Kannibale: "Ich habe im Garten Rippchen gegrillt!"

  • Zitat

    Original geschrieben von Trauma
    Das schreit nach Gesetzen,die wir anscheinend in diesem Land nicht haben.


    Man darf eben nicht vergessen, dass der Gesetzgeber niemals mit einem Fall dieser Art gerechnet hätte.
    Wer denkt schon daran, dass sich ein Mensch freiwillig für eine solche Tat opfert? Denn ohne diese freiwillige Hingabe hat man jedenfalls ein normales Tötungsdelikt, wenn nicht sogar Mord.


    Dass die Tat nun aber unter die Privilegierung des 216 StGB fallen könnte, halte ich für wirklich unbefriedigend. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass das wirklich klappt. Denn es muß ein anderer zu der Tötung bestimmt worden sein. Und davon kann in dem Fall doch nicht unbedingt die Rede sein.
    Außerdem habe ich bei Tötung auf Verlangen immer das Bild eines schwer kranken Menschen vor mir, der um Erlösung von seinen Schmerzen bittet, jedoch nicht einen Menschen, der gern "verspeist" werden würde, geschweige denn einen Täter, der die Tötung nicht, wie bei den normalen Fällen der Tötung auf Verlangen, aus Mitleid fremdnützig, sondern aus Selbstsucht zum eigenen "Genuß" durchführt. Insofern sträuben sich bei mir alle Haare, allein beim Gedanken, hier Tötung auf Verlangen als Privilegierung anzunehmen.
    Der Gesetzgeber hat jedenfalls bestimmt nicht an eine derartige Konstellation gedacht. Für solche Fälle ist die Privilegierung nicht gemacht.
    Schade nur, dass man im Strafrecht nicht die Möglichkeit hat, im Rahmen der Auslegung den Anwendungsbereich der Vorschrift zu reduzieren. Denn das würde einer Bestrafung, für eine nachträglich unter Strafe gestellte Tat, gleichkommen, die dem Grundsatz von "Nulla poena sine lege" widersprechen, das in der Verfassung und in § 1 StGB verankert ist.
    Man wird sehen, aufgrund welcher Vorschriften die Anklage tatsächlich erfolgen wird.


    Für extrem bedenklich halte ich aber, dass sich aufgrund des Fehlens der Strafbarkeit von Kannibalismus Fälle konstruieren lassen, bei denen wirklich keine Strafbarkeit im Raume steht. Man denke nur an einen Fall, in dem das Opfer Selbstmord begeht. Vor diesem Hintergrund wäre eine Strafbarkeit von Kannibalismus wirklich erforderlich.



    Alles in allem halte ich den Fall für wirklich schlimm. Dass es so etwas wie Kannibalismus tatsächlich in Deutschland gibt, hätte ich nie geglaubt.
    Vor allem aber, dass die Kanibalenseiten öffentlich im Internet zu finden sind/waren, ohne dass sich irgendjemand genötigt sah, einzuschreiten, halte ich für unglaublich.
    Leider ist eben nicht jeder Betreiber von Websites so um Rechtstreue bemüht, wie das TT-Team. Wenn das so wäre, hätte sich dieser Fall sicher verhindern lassen. Man fragt eben nicht auf der Straße "Entschuldigung, darf ich sie essen?", das gibt es nur in der Anonymität des Internets.
    Andererseits haben sich so "wenigstens" Menschen mit ähnlichen "Interessen" gefunden, andere unschuldige, die mit Kannibalismus nichts zu tun haben wollen, wurden nicht mit hineingezogen.
    Aber auch so ist der Fall erschütternd.


    Gruß
    DaFunk

    Murphy´s Gesetzgeber bei TT


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  • Jeder, der Kenntnis von diesem Vorfall erhalten hat, steht vom dem Problem, daß er so etwas einfach nicht "einordnen" kann oder auch nur will. So etwas steht außerhalb allem, was man für möglich hält.
    Trotzdem ein paar Gedanken hierzu, mit wlchen ich begründen will, daß es sich sehr wohl um Täter und Opfer handelt (ob man das rechtlich so beweisen kann, mag zunächst dahingestellt bleiben).


