[Berlin] Religions-/Ethikunterricht

  • Zitat

    Original geschrieben von mr3
    Sorry, aber Japan als völlig nicht religiös zu bezeichnen disqualifiziert dich bereits.


    Kurzes Zitat aus der Wiki:


    Und du disqualifizierst dich schon alleine deshalb, weil du den westlichen Religionsbegriff mit dem asiatischen Religionsbegriff gleichsetzt. Lies dich mal ins Shinto ein, dann wirst du merken, dass das überhaupt nichts mit Sekten wie der christlichen Kirche zu tun hat. Andernfalls ist auch Lotto eine Religion, weil da Menschen an einen Gewinn glauben.


    Bhuddismus, der großen Anteil am Shinto hat, ist ebenfalls sehr deutlich keine Religion gemessen am westlichen Religionsverständnis anhand dessen wir hier diskutieren.


    Die Wiki ist toll, aber man muss auch über die Texte nachdenken und sie verstehen, einfach verlinken reicht nicht.

  • Zitat

    Original geschrieben von zumwinkler
    Und du disqualifizierst dich schon alleine deshalb, weil du den westlichen Religionsbegriff mit dem asiatischen Religionsbegriff gleichsetzt. Lies dich mal ins Shinto ein, dann wirst du merken, dass das überhaupt nichts mit Sekten wie der christlichen Kirche zu tun hat.


    Wer eine christliche Kirche mit einer Sekte gleichsetzt, disqualifiziert sich ebenfalls. Nicht zum ersten Mal in diesem Thread. :flop:

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Zitat

    Original geschrieben von zumwinkler
    Und wieso forderst du von anderen Usern Belege ein? Würde dich das irgendwie umstimmen oder gar schlauer machen? Sachen wie Gott, Wiedergeburt, unbefleckte Empfängnis, Propheten und dergleichen sind doch auch nicht belegt.


    Der Unterschied ist, daß die Dinge, die Du nennst, dem Glauben unterliegen und bis auf die streng Religiösen niemand sagt "Diese gibt es!". Du aber wirfst die abstrusesten Dinge in den Raum und stellst Deine Meinung noch viel unumwürlicher dar, als so mancher fanatische Religiöse.


    Z.B. daß die christliche Lehre von Atheisten geprägt wurde.
    Wie kommst Du darauf?


    Ich könnte ebenso behaupten, daß es die Ameisen waren, die die Raumfahrt entwickelt haben und die Bienen, die als erste ein Atom gespalten haben.
    Sagen kann man viel. Nur muß es auch irgenwie Stand halten. Und wenn ich etwas behaupte, muß ich anderen die Möglichkeit geben, es a) nachzuvollziehen und b) die Flanke für Kritik daran offen halten.


    Erst recht, wenn ich selbst nicht nur kritisiere, sondern Dinge regelrecht komplett umkrempele oder Theorien und Behauptungen in den Raum stelle, die konkträr zu so ziemlich allem sind, was die Allgemeinheit so denkt, weiß und glaubt.


    Je mehr ich Deine Postings lese, desto mehr gewinne ich den Eindruck, daß der Fanatischste hier überhaupt Du bist.
    Damit stellst Du Dir selber kein Glaubwürdigkeitszeugnis aus.


    nurLeser: danke für die Links. Werde sie mir zu Gemüte führen.
    Ich spreche allerdings nicht nur von Berlin. Dafür halte ich trotz des Threadtitels das Thema für zu allgemein und Berlin nicht wichtig und groß genug, um es darauf beschränken zu können.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

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    Original geschrieben von zumwinkler
    Ich sehs ein bischen anders. Auch wenn ich gegen Religionsunterricht (gegen "Ethikunterricht" übrigens genau so) bin,


    Das ist aber die allerschlechteste Variante! Wie willst du denn Werte vermitteln - gerade auch in bildungsfernen Schichten - wenn das in der Schule gar nicht mehr berücksichtigt wird???


    Zitat

    Original geschrieben von zumwinkler
    Das Problem mit der Migrantenjugend ist ein Justizproblem, kein Bildungsproblem. Wo der Staat keine Präsenz zeigt, rechtsfreie Räume duldet, da kann nicht mir ein oder zwei oder gar einer täglichen Ethik- oder Religionsstunde entegegen gewirkt werden.


