Abitur im nächsten Jahr ohne Durchfaller? Reformierte Oberstufe und G8-Zug

  • Reißerische Überschriften funktionieren doch immer wieder. ;)


    Einen sonnigen Samstag allerseits. :)


    Die Schüler unter euch haben ja sicherlich von der geplanten "Reformierten Oberstufe" gehört, die - zumindest in Baden-Württemberg - demnächst eingeführt wird. Sie ist erstmals gültig für diejenigen Schülerinnen/Schüler, die sich im Schuljahr 2001 / 2002 in Kl. 11 befinden, also bestimmt auch einige von euch. Habt ihr euch eigentlich schon mal überlegt, was mit den jenigen 13ern passiert, die 2003 ihr Abi nicht bestehen würden? Müssen sie die 13.Klasse wiederholen und dabei völlig andere Leistungsfächer (dann Profilfächer) und Stundentafeln absolvieren? Juristisch ist das sicherlich nicht machbar: Schließlich müssen die gewählten Leistungsfächer auch bis zum Schluss angeboten werden! Würden gesonderte "Durchfallerkurse" aufgestellt (1-3 Personen?), wäre das Lehrerkontingent sicherlich nicht in der Lage, das aufzufangen. Also werden wohl einfach alle 13er des nächsten Jahrgangs durchgeschleust werden, damit diese "Schwierigkeiten" erst gar nicht entstehen. Gerade jetzt wäre Geld für Neueinstellungen ja sowieso nicht vorhanden. Und dann auch noch "für die paar Hansels"... ;) [Ich vermeide übrigens Spekulationen, sondern höre einfach bei den Lehrerdiskussionen in meinem unmittelbaren Umfeld genau zu.] Welche weiteren Bundesländer machen eigentlich noch bei der Reformierten Oberstufe mit? Könnt ihr da mehr Informationen geben?


    Links zum Hintergrund der Reformierten Oberstufe:

    Dazu kommt ja noch, dass die 5.-Klässler ab einem der nächsten Jahre in einigen Bundesländern den sogenannten G8-Zug "fahren" werden, also ein Abitur in 8 statt 9 Jahren Gymnasium absolvieren. Eine nochmalige Reform ist also bereits in Planung! Dies bringt natürlich völlig veränderte Lehrpläne mit sich (die übrigens noch gar nicht stehen, aber geplant wird die Einführung schon mal fleißig). Der Spaß fängt dann erst richtig an, wenn ein 12.-Klässler im Jahre des Wechsels von G9 -> G8 sitzen bleibt: muss er die 12 dann wiederholen und hat sein Abi in der Tasche? Was passiert mit einem 13er, der das Abi nicht schafft, aber dann logischerweise die nun eingeführte letzte 12.Klasse besuchen muss? Ich wünsche diesen Schülern, die dabei eigentlich nur gewinnen können, viel Spaß im letzten Schuljahr - Reformen sind schon was Tolles. :D


    Was halten die unmittelbar Betroffenen denn eigentlich von solchen Neuerungen, die ja letztlich das Berufseintrittsalter senken und gleichzeitig die Allgemeinbildung (angeblich) fördern sollen? Wird die Pisa-Studie in euren Augen da überbewertet?


    Gruß vom Schwob :)

    Wenn Du etwas gut kannst, ist es Zeit, etwas Neues zu lernen.

  • Als einer der jetzigen 13er melde ich mich jetzt einfach mal zu Wort ;)


    Sicher gehen viele von uns davon aus, dass wir ein zu schaffendes Abitur vorgesetzt bekommen, aber diejenigen, welche es doch nicht schaffen und ihr Abitur trotzdem machen wollen, müßen in den Sommerferien für ca. 4 Wochen nach Stuttgart. Dort findet dann ein Nachabitur statt.
    So wurde es zumindest uns mitgeteilt. Ist natürlich ziemlich stressig, wenn man da u. U. jeden Tag nach Stuttgart fahren muß, aber dafür kann man dann direkt nach den Sommerferien mit dem Studium beginnen.