    Zunächst ist nicht nur ein rechtliches, sondern eine ethisches und ein logisches Problem.
    Ganz offensichtlich handelt es sich um eine perverse Triebtat. D.h. etwas extrem abartiges wurde gatan, weil damit sexueller Lustgewinn verbunden wurde. Das ist das Wesen einer Triebtat: etwas an sich mit Sexualität in keiner Beziehung stehendes (über die Tatsache des existentiellen hinaus) bringt (sexuelle) Lust, weil durch Perversion eine Übertragung stattgefunden hat. Absurde Beispiele verschiedenen Grades gibt es genug: Schuhfetischisten, SadoMaso, was weiß ich). Das "Opfer" wollte Lustgewinn und wie ja jeder weiß ist der sexuelle Trieb so stark, daß er blind und taub für jede Logik macht. Objektiv ist es doch so, daß getötet und danach verspeist zu werden, keinen Lustgewinn bedeuten kann, weil niemand mehr da ist, der Lust empfinden kann. Das was "bei lebendigem Leibe" geschehen ist fällt m.E, unter Extremmasochismus, aber es war wenigstens noch jemand da, der dabei irgendwelche Lust empfinden konnte.
    Beispiel: jemand ist sturzbesoffen (=unzurechnungsfähig) und sagt: f... doch meine Alte, tus doch. Und wer macht das dann, weil er es nunmehr für erlaubt hält?
    Analog: jemand ist sexuell pervers erregt (unzurechnungsfähig) und sagt: bring mich um, das mag ich, dann kann nur ein ebenfalls Perverser nicht sehen, daß so eine Aufforderung trotz allem nicht so gemeint sein kann. Die Aufforderung heißt nur: gib mir Lust, nicht "ich möchte Suizid begehen, sei so nett und hilf mir ein bißchen, wenns dazu noch Spaß mach, umso besser".


    Jetzt zur anderen Seite: dem Täter.


    Da sieht die Sache ganz anders aus, und das Ungleichgewicht in diesem "Verhältnis", dem angeblichen Einverständnis, schreit zum Himmel: jemand verstümmelt einen Menschen, bringt ihn um und ißt ihn zum eigenen Lustgewinn. Wo ist sein Einsatz bei diesem Spiel?
    Er hat vorsätzlich einen Menschen aus niederen Motiven getötet und nach meinem Dafürhalten ist das Mord in besonders schwerem Fall in Verbindung mit Leichenschändung. Die Tötung im Einverständnis kommt für mich zumindest ethisch nicht in Betracht, da es dem triebgeblendeten Opfer nicht wirklich ums Getötetwerdenwollen ging, sondern eigentlich um Lust.
    Alle möglichen Faktoren werden heutzutage zur Schuldminderung herangezogen, das muß imho auch für das Opfer gelten.


    Soviel dazu.


    Im Widerspruch zur Ausführlichkeit dieser Stellungnahme plädiere ich dafür, diesen Thread aus Gründen des Jugendschutzes zu löschen oder mindestens zu schließen.
    Ich weiß zwar, daß heutzutage jeder Jugendliche problemlos an alles herankommt, aber trotzdem sollten wir mit gutem Beispiel vorangehen und so etwas nicht noch weiter in der Öffentlichkeit eines Mobilfunkforums in dem auch sehr junge Mitglieder mitlesen diskutieren.
    Ich bin 36 Jahre alt, aber dieser Vorfall ist für mich ein einziger Alptraum und ich kann nur hoffen, daß ich es einigermaßen wegstecke.

  • djangobe:


    Ich kann das echt nur voll unterschreiben. Das hat bisher kein anderer geschafft, meine Meinung und meine Gefühle zu dem Thema so klar auszusprechen.
    Es ist extrem wichtig, hier zwischen moralischen und strafrechtlichen Aspekten zu trennen, und vor allem nicht aus falsch verstandener politischer Überkorrektheit den Fall so umzudrehen, als sei die Gesellschaft krankhaft intolerant, und der Fall wäre an sich vollkommen OK und nur der Rest der Welt hätte ein Problem damit...


    Mein Verstand setzt vor Ekel, Abscheu und blanker Angst vor dem, was sich in menschlichen Gehirnen abspielen kann, an einigen ganz bestimmten Stellen aus. Abgesehen von der wirklichen "Durchführung" am schlimmsten beim Kauf der Schmerzmittel. Die Vorstellung ist so krank und widerlich alltäglich-surreal, daß mir jetzt beim Schreiben schlecht wird.


