Was ist ein angemessenes Entgelt? (zwischenmenschlich)

  • Hallo,
    ich habe einen guten Bekannten, wo der Kontakt dabei ist, sich zu einer Freundschaft zu entwickeln. Im wesentlichen dadurch habe ich ein Problem, dass ich mir unsicher bin, wie man da finanziell miteinander umgeht. Im Geschäftsleben wie auch privat meine ich, dass man versuchen sollte, nur Vereinbarung zu treffem, die fair sind und wo beide etwas von haben.
    Nun zu meinem Problem: Er ist bei einer Agentur "angestellt", was aber rechtlich als Unternehmer gestaltet wurde. Da er als Unternehmer da keine "Auszeit" bekommt, sucht er die Möglichkeit, sich vertreten zu lassen, was er als Unternehmer ja auch kann. Eine Person soll ihn wenige Male innerhalb seines "Urlaubes" vertreten, ich etwas öfter.
    Als Unternehmer bekommt er keinen Stunden-, sondern ein Objektlohn. Dieser beträgt 9,40 Euro je Einheit. Für seine "Angestellten" sind aufgrund des geringen Umfangs und der zeitlichen Beschränkung keine Abgaben zu entrichten. Mich hat er gebeten, einen Arbeitsvertrag für mich und den anderen Mitarbeiter zu entwerfen, was ich getan habe. In diesen habe ich 9,-- / Einheit für mich eingetragen. Mit seinen anderen "Mitarbeiter" hat er 7,50 Euro vereinbart.


    Nun geht es mir dabei weniger um das finanzielle, als darum, dass wir uns beide damit wohlfühlen. Zum einen finde ich es fair, wenn wir uns so wie wir uns die Arbeit teilen, auch das Geld (um 9,-- je Einheit) teilen, zum anderen finde ich es unfair, durch die Bekanntschaft mehr als der "unbekannte" Angestellte zu erhalten. So wie ich das einschätze, würden beide sowohl den Vertrag zu den niedrigeren als auch höhren Betrag eingehen.
    Wie seht ihr das, was findet ihr angemessen?
    Vielen Dank für eure Kommentare!
    Jürgen

  • Re: Was ist ein angemessenes Entgelt? (zwischenmenschlich)


    Zitat

    Original geschrieben von Vieltaenzer
    Für seine "Angestellten" sind aufgrund des geringen Umfangs und der zeitlichen Beschränkung keine Abgaben zu entrichten.


    So eine Konstellation kann es nicht geben.

  • Ich verstehe die Fragestellung so, dass der TE als Subunternehmer tätig wird. Ist das richtig?


    Falls ja, so halte ich einen Abschlag von 25% für angemessen; sollte der TE eher vertrauensvolle Arbeiten übernehmen, dann weniger.

    - still loving WebOS -

  • Re: Was ist ein angemessenes Entgelt? (zwischenmenschlich)


    Zitat

    Original geschrieben von Vieltaenzer
    In diesen habe ich 9,-- / Einheit für mich eingetragen.

    Ist doch prima. Mehr als ich im Einzelhandel als Stundenlohn bekomme.

    Zitat

    Mit seinen anderen "Mitarbeiter" hat er 7,50 Euro vereinbart.

    Und? Wenn er das mit denen so besprochen hat und die sich drauf einlassen, ist das ja deren Sache...


    Mal abgesehen davon, das bei Geld eh die Freundschaft aufhört: was sagt er denn dazu? Oder zeigst du ihm dann deinen Beitrag hier? :rolleyes: :D


    Mal im Ernst: wenn ihr darüber redet, dann wird er dir schon was dazu sagen. Da er ja "Unternehmenr" ist, wird er sowas wohl einzuschätzen und zu bemessen wissen.


    EDIT: Geld kann man nicht "zwischenmenschlich" betrachten. Es ist eine Entlohnung für eine Tätigkeit. Und die Grundsätze dafür gelten auch in einem "Freundeskreis". Oder verkaufst du dich freiwillig unter Wert, nur weil mal jemand nett zu dir ist...?