    Wenn die Justiz eingreift, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Der Ansatz muss eher sein, es gar nicht so weit kommen zu lassen. In diesem Zusammenhang spielen Bildung und Zukunftschancen eine sehr große Rolle, da sie für die Integration entscheidend wichtig sind.


    Sicherlich haben wir auch ein allgemeines gesellschaftliches Problem, eine zunehmende gesellschaftliche Spaltung in arm und reich, Abhängigkeit der Bildung von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern usw.


    Aber genau hier setzen Religions- und Ethikunterricht doch an! Da soll es doch gerade darum gehen, den Leuten sozialverträgliches Verhalten nahe zu bringen und ihnen klar zu machen, dass die gesellschaft an einem Strang ziehen muss, es Werte geben muss und welche das hierzulande sind.


    Zitat

    Original geschrieben von zumwinkler
    Und wo du die Ehrenmorde ansprichst, die haben ihren Ursprung eben nicht in der Religion, sondern in der Gesellschaft. Einer von Religion massiv in der Entwicklung und Entfaltung unterdrückten Gesellschaft, die auf eine doch mehr oder minder freie und entfaltungsfreudige Gesellschaft trifft.


    Das ist eine mehr als abenteuerliche Argumentation! Du scheinst zu glauben, dass sich eine Gesellschaft im luftleeren Raum entwickelt - und nicht nur das, sondern dass sie sich dort auch positiv und hoch-wertig entwickelt, während Religionen alle sonst möglichen Errungenschaften kaputt machen. Das ist nun wirklich abstrus... und auch insofern Quatsch weil sich keine Kultur je ohne spirituelle / religiöse Einflüsse entwickelt hat. Die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Ursprung und der Bedeutung der Dinge, dem Schöpfer allen Daseins, das sind Grundfragen der Menschheit. Diverse Kulturen geben darauf ganz verschiedene Antworten, aber die Annahme, dass sich irgendwo Zivilisationen ohne Vorstellung zu diesem Themen entwickelt hätten oder entwickeln könnten, ist abwegig.


    Zitat

    Original geschrieben von zumwinkler
    Jetzt mehr auf christliche Religion zu setzen, bestärkt doch nur die Problematik und führt nur zu einem Kräftemessen der fundamentalen Strömungen.


    Ein letztes Mal, weil Wiederholungen ansonsten offenbar nicht bewirken, dass du es begreifst: Es geht nicht darum auf irgendeine Religion zu setzen! Weder auf die christliche, noch irgendeine andere.
    Religionsunterricht heißt so, weil man da etwas über die verschiedenen Religionen, verschiedene spirituelle Denkmodelle, lernt, sich darüber austauscht, für gut befundene Werte kennen lernt und für sein eigenes Leben übernehmen kann.


    RU ist kein Instrument um Ungläubige aller als christlich zu bekehren.


    Dass die christlichen Religionen hier einen verhältnismäßig breiteren Raum einnehmen als andere Glaubensrichtungen hat nur damit zu tun, dass dieses nun mal seit mehr als 2000 Jahren die vorherrschende religiöse Strömung in Europa ist. Im Politikunterricht lernst du auch mehr über das deutsche Staatssystem als über das amerikanische...


    Zitat

    Original geschrieben von zumwinkler
    Zwar hat man dann die bekannten Problematiken in den Migrationsvierteln, aber so isoliert man sie dort wenigstens und gibt so denen eine Chance, die das nicht wollen-die können solche Viertel meiden oder von dort wegziehen.


    Die Meisten leben dort nicht, weil sie es im Kiez so geil finden, sondern weil sie gar keine andere Chance haben. Die Chance auf gesellschaftliche Integration schwindet aber um so mehr, je mehr man sich von der restlichen Umwelt abkapselt und ghettoisiert.
    Sicher spielen hier auch soziale Verwerfungen herein, die durch allgemeine Fehler von Politik und Wirtschaft hervorgerufen werden. Aber das wäre ein anders, umfassendes Thema...


    Zitat

    Original geschrieben von zumwinkler
    Macht man jetzt eine Gegenbewegung religiöser Art salonfähig, öffnet man alle Schleusen und man bekommt das Problem gar nicht mehr in den Griff.


    Wie gesagt, es geht nicht um Etablierung einer christlichen Missionierung, sondern das Kennenlernen und offene Diskussion um Werte, um Antworten auf existentielle Fragen in verschiedenen Glaubensrichtungen, um Werte.


