Zum Thema Paketfahrer, vielleicht war das unklar ausgedrückt. Gerade in Berlin gibt's viele noch kleine, aber aufstrebende und teils recht erfolgreiche Unternehmen. Da arbeiten heute fünf Mann, die kennt man dann recht schnell. Ich gab einfach Glück auf der Suche gehabt, aber eben auch das Interesse, und mir so Zugang zu einem Unternehmenskreis geschaffen, der zu MIR passt. Das Glück hat nicht jeder, das Interesse aber auch nicht. Ich habe eine ganze Weile gesucht, und nehme die miese Bezahlung in Kauf dafür. Und selbst in größeren Unternehmen läuft einem irgendwann mal der passende Kontakt über den Weg. Wenn man dann offen, ehrlich und motiviert ist gehts seinen Gang, und falls nicht hat man auch nichts verloren. Einfach machen wie man ist und will, alles andere geht sowieso in die Hose.
Finanzkrise - Auswirkungen bei Euch (Job, Konsum, etc.)?
-
-
-
Zitat
Original geschrieben von derAL
zu (2):
35 Wochenstunden? 1.700 EUR netto? > macht unter Berücksichtigung von Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen, Weihnachtsgeld etc. ein Jahresbruttogehalt rund 42 TEUR + ggfs. Erfolgsprämie.
Weihnachtsgeld oder Bonus wuerde ich nicht mehr erwarten. Nur 35 statt der ueblichen knappen 20-30 Urlaubstage waeren schoen.
In Steuerklasse I, ueber 23 Jahre mit Kirchensteuer waeren da laut Rechner etwa 2.700 EUR / 32.400 EUR brutto noetig.

Wenn man jetzt rechnet:
1.715,82 EUR
- 1.011,00 EUR absolutes Exisetenzminium
- 150,00 EUR fuer eine Wohnung in normaler Wohngegend statt "Hartz-Ghetto"
- 200,00 EUR Vorsorge und Ansparen
==========================
354,82 "Taschengeld" zur freien VerfuegungDamit ist man jetzt keinesfalls reich, aber zumindest hat man dann soviel mehr, das man sagen kann es rentiert sich zu arbeiten.
ZitatOriginal geschrieben von derAL
36 TEUR + ggfs. Erfolgsprämie bei kleinen Unternehmen unter 100 Angestellten
Dafuer lohnt es sich aber ehrlich gesagt wirklich nicht zu studieren.Denn durch das Studium hat man ja 5-10 Jahre garnichts verdient wo jemand mit Ausbildungsberuf schon sein erstes Gehalt hat, und sitzt moeglicherweise auch noch auf einen Bildungskredit den man abstottern muss.
Da ist man dann mindestens 40 bis man den "Rueckstand" wieder aufgeholt hat. Aber auch nur wenn alles gut geht.
Wenn man zwischendurch wegen Kindern nur Teilzeit arbieten kann dauert es nochmal 5-10 Jahre laenger.
Und wenn man richtig Pech hat und zum Beispiel noch vorm Vordiplom scheitert man ganz ohne Alles da.
Fuer so wenig Mehrverdienst ist da das Risiko zu gross.
-
Das ist das mittlere Einstiegsgehalt. Du musst die Lohnsteigerungsperspektiven nach der Anfangsphase betrachten und die Tatsache, dass Du bis 67 arbeiten musst. Was Du auch nicht berücksichtigst ist, dass Du mit Deinen 1.700 EUR netto so gut wie keine adäquate Vorsorge (Berufunfähigkeit, sonstige Versicherungen) wie Altersvorsorge betreiben kannst. Auch der Aufbau von Vermögenswerten ist damit kaum möglich.
-
Zitat
Original geschrieben von Anja Terchova
...
Und wenn man richtig Pech hat und zum Beispiel noch vorm Vordiplom scheitert man ganz ohne Alles da.
...
Was ist das für eine Einstellung?Wer ein gescheites Abi hingelegt hat, wird es doch wohl auch bis zum Vordiplom resp. Bacherlor schaffen. Ansonsten hat er sich für ein Studienfach entschieden, welches seinen Neigungen überhaupt nicht entspricht.
Allein das neue Studiensystem mit Bachelor/Master kann sich nachteilig auswirken, weil die Zulassung zum Master-Studiengang von der Note als Bachelor abhängt, während in den alten Diplom-Studiengängen jeder bis "zu Ende" studieren durfte.
Und was der Bachelor als Abschluss wert ist, wird sich noch zeigen. Aktuell scheint die Wirtschaft noch Akzeptanzprobleme zu haben und den Bachelor als bessere Ausbildung anzusehen. Wobei der Vergleich so falsch eigentlich nicht ist, wenn die vorgegebene Studienzeit realistisch ist. "Gammelsemester" sollte das Bachelor-System bewusst erschweren, so dass eine dreijährige Studienzeit bis zum Bachelor nicht ganz unrealistisch ist.
