Härtere Bestrafung krimineller Jugendlicher?

  • schmidt3:
    europäisch/z kunftsorientiert denken heißt nicht, volkstümliches aufzugeben. Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede z.B. zwischen Deuteschen und Griechen. Das finde ich auch gut. Aber als Europäer haben wir auch gemeinsame (christlich, abendländische) Werte, die uns verbinden.
    Da in der Ausführung (Stichwort bürokratisches Monster) noch lange nicht alles rund läuft ist, denke ich, unbestritten.
    Aber mir fällt es schwer, z.B. in einem Franzosen einen "Ausländer" zu sehen.

  • Zitat

    Original geschrieben von wrywindfall
    [URL=http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Multikulturalismus-Integration;art141,2450838]Hier[/URL] mal ein differenzierteres Beispiel aus Kanada.


    Wir sollten dann schon Angebote machen, denn worein sollen sich denn "die Ausländer" integrieren? Maul halten, brav sein, zuhause hocken, Arsch zusammen kneifen kann es ja wohl nicht sein, oder? Also nicht nur wegsperren und ausweisen, sondern gleichzeitig allgemein umdenken!


    Kanada lässt sich nun ja auch nicht wirklich vergleichen. Erstmal war bei denen mit "Multikulti" ursprünglich gemeint, dass es halt Britischstämmige Kanadier und vor allem die Französischsprachige Minderheit um Quebec herum gibt, zusätzlich Native Americans und einige frühe Ukrainische Einwanderer - Multikulturell war das Land also eh immer.


    Dazu kommen dann die Einwanderungsbeschränkungen, die es schon zu einem guten Teil verhindern, dass sowas, wie die Problemfälle hier, da überhaupt ankommt.
    Und falls doch, sind die da sehr flott mit dem abschieben.


    Davon mal abgesehen: Herumziehende Jugendgangs, die Leute wahllos zusammenschlagen, wird man allgemein in Kanada selten erleben können.
    Dafür ist sowohl die Polizei da zu "konsequent", als auch das Waffenrecht zu "locker". Immerhin ist die Waffen pro Einwohner quote dort höher als in den berüchtigen USA, auch wenn das bestimmte Medien gerne übersehen.


    Und auch bei der Erlangung der kanadischen Staatsbürgerschaft ist eins völlig klar, egal woher der Einwohner kommt:
    Kanada steht ÜBER dem Herkunftsland und der Religion des Einwanderers. Wenn ihm das nicht passt, kann er es halt sein lassen.


    Und genau das bekommt man in Deutschland ja irgendwie nicht gebacken.

  • Zitat

    Und genau das bekommt man in Deutschland ja irgendwie nicht gebacken.

    Weil wir uns bis heute nicht als Einwanderungsland verstehen, obwohl wir es schon lange sind :rolleyes: Weil wir nach dem Desaster von 1945 imho bis heute eine gebrochene Identität haben klammert sich ein Großteil immer noch an "Deutsch ist, wer deutsches Blut hat", darüber kommen wir kaum hinaus, Deutsch-sein auch anderst zu denken. Deshalb auch die Panikdiskussion über die niedrige Geburtenrate - parteiübergreifend sehen wir das Überleben unseres "eigenen" Volkes bedroht und dass der deutsche Mutterboden von fremdländischen Gestalten bewohnt wird. Wie groß und auch erfolgreich der Druck auf die Zugezogenen ist, sich hier als deutsch zu integrieren wird kaum gesehen - es fallen ja auch nur die auf, bei denen die Integration nicht so recht gelingen mag. Und mit denen lassen sich alle Ängste und Parolen schüren, die wir hier ja auch alle schön repräsentativ in diesem Thread nachlesen dürfen...

  • Zitat

    Original geschrieben von offline
    Muhaha, und was die SPD mit dem Mindestlohn/Managerlohn macht ist nicht populistisch?


    Nicht halb soviel wie die Ausländer-Diskussion des Roland Koch!


    Die Mindestlohndebatte ist ein tatsächlich seit längerem diskutiertes Thema, es geht seit langem um die Ausrichtung der SPD und den Richtungsstreit zwischen Müntefering und Beck, es gab und gibt den Lokführerstreik der GDL und die Schlagzeilen um den Mindestlohn bei den Postdienstleistern und der PIN.


    Das ist also eine aktuelle Debatte, die natürlich im Wahlkampf thematisiert wird, aber zu unterstellen dass sie aus Populismus nur wegen der Hessenwahl aufgebracht worden sei stimmt nun wirklich nicht.