    Ob man das nun im Religions- oder Ethikunterricht behandelt, ist theoretisch egal. Problem des Ethikunterrichts ist nur, dass hier womöglich zu neutral allen Strömungen Rechnung getragen wird, anstatt auch klar Position zu den Werten zu beziehen, die in unserer Kultur maßgeblich sind. Man trifft sich hier auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, orientiert sich also als der Mindestschwelle, anstatt das Maximal erreichbare zur Maxime zu machen - und wundert sich dann, wieso Berlin das Schlusslicht unter allen Bundesländern ist, bezogen auf Integration, Jugendlichen- und Ausländerkriminalität.



    Zitat

    Original geschrieben von zumwinkler
    Und "uns" haben die Grundlagen des Glaubens nicht geformt. Uns formt das tägliche Leben. Alleine eine Erfindung wie das Internet ändert so vieles, während die Religionen mehr oder minder seit Jahrhunderten die selbe Soße aufkochen und sich nicht ändern. Strukturen innerhalb der Religionen haben mit "unserer" Wirklichkeit und dem Leben doch absolut nichts gemein.


    Weder in der Bibel noch im Koran noch sonstwo steht geschrieben, wie man mit dem Internet umzugehen hat. Religionen sind aber Weltanschauungen, und diese prägen eine Gesellschaft. Wie ich weiter oben schon schrieb, du wirst keine Kultur finden, die sich unabhängig davon entwickelt hat. Insofern stecken in den Werten, die auch ein religionskritischer oder atheistischer Mensch hat, letztlich Einflüsse religiösen Denkens. Natürlich nicht bewusst. Aber das, was du "gut und richtig" oder was du "falsch und verachtenswert" findest, ist natürlich von deiner Umwelt und der Entwicklung der dich umgebende Gesellschaft geprägt.


    Dass Du Morde für verbrecherisch hälst kann man darauf zurückführen, dass es bei uns die schlimmste aller Taten ist - "Du sollst nicht töten". Wärst du im hintersten Anatolien aufgewachsen würdest du womöglich denken, dass die sog. Ehrenmorde zur Tilgung von Schande nötig seien.


    Natürlich sind deine Werte und Ansichten nicht direktes Ergebnis religiöser Erziehung. Aber Ergebnis der dich prägenden Gesellschaft, die wiederum durch den Einfluss von Religionen bestimmte Werte entwickelte.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Ein letztes Mal, weil Wiederholungen ansonsten offenbar nicht bewirken, dass du es begreifst: Es geht nicht darum auf irgendeine Religion zu setzen! Weder auf die christliche, noch irgendeine andere.
    ...
    RU ist kein Instrument um Ungläubige aller als christlich zu bekehren.


    Das bestreite ich und behaupte: Im Wesentlichen geht es den entsprechenden Lobbygruppen, die Religionsunterricht einführen oder beibehalten möchten, um Mitgliederwerbung, d. h. für ihre eigenen Organisationen. Ich kenne den Religionsunterricht aus meiner eigenen Schulzeit im Übrigen auch als rein konfessionsgebunden, das mag sich geändert haben. Der Mitgliederschwund der großen Amtskirchen ist aber so erheblich, dass langfristig die Bedeutungslosigkeit insgesamt droht. Das Mittel der Angst ist heute weitaus weniger wirksam einsetzbar.
    Trotzdem bleiben die großen Religionen nebst ihren Organisationen eine gesellschaftliche Tatsache, die sicher auch in der Schule behandelt werden sollten. Aber bestimmt nicht unter der Überschrift "Religionsunterricht", sondern besser distanziert, quasi von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus, im Rahmen eines Ethikunterrichts.

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Das ist nun wirklich abstrus... und auch insofern Quatsch weil sich keine Kultur je ohne spirituelle / religiöse Einflüsse entwickelt hat. Die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Ursprung und der Bedeutung der Dinge, dem Schöpfer allen Daseins, das sind Grundfragen der Menschheit. Diverse Kulturen geben darauf ganz verschiedene Antworten, aber die Annahme, dass sich irgendwo Zivilisationen ohne Vorstellung zu diesem Themen entwickelt hätten oder entwickeln könnten, ist abwegig.


    Genau dieser Ansicht bin ich auch. Natürlich kann man sagen: "Ohne Religion (monotheistische Religion in unserem Fall) wären wir heute genau so weit."