Die Erhöhung der Akademikerquote durch Bachelor-Studiengänge, die den Zugang zum Master nicht gewährleisten, ist in meinen Augen reine Augenwischerei. Die angeblich geringe Akademikerquote in Deutschland beruht nämlich allein auf dem Umstand, dass gegenwärtige deutsche Gesellenbriefe im Ausland als Studienabschluss erwoben werden. Selbst Kindergärtner sind in etlichen Ländern Akademiker. Die angeblich geringe deutsche Akademikerquote taugt systembedingt überhaupt nicht zum Vergleich.
Zudem:
Bei allen obigen Vergleichen wird übersehen, dass man ohne Studium auch nicht direkt ins gut bezahlte Erwerbsleben eintritt. Anstelle des Studiums wäre ansonsten nämlich eine dreijähige Ausbildung zu durchlaufen, in der die Vergütung auch nicht gerade üppig ist. Der anfängliche finanzielle Nachteil eines Bachelor-Studiums auf das "Lebensgehalt" ist m.E. daher nicht so enorm, wie hier angenommen.Und auch in Berufsausbildungen existiert im Übrigen die Möglichkeit, die Abschlussprüfung zu vergeigen. Womit sich der Kreis dieses Beitrags geschlossen hat.

-
Das Risiko beim Studium zu scheitern ist aber viel groesser (so etwa 35%) als bei einer Ausbildung (so etwa 3%).
Besser waere es wenn es eine halbwegs ausreichende Verguetung fuer die Oberstufe und Studium gaebe.
so 450 EUR in der Oberstufe
so 1.100 EUR im Grundstudium
so 1.200 EUR im Bachelorstudium
so 1.300 EUR im Masterstudium
denke ich waere gemessen an der Leistung durchaus fairUnd dann waere ein Studium kein grosses Risiko mehr, sonder wenn man dann wirklich scheitert und abbrechen muss, haette man nicht soviel verloren.
-
Es gibt eine halbwegs ausreichende Vergütung für das nebenberufliche Studium und die nennt man Steuererstattung auf Basis höherer Werbungskosten. Und diese kannst Du unabhängig davon absetzen, ob Du eine Semesterprüfung erfolgreich beendet oder nochmals wiederholen musst.
Ausserdem empfehle ich folgende Grundhaltungen:
(1) Man muß ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern. (Ernst Bloch)
(2) Unsere Zweifel sind Verräter und häufig die Ursache für den Verlust von Dingen, die wir gewinnen könnten, scheuten wir nicht den Versuch. (William Shakespeare)
-
Die neuen Studienregeln in den Bachelor-Studiengängen dürften die oben von einem Mitglied genannte erhebliche Abbrecher-/Durchfallquote bei Studiengängen relativieren. Das Verhältnis nicht erreichter Ausbildungsziele (Ausbildung = 3%, Studium > 30%) dürfte nicht unwesentlich auf der Anwesenheitspflicht von Auszbildenden aufbauen, die in Bachelor-Studiengängen nun auch eingeführt wurde.
Schließlich habe ich selbst mal studiert ... und Studierende erlebt, die eine Berufsausblikdung nicht einmal vier Wochen durchgestanden hätten. Ein weiterer Teil fiel über die Jahre schleichend in den Zustand des Gammelns, den sich Azubis niemals leisten können.
Was ich damit sagen will:
Die bisherigen Zahlen der abgeschlossenen (Aus-) Bildungsverhältnisse taugen nicht zum Vergleich. Die neue Anwesenheitspflicht bis zum Bachelor (resp. Vordiplom) dürfte vielen Studierenden zugute kommen und den Rest (der schon immer regelmäßig Vorlesungen besuchte) ohnehin kaum tangieren.
Warten wir mal einige Jahre ab und wagen dann noch einmal einen Vergleich. Der dürfte dann anders ausfallen - denke ich zumindest.
Nur müsste die Wirtschaft endlich einsehen, dass der Bacherlor (anders als ein Vordiplom) ein abgeschlossener Studiengang ist und der Master eine wissenschaftliche Aufbaukomponente, die nicht Voraussetzng für eine Erwerbstätigkeit sein soll.
-
Zitat
Original geschrieben von derAL
Es gibt eine halbwegs ausreichende Vergütung für das nebenberufliche Studium und die nennt man Steuererstattung auf Basis höherer Werbungskosten.Das klappt aber nur wenn man trotz nebenberuflichen Studium noch soviel Einkommen hat das noch etliche Steuern anfallen.
Aber wer eh nur so 10-12 EUR/h bekommt, und dann um das nebenberufliche Studium bewaeltigen koennen von 40 auf 25 Wochenstunden reduziert, verdient nur noch so wenig das kaum Steuern anfallen.
Naechstes Problem ist das man davon dann kaum noch den Lebensunterhalt finanzieren kann, gesweige den das nebenberufliche Studium noch dazu.