    Von dieser Sache zu hören hat mich psychisch schlimm mitgenommen, und hat alte Wunden über das unbegreifliche, das Menschen zu tun und zu empfinden im Stande sind wieder aufgerissen.
    Der selbstquälerische Lustgewinn (zumindest ab einem gewissen Schweregrad) ist für mich eine so unnachvollziehbare Sache, viel schwerer zu erklären als Rücksichtslosigkeit und Brutalität anderen gegenüber.


    Für mich hat das ganze definitiv mit totaler psyichischer Krankheit zu tun, und ist wahrscheinlich für den Rest der Welt viel schlimmer als für die Betroffenen......

  • Ich will djangobe's letzten Absatz zum Anlass nehmen und das ansprechen, was ich bei diesem Verbrechen für besonders diskussionswürdig halte. Als Stichworte sind mir "Albtraum" und "Öffentlichkeit" in Erinnerung geblieben.


    Bemerkenswert finde ich weniger die Qualität des Verbrechens. Die verblasst ziemlich schnell, wenn man an die Kriegsverbrechen der letzten Jahre zurückdenkt, die dem aktuellen Fall auch an der zur Ausübung nötigen geistigen Abnormalität in nichts nachstehen. Es wundert mich nicht besonders, dass es vereinzelt zu Fällen von Kannibalismus kommen kann. Es ist zwar selten, kommt aber dennoch vor und es lassen sich einige auch historische Beispiele dafür finden.


    Als bemerkenswert ist doch viel mehr anzusehen, wie sich zwei Menschen mit so extremen, seltenen Geisteskrankheiten moderner Kommunikationsmittel bedienten um zueinander zu finden, wie der sprichwörtliche Topf den passenden Deckel.


    Man kann also spekulieren, dass diese Tat in einer Zeit ohne Chats, Diskussionsforen und Usenet in dieser Form nicht stattgefunden hätte. Also als Verbrechen ein gefundenens Fressen (pun not intended) für Verfechter einer "guten alten Zeit" in der stärkere Familienstrukturen eine stärkere Kontrolle und somit eventuell ein frühes Entdecken derartiger Neigungen ermöglichen hätten können.


    In Wirklichkeit verhält es sich aber so, dass die Polizei erst durch eine Anzeige eines Newsgroup-Benutzers auf den Kannibalen aufmerksam wurde, das neue Medium die Ermittler also erst auf die Spur brachte. Durch die Fortschritte in der Kriminalistik ist davon auszugehen, dass schreckliche Verbrechen aufgeklärt werden können, die noch vor einigen Jahrzehnten gänzlich unentdeckt geblieben wären. Womöglich hätte derselbe Täter in den 60er Jahren mangels geeigneter Triebbefriedigung wahllos Menschen in seinem Haus getötet, ohne dass das jemals ans Licht gekommen wäre.


    Natürlich weiden sich die Medien an dieser Tragödie und die Öffentlichkeit leidet an Albträumen, weil der brave Computerfreak von nebenan ein Kannibale sein könnte. Dass das europaweit vielleicht alle 50 Jahre ein Mal vorkommt tritt in den Hintergrund.


    Michael Moore argumentiert in "Bowling for Columbine", dass Angst ein Volk klein halten kann und die zunehmende quotenbedingte Gewaltorientierung der Berichterstattung im Fernsehen einer Regierung helfen kann, unpopuläre Entscheidungen durchzubringen.


    Das mag für Deutschland nur in geringerem Maße zutreffen.
    Die Hysterie und der Pessimismus, der hierzulande herrscht, erhalten aber mit Sicherheit weiteren Auftrieb.


    Und Pessimismus ist das letzte, was wir zur Zeit brauchen können.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Aufgrund diverser Medienberichte hab ich mal ein bisschen gegoogelt und bin scheinbar auf DAS forum,um das es in den ganzen berichten ging,gestossen....
    Da fällt einem nichts mehr ein,wenn man das liest...Die Zahl von 800 klingt da fast schon zu gering bemessen.
    Und das alles unter dem Oberbegriff "fantasie".Da mokieren sich User darüber,das wegen diesem Kannibalen jetzt jederwegen seiner Vorstellungen verdammt wird.Konnte mir garnicht vorher vorstellen,dass jemand solche Fantasien hat.
    Aber zurück zum Thema.Intressant fand ich die Aussage eines befragten Professors,der das ganze folgendermassen sah:
    Klar,das es für "Otto-Normal-Verbraucher" schauerlich sein muss, so etwas zu erfahren,aus psychologischer Sicht ist es höchst intressant.
    Wie <registered> bereits anmerkte,war auch der Professor der Überzeugung,dass diese absoluten Extreme ohne das Internet wohl nie zueinander gefunden hätten.
    Auf der einen Seite Sadismus in seiner extremsten Form und auf der anderen Seite Masochismus ebenfalls in seiner extremsten Form.
    Ich persönlich erschaudere jedesmal,wenn neue Infos zu diesem Fall ans Licht kommen,mein Horizont ist dazu (gottseidank) zu beschränkt.


