Investmentfonds - was muss man wissen? Lohnenswert?

  • Servus miteinander,


    immer wieder werden einem Investmentfonds ans Herzen gelegt.
    Bisher war ich mit meinem Tagesgeld immer recht zufrieden, welches durchaus mit teilweise 5 Prozent auch recht gut verzinst wird.


    Meine Frage wäre daher, ob es sich noch lohnt in Fonds zu investieren und welche Grundlegenden Dinge man dazu wissen sollte.


    Anlagemäßig würde es da bei mir um keinen großen Betrag gehen - habe da so an 5.000 Euro gedacht. Grundsätzlich brauche ich das Geld nicht "morgen", aber im Falle eines Falles wäre es doch nett, wenn man schnell über die Summe verfügen könnte.


    Wäre echt klasse, wenn Ihr mich über Fonds mal ein wenig aufklären könntet ;)


    Gruß,
    withoutaname

    Samsung S8
    Nach 4 Jahren bei O2 nun wieder bei T-Mobile

  • Hallo,


    Zitat

    Anlagemäßig würde es da bei mir um keinen großen Betrag gehen - habe da so an 5.000 Euro gedacht. Grundsätzlich brauche ich das Geld nicht "morgen", aber im Falle eines Falles wäre es doch nett, wenn man schnell über die Summe verfügen könnte.


    Das vergiss Investmentfonds.


    Mal so in Kürze, weil sowas lässt man sich eigentlich nicht von einer Webseite oder einem Forum erklären, sondern von seinem Bankberater, das Thema ist zu komplex dafür:


    Grobbgesagt Fonds sind nichts anderes als Anlagen in verschiedene Aktien oder andere Wertpapiere, die von einem Fondsmanager verwaltet werden. Diese unterliegen genauso den Börsengeschehen mit Auf und Ab wie Aktien.
    Aufgabe des Fondmanagers ist es nun, durch geschicktes umschichten der Aktienpakete im Fonds, immer ein optimales Wachstum zu bekommen ( im Idealfall ).
    Je nach Qualität des Fondmanagers geht das gut oder eben nichts, zudem macht der Fondsmanager das ganze nicht umsonst, den musst du bezahlen, in der Regel mit einem Aufschlag auf den Kaufpreis der Fondsanteile von 0,5% bis 5%.


    Wenn du Geld investieren willst, solltest du das nicht mit deinem Sparkapital machen, sondern mit "Spielgeld" und zudem solltest du eine längerfristige Anlage in Betracht ziehen, sonst lohnt das nicht
    Zudem nicht in einen Fonds investieren, sondern auf mehrere streuen um das Risiko eines Totalverlusten zu minimieren.


    Wenn du kurzfristig ans Geld ran muss, sind Fonds schlecht, weil du musst die Fondanteile verkaufen und das geht zu dem tagsaktuellen Kurs und wenn du Pech hast, liegt der unterm Kaufpreis, zudem kommen noch Gebühren drauf.
    Von deinem 5% Tagesgeldzinsen würde da schnell nicht sübrigbleiben.


    Dazu kommt noch, das Fonds in Risikoklassen eingestuft sind, je spekulativer der Fonds, desto höher die Risikoklasse, aber auch die Gewinnmöglichkeiten, genauso wie das Verlustrisiko. Eine seriöse Bank lässt dich als Anfänger in Risikoklasse 1 oder 2 investieren, mit Abstrichen evtl. auch 3, aber nicht höher.
    Interessant wird es meist ab Klasse 4 oder für die Zocker in Klasse 5, da sind es aber meist Optionsscheine oder Ostasien-Fonds.


    Investitionen in Investmentfonds macht man nicht mal eben im Vorbeigehen, da kann ich nur raten, lass die Finger davon und bleibt beim Tagesgeldkonto ggf. ändere den vertrag in einen mit 3 oder 6 Monate Laufzeit, die bringen mehr Zinsen.
    Wenn du in Fonds investieren will, brauchst du zudem einen guten Bankberater, der sich damit auskennt ( es gibt einige Hundert Fonds ), viel Zeit sich damit zu beschäftigen, den du musst dich drum kümmern, wenn es Zeit wird, die Anteile zu verkaufen. Und du brauchst eine gute Fondsgesellschaft, z.b. DWS oder Dekra, die sich damit auskennen. Einer Wald-und-Wiesen Gesellschaft würde ich mein Geld nicht anvertrauen.


    Ich hab in meinem Depot derzeit Anteile von 6 Fonds, einer ist im Minus, 2 tümpeln vor sich hin, 2 machen Gewinne und einer den ich recht lange habe, hat 3 Jahre lang mit mässigem Gewinn rumgelegen und geht seit ca 2 1/2 Jahren massiv ab.

  • Zitat

    Original geschrieben von Thomas4711
    DWS oder Dekra


    Dekra macht mittlerweile auch Fonds? :D;)


    Ganz im Ernst: geh zu einer oder mehreren Banken und informier Dich erst mal, was ein Fonds überhaupt ist. Es gibt schöne Broschüren, die nennen sich "Basisinformationen über Wertpapiere" o.ä., die hält eigentlich jede Bank bereit. Da steht ne Menge drin.