    Aber das ist eben nur eine Behauptung. Diese wird von einigen Autoren (bspw. Dawkins) zwar vehement vertreten, wer sich die Argumente allerdings genauer anschaut, findet etliche Ungereimtheiten. Diese findet man im übrigen ebenso bei Missionaren, aber Religionsunterricht sollte nicht mit einer Missionierung verwechselt werden ! Wie oben angesprochen ist das der Kern des Problems. Ich kenne im übrigen einige Theologen, die durchaus auch im Hochschulbereich Seminare wie "Religionskritik" anbieten; ohne dass sie Nachteile dadurch hätten... um eine objektive Sichtweise zu ermöglichen muss man die Vorstellung Religion=Mission ablegen, denn wir leben nicht mehr im 15. Jahrhundert...


    Außerdem verstehe ich eigentlich nicht, wieso man nicht die einfachste Lösung praktiziert:
    Religionsunterricht und Ethik-Unterricht. Jeder bekommt die Wahl, welchen Unterricht er besuchen will (und das sollte wirklich jede/r Schüler/in entscheiden dürfen, nicht wie in Bayern erst Achtzehnjährige...). Wenn Glaubenssachen zur Pflicht werden, schießen sie auch über's Ziel hinaus. Aber wenn jemand sagt, alle sollen den Ethikunterricht besuchen, finde ich das ebenso unangebracht.

    ------------------------------------------
    Grüße,


    Christian

  • Zitat

    Original geschrieben von Jochen


    Ich spreche allerdings nicht nur von Berlin. Dafür halte ich trotz des Threadtitels das Thema für zu allgemein und Berlin nicht wichtig und groß genug, um es darauf beschränken zu können.


    Die Abstimmung war nun mal in Berlin und beruhte ja auch auf den speziellen Verhältnissen hier.
    Da das in anderen Bundesländern ja teilweise grundsätzlich anders geregelt ist, kann man in der Diskussion darüber schon durcheinander kommen - denn das bei verpflichtendem Religionsunterricht die Hoheit über Inhalt und Ausführung gänzlich anders ist, ist auch einer der zentralen Punkte der ganzen Diskussion darüber.

  • Zitat

    Original geschrieben von zumwinkler
    Und du disqualifizierst dich schon alleine deshalb, weil du den westlichen Religionsbegriff mit dem asiatischen Religionsbegriff gleichsetzt. Lies dich mal ins Shinto ein, dann wirst du merken, dass das überhaupt nichts mit Sekten wie der christlichen Kirche zu tun hat. .


    Ich glaube, an dir ist die Entwicklung von der Christus-Sekte zur Weltreligion spurlos vorbeigegangen!


    Aus Wikipedia:


    Zitat

    Die weltweit größten Religionen nach Anhängerzahl sind: Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Sikhismus, Judentum, Bahai, Konfuzianismus[1] und Shintō (siehe auch → Weltreligion und die Liste der Religionen der Welt).


    Shintō hat nichts mit dem christlichen Glauben zu tun, na und? Muss es auch nicht, um als Religion zu gelten!


    Ebenfalls aus Wikipedia:



    Zitat

    Als Religion bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln und Denken prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. Es gibt keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition des Begriffs Religion.

    Ich habe dem Teufel meine Seele verkauft und jetzt sind wir beide ein wenig aufgeregt...!

  • Zitat

    Original geschrieben von nurLeser
    Die Abstimmung war nun mal in Berlin und beruhte ja auch auf den speziellen Verhältnissen hier.
    Da das in anderen Bundesländern ja teilweise grundsätzlich anders geregelt ist, kann man in der Diskussion darüber schon durcheinander kommen - denn das bei verpflichtendem Religionsunterricht die Hoheit über Inhalt und Ausführung gänzlich anders ist, ist auch einer der zentralen Punkte der ganzen Diskussion darüber.


    Von einen verpflichtenden Religionsunterricht kann man eigentlich in Deutschland nicht sprechen. Wir haben Religionsfreiheit und wer keiner Religionsgemeinschaft angehört, muß auch keinen Religionsuntericht besuchen. Aber gezwungen wird mann in Berlin zum Ethikuntericht, selbst wenn man den Religionsunterricht besucht, das ist ja das fatale.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • na und??


    *man wird auch zum Deutschunterricht gezwungen obwohl man Englischunterricht machen will* ;)

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