-
-
Also ich habe damals nichts reduziert. Es ist auch nicht notwendig, wenn man das Ziel fest im Auge hat, sich verbessern zu wollen. Ich habe mich dazu entschieden, die Freizeit zu reduzieren, die Zähne zusammenzubeißen und es durchzuziehen. Da war ich 20/21 Jahre alt, verdiente damals auch nicht viel und hatte bereits eine eigene kleine gemietete Wohnung, die ich alleine bezahlen musste. Vorher hatte ich auch keine Rücklagen, da ich Wehrdienst leisten musste und in dieser Zeit relativ wenig bekam. Das erste Semester begann im September und im Februar erhielt ich die erste Steuererstattung. Neben der Vollzeitarbeit (wo ich auch unbezahlte Überstunden machte) und dem nebenberuflichen Studium habe ich mich für sämtliche Zusatzverdienstmöglichkeiten beworben/angemeldet; ich war für den Arbeitgeber zum Beispiel im Jahr ein paar Tage auf Messen am Wochenende, hielt Azubi-Unterricht und die ersten kleinen Vorträge im kleineren Rahmen, wo ich auch ein wenig Geld bekommen hatte (die Vorbereitungen dafür waren allerdings nicht einfach; ich war ja zu dem Zeitpunkt zunächst völlig unerfahren, vor Leuten souverän über Fachliches zu sprechen, auch war mein Wissensschatz noch sehr überschaubar; aber man wächst sukzessive mit seinen Aufgaben > dann habe ich mich halt für zwei Rhetorik-Seminare an der Volkshochschule am Abend angemeldet und versucht, diese umzusetzen; der Wissensschatz baute sich daneben nach und nach aus und ich wurde dabei immer selbstsicherer). Dafür erhielt ich zum Haupteinkommen noch ein wenig mehr Geld dazu. Damit habe ich mein nebenberufliches Studium mitfinanziert.
Was ich nicht verstehen kann, dass man schon im Vorfeld lieber über das Scheitern spricht als über die Frage, wie man mit welchen Handlungen erfolgreich agiert.
Mein Tipp: Einfach machen. Der Rest kommt von selbst.
Ein französisches Sprichwort sagt zudem: 'Alles ist schwer, bevor es leicht wird.'Es gibt einfach keine bessere lebenslange Investition, als die in die Aus- und Fortbildung.
Die Rückflüsse daraus schlagen jede erdenkliche andere Anlage um Welten.Und man kann sich immer fortbilden. Das fängt an bei ersten Kursen an der Volkshochschule und hört auf mit dem Studium/nebenberuflichen Studium.
Und selbst ohne Studium:
Nehmen wir mal an, Du holst Dir einen Bibliotheksausweis. Du gibst Dir folgendes Ziel:
> Jeden Monat liest Du lediglich zwei Sachbücher, zunächst zu Deinem direkten Beruf, ein Jahr später ein Buch zu Deinem Berufsuniversum bzw. ergänzende Randthemen und eines aus anderen Wissensspektren, die mit Deinem Beruf jetzt nicht direkt etwas zu tun haben (Kommunikation/Psychologie/Geschichte/Biographien/Philosophie/Kultur/andere Sachgebiete).
Zwei Bücher pro Monat (das macht bei 2 Büchern 'a 300 Seiten nur 20 Seiten am Tag):
Was bedeutet das für Dein Wissen, Deine Fähigkeiten und für die Art und Weise, wie man Dich bei Unterhaltungen wahrnimmt oder auf Dich aufmerksam wird (auch beruflich)?:
24 Bücher hast Du nach einem Jahr gelesen
48 nach zwei
72 nach drei
96 nach vier
120 nach fünf Jahren240 nach zehn Jahren
580 Bücher nach 20 Jahren
1.160 Bücher nach 40 JahrenWas meinst Du, was in Bezug auf Bildung dabei herauskommt und welche Perspektiven sich allein dadurch entfalten können?
Ich mache das nun konsequent seit 16 Jahren. Am Anfang hatte ich bei einigen Büchern sogar das Fremdwörterlexikon daneben auf dem Schreibtisch liegen, um zu erfahren, was das oder das Wort bedeutet, damit ich verstehe, was der Verfasser des Buches meinte. Es ist einfach der Hammer, insbesondere, wenn man irgendwann beginnt zu merken, dass man auf einmal in etlichen Bereichen interessante Gespräche führen kann und wie positiv die Reaktionen Dritter auf die eigenen Person bei Gesprächen ausfallen und wie die Aufmerksamkeit Dritter auf Dich steigt und steigt und steigt.
Ein Bibliotheksausweis kostet Dich je nach Ort nicht mehr als 2 EUR pro Monat, somit maximal 7 Cents am Tag. Und bei einigen musst Du da nicht mal hinfahren, weil es mittlerweile die Onleihe gibt und man die Sachbücher bequem zu Hause am PC als EBook herunterladen kann.
Aber auch hier finden Zweifler sicherlich genügend Gegenargumente dafür, dass das auch nichts bringt, oder?
Glaube mir, allein das bringt schon viel!
Jetzt mitmachen!
Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!