    Gestern morgen kam dazu ein alter Premierebericht,in dem dem ein japanischer Kannibale mittlerweile ein angesehener Maler,Autor,Schriftsteller ist,der ganz nüchtern darüber sprach,was er empfand und wie es dazu kam. Er gilt als geheilt.....


    Das lasse ich mal unkommentiert...


    Aber an dieser Stelle gilt mein mitgefühl erstmal den Beamten,die das Video auswerten müssen!Die und ihre Familien leiden monentan am stärksten unter dieser Situation.

    Hardware:
    IPhone 8 256 GB
    IPad Pro 12,9

  • Trauma:


    Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn man seine Halbschwester pop....ig anziehen will?


    Ney, Spaß beseite. Gesetz betreffs Inzest sollen IMHO Inzucht und damit genetische Schäden der Nachkommen verhindern. Wenn jetzt aber der Halbbruder zeugungsunfähig ist, fällt dieser Punkt schonmal weg.


    Konstruierter Fall: Geschwister werden nach der Geburt getrennt, treffen sich nach 20 Jahren wieder, verlieben sich, schlafen miteinander, haben aber keinen Nachwuchs. Sollen die beiden wirklich bestraft werden?


    Frank

  • Ich kann es absolut nicht verstehen, dass dieser kranke Mensch auf 8 1/2 JAhre wegen Totschlags verurteilt wurde. Und wenn er Glück hat, kommt er nach 6 Jahren wegen guter Führung raus.... Meiner Meinung nach gehört er ein Leben lang in die Klappse. So viel zur deutschen Rechtssprechung :rolleyes:


    Gruß
    Mekong

    Ein Hund denkt: "Sie füttern mich, sie pflegen mich, sie kümmern sich um mich...
    ...sie müssen Götter sein!"


    Eine Katze denkt: "Sie füttern mich, sie pflegen mich, sie kümmern sich um mich...
    ...ich muss ein Gott sein!

  • Ich versteh das Urteil auch nicht. Allerdings genau anders als Du.
    Ich halte es für zu hart.
    Ich bin immer noch der Meinung, das dieser Fall "Tötung auf Verlangen" war.
    Das hat ja auch der Ex-Freund des Opfers bestätigt. Den hatte das Opfer ja auch schon gebeten ihm den Penis abzuschneiden.


    Herr M. hat niemandem Leid zugefügt. Er hat "nur" seine und die sexuellen Vorlieben des Opfers miteinander verbunden. Inwieweit das moralisch verwerflich ist, möchte ich nicht beurteilen.


    Ich hätte ihn mit 2 Jahren auf Bewährung "bestraft".

    ~done~

  • @ NoNick



    *hüstel*



    aber das der Typ schwer eine "Klatsche" hat, ist Dir schon aufgefallen......*kopfschüttel* ?!


    (Klappse mit Sicherheitsverwahrung, weil der wirklich Krank ist!)


    ich glaub, unser Rechtssytem ist nur so schei**e, weil da zuviele Leute mit Deinen Vorstellungen drinsitzen :rolleyes:

    Gruss toyboy/Michael
    toyboy@ericsson-info.de


    Nein, ausprobiert, getestet,oder Verpackung für`s Foto geöffnet ist nicht neu!

  • Wenn er "schwer einen an der Klatsche" hätte, dann wäre er für schuldunfähig erklärt wurden. Die Gutachten haben ihm jedoch volle Schuldfähigkeit bescheinigt. Also nix mit balla balla.


    Ich kann es mir auch nicht vorstellen einen anderen Menschen zu Befriedigung meines sexuellen Triebes zu essen, aber mein gott es gibt schlimmeres.


    Wenn ich Eure Meinung richtig interpretiere, dann müßte jedes SM Bordell dicht machen, weil dort Körperverletzung begangen wird......

    ~done~

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