    Anders sieht es natürlich aus, wenn jemand notentechnisch gesehen 13.1 oder 13.2 nicht besteht, wie es dann mit denen aussieht, dass wissen unserer Lehrer zur Zeit auch noch nicht ;)


    Gruß,
    Kai

    Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, daß sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford

  • Also ich mach im Moment mein Abi und ich will dich hoffen dass ich nächstes Jahr zur Einführung der Reformen schon alte Leute in der Gegend rumfahr ;) Also ich persönlich halte nichts davon :flop:

  • vielleicht, werden ja ein paar schulen ncht umgestelllt, die dann extra für die durchfaller (aus dem ganzen) Land zur verfügung gestellt werden.
    Ist zwar ganz schön , kompliziert aber etwas anderes fällt mir jetzt im moment nicht ien :-)

  • Ich muss sagen, dass ich wirklich froh bin, noch nicht von der Oberstufenreform betroffen zu sein und mein Abi schon letzten Sommer gemacht zu haben ;) Ich war allerdings auf dem G8 (also ein Jahr früher fertig), hier waren Deutsch- und Mathe "im Klassenverband auf Leistungskursniveau" auch schon verpflichtend; im Abi musste ich die Mathe-LK-Klausur mitschreiben, konnte die 3 Punkte (schriftlich wie mündlich, hattes auch als 5. PF) nachher als Grundkurs abrechnen lassen.


    Recht positiv an der Oberstufenreform finde ich, dass die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache stärker in den Vordergrund rücken. Wobei es imho nicht wirklich möglich war, in BaWü konnte man ja auch davor schon kein "Wald- und Wiesen-Abitur" mit Sport und Theater als Leistungskursen oder sowas machen.


    Soweit ich weiß ist es allerdings nicht mehr möglich, mit 0 Punkten im Mathe-Abi durchzukommen (was bei uns, zumindest wenn man es als 3. PF belegte, durchaus möglich war). Ein Klassenkamerad kam mit dem verpflichtenden Mathe-LK nicht wirklich zurecht, bekam aber in jedem Halbjahr mindestens seinen einen Punkt, im mündlichen Abi ebenso. Dafür in Latein 13, in Altgreichisch 15, der Schnitt war insgesamt wirklich nicht schlecht -- wenn er jetzt was entsprechendes studiert, wird er das ganze Mathe-Zeugs auch nie mehr brauchen. Nach der Oberstufenreform hätte er möglicherweise (je nachdem wie schwierig dieser Mathe-Halb-LK ist) sein Abitur nicht bestanden. Bin mir allerdings über die Details hier nicht ganz sicher.


    Anderer Punkt: Sehr schade finde ich, dass das Neigungsfach nur vierstündig unterrichtet wird. In fünf Wochenstunden ist einfach eine viel bessere Vorbereitung aufs Studium möglich. Und um den Eignungstest fürs Medizin-Studium zu bestehen sind die fünf Wochenstunden Biologie angeblich auch zwingend notwendig.


    Ich denke, die Oberstufenreform schießt etwas übers Ziel hinaus. Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache mehr zu betonen ist erstmal keine schlechte Idee (wenn auch wie gesagt bei uns meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig) -- die Umsetzung in der Oberstufenreform halte ich aber für übertrieben, da die einzelnen Interessen und Neigungen der Schüler nicht mehr genügend berücksichtigt werden.


    Auch wenns immernoch besser ist als sich drüber zu freuen, dass wasweißichwieviele Prozent der Schüler das Abi schaffen (wie in anderen Bundesländern) kann es ja auch nicht ganz Sinn der Sache sein, wenn sich Baden-Württemberg und Bayern drum streiten, wer den nun das schwierigere Abi hat :rolleyes: :(


    Na ja, mich betriffts ja nicht mehr

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