    Dagegen ist Roland Koch mit seinem Thema ausgerechnet jetzt auf den Plan getreten und er nutzt es nur um Wahlkampf zu machen. Wäre es ihm mit dem Thema ernst hätte er schon jahrelang als verantwortlicher Ministerpräsident Zeit gehabt sich des Themas anzunehmen und in Hessen entsprechende Maßnahmen durchzusetzen.


    Insofern ist das bei Koch wirklich reiner Populismus und ich hoffe dass er dafür von den Wählern bestraft wird, denn das ist eine durchschaubare und wirklich billige Show um an der Macht zu bleiben.


    Nichtsdestotrotz besteht allerdings durchaus Handlungsbedarf und wie auch gestern bei Anne Will von 2 Betroffenen gesagt wurde, es muß deutlich gegen Straftäter vorgegangen werden. Wenn die erst X-mal Menschen krankenhausreif prügeln können bevor das Gericht irgendeine nennenswerte Maßnahme ergreift ist das inakzeptabel. Ob die Gesetze zu lasch sind oder sie nur nicht konsequent und hart genug angewendet werden - das ist die Frage. Zumindest läuft es im Augenblick zu lasch ab.


    Das Steinbrück-"Argument" dass ein Täter vor der Tat nicht im Gesetz nachlese ist Unsinn. Das macht doch kein Täter, aber die meisten haben durchaus genügend Grips um zu wissen was gesetzlich OK ist und was nicht, und sie können auch unterscheiden zwischen harmloseren Dingen (mal ne Tüte Hasch geraucht) und schweren Straftaten (Leute zusammenschlagen).
    Wer im Hinterkopf weiß dass schwere Straftaten hart bestraft werden wird ggf. doch eine andere Grundeinstellung entwickeln als derjenige, der meint Narrenfreiheit zu haben weil ja auch bei härteren Sachen nichts passiert. Ich glaube schon dass das in der Hinterköpfen ein teilweisen Umdenken bewirkt. Es wird nicht jede Straftat verhindern, aber doch hin und wieder Wirkung zeigen weil erkannt werden kann - und werden wird - dass manche Sachen sich nicht lohnen. Im Moment lohnt es sich ja letztlich immer weil der Jugendliche genau weiß dass er entweder gar nicht oder mit ein paar albernen Sozialstunden bestraft wird (zu denen er dann nicht mal erscheint, auch ohne wirklich drastische Folgen).


    Auch Erwachsene lesen nicht im Gesetz nach bevor sie etwas Illegales machen, aber die Gesellschaft formt eben doch eine allgemeine Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung ist in Deutschland aber permanent dass es Verständnis für Straftäter gibt, dass immer alle schuld sind, die bösen Eltern, die ungünstigen Umstände, das schlechte Umfeld, die schlimme Kindheit, der Alkohol oder die Drogen - nur der Täter selber wird immer als das Opfer gesehen.


    Das mag er oft auch in einem gewissen Maße sein, Opfer seiner Lebensumstände - aber das ist jeder Mensch und es wird nicht jeder asozial oder kriminell. Jeder muß sich für seine Taten verantworten, da muß sich wieder mehr eine Denke verbreiten dass man für den Mist, den man anrichtet, gerade zu stehen hat und sich nicht immer jammernd auf die schlimme Vergangenheit rausreden kann.


    Und diese Eigenverantwortung sehe ich auch beim Thema Integration. Da muß von denen, die integriert werden sollen, etwas unternommen werden. Es ist nicht die Aufgabe des deutschen Staates den Leuten den Hintern nachzutragen, sondern wer hier leben will muß gefälligst selber dafür sorgen dass er hier Fuß fasst und es ist völlig okay wenn das auch eingefordert wird.


    Wer theoretisch rausfliegen kann muß sich schlichtweg so benehmen dass das nicht passiert, basta. Es kann nicht angehen dass den Auszuweisenden immer hinterhergejammert wird oder unsere Gesellschaft verantwortlich gemacht werden soll. Wenn ich weiß dass ich ausgewiesen werden kann muß ich eben selber aufpassen dass das nicht passiert - oder damit leben dass ich ggf. in einem offiziellen Heimatland lande, zu dem ich keinen Bezug habe. Das ist dann aber meine eigene Schuld, nicht die des Gastgebers Deutschland.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Nicht halb soviel wie die Ausländer-Diskussion des Roland Koch!


    Die Mindestlohndebatte ist ein tatsächlich seit längerem diskutiertes Thema, es geht seit langem um die Ausrichtung der SPD und den Richtungsstreit zwischen Müntefering und Beck, es gab und gibt den Lokführerstreik der GDL und die Schlagzeilen um den Mindestlohn bei den Postdienstleistern und der PIN.


    Das hat was damit zu tun dass die SPD gegenüber den Linken massiv Boden verloren hat und durch volksnahe, populistische Programme sich weiter links stellen will, um nicht gegen den Populisten Lafontaine als Verlierer dazustehen.


    Ob jetzt Wahlkampf ist oder ob die SPD in der Bedeutungslosigkeit versinkt weil sie wegen Machtgeilheit mit der CDU ins Bett gestiegen sind.... das ist bedeutungslos.

  • Ich sehe das nicht ganz so negativ. Die Sozialdemokratie MUSS sich positionieren und dass sie dabei in der Klemme zwischen der Linkspartei und der CDU ist, ist eben der Grund weshalb sie sich jetzt ihr Terrain sichern müssen. Das hat aber wenig mit der Hessenwahl zu tun, sondern ist eine grundsätzliche Sache, die SPD muß Themen besetzen und es ist, denke ich, der beste Weg wenn sie versucht ihre klassischen Themen und ihre eigentliche Position wiederzufinden.


    Das Problem war oder ist ja dass der SPD die anderen Parteien die Butter vom Brot nehmen, und dagegen kommen sie eben nur an wenn sie sich auf ihre klassischen Positionen besinnen und wieder die Politik anstreben, die die Bürger eigentlich von der SPD erwarten.


    Ich habe damit nur der Meinung widersprochen dass es, wie von dir behauptet, einfach nur reines Wahlkampfgequatsche wäre wenn die SPD den Mindestlohn in die Diskussion bringt, denn das ist eben kein reines Wahlkampfthema, mit dem man mal schnell ein paar Wähler in Hessen klarmachen will, sondern es ist mehr, nämlich durchaus eine grundsätzliche Richtungsfrage und ein Thema, das tatsächlich in der allgemeinen öffentlichen Diskussion steht.


    So gesehen kann man das nicht einfach als Wahlkampf abtun, was bei Kochs Thema doch ziemlich deutlich erkennbar ist.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus


    So gesehen kann man das nicht einfach als Wahlkampf abtun, was bei Kochs Thema doch ziemlich deutlich erkennbar ist.


    Alles sind Handlungen um zu gewinnen, egal ob Schröder jetzt als Freund eines lupenreinen Demokraten oder Kohl als bester Freund von Schreiber. Jeder will gewinnen und dafür ist jedes Mittel recht. Es geht um Geld, Einfluss und Macht. Und wenn Koch das Thema aufwirbelt, so what. Bisher hat das doch jeder artig unter den Teppich gekehrt und weggeschaut. Wenn es ein Deutscher gewesen wäre der einen Türken gegen den Kopf getreten hätte, dann gäbs ne Lichterkette. Jetzt gibts ne Diskussion - die auch schon bevor Koch das Wahlkampfthema ausgewählt hat im Gange war.


    Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger, Volksvertreter verkaufen...

  • Mal wieder zurück zum Thema:
    Vielleicht sollte man mal insgesamt das Thema Kindererziehung, im Sinne von Wertevermittlung, in den Mittelpunkt einer gesellschaftlichen Debatte stellen. Da gibt es ja bisher nur die Super-Nannys, offensichtlich aber nur konzipiert für die bildungsferne Unterschicht. (wie die "Familien", in denen sie zu gange sind). Der Wert einer intakten Familie, auch und gerade für Kinder, wird in unserer Gesellschaft doch bewußt verdrängt: Am besten beide Eltenteile (womöglich einer "Patchworkfamilie") arbeiten und konsumieren und die Kinder sind den ganzen Tag in einer "Verwahranstalt" (Hort, ...). War ja auch in der DDR schon echt toll, konnte man die Kinder so schön dem Einfluß der Eltern entziehen und im Sinne des Verbrecherstaates/-führung prägen.
    Was wundern wir uns, wenn wir unsere Kinder von "hochmotivierten" Kinderzieherinnen und besonders "gebildeten" und "engagierten" Grundschullehrerinnen erziehen lassen. Ist ja soo schön bequem!

  • Zitat

    Original geschrieben von Grenztruppjäger
    Am besten beide Eltenteile (womöglich einer "Patchworkfamilie") arbeiten und konsumieren und die Kinder sind den ganzen Tag in einer "Verwahranstalt" (Hort, ...). War ja auch in der DDR schon echt toll, konnte man die Kinder so schön dem Einfluß der Eltern entziehen und im Sinne des Verbrecherstaates/-führung prägen.
    Was wundern wir uns, wenn wir unsere Kinder von "hochmotivierten" Kinderzieherinnen und besonders "gebildeten" und "engagierten" Grundschullehrerinnen erziehen lassen. Ist ja soo schön bequem!


    Haben wir hier eine zweite Eva Hermann an Board? ;) :D

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

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