    Fonds müssen im übrigen nicht zwangsläufig etwas mit dem auf und ab an der Börse zu tun haben, wie es Thomas schreibt. Dir jetzt hier hier quasi blind einen zu empfehlen ist Unfug. Völlig egal, welche Tips hier alle noch so gepostet werden. Wenn Du nichts weisst, erst informieren, den Beratern Deine Lebenssituation offen legen (Einkommen / familiäre Situation / berufliche Situation / Gesamtvermögen / Verbindlichkeiten etc. pp.), denn ohne eine solche Analyse ist eine wirklich seriöse Empfehlung überhaupt nicht abzugeben. Dazu gehört dann auch so etwas wie Risikobereitschaft etc. pp. - klar, dass man solche Sachen nicht alle in ein Internetforum setzen sollte, aber mit den Infos, die hier stehen, ist eine vernünftige Beratung nicht möglich.

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Hallo,


    Zitat

    Dekra macht mittlerweile auch Fonds?


    Stimmt, ich verkaufe ein "r"


    Das mit der Beratung hab ich ja auch schon geschrieben, das ist Sache eines Fachmann / Fachfrau.


    Ich hab gerade einen guten Beitrag im TV gesehen, der Börsenfachmann der ARD rät derzeit zu Tagesgeldkonten, weil die am sichersten sind und derzeit mit rund 5% die besten Renditen bringen.


    Zitat

    Fonds müssen im übrigen nicht zwangsläufig etwas mit dem auf und ab an der Börse zu tun haben, wie es Thomas schreibt.


    Stimmt, gibt ja nicht nur Aktienfonds.

  • Zitat

    Original geschrieben von Thomas4711
    Ich hab gerade einen guten Beitrag im TV gesehen, der Börsenfachmann der ARD rät derzeit zu Tagesgeldkonten, weil die am sichersten sind und derzeit mit rund 5% die besten Renditen bringen.


    Sorry, aber genau vor dem Quatsch kann ich nur warnen. Tagesgeldkonten sind tolle Anlagen für den Teil des Geldes, den man kurzfristig zur Verfügung haben möchte oder als Parkmöglichkeit, wenn man erstmal die Börsenturbulenzen abwarten will. Aber sie sind nicht die pauschal besten Anlagen. Sowas gibt es gar nicht "die beste Anlage". Deswegen kann man auch nicht zu einer bestimmten Anlage raten. Alles von den Umständen abhängig...

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Erik Meijer,


    welche sichere (!) Anlage gibt es denn zur Zeit die sichere Renditen > 5 % ermöglichen?
    Es ist schon klar, dass man sein Geld möglichst weit "streuen" sollte, aber durch TG ist der sichere Ertrag doch derzeit am höchsten, oder?

    Ein altes skandinavisches Sprichwort sagt:
    Gelber Schnee schmeckt nicht nach Zitrone!

  • Das klassische Dilemma der Wertpapieranlage: hohe Rendite, ständige Verfügbarkeit und absolute Sicherheit des angelegten Vermögens lassen sich in KEINEM Wertpapier gleichzeitig maximieren.


    Jeder muss seinen persönlichen Stil finden, nachdem er sich mit der Materie beschäftigt hat. Die Beratungsqualität in Banken lässt häufig zu wünschen übrig, da sie nicht neutral und zu Deinen Bedürfnissen passend, sondern provisionsorientiert ist. Bankberater empfehlen gerne Fonds, da die schon oben erwähnten "Ausgabeaufschläge" ihre Provision darstellen (und nicht etwa die Gebühren für die Vermögensverwaltung durch den Fondsmanager, die werden jährlich separat in Rechnung gestellt, wobei die meisten Fondsbesitzer dies nicht merken, da dies direkt auf Fondsebene vom Fondsvermögen abgezogen wird und nicht beim einzelnen Kunden).


    Daher, wenn man keine Ahnung hat, dann erst selber schlaumachen (Lesen bildet ungemein) und sich eine eigene Meinung bilden (geht natürlich nur, wenn man weiß, worum es überhaupt geht). Danach kann man mal einen Termin beim Bankberater machen und sich anhören, was er erzählt. Nie sofort einen Wertpapierkauf dort in Auftrag geben, sondern immer in Ruhe sich eine eigene Meinung zum Gehörten bilden bevor man entscheidet.

  • Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Sorry, aber genau vor dem Quatsch kann ich nur warnen.


    Solch ein Quatsch. Warum sollte man davor warnen? Tagesgeld hat natürlich den Nachteil, dass die Rendite nicht über eine Laufzeit von einem Jahr garantiert ist. Auch sonst sind allenfalls die Fußangeln der Banken (max. Einlage, etc pp) und die Einlagensicherung von Belangen. Ansonsten kann man Tagesgeld ohne schlechtes Gewissen empfehlen. Es reicht wenigstens um das Geld vor der Inflation zu retten ;)

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