    Nachdem die meisten User, die unter supranasaler Oligosynapsie (und auch Morbus Bahlsen) leiden, hier endlich gesperrt worden sind, wage ich mal wieder den einen oder anderen Besuch hier...

  • Wenn von beiden Vertretern qualitativ die gleiche Arbeit verlangt wird, dann würde ich auch den gleichen Lohn ansetzen - eine Bekanntschaft sollte dann nicht zu unterschiedlichem Lohnniveau führen.
    In so einem Vertrag werden ja nur die Rahmenbedingungen für die Arbeit geregelt, da sollte Privates außen vor bleiben.

    Nokia Lumia 920

  • Hallo,
    danke für eure Antworten!


    Der Freund ist Subunternehmer, arbeitet praktisch wie ein Angestellter, hat nur eine Firma, die ihn beauftragt und ist genau wie ein Angestellter weisungsgebunden und macht die Arbeit normalerweise/bisher alleine. (Scheinfirma oder zumindest fast). Falls z.B. es mal jemand anders macht, muss er das melden.


    Ich soll den grossen Teil der Urlaubsvertretung für ihn machen. Die 9,-- sind keine Stundeneinheit oder sonstige Zeiteinheit, dafür wird schon mehr als eine Stunde benötigt.


    Mein Freund hat sich vorher erkundigt, da er ja nicht wusste, ob ich es mache, wieviel eine Zeitarbeitsfirma für diese Urlaubsvertretung nehmen würde. Dies würde dann im Bereich von 25 bis 30 Euro je Einheit liegen. Anderfalls müßte er den Vertrag kündigen, um seinen Urlaub zu bekommen.

    Der Freund hat wesentlich weniger Ahnung als ich, so dass ich ihn unabhängig von meiner möglichen Arbeit beratend zur Seite stehe.


    Bigbamboo: Wo hast Du die 25% her? dann wären ja 7,50 Euro noch zuviel.
    Über weitere Argumente und Meinungen würde ich mich sehr freuen.


    Viele Grüsse
    Jürgen

  • Zitat


    dafür wird schon mehr als eine Stunde benötigt.


    9,40 € und man benötigt mehr als eine Stunde dafür? da scheint er als Unternehmer ja so richtig fett im Geschäft zu sein... :rolleyes:


    ein Wunder, das er sich da den Urlaub überhaupt leisten kann :D

  • Was sind denn Deine Alternativen in dieser Arbeitszeit? Könntest/würdest Du anderswo sehr viel mehr verdienen oder eher gar nichts?
    Letztendlich kannst Du nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dass sich Dein Bekannter auf so ein halbseidenes, einseitiges Geschäft eingelassen hat - sprich, warum solltest Du finanziell (oder auch in Sachen Freizeit, Lebenslaufplanung (falls bspw. ein Praktikum die Alternative wäre) etc.) Einbußen in größerem Maßstabe hinnehmen?
    Dazu kommt, dass ich mir ganz genau überlegen würde, inwieweit Du da mit reingezogen werden möchtest - auch in Sachen Umgang mit Deinen Einkünften (Steuerlich, SV-rechtlich..).


    Du sagst auch nicht, um wieviel Zeit es wirklich geht (zweimal Bier ausfahren oder dreimal wöchentlich 8 Stunden).


    Für mich ist eigentlich recht klar: Gefallen für gute Freunde - kein Thema, aber auch mit entsprechendem Ausgleich (in diesem Falle Weiterreichen von 100% des Lohnes - schließlich tust Du ihm ja den Gefallen, nicht umgekehrt. Klar gibts da auch Alternativen, sowas wie er zieht dafür später Deine Wohnung um o.ä.). Für Fremde, bzw. weniger gute Freunde: Kann man machen, aber dann zu Marktpreisen, d.h. ggf mit Aufschlag.

    Walking on water and developing software from a specification are easy if both are frozen.
    – Edward V Berard

  • Moin,


    imho sollte er Dir das Geld durchreichen (wenn er wirklich keine Abgaben zu zahlen hat). Hatten wir im Freundeskreis/Bekanntenkreis auch so gehändelt (waren alle Kleinunternehmer und saisonweise auf Festivals beschäftigt).


    greetz

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