interessiert, aber so...
Eben das ist ja das Problem an fast allen Unis. Obduktionen ja, aber als praktische Übungen und selbst da dürfen befreundete Studenten anderer Fachrichtungen dem Medizinstudenten nicht zusehen (zumindest in Bochum). Kein Wunder, dass da Bedarf für solch medienwirsame Spektakel (künstlich) geschaffen wird.
ZitatOriginal geschrieben von Mooney
Ja, ich gebe zu, dass ich als Mediziner in gewisser Weise vorbelastet war.
...
Er will für sein eigenes Ego der "große Aufklärer und Revolutionär der Anatomie" sein, und damit ordentlich Geld verdienen.
Ich glaube, was dich als Mediziner am meisten stört ist die Aufmache,
und das Auftreten des Gunther v. Hagens als Person selbst.
Was seine Präparate betrifft muß man nämlich zugeben, daß Millionen
von Menschen einen sehr beeindruckenden Einblick gewonnen haben.
ZitatOriginal geschrieben von Mooney
Mein spontaner Gedanke z.B. bei dem Schachspieler war der, das der Kontrast zwischen Alltäglichkeit (Schachbrett) und Tod (Präparat) einfach nur schocken soll.
Typischer Fall von Interpretation.
Kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie sich eine große Gruppe
vor dem Schachspieler versammelte und schlichtweg fasziniert war,
wie gut das gesamte Nervensystem inkl. Gehirn dargestellt wurde.
Gerade diese Konzentration und das nachdenken beim Schachspielen.
ZitatOriginal geschrieben von Mooney
Ich bin gespannt, was sich v. Hagens als nächste Sensation einfallen lässt und ob er es schafft, bis an sein Lebensende am Knast vorbeizukommen...
Er war schonmal im Knast ![]()
Aber wie man sieht ist die Sache mit der Ausstellung eine ganz andere.
Die öffentliche Obduktion hingegen sehe ich auch etwas kritischer,
obgleich ich kein Grund sehe sie zu verbieten, solange keine Kinder es